Vollständige Version anzeigen : Gesetzliche Krankenkassen
16.08.02, BKK für Heilberufe hebt Beitragssatz an
Zum 1. September 2002 hebt die Betriebskrankenkasse (BKK) für Heilberufe ihren Beitragssatz um 1 % an. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, müssen die 520 000 Mitglieder der BKK für Heilberufe ab diesem Zeitpunkt 13,9% ihres Bruttolohns an die Versicherung abführen. Das ist die zweite Beitragserhöhung in diesem Jahr. Im Januar hatte die BKK den Satz bereits von 12,4% auf 12,9% erhöht.
Seit Anfang des Jahres 2002 haben ungefähr 10% der 300 Betriebskassen, so z.B. die BKK Volkswagen (von 13,3% auf 13,8%) ihren Satz erhöht. Als Grund für die Steigerung nannte die BKK unter anderem die im ersten Halbjahr 2002 um 7% gestiegenen Ausgaben, vor allem für Krankenhausbehandlungen und Medikamente. Zu den sinkenden Einnahmen aufgrund der angespannten Arbeitsmarktsituation kämen "erhebliche Belastungen" durch den Risikostrukturausgleich.
die günstigsten gesetzlichen Krankenkassen liegen bei 11%....wobei die evtl. auch noch mit einer Erhöhung dieses Jahr aufwarten werden!
Steven Broker
17.08.2002, 00:59
Ich wär mal fast bei der BKK Mann und Hummel eingestiegen...die waren noch letztes Jahr die billigsten! Und ein paar Tage vor meiner Entscheidung haben die dann den Beitragssatz per 01.01. erhöht!
Und das werden weiterhin alle machen, die mal kurzfristig extrem billig sind, denn das können Sie sich nicht leisten!
Also ich denke, wer nicht grad bei der AOK ist, muss nicht immer hin und her wechseln! ;)
Die AOK ist doch noch die extrem teuerste, oder?
Gismick, hast du da ne Aufstellung?
habe soeben Angebot der DAK für freiwillig pflichtversicherte bekommen:
Wenn die Einnahmen pro Monat unter 1.758,75€ sind zahle ich
239.20 plus 29,90 Pflege.
Hört sich gut an,das mit dem Einnahmen muß der Steuerberater dann hinbiegen. ;)
Dieses Angebot gäbe es nur auf Anfrage und Antrag!!
Steven, ja die AOK ist die Teuerste Versicherung!
Pauschal kann man aber nicht von teuer oder günstig reden, da es regionale Kassen gibt, die niedrige Beiträge haben!
im Schnitt
AOK = 14,35%
Ersatzkassen = 14,17% (u.a. DAK, BARMA...)
Innungskrankenkassen (IKK)= 14,04%
Betriebskrankenkassen (BKK) = 13,12%
......ansonsten kann man höchstens regionale Vergleiche anstellen....
Meine Krankenkasse liegt zur Zeit bei 12,5% :D !
hola,
Hört sich gut an,das mit dem Einnahmen muß der Steuerberater dann hinbiegen. hat meine süsse immer gut hinbekommen und so musste ich inkl. pflege nur 177 DMD/mtl. zahlen. jetzt nach ner 2 maligen erhöhung sind´s 198,- dm.
@stefano:
du hasts gut. Ich muß dafür bezahlen (mit Geld) das es passt. :mad: ;)
hola,
na hauptsache dein s-berater bekommt es hin. ;)
jaja,der schafft sogar mich von Verlusten leben zu lassen :D :D
Bei den gesetzlichen Krankenkassen sind derzeit keine Beitragserhöhungen geplant. Dies berichtet DMEuro.com unter Berufung auf Aussagen des Sprechers des Bundesverbands der Innungskrankenkassen. Ähnlich äußerten sich die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK), der AOK-Bundesverband, der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) sowie der Verband der Angestelltenkrankenkassen. Damit widersprachen die Kassen Medienberichten, wonach die Versichten im ersten Halbjahr mit Beitragserhöhungen rechnen müssen.
Die Krankenkassen erwarten von Mitte des Jahres an wieder höhere Einnahmen, zum Beispiel durch das Weihnachtsgeld. Eine Sprecherin des AOK-Bundesverbands beschreibt die finanzielle Lage der Kassen als eng. Sie geht jedoch davon aus, dass die Beitragssätze gehalten werden können. Eine Garantie könne sie jedoch nicht geben. Ebenso äußerten sich Sprecher der BKK und des Verbandes der Angestelltenkrankenkassen
Berlin (dpa/) - In der gesetzlichen Krankenversicherung ist offenbar in der ersten Hälfte dieses Jahres ein Defizit von mehr als zwei Milliarden Euro aufgelaufen.
