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Vollständige Version anzeigen : 8.Kapitel: Indikatoren & Oszillatoren


plasir
05.07.2002, 13:54
Indikatoren lassen sich in absolute Indikatoren (Trendfolger) und relative Indikatoren (Oszillatoren) unterscheiden.

http://www.bullchart.de/ta/indis/relativ.gif

Relative Indikatoren oszillieren aufgrund ihrer Berechnung um eine Mittellinie (Triggerline/Middleline) oder innerhalb einer gewissen Bandbreite.
Allgemeine Definition ist, daß Trenfolge-Indikatoren Trends aufzeigen, während Oszillatoren Überkauft-/Überverkauft Zustände anzeigen sollen.
Jedoch sollte man sich nicht an dieses statische System halten, da zB angepaßte Oszillatoren ebenso Trend-Stärken beschreiben können.

Hier sind der Anpassung und Variation keine Grenzen gesetzt. So wundert es auch nicht, daß es wohl so ca. 20.000 Indikatoren gibt. Daher erklären sich auch unterschiedliche Werte bei den einzelnen Chartprogrammen, da sie evtl. eine Variation einer Formel anwenden.
Merke: RSI bei Comdirect ist nicht gleich RSI bei Metastock oder MarketMaker.
Hier sind natürlich Chartanalyse Programme von Vorteil, wo man die Formelberechnung selbst durchführen bzw. einsehen kann.

Hier eine Einordnung der Indikatoren / Oszillatoren:
http://www.bullchart.de/ta/indis/uebersicht.gif
Trendfolge-Indikatoren: aktuelle Trendrichtung (aufwärts,seitwärts,abwärts) soll bestimmt werden
Momentum-Oszillatoren: aufzeigen von Extrembereichen
Trendbestimmungs-Indikatoren: zeigen Trendwechsel/-stärke und dienen der akt. Situation des Trends
Volatilitäts-Indikatoren: beschreibt in welcher Volatilitätsphase man sich gerade befindet

Hier noch einige Tipps aus eigener Erfahrung:
*Beachtet, wann man wo einen Indikator einsetzt

*gewichtet niemals die Indikatoren extrem stark. Beachtet sie, verlaßt euch aber nicht bedingslos darauf

*Trau keinem Indikator ! Macht Backtesting und überprüft die historische Zuverlässigkeit

*haltet euch nicht an Standardvorgaben der Indikatoren fest. Verändert die Parameterangaben um den
Indikator zu verbessern. Gerade bei Indikatoren kann man hervorragend experimentieren

*haltet euch nicht an Standard-Definitionen fest. Standardmäßig wird zB bei dem Momentum ein Kaufsignal bei Durchschneidung der 0-Linie (MiddleLine) generiert. Wenn das Kaufsignal aber erst immer bei 10 geliefert wird (was ihr zB durch Backtesting herausbekommen habt), dann liegt das Kaufsignal definitv bei 10 und nicht bei 0 !

*setzt euch mit dem Indikator auseinander u. versteht ihn
Zuoft lese ich: "RSI bei 75, der Wert sofort glattstellen". Anschließend geht das Gejammere rum, denn der Wert hatte nochmal asnchließend 20-30% Plus gemacht.
Nun, hätte man folgende Regeln beachtet u. den RSI verstanden, hätte man gewußt:
-nie nur einen Indikator allein zur Entscheidungshilfe heranziehen
-der Überkauft-Bereich legen manche bei 70 fest, andere aber auch bei 80
-den Wert erst dann verkaufen, wenn auch der RSI das Verkauf-SIGNAL liefert
-es gibt bessere Oszillatoren als den RSI
-RSI wurde in einem trendstarken Markt eingesetzt, wo er kaum brauchbar ist
Ihr seht also, daß wesentlich mehr dahintersteckt und man solche allgemeinen Aussagen wie "RSI über 75 - verkaufen" getrost vergessen kann.

plasir
07.07.2002, 10:34
J. Welles Wilder Jr. entwickelte diesen bekannten Oszillator, der eine Weiterentwicklung des Momentums ist.
Standard-Einstellung nach Wilder ist 14 (n=14 tägiger Durchschnitt).
Er oszilliert im Bereich von 0-100.
Der RSI setzt die Auf- u. Abwärtsbewegungen der jeweiligen Tageskurse ins Verhältnis und will somit die
innere Stärke der Kursentwicklung innerhalb von n-Tagen bestimmen.
Da alle Kurse von dem n-Zeitintervall eingerechnet werden, ergibt sich eine Glättung.

