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Vollständige Version anzeigen : trading rules, trading rulez!


TheKing
01.08.2002, 14:03
Trading rules

1. There is no single "truth."

2. Her or his trading style must be appropriate to each trader's personality.

3. Perseverance usually separates "winners" from "losers."

4. Great traders are flexible and resilient.

5. It takes time (probably many years) for a trader to succeed.

6. It is imperative to formulate a trading philosophy which integrates market concepts and trading methods.

7. Every great trader has a specific "edge." (What are your answers to the questions listed on page 301?)

8. Great traders develop and then sustain a high level of self-confidence.

9. Successful trading requires a FULL-TIME commitment.

10. Market "wizards" are bold and innovative but not reckless and impulsive.

11. They are willing to accept a loss while rigorously controlling risk.

12. They may view undervaluation as a necessary condition for purchasing a stock but never as a sufficient condition.

13. Their transactions are guided and informed by a trading model based on catalysts.

14. Market "wizards" pay at least as much attention to "when to get out" as they do to "when to get in"

15. Market "wizards" know themselves (warts and all), work very hard, trust their own judgment, constantly review/evaluate decisions, and are patient.


16 .....

snahas
01.08.2002, 14:26
Ich habe es schon mal in einem anderen thread versucht...wer erklärt mir mal schlüssig Punkt Nummer 2.

TheKing
01.08.2002, 16:47
Du widerspenstiger Schüler! :cool:


Die Argmentation geht so:

1. Es gibt versch. Strategien
2. Manche davon funktionieren!
3. Eine Strategie, die nicht zu Deiner Persönlichkeit passt, wirst Du nicht durchhalten --> Kein Tradingerfolg!
4. Daher sollst Du Dir eine suchen, die zu Deiner Persönlichkeit passt (Bsp, von der Frequenz oder der Haltedauer her) + und die auch funkioniert --> Tradingerfolg möglich!


So weit, so gut. Jetzt meine Meinung:

5. Persönlichkeiten ändern sich.
6. Sie ändern sich a.u. durch Erfahrungen
7. D.h. Trader ändern sich u.a. durch Trading.
8. Daher kann man auch statt der Strategie an die Persönlichkeit die Persönlichkeit an die Strategie anpassen.
9. Das ist aber auffwendiger, wobei sich der Aufwand durchaus lohnen kann.

Klar?
Nein?
Klar!

snahas
01.08.2002, 16:58
Also braucht man erst mal ne Liste von Strategien, von denen man weiss, dass sie funktionieren?
Dann schaut man, was davon zu einem passt?

Wo gibts denn Info bezüglich funktionierender Strategien?

Dawnrazor
01.08.2002, 17:08
Wo gibts denn Info bezüglich funktionierender Strategien?

http://www.ross-trading.de/gifs/joe-ross.jpg

:hmpf: :D

snahas
01.08.2002, 17:12
Dawny,
Bücherschreiben und zu Höchstpreisen vermarkten ist wirklich eine funktionierende Strategie. Würde auch zu meiner Persönlichkeit passen...

TheKing
01.08.2002, 17:22
snahas,
Zu Deiner Persönlichkeit passen noch ganz andere Dinge, von denen ich hier lieber schweige. :cool:

Es ist nicht so, dass Du im Supermarkt zum "Trading-Strategien"-Regal gehst, und was passendes raussuchst.
Es ist doch persönlich eher ein Prozess der Erfindens, nicht des Findens!
Dabei werden aus eher allgemeine Ideen konkrete Strategien(Bsp. Charttechnik allg. ... Trendfolgend ... Trendfolgeformationen ... Wimpel am Ausbruch kaufen mit 3% Stop und 1%IR)
Dass eine dann funktioniert ist zunächst weniger Fakt als Behauptung!
Dann gilt der Satz aber umso mehr, denke ich.


dawn,
Diesem seriösen Herrn kauf ich alles ab.

Turtletrader
01.08.2002, 21:13
re: 2. Her or his trading style must be appropriate to each trader's personality

Ich will hier die Entwicklung meines Tradingstils auf den 2. Punkt bezogen hier mal schildern, vielleicht hilft dir das weiter, Snahas.

Der Tradingstil definiert sich IMHO durch

1. die generelle Art der angewandten Handelsstrategien und den entsprechend dafür geeigneten Handelsinstrumenten:

a. einfache Preisschwankungen also long/short Underlying (zb Aktien) aber auch Derivaten
b. spreads zwischen verschiedenen Underlyings (Aktien) oder Futures
c. arbitrage (alles)
d. long/short volatilität (Optionen)
e. spreads zwischen verschiedenen Derivaten (Optionen, Futures)

Ich habe am Anfang (Anm. das war vor ca. 3 Jahren) keine Ahnung von finanzmärkten gehabt, und da wählt man i.d.R. eine long/(short) Handelsstrategie. Ich denke die meisten fangen mit longs an. Erst im Laufe dieses Jahres habe ich mich z.B. mit der Möglichkeit d+e beschäftigt. Der Grund dafür war erstens auch in Seitwärtsmärkten Geld verdienen zu wollen (mein preferiertes Marktscenario für die nächsten 1-3 Jahre) und zweitens das Delta eines Trades verringern zu koennen (das ist gut weil ich sehr risikoscheu bin).


