McLeod
25.07.2002, 21:05
Liebe Juchu Gemeinde, ganz interessante Sichtweise:
McLeod
Skandal, Skandal
Von Claus Vogt
An Skandalmeldungen aus der Wirtschaft haben wir uns mittlerweile
gewöhnen können. Das ist vielleicht gut so, denn weitere werden mit sehr
hoher Wahrscheinlichkeit folgen. Die Skandalwelle, die die Märkte in Atem
hält, ist ein völlig normaler Vorgang nach dem Platzen einer Blase.
Während einer Spekulationsblase wird unsinniges, irrationales, langfristig
ökonomisch nicht tragfähiges, liederliches und teilweise sogar kriminelles Verhalten
systematisch belohnt und somit gefördert. Solange die Aktienkurse steigen, scheint
die Welt ja in Ordnung zu sein. Erst nach dem Platzen der Blase werden die
ökonomischen Fehlentscheidungen offensichtlich, die Leichen kommen hoch.
Aufgrund der historisch gesehen gewaltigen Dimension und langen Dauer der
Greenspan-Spekulationsblase konnten diese typischen Fehlentwicklungen einen
entsprechend großen Teil der Volkswirtschaft unterminieren. Deshalb rechnen wir mit
einem langen und schmerzhaften Bereinigungsprozeß, in dessen Verlauf noch einige
unschöne Wahrheiten das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden.
Kreditfinanziertes Monster
Es waren nicht die ethisch verkommenen Manager, die in ihrer unendlichen Gier und
in ihrem Streben nach persönlicher Nutzenmaximierung den Boom ausgelöst und
nach Gutdünken die ökonomischen Spielregeln brutal zu ihrem Vorteil geändert
haben. Vielmehr haben die Greenspan'sche Spekulationsblase und der durch seine
Geldpolitik ausgelöste kreditfinanzierte Boom Rahmenbedingungen geschaffen, in
denen systematisch das jetzt von US-Präsident Bush als "unethisch" gebrandmarkte
Verhalten gefördert und belohnt, während die "ethisch" agierenden Wirtschaftssubjekte
bestraft wurden. Wer sich gegen den Zeitgeist der Spekulationsblase stellte, egal ob
als Analyst, Journalist oder Manager, galt als altmodisch, uneinsichtig und den
Herausforderungen der "New Economy" nicht gewachsen. Er wurde lächerlich
gemacht und beruflich geschasst, sein Unternehmen wurde mit Boomgeld
übernommen, und für rationale, tragfähige Geschäftsmodelle ließen sich aufgrund der
ökonomischen Ungleichgewichte und Verwerfungen keine
Finanzierungsmöglichkeiten finden.
Da der gewaltige Boom der späten 1990er Jahre ein kreditfinanziertes Monster aus
dem Gruselkabinett der US-Notenbank ist, muß diese auch für die üblichen Folgen
verantwortlich gemacht werden. Der eigentliche Skandal heißt Alan Greenspan. Bisher
deutet allerdings nichts darauf hin, daß die Zeit schon reif ist für die Demission des
am Höhepunkt der Bubble Economy als omnipotent vergötterten Gelddruckers.
Stattdessen bedient man sich allenthalben bequemer Sündenböcke und Ausreden
McLeod
Skandal, Skandal
Von Claus Vogt
An Skandalmeldungen aus der Wirtschaft haben wir uns mittlerweile
gewöhnen können. Das ist vielleicht gut so, denn weitere werden mit sehr
hoher Wahrscheinlichkeit folgen. Die Skandalwelle, die die Märkte in Atem
hält, ist ein völlig normaler Vorgang nach dem Platzen einer Blase.
Während einer Spekulationsblase wird unsinniges, irrationales, langfristig
ökonomisch nicht tragfähiges, liederliches und teilweise sogar kriminelles Verhalten
systematisch belohnt und somit gefördert. Solange die Aktienkurse steigen, scheint
die Welt ja in Ordnung zu sein. Erst nach dem Platzen der Blase werden die
ökonomischen Fehlentscheidungen offensichtlich, die Leichen kommen hoch.
Aufgrund der historisch gesehen gewaltigen Dimension und langen Dauer der
Greenspan-Spekulationsblase konnten diese typischen Fehlentwicklungen einen
entsprechend großen Teil der Volkswirtschaft unterminieren. Deshalb rechnen wir mit
einem langen und schmerzhaften Bereinigungsprozeß, in dessen Verlauf noch einige
unschöne Wahrheiten das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden.
Kreditfinanziertes Monster
Es waren nicht die ethisch verkommenen Manager, die in ihrer unendlichen Gier und
in ihrem Streben nach persönlicher Nutzenmaximierung den Boom ausgelöst und
nach Gutdünken die ökonomischen Spielregeln brutal zu ihrem Vorteil geändert
haben. Vielmehr haben die Greenspan'sche Spekulationsblase und der durch seine
Geldpolitik ausgelöste kreditfinanzierte Boom Rahmenbedingungen geschaffen, in
denen systematisch das jetzt von US-Präsident Bush als "unethisch" gebrandmarkte
Verhalten gefördert und belohnt, während die "ethisch" agierenden Wirtschaftssubjekte
bestraft wurden. Wer sich gegen den Zeitgeist der Spekulationsblase stellte, egal ob
als Analyst, Journalist oder Manager, galt als altmodisch, uneinsichtig und den
Herausforderungen der "New Economy" nicht gewachsen. Er wurde lächerlich
gemacht und beruflich geschasst, sein Unternehmen wurde mit Boomgeld
übernommen, und für rationale, tragfähige Geschäftsmodelle ließen sich aufgrund der
ökonomischen Ungleichgewichte und Verwerfungen keine
Finanzierungsmöglichkeiten finden.
Da der gewaltige Boom der späten 1990er Jahre ein kreditfinanziertes Monster aus
dem Gruselkabinett der US-Notenbank ist, muß diese auch für die üblichen Folgen
verantwortlich gemacht werden. Der eigentliche Skandal heißt Alan Greenspan. Bisher
deutet allerdings nichts darauf hin, daß die Zeit schon reif ist für die Demission des
am Höhepunkt der Bubble Economy als omnipotent vergötterten Gelddruckers.
Stattdessen bedient man sich allenthalben bequemer Sündenböcke und Ausreden