Formel:
http://www.bullchart.de/ta/indis/rsi.gif

Einsatzgebiet: Seitwärtsphasen

Signal:
-Ein Überkauft-Situation ergibt sich ab dem Bereich 70 bzw. 80%.
-Eine Überverkauft-Situation ergibt sich ab dem Bereich 30,25,20%.
-Die Signale werden bei verlassen der Extremzonen generiert.
-Insbesondere können Divergenzen (zum Chart) einen Trendwechsel andeuten.

Info:
-bei starken Trends liefert er Fehlsignale aufgrund des Zeitintervalls
-Zeitintervalle mit 3/9/11 ausprobieren
-Zeiteinstellungen über n=21 Tage können den RSI als Trend-Indikator anpassen

Hier noch ein kleines Beispiel, wie fatal es ist, wenn man sich nur auf den RSI verlassen
würde.
Zu Fehlinterpretationen wäre es gekommen, da man nicht beachtet hatt, daß ein starker
(Auf-) Trend vorliegt und der RSI darin Fehlsignale liefert.
http://www.bullchart.de/ta/indis/rsi2.gif

Und so geht's richtig....
http://www.bullchart.de/ta/indis/rsi3.gif
Hier wurde ein RSI mit n=11 Tagen verwendet.
Man kann den RSI noch besser anpassen, wenn man die Überkauften-Bereich von 70 auf 65 festlegen würde.

Probiert also immer die verschiedenen Einstellungen/Parameter aus u. optimiert sie. ;)

plasir
06.01.2003, 11:31
Der MACD (Moving Average Convergence Divergence Indikator) ist in den letzten Jahren einer
der meist verwendetesten Indikator gewesen und wurde von G.Appel um 1979 entwickelt.
Der MACD generiert Signale für überkaufte und überverkaufte Situationen und
zeigt Trendwechsel an.

In der letzten Zeit Zeit kam er jedoch stark unter Kritik - zu Unrecht.
Der MACD darf nur nicht isoliert betrachtet werden, sondern muß mit weitern Mitteln der
TA kombiniert werden.

Der MACD kann per Definition in nahezu jeder Marktlage verwendet werden und kann als
Indikator oder Oszillator bezeichnet werden.
Er basiert auf 3 GD's: GD12 und GD26, wobei als Trigger-Line ein GD9 verwendet wird.
Aufgrund der GD Basis ist er eher als Trendfolger zu werten und somit als Indikator
einzuordnen.

Die Differenz aus dem GD12 und dem GD26 ergibt die eigentliche MACD-Linie,
die um eine Null-Linie oszilliert.
Der GD9 als Trigger-Line ist die zweite Linie.

Zusätzlich wird ein MACD Histogramm eingeblendet (die Balken, die an der Null-Linie
vorzufinden sind).
Sie geben die Differenz zwischen dem MACD und der MACD-Triggerline an.
Schneidet die Triggerline die MACD-Linie, so liegt keine Differenz mehr vor, der Balken
wird somit nicht angezeigt.

Darstellung
http://www.bullchart.de/ta/indis/macd2.gif

Alle drei GD's werden auf exponentieller Basis berechnet.
Notiert der MACD oberhalb der Null-Linie, so liegt der GD12 oberhalb des GD26.
Notiert der MACD unterhalb der Null-Linie, so liegt der GD26 oberhalb des GD12.

Formel
http://www.bullchart.de/ta/indis/macd1.gif


Signale des MACD bei Crossover der Triggerline/MACD
Wird die MACD-Linie von unten nach oben mit dem GD9 (als Trigger) geschnitten, so liegt
ein Kaufsignal vor.
Wird die MACD-Linie von oben nach unten mit dem GD9 (als Trigger) geschnitten, so liegt
ein Verkaufsignal vor.
Das Signal ist um so stärker, je größer die Divergenz zu der Nulllinie ist.