Das bedeute eine Verdopplung des Verlustes im ersten Quartal, berichtet die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' unter Berufung auf Berechnungen der Krankenversicherungen.
Allein die Ortskrankenkassen hätten im ersten Quartal rund 850 Millionen Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Die offiziellen Zahlen will Gesundheitsministerin Ulla Schmidt am Montag vorlegen.
Na dann werden wohl doch die Erhöhungen kommen :mad:
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) legt heute in Berlin die Finanzergebnisse der gesetzlichen Krankenkassen für das zweite Quartal vor. Im ersten Quartal war ein Verlust von 860 Mio. Euro aufgelaufen. Nach Zeitungsberichten sind im zweiten Vierteljahr noch einmal gut 1,5 Mrd. Euro Defizit hinzugekommen.
Für das ersten Halbjahr ergäbe das ein Minus von 2,4 Mrd. Euro. Die Arbeitgeberverbände rechnen wegen der Verluste zum Jahreswechsel mit einem Anstieg des durchschnittlichen Beitragssatzes von 14,0 auf 14,3 Prozent. Es werde "Anfang nächsten Jahres erneut zu kräftigen Beitragssatzerhöhungen kommen", sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt in einem Interview der "Bild am Sonntag".
Dem widersprach die stellvertretende SPD-Vorsitzende Renate Schmidt. Ihrer Ansicht nach müssten die gesetzlichen Krankenkassen ihre Beitragssätze trotz ihrer schwierigen Finanzlage nicht erhöhen werden. "Ich gehe davon aus, dass wir die Beiträge stabil halten können", sagte Schmidt der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Die Finanzlage werde durch Einmalzahlungen dazu wie Weihnachtsgeld und ausstehende Tarifabschlüsse verbessert
da darf mal mal gespannt sein, aber eine Entscheidung kommt wohl erst in 3 Wochen :D
@Odo, hier die Bestätigung, dass die Beiträge steigen werden! :mad:
Auch im nächsten Jahr werden die gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge voraussichtlich wieder erhöhen. Laut einem Bericht von Focus Money gehen Experten von einer Anhebung der Beiträge von derzeit 14 % auf 14,3 % aus. Damit könnten die Versicherungen ihr Haushaltsdefizit von 2,4 Milliarden Euro zumindest teilweise stopfen.
Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Emnid hatte ergeben, dass 52 % der Bundesbürger mit dem derzeitigen Gesundheitssystem unzufrieden sind und eine grundlegende Gesundheitsreform für notwendig erachten. Insgesamt 79 % der Befragten plädierten dafür, alle versicherungsfremden Leistungen aus der Krankenversicherung zu streichen.
Ebenso viele Befragte befürworten die Möglichkeit, dass sich jeder gesetzlich Versicherte ähnlich der Privatversicherungen sein eigenes Leistungspaket schnüren kann, bei dem er für zusätzliche Ansprüche entsprechend mehr bezahlen muss. Mehr als vier Fünftel der Befragten lehnten eine generelle Erhöhung der Beiträge oder Zuzahlungen ab
Angst um Arbeitsplatz
In den ersten drei Quartalen dieses Jahres haben sich die Arbeitnehmer in Deutschland einem Zeitungsbericht zufolge so selten krank gemeldet wie seit vier Jahren nicht mehr.
Die krankheitsbedingten Fehlzeiten in den Betrieben seien zwischen Januar und September dieses Jahres insgesamt auf 4,02 Prozent der Sollarbeitszeit und damit auf etwa 6,6 Arbeitstage gesunken, meldet die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf Erhebungen des Bundesgesundheitsministeriums.
Im Vorjahr habe der Krankenstand noch bei 4,17 Prozent der Sollarbeitszeit gelegen. Wichtigste Gründe für den Rückgang der Krankmeldungen seien die schwache Konjunktur und die Sorge der Arbeitnehmer, angesichts der hohen Arbeitslosigkeit im Krankheitsfall den Arbeitsplatz zu verlieren.
In den vergangenen Monaten war der Krankenstand in den alten Bundesländern erstmals seit sieben Jahren wieder höher als in den ostdeutschen Ländern, wie die Zeitung weiter berichtet.
hola,
@gismick
"gesetzlichen Krankenkassen liegen bei 11%"
...die musst du mir mal zeigen ;)
...du hast z.zt 12,5 % ist das inkl. pflegev. :rolleyes:
Hallo,
unsere BKK hat ab 1.10. den Beitrag von 13,8 auf 15,8(!)% erhöht und dies mit kostspieligen Krankenhausaufenthalten von Versicherten begründet. Sie will jetzt mit einer anderen BKK fusionieren, um den Beitragssatz wieder auf 13,8% senken zu können.
