Qualm
17.07.2002, 14:02
Bei der hohen Volatilität der Märkte in der letzten Zeit ist mir folgende Ineffizienz aufgefallen:
Beim Handel in den Abendstunden kommt es mitunter vor, daß sich FDAX und FESX signifikant unterschiedlich bewegen. Meiner Meinung könnte es daran liegen, daß es für Teile des Eurostoxx nach 17:30 keine liqiden Kassamärkte mehr gibt und somit das Arbitragegeschäft zwischen Kassamarkt und Future nicht mehr effektiv gestaltet werden kann. Die Folge ist, daß sich der Eurostoxx träger bewegen müßte. Es scheint mir wahrscheinlich, daß die Differenz der Bewegung in den Abendstunden am Morgen des folgenden Handelstages wieder ausgelichen wird. Voraussetzung ist natürlich die Annahme, daß sich Eurostoxx und DAX annähernd gleich bewegen, zumindest in dem kurzen Zeitrahmen.
Um diese Ineffizienz auszunutzen könnte man gegen Handelsende den FDAX gegen den FESX hedgen und diesen Hedge am folgenden Handelstag wieder auflösen. Dabei müßte man 2 FDAX Kontrakte gegen 7 FESX Kontrakte eingehen um das Volumen in etwa auszugleichen. Das Risiko bei dieser Stragtegie liegt darin, das bei Gesellschaften, die nicht zur Schnittmenge der beiden Indizes gehören kursbewegende Nachrichten bekannt werden. Hier sehe ich allerdings kein sehr hohes Risiko, weil bei wirklich wichtigen Nachrichten auch die anderen Werte mitreagieren und außerdem einzelne Werte nur relativ begrenzt den Index bewegen.
Ich habe mir also die letzten Tage mal genau angesehen. Als Einstiegssignal habe ich die Differenz der Bewegungen von FDAX und FESX zwischen 17 Uhr und 19:50 Uhr herangezogen. Wenn hier ein Wert von wenigstens 0,5% entsteht wird der Hedge um 19:50 eingegangen und am folgenden Handelstag um 9:30 wieder aufgelöst.
In den letzten 5 Handelstagen gab es 2 Einstiegssignale. Am 11. Juli und am 15. Juli. Leider habe ich für den 11. Juli nicht mehr alle Intradaydaten, weshalb ich hier etwas modifizierte Zeiten (zu denen ich Daten habe) herangezogen habe, und zwar 17:50 und 19:40. Am 11. Juli ist der FDAX von 17:50 bis 19:40 um 74 Pkte oder 1,85% gestiegen, der FESX allerdings nur um 28 Pkte oder 0,97%.Der Handel sieht also so aus:
-2 FDAX @ 4177
+7 FESX @ 2878
mit Auflösung am 12. Juli 9:30
+2 FDAX @ 4251
-7 FESX @ 2976
entspricht 3700 Euro Verlust beim FDAX und 4900 Euro Gewinn beim FESX, also Gewinn 1200 Euro.
Das zweite Signal entstand am 15. Juli. Der FDAX hat sich zwischen 17:00 und 19:50 um 62 Pkte oder 1,54% ermäßigt, der FESX ist um 75 Pkte oder 2,7% gefallen. Der Handel an diesem Tag sieht so aus:
-2 FDAX @ 3956
+7 FESX @ 2694
mit Auflösung am 16. Juli 9:30
+2 FDAX @ 4056
-7 FESX @ 2782
entspricht -5000 Euro im FDAX und +6160 Euro im FESX, also 1160 Euro Gewinn.
Sieht doch eigentlich nicht schlecht aus, oder? Vielleicht kann ja der eine oder andere diese Strategie mit der Tradestation o.ä. mal backtesten. Ich habe zwar die Tradastation, aber ohne Daten. Vielleicht kann mir ja auch einer die Tickdaten der beiden Junikontrakte überlassen, dann teste ich es auch.