Ein Kaufsignal wird generiert, wenn die Balken in dem negativen Bereich abnehmen und/oder
im positiven Bereich weiter zulegen.
Ein Verkaufsignal wird generiert, wenn die Balken in dem positiven Bereich abnehmen und/oder
in dem negativen Bereich zunehmen.
http://www.bullchart.de/ta/indis/macd3.gif

Signale des MACD bei Crossover der Null-Linie ("Centerline")
Weitere Signale ergeben sich bei dem Durchschneiden der Null-Linie:
schneidet der MACD die Null-Linie von unten nach oben, so wird in einen positiven Bereich
gewechselt - das Momentum wechselt von Negative in ein Positives.
http://www.bullchart.de/ta/indis/macd4.gif


Signale des MACD als Trend-Indikator
Steigt der MACD und der Wert befindet sich ein einem Aufwärtstrend oder
fällt der MACD und befindet sich der Wert in einem Abwärtstrend, so kann der MACD
auch als Trend-Indikator herangezogen werden.
Eine wachsende Divergenz zu der Null-Linie zeigt also eine zunehmende Stärke des
vorherrschenden Trends.
Fällt hingegen der MACD, so liegt eine Trend-Abschwächung vor.

Signale des MACD als Divergenzgeber
Mit dem MACD können auch bullishe/bearishe Divergenzen zu dem Basiswert aufgedeckt werden:
markiert der Basiswert neue Höchstände, der MACD ist jedoch fallend, so liegt eine
bearishe Divergenz vor.
Fällt der Wert, der MACD notiert jedoch steigend, so liegt eine bullishe Divergenz vor.
In dem MACD können Trendlinien somit eingezeichnet werden.

plasir
09.01.2003, 21:13
Mit Hilfe des Momentums(ein Indikator)kann man zyklischen Schwankungen
und Trend bestimmen.
Anhand des Momentum ist der vorherrschende Trend und dessen Intensität
bestimmbar.
Das Momentum stellt die Ratio zum Kursgewinn/Kursverlust dar (siehe Formel).

Das Momentum oszilliert um die Null-Linie herum, die als Signal-Linie dient.
Sollte diese durschnitten werden, so wird ein Kaufsignal (bei Durchbruch von
unten nach oben) bzw. ein Verkaufsignal (von oben nach unten) generiert.

Notiert also das Momentum oberhalb der Null-Linie, so liegt ein Aufwärtstrend
vor, darunter herrscht ein Abwärtstrend.

Formel:
http://www.bullchart.de/ta/indis/momentum1.gif

Es wird eine 12-20 Tageseinstellung für kurzfr. Trends empfohlen.

Da das Momentum aus zwei Kursen errechnet wird (siehe Formel), liegt keine
Glättung vor, so daß das Momentum je nach Berechnungswert stark oder schwach
um die Null-Linie herum oszilliert.
Dabei sind Werte um die Null-Linie herum als neutraler Bereich zu werten.
Nimmt die Kurve des Momentums in dem jeweiligen positiven oder negativen Bereich
zu, so liegt eine Trendverstärkung vor.

Hier ein Beispiel für einen positiven Trend mit Trendverstärkung:
http://www.bullchart.de/ta/indis/momentum2.gif

Das Momentum eignet sich auch, um Divergenzen aufzuzeigen:
steigt die Aktie, so steigt auch das Momentum.
Fällt die Aktie, so fällt auch das Momentum.
In beiden Fällen liegt eine Konvergenz des Aktienkurses mit dem Momentum vor.

Sollte bei der jeweiligen Aktienbewegung das Momentum jedoch gegenläufig
sein, so liegt eine Divergenz vor. Dies ist ein Frühwarnzeichen für eine
bevorstehende Trendumkehr.
Steigt die Aktie und das Momentum fällt, so liegt eine bearishe Divergenz vor.
Fällt die Aktie, das Momentum ist jedoch steigend, so liegt eine
bullishe Divergenz vor.