Laut des Rundschreibens hätte sie sogar auf 17,7% gehen müssen, wenn unser Arbeitgeber der BKK nicht mal eben 700.000,-- Euro überwiesen hätte. :(
Da können sich wahrscheinlich manche BKK's noch warm anziehen.
Ich warte jetzt mal den 1.1. ab und werde ansonsten im nächsten Jahr die Krankenkasse wechseln.
Gruß
Hopy
@hopy,
Du hast jetzt auch das recht die KK zu kündigen - solche Preiserhöhung setzen Dich von Deinem Kündigungsrecht frei....danach gilt i.d.R. dann immer der Stichtag 30.09. eines Jahres!
@stefano....die 11% sind schon ein Weilchen her....die billigste Kasse liegt jetzt bei 11,8% - ich bin immer noch zu 12,5% versichert und auch ein zufriedener BKK Kunde!
hola,
oki gismick, kommt zu deiner aufstellung noch die pflegeversicherung hinzu :confused:
sorry, hab ich doch glatt vergessen zu schreiben......zu allen Beiträgen kommt noch der Satz für die Pflegeversicherung hinzu! :rolleyes:
Die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen haben mit 7,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreicht.
Kosten erreichen neue Rekordwerte
Die Verwaltungsausgaben sind seit 1989 allein im Westen um mehr als 50 Prozent gestiegen. Das berichtet die Berliner Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf die neueste Jahresstatistik für gesetzliche Krankenkassen des Bundesgesundheitsministeriums. Insgesamt lagen die Verwaltungskosten der Krankenkassen im Jahr 2001 um 4,1 Prozent höher als im Vorjahr (2000: 7,3 Milliarden Euro). Der Anteil der Verwaltungsausgaben an den gesamten Leistungsausgaben betrage mittlerweile den Rekordwert von 5,9 Prozent. Für das laufende Jahr erwarten Experten einen weiteren Anstieg.
DIHK-Präsident fordert mehr Effizienz
Nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, sollten sich die Krankenkassen um weniger Verwaltungskosten bemühen. In einigen Fällen könne dies sogar zur Senkung der Beitragssätze führen. Braun forderte gegenüber dem Blatt mehr Wettbewerb unter den Leistungsanbietern und eine stärkere Kontrolle der ärztlichen Leistungen.
Krankenversicherten droht zum Jahreswechsel möglicherweise ein Beitragsschub um bis zu 0,7 Prozentpunkte. Die "Bild"-Zeitung berichtet, der durchschnittliche Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung werde Anfang 2003 von derzeit 14 auf 14,7 Prozent steigen.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sagte dazu am Morgen in der ARD, die Zeitung sei "nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Die Zahlen stimmen auch nicht".
Das Blatt berichtete, Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe mache das rot-grüne Sparpaket verantwortlich für den Anstieg. Darin sind die Absenkung des Krankenversicherungsbeitrags für Arbeitslosenhilfe-Bezieher sowie die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Zahnersatz von sieben auf 16 Prozent vorgesehen. Dadurch erhöht sich das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen von jetzt 1,5 Mrd. Euro auf rund drei Mrd. Euro.
Schmidt erklärte dagegen, mit der Umsetzung des Hartz-Konzepts würden mittel- und langfristig mehr Beiträge in die Kassen fließen. Außerdem wolle die Bundesregierung bei medizinisch nicht begründeten `hochpreisigen Arzneimitteln" ansetzen. Von der Pharmaindustrie solle ein Sondersparbetrag verlangt werden, der ungefähr 1,4 Mrd. Euro in die Kassen bringen solle.
In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärte Schmidt, zur Vermeidung von Beitragserhöhungen prüfe sie Einsparpotenziale, die ohne Zustimmung des Bundesrates verwirklicht werden könnten. Das Einsparvolumen im Gesundheitswesen solle durch das geplante Vorschaltgesetz über die bekannten Maßnahmen hinaus angehoben werden. Wenn dann nachrechenbare Einsparungen durchgesetzt würden, gehe sie davon aus, dass die meisten Kassen doch noch auf Beitragssatzerhöhungen zum Jahreswechsel verzichten könnten.