Was haltet ihr von dieser Strategie?
Gruß Qualm
Beim Handel in den Abendstunden kommt es mitunter vor, daß sich FDAX und FESX signifikant unterschiedlich bewegen. Meiner Meinung könnte es daran liegen, daß es für Teile des Eurostoxx nach 17:30 keine liqiden Kassamärkte mehr gibt und somit das Arbitragegeschäft zwischen Kassamarkt und Future nicht mehr effektiv gestaltet werden kann. Die Folge ist, daß sich der Eurostoxx träger bewegen müßte. Es scheint mir wahrscheinlich, daß die Differenz der Bewegung in den Abendstunden am Morgen des folgenden Handelstages wieder ausgelichen wird. Voraussetzung ist natürlich die Annahme, daß sich Eurostoxx und DAX annähernd gleich bewegen, zumindest in dem kurzen Zeitrahmen.
Um diese Ineffizienz auszunutzen könnte man gegen Handelsende den FDAX gegen den FESX hedgen und diesen Hedge am folgenden Handelstag wieder auflösen. Dabei müßte man 2 FDAX Kontrakte gegen 7 FESX Kontrakte eingehen um das Volumen in etwa auszugleichen. Das Risiko bei dieser Stragtegie liegt darin, das bei Gesellschaften, die nicht zur Schnittmenge der beiden Indizes gehören kursbewegende Nachrichten bekannt werden. Hier sehe ich allerdings kein sehr hohes Risiko, weil bei wirklich wichtigen Nachrichten auch die anderen Werte mitreagieren und außerdem einzelne Werte nur relativ begrenzt den Index bewegen.
Ich habe mir also die letzten Tage mal genau angesehen. Als Einstiegssignal habe ich die Differenz der Bewegungen von FDAX und FESX zwischen 17 Uhr und 19:50 Uhr herangezogen. Wenn hier ein Wert von wenigstens 0,5% entsteht wird der Hedge um 19:50 eingegangen und am folgenden Handelstag um 9:30 wieder aufgelöst.
In den letzten 5 Handelstagen gab es 2 Einstiegssignale. Am 11. Juli und am 15. Juli. Leider habe ich für den 11. Juli nicht mehr alle Intradaydaten, weshalb ich hier etwas modifizierte Zeiten (zu denen ich Daten habe) herangezogen habe, und zwar 17:50 und 19:40. Am 11. Juli ist der FDAX von 17:50 bis 19:40 um 74 Pkte oder 1,85% gestiegen, der FESX allerdings nur um 28 Pkte oder 0,97%.Der Handel sieht also so aus:
-2 FDAX @ 4177
+7 FESX @ 2878
mit Auflösung am 12. Juli 9:30
+2 FDAX @ 4251
-7 FESX @ 2976
entspricht 3700 Euro Verlust beim FDAX und 4900 Euro Gewinn beim FESX, also Gewinn 1200 Euro.
Das zweite Signal entstand am 15. Juli. Der FDAX hat sich zwischen 17:00 und 19:50 um 62 Pkte oder 1,54% ermäßigt, der FESX ist um 75 Pkte oder 2,7% gefallen. Der Handel an diesem Tag sieht so aus:
-2 FDAX @ 3956
+7 FESX @ 2694
mit Auflösung am 16. Juli 9:30
+2 FDAX @ 4056
-7 FESX @ 2782
entspricht -5000 Euro im FDAX und +6160 Euro im FESX, also 1160 Euro Gewinn.
Sieht doch eigentlich nicht schlecht aus, oder? Vielleicht kann ja der eine oder andere diese Strategie mit der Tradestation o.ä. mal backtesten. Ich habe zwar die Tradastation, aber ohne Daten. Vielleicht kann mir ja auch einer die Tickdaten der beiden Junikontrakte überlassen, dann teste ich es auch.
Was haltet ihr von dieser Strategie?
Gruß Qualm