Hier ein Beispiel für eine bearishe Divergenz:
http://www.bullchart.de/ta/indis/momentum3.gif


Das Momentum läßt sich mit zusätzlichen GD's noch optimieren:
http://www.bullchart.de/ta/indis/momentum4.gif

plasir
23.01.2003, 19:40
Rate of Change (ROC)

Der ROC gibt die Veränderung des Kurswert in Bezug zu dem Vortageskurs an.
Dieser Oszillator ist im wesentlichen mit dem Indikator Momentum vergleichbar.
Jedoch wird bei dem ROC das Ergebnis durch Division erreicht, während bei dem
Momentum das Ergebnis durch Subtraktion erreicht wird.

Die Unterscheidung der beiden Indikatoren ergeben sich also durch die Skalierung:
Momentum oszilliert um "0" (wg. der Subtraktion), während der ROC hingegen um
"100"-Linie oszilliert (wird nachfolgend aber auch Null-Linie/Signallinie genannt,
da zwischen der "100" oder der "0"-Linie einfachhalthalber nicht unterschieden wird).
http://www.bullchart.de/ta/indis/roc3.gif

Der ROC stellt die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs u. dem Kurs vor x Tagen
in Prozent oder in Punkten dar. Dabei ist der Zeitraum x frei wählbar.
Für kurzfristige Schwankungserfassung eignet sich ein ROC zwischen 12 u. 30 Tagen.
Standardeinstellung sind gewöhnlich n = 10, 12, 20, 30 Tage/Wochen.

Ein ROC über der Null-Linie zeigt einen intakten Aufwärtstrend an.
Unterhalb der Null-Linie einen Abwärtstrend.
Je weiter der ROC von der Null-Linie entfernt ist, um so stärker ist der
vorherrschende Trend (Trendstärke).
Ein ROC, der also zur Null-Linie läuft, zeigt zB. eine Trendabschwächung an.

Wird dabei die Null-Linie gekreuzt, so entsteht ein Signal.
Kreuzt der ROC die Null-Linie von oben nach unten: Verkaufsignal.
Kreuzt der ROC die Null-Linie von unten nach oben: Kaufsignal.
http://www.bullchart.de/ta/indis/roc4.gif


Weitere Signale ergeben sich durch Divergenzen.

Auch hier besteht, genauso wie bei dem Momentum, die Interpretation für Divergenzen:
Steigt der Aktienkurs an, der ROC fällt aber, so besteht eine bearishe Divergenz und
eine Trendwende ist wahrscheinlich.
Fällt hingegen der Aktienkurs, der ROC steigt aber, so ist mit einer baldigen Erholung
des Aktienkurses zu rechnen.

Formel:
http://www.bullchart.de/ta/indis/roc1.gif


Smoothed Rate-of-Change (S-ROC)
Neben dem ROC gibt es noch eine Abwandlung, den Smoothed Rate-of-Change (S-ROC).
Dieser wird durch dem EMA (exponentiell GDL) geglättet.

Formel:
http://www.bullchart.de/ta/indis/roc2.gif

Als Standardeinstellung wird für x = 13 Tage/Wochen und für den
ROC y = Tage/Wochen empfohlen.

plasir
30.04.2004, 00:33
Bollinger Bänder

Entstehung
Die BollingerBänder (Bollinger Bands) wurden von John Bollinger von Bollinger Capital Management
Anfang der 80ziger Jahre als Indikator erfunden und gehören mittlerweile zum Standard-Werkzeug der
TechnischenAnalyse.

Seine Idee wurde durch das statistischen Phänomen der Häufung in der Mitte (goldene Mitte) angeregt,
da in normalverteilten Wertegruppen sich eine bestimmte Menge an Werten mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit befindet, die um einen festen Betrag von einem Mittelwert abweichen.
Daraus lässt sich ableiten, dass innerhalb eines Kanals sich alle Kurse befinden müssen, da sie nur
begrenzt weit vom Mittelwert (Gleitender-Durchschnitt=MA) notieren können. Hierbei werden BreakOuts
(geringe Prozentzahl<=5%) vernachlässigt.
Der (Gauss´schen) Normalverteilung wird die Standardabweichung gebildet: es wird die Schwankungsbreite
gebildet, d.h. in wie weit der Kurs historisch um den 20-Tage-Durchschnitt geschwankt hat.