2. die Zeitebene bzw. die durchschnittliche Haltedauer von Handelspositionen:

a. Scalping - 30s-5min
b. intraday momentum - 10min - 2std
c. intraday hold - 4-8std
d. overnight - close to next open
e. swing - 2-5 tage
f. kurzfristige positionen - 1-4 wochen
g. mittelfristige positionen - 6-20 wochen
h. langfristige positionen - 1/2 Jahr bis 3 Jahre
i. Warren Buffet - 5 Jahre-Ewigkeit

Ich hatte am Anfang einen Graus vor Positionstrading (das hat sich erst langsam relativiert), daher fing ich mit reinem Intradaytrading an. Welche Intraday-Zeitebene man wählt hängt letztendlich vom Marktzugang, Liquidität und bevorzugten Analysemethoden ab. Mir persönlich liegen eher die kurzen Zeitebenen, weil man sein Risiko verringern kann indem man sich eben nur kurze zeit den Unwägbarkeiten des Marktes aussetzt.
Für die Auswahl der richtigen Zeitebene sind die zur Verfügung stehende Zeit, das eigene Entscheidungsverhalten sowie die Kapitaldecke die wichtigsten Faktoren.


3. je nach Wahl von 1.a-e und 2.a-i gibt es dann verschiedene Ansätze zum Positionsaufbau - damit das Posting aber erstmal nicht zu lang wird , betrachte ich auch erstmal den "Standardfall" 1.a : long/short Strategien

Unterscheiden lassen sich 3 grundlegende Handelsansätze :

a. Countertrend - buy low sell high bzw. sell high buy low

Weil nunmal die meisten Leute gerne Tiefs kaufen und Hochs verkaufen (ist gut fürs Ego aber langfristig meist schlecht fürs Konto <G>) ist das der beliebteste Ansatz. Die Suche nach dem Holy-Grail ist letztendlich darin begründet eine "perfekte" Countertrendmethode zu erlangen. Wenn man das Timing durch eine nearly-holy-Grail hinkriegt und sich an seine (engen) Stops hält, und mit 3-5 Verlierern hintereinander keine psycho-Probleme bekommt, kann man damit auch Geld verdienen und steigt eventuall nach einigen guten publizierten Timingcalls in die "Guru"-Liga auf. In der Guru-Liga ergeben sich dann ganz neue Strategien das Geld zu verdienen <G>. Wenn man dann richtig "hot" und gut im Bottom-Top-Picking ist, laufen viele "Gurus" Gefahr irgendwann einmal alles auf eine Karte zu setzen und so alles bisher gewonnene zu verlieren (man lese mal diverse Biographien von Tradern).

b. Trendfollowing - buy high sell higher bzw. sell low sell lower -
ist eigentlich ziemlich schwierig, da liquide Märkte sich 60-70% der Zeit seitwärtsbewegen und somit für Trendfolger nur Gründe zum Geldverbrennen geben. Auch hier ist meist am Anfang einer Traderkarriere die Suche nach dem Holy-Grail zur Erkennung des Anfang-eines-neuen-Trendes angesagt. Hinzu kommt das psychologische Problem vieler Loosertrades hintereinander bis man endlich einen Trend erwischt hat und dann letztendlich die größte Herrausforderung eines Traders: in einem laufenden Trend mit seiner Position bis zum ENDE drinzubleiben. Ich habe mich für diesen Ansatz entschieden, da man durch Verwendung mehrerer Zeitebenen eigentlich immer irgendwie einen Trend erwischen kann, das gilt insbesondere für den Intradayhandel. Trendfollowing ist IMHO am Anfang ziemlich mühselig, man muss nämlich ganz schön viel in den eigenen Denkstrukturen verändern - ist aber langfristig etwas sicherer (weniger Egotrading!) als Countertrend.


c. Rangetrading - ist im Prinzip Countertrend, nur innerhalb einer gut zu definierenden Tradingrange. Viel einfacher, hat eine hohe Trefferquote - ist aber nur erfolgreich wenn man sich an enge Stops hält - weil hier das Reward (max. Höhe der Tradingrange) begrenzt ist. Eigentlich die Domäne der Floortrader und Marketmaker. Rangetrading braucht keine komplexen "Holy-Grail" Strategien und ist daher eher unbeliebt - es ist ja zu simpel (Der Author bekennt sich hierzu auch schuldig!).

jetzt mache ich erstmal schluss. Man kann noch die Analysemethoden, bevorzugte Entry/Stop/Exit Techniken aufzählen (siehe Tradinglessons aus dem letzten Jahr), aber um eine Tradingstrategie zu kategorisieren, sollte der obige Strukturansatz ausreichen

Greetings

Turtletrader

snahas
01.08.2002, 22:36
Danke Turtletrader für die umfassende Erläuterung.

man muss nämlich ganz schön viel in den eigenen Denkstrukturen verändern -

Das ist der Kern, der mich bei dem ewigen Gerede stört. ich glaube, man muss nicht nur etwas suchen, was zu einem passt, sondern muss sich selbst ändern können, damit etwas in die Tat umzusetzen ist.

TheKing
05.08.2002, 17:36
Turtle,

ja, ich denke so kann man den Filterunsprozess beim Strategiesuchen gut rekonstruiren.

Ich habe ein Stück Deines Postings (http://www.aktienboard.com/vb/showthread.php?postid=413150#post413150) in einen anderen Thread kopiert, weil es da gut für Klarheit sorgen kann.

Den Ausführungen zum Trendfolgen kann ich nur zustimmen (auch aus eigener Erfahrung.)



Ich hatte am Anfang einen Graus vor Positionstrading (das hat sich erst langsam relativiert), daher fing ich mit reinem Intradaytrading an.

Ich hatte am Anfang einen Graus vor Intradaytrading (das hat sich erst langsam relativiert), daher fing ich mit reinem Positionstrading an. :D