Anwendung
Hauptanwendungsgebiet der BollingerBänder sind Aktien: hier wird versucht durch die entstandenen
Bänder innerhalb dieser zu traden (Kanaltrading). Auch werden Ausbrüche aus den Bändern getradet.

Beschreibung
Bollinger Bänder sind "Umhüllungslinien" des Kursverlaufs: sie umhüllen den Kursverlauf Basiswertes
(Underlyings) mit einem variablen Abstand.
Somit ergibt sich jeweils ein Band oberhalb und unterhalb des Kurses. Innerhalb dieser Bänder bewegt
sich der Kurs. Der Abstand zwischen dem Kurs und einem BollingerBand wird als Spannbreite verstanden.

Die BollingerBänder bauen auf einem Gleitenden-Durchschnitt (Moving Average=MA) auf und geben
die Marktvolatilität als Abstände nach oben und unten zum Kursverlauf wieder. Somit resultieren
die Bänder aus einer Spanne von 2 Standardabweichungen über und unter dem Gleitenden-Durchschnitt.
Der Abstand der Bänder voneinander in Relation mit der Gleitenden-Durchschnittslinie steht somit in
Abhängigkeit zu der aktuellen Schwankungsbreite des Underlyings/Basiswertes.
Die Bänder verwenden also Maß für die Verschiebung die Standardabweichung, um die Volatilität des
Underlyings wiederzuspiegeln und grenzen so die zu erwartenden Kursschwankungen ein.
Die Entfernung zu der Gleitenden-Durchschnittslinie beträgt als Standard die 2-fache Standardabweichung
der Periode.
Man erhält zwei Kurven, indem man die Standardabweichung zu dem Gleitenden-Durchschnitt (20-Tage)
hinzuaddiert und subtrahiert.

Die BollingerBänder sind somit sehr einfach: Sie bauen auf einem Gleitenden-Durchschnitt auf, der
um je zwei Standardabweichungen nach oben und unten verschoben wird.

Dieser Ansatz ist bereits von den Envelopes bekannt. Jedoch verwenden die Envelopes einen feststehenden
Prozentsatz für die Abweichung/Verschiebung, während hingegen die BollingerBänder variabel sind.
Die Variabilität ergibt sich aus der Schwankungsbreite, so dass sich die Bänder individuell dem
Underlying/ Basiswert anpassen. Dies ist das besondere an den BollingerBändern, im Gegensatz zu den
Indikatoren,Oszillatoren u. Envelopes: die BollingerBänder sind selbstadjustierend.

Statistisch gesehen, liegen 95% der Kurse innerhalb der BollingerBänder (2-fache Standardabweichung),
genau darauf bauen die Trading-Ansätze auf.
Bei der einfachen Standardabweichung beträgt der Prozentsatz 70%, dieser wird aber kaum verwendet.


Standard Einstellungen
-Periode zwischen 20-21 Tage (arithmetischer Gleitender-Durchschnitt)

Weitere Einstellungen
-Periode bis zu 50 Tagen
-schnellere Reaktionszeit: Exponentieller-Durchschnitt
-verlangsamtere Reaktionszeit: Geglätteter-Durchschnitt

Berechnung
Oberes BollingerBand = MA + 2s
Mittleres BollingerBand = MA (eigentlich kein Band, sondern der MA auf dem die Berechnung aufbaut)
Unteres BollingerBand = MA -2s


Trading-Ansatz...

... Perioden geringer Volatilität
Bei geringer Volatilität liegen die Bänder sehr eng beieinander, da der Kurs und somit der
Gleitende-Durchschnitt langsam seitwärts tendiert (geringe Standardabweichung/Volatilität).
Mit einem baldigen Ausbruch (short/long) kann gerechnet werden, da die Wahrscheinlichkeit einer
starken Preisbewegung wächst.
http://www.bullchart.de/ta/indis/bollinger1.gif


... Perioden mit Volatilität
Da der Kurs sich zu 95% innerhalb der BollingerBänder bewegt, kann man sein Trading anhand
der Umkehrpunkte innerhalb der Bänder ausrichten, da der Kurs sich zwischen den Bändern schwankt.
Der Kurse bewegt sich normalerweise von einem Band zum anderen Band.
Umkehrpunkte befinden sich jeweils an dem oberen u. unteren Rand BollingerBand.

Umkehrpunkte befinden sich auch innerhalb der Mitte der Bänder (ähnlich wie bei den
TradingRanges: MiddleRange), sind jedoch nicht allzu zuverlässig.


... Top/Bottom Bildung an den Bändern
Bildet sich in der Nähe (außerhalb/innerhalb) eines Band ein Top/Bottom als extreme Punkte
wiederholen, so ist dies als Anzeichen für eine bevorstehende Trendwende zu werten.


... Ausbruch aus den Bändern
Hier kann der Ausbruch (Schlußkurs außerhalb der Bänder) als FalseBreak/Fehlausbruch behandelt
werden. Da sich der Kurs zu 95% innerhalb der BollingerBänder bewegt, ist mit einem baldigen
Wiedereintritt in die BollingerBänder zu rechnen.
Ein Ausbruch aus den Bändern stellt daher im Regelfall eine extreme Übertreibung dar, die
kurzfristig korrigiert werden sollte: man traded die Bewegung in Richtung der Ausbruchsstelle.
Diese Gegenbewegung ist erst beendet, wenn der Kurs wieder in die BollingerBänder eintaucht.
http://www.bullchart.de/ta/indis/bollinger2.gif

Allerdings sind die restlichen 5% beachten: der starke Kursausbruch kann auch auf eine
längere Auf-/Abwärtsbewegung hindeuten (solange, bis der Gleitende-Durchschnitt mit seinen
BollingerBänder wieder nachzieht/korrigiert).

... steigenden/fallenden BollingerBändern
Steigende/Fallende BollingerBänder können als Trendfolge-Indikator genutzt werden und zeigen
einen Aufwärts-/Abwärtstrend an. Die Kurse erreichen dann kaum das jeweils andere Band, sondern
schwanken nur zwischen dem Gleitenden-Durchschnitt u. dem oberen Band (im Aufwärtstrend) oder
dem unteren Band (im Abwärtstrend).

Copyright by BullChart. Auszüge und Veröffentlichungen außerhalb von www.bullchart.de und www.aktienboard.com nur mit vorheriger Genehmigung.

plasir
24.06.2006, 23:08
Entstehung
Der Commodity Channel Index (CCI) wurde von Donald Lambert im Jahr 1980
für den Warenterminmarkt entwickelt.
Daher auch das Wort "Commodity", was für Rohstoffe steht, denn D.Lambert
setzte diesen Indikator ein, um den Anfang und das Ende von Rohstoffzyklen
zu bestimmen. Der Indikator wird jedoch auch für Aktien verwendet.


Beschreibung
Der CCI ist ein Trendbestimmungs-Indikator und will Signale liefern, ob
ein Trend vorliegt oder ob ein trendloser Markt vorliegt.
Der CCI berechnet einen Gleitenden Durchschnitt (GD) und misst den Abstand
zu den aktuellen Kursen. Der CCI generiert einen typischen Kurs und einen GD.
Ausschlaggebend ist also der Abstand zwischen typischen Kurs und GD.
Weicht der typische Kurs dann von diesem GD ab, dann liegt ein stärkerer Trend vor.
Dieser stärkerer Trend wird dadurch heruasgefiltert, indem der Entwickler in seiner
Formel den Berechnungswert 0.0.15 mitaufnimmt, umso kleinere Schwankungen auszuschließen.
Diese kleinere Schwankungen werden als nicht zu beachtendes Rauschen (Noise) ausgefiltert.
Dadurch oszilliert der CCI um die Null-Linie und erst wenn er aus der
Bandbreite +100/-100 ausbricht, liegt ein stärkerer Trend vor.
Dieser stärkerer Trend definiert den CCI als Trendfolgeindikator.

Wer an Abstände denkt, dem könnten auch spontan die BollingerBänder einfallen.
Zurecht, denn die Berechnung der BollingerBänder und des CCI's ähneln sich etwas.
Jedoch gibt der CCI als Oszillator eine Linie aus und nicht ein Volatilitätsband
mit 2 Linien wie die BollingerBänder.


Formel
1. Es wird ein typischer/signifkanter Kurs generiert.
Es werden die High+Low+Last-Kurse einer Periode addiert und durch 3 geteilt.
2. Auf Grundlage dieses typschisch Kurses wird dann der GD (+Periode) berechnet.
3. Es wird die Abweichung/Abstand zwischen dem typischen Kurs und dem GD errechnet.


http://www.bullchart.de/ta/indis/cci1.gif


Anwendung
Der CCI dient zwar als Trendbestimmungsindikator, kann jedoch je nach Einstellung
auch noch mehr.
Der CCI kann in allen Zeiträumen angewendet werden, also auch Intraday, jedoch
findet er seine Hauptanwendung im mittelfristigen/langfristigen Bereich.

Als Trendfolgeindikator dient er bei größeren Einstellungen.
Laut Entwickler liegt die effizienteste Einstellung bei 5 Tage, jedoch werden auch
von ihm Einstellungen bis 20 Tagen empfohlen.
Die Standardeinstellung liegt bei 20 Tagen, wobei eine 35 oder 38 Tageseinstellung
auch genommen werden kann. Werden Werte über 20 genommen, so kann das Kreuzen der
Null-Linien als TrendumkehrSignal angesehen werden.
Daneben kann der Winkel des CCI's auch als Trendstärkeindikator genutzt werden.

Da Berechnungsgrundlage des CCI's das Momentum und der Kurs ist, ist er gut in
ausgeprägten Seitwärtsphasen anzuwenden.

Der CCI kann neben dieser langfr. Einstellung von über 20 Tagen aber auch als
Ozillator genutzt werden, wenn kürzere Einstellungen unter 10 Tagen gewählt werden.
So lassen sich Overbought und Oversold-Signale generieren, ähnlich wie der RSI,
der überkauft/überverkauft-Signale liefert.


Signale
Der CCI schwankt um die Null-Linie.
Im Gegensatz zu anderen Trendindikatoren besitzt aber die 0-Linie/Signallinie keine
Bedeutung. Bei diesem Indikator sind nur die Linien "+100" und "-100" relevant.

Steigt der CCI über die +100er-Marke, so liegt ein Aufwärtstrend vor.
Notiert der CCI zwischen den 100er-Marken, so liegt ein trendloser Markt vor.
Fällt der CCI unter die -100er-Marke, so liegt ein Abwärtstrend vor.

Durchbricht der CCI die -100er Marke von unten nach oben, dann liegt ein Kaufsignal vor.
Durchbricht der CCI die +100er Marke von oben nach unten, dann liegt ein Verkaufssignale vor.

Ein kreuzen der Null-Linie erzeugt kein Kauf-/Verkaufsignal, da der CCI darauf ausgerichtet
ist Trendsignale zu erzeugen, was aufgrund der Berechnungsgrundlage und Ansatzes nicht bei
einem Schwanken um die Null-Linie vorliegen kann.


Standard Einstellungen
Standarteinstellung ist ein Wert von 20 Tagen


Weitere Einstellungen
-neben der 20er Einstellung sind noch die 35er oder 38er-Einstellung gängig
-eine andere Ansicht nutzt eine 90 Wochen Einstellung zur Trendfolgebestimmung
-Daytrader nutzen Werte von mind. 35 Bars aufgrund der Volatilität
-Daytrader können jedoch mit Werten von 10-20 Bars den CCI -ähnlich wie den RSI-
als Oszillator einsetzen, um Overbought/Oversold-Signale zu generieren


Beispiel
http://www.bullchart.de/ta/indis/cci2.gif



Tipps
-Haken-Formationen an der Null-Linie besitzen Aussagekraft
(Anwendung der Indikatoren-Formationen)
-der CCI kann als zusätzliches Signal für den MACD verwendet werden
-je steiler der Anstieg des CCI's ist, umso stärker ist der Trend (der CCI
kann also auch als Trendstärke-Indikator verwendet werden)
-die Divergenz-Analyse kann auf den CCI angewendet werden, d.h. das eine
Divergenz zwischen CCI und Kurs auf einen Trendwechsel hinweist