Der Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Hans Jürgen Ahrens, hatte am Dienstag davor gewarnt, der durchschnittliche Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung könne im nächsten Jahr "die Schallmauer von 15 Prozent durchbrechen".
hola,
echt beschiss is dat janze. hab ne schreiben von meine bkk erhalten, wo mitjeteilt wird das diese als jute wirtschaftende kasse paar märker jetzt zu de aok e.t.c. rüberschieben muss und sich meine beitrag dadurch ehrhöht wird. :angry: .AUerei is dat, seit eintritt bei de kass hab i ne erhöhung von mal locker 3,5 prozente erhalten :angry:
ich war früher bei der Techniker KK und die haben so viel PLUS erwirtschaftet, dass die jedes Jahr viele Millionen an die anderen abgeben mußten. WARUM? Sollen doch alle KK für sich wirtschaftlich sein, oder nicht?
Einschnitte im Gesundheitswesen
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) plant angeblich weitere Einschnitte im Gesundheitswesen. Geplant sei eine Nullrunde bei Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Regierungskreise. Die Einsparungen sollten dazu beitragen, die Milliardenlöcher bei den gesetzlichen Krankenkassen zu stopfen.
Dem Blatt zufolge sollen Honorare und Ausgaben für die Dauer eines Jahres eingefroren werden. So könnten 1,1 Mrd. Euro gespart werden. Die Maßnahme sei Teil des so genannten Vorschaltegesetzes, das am 1. Januar in Kraft treten und die Medizinkosten begrenzen soll.
Positivliste geplant
Schmidt habe ihre Pläne intern in der SPD vorgestellt, schreibt auch die "Leipziger Volkszeitung". Außer einer Festschreibung der Kosten sei auch eine Positivliste für Arzneimittel vorgesehen. Danach würden von den Kassen nur noch die Kosten für bestimmte, wirksame und kostengünstige Medikamente erstattet. Schmidt wolle zudem die Versicherungspflichtgrenze auf 3.825 Euro anheben. Darüber hinaus plane sie, die Gewinnmargen bei Arzneimitteln zu Gunsten der Kassen zu verringern.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte am Dienstag in seiner Regierungserklärung vor dem Bundestag auch eine Strukturreform bei Gesundheit und Rente angekündigt. Nach dem Vorbild der Hartz-Kommission, die Vorschläge zur Neuordnung des Arbeitsmarkts erarbeitet hatte, sollten ausgewählte Experten Reformkonzepte erarbeiten. Als Vorsitzender der Kommission für das Gesundheitswesen sei der Wirtschaftsprofessor Bert Rürup im Gespräch, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".
Ansturm auf billige Kassen
Immer mehr Menschen wechseln zu preislich günstigeren Betriebskrankenkassen (BKK). Dies berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf interne Statistiken des BKK-Bundesverbandes. Bis zum Jahresende werde die Zahl der Mitglieder in den Betriebskassen um 1,3 Mio. höher liegen als noch vor Jahresfrist.
Die Durchschnittsbeiträge der BBKs lägen bei 13,2 Prozent, schreibt das Blatt. Bei den gesetzlichen Kassen seien hingegen rund 14 Prozent zu zahlen. Zum Jahreswechsel wird der durchschnittliche Beitrag bei den gesetzlichen Kassen voraussichtlich auf mindestens 14,3 Prozent steigen. Kassenvertreter gehen sogar von einem noch höheren Anstieg aus. Das Defizit der gesetzlichen Kassen dürfte jüngsten Schätzungen zufolge im Jahr 2002 bei 1,5 Mio. Euro liegen.
Neun von zehn Bundesbürgern sind gesetzlich versichert. Viele von ihnen können sich nicht privat versichern, da ihr Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt (Derzeit 3.375 Euro, nach den Plänen der Bundesregierung ab 1.Januar bei Versicherungswechsel 3.825 Euro, bei allen Berufseinsteigern 5.100 Euro/neue Bundesländer 4.250 Euro monatlich).
Dennoch stehen auch ihnen Alternativen zur Verfügung – innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen. Mehr als 200 Kassen für die Allgemeinheit gibt es, hinzu kommen Kassen für Angehörige bestimmter Berufsgruppen und zahlreiche Betriebskrankenkassen.
Die Leistungen der einzelnen Kassen unterscheiden sich in vielen Fällen nicht sonderlich. Dennoch sollte genau geprüft werden, ob die gewählte Kasse auch den gewünschten Versicherungsumfang gewährt.
Groß ist der Unterschied bei den Beitragssätzen: Während die günstigste Kasse Versicherungsschutz schon für 11,8 Prozent des Bruttolohnes verspricht, ist dieser beim teuersten Anbieter erst für über 14 Prozent zu haben. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen dabei jeweils die Hälfte. Welche Kasse die günstigste ist, lässt sich pauschal nicht sagen: Von Bundesland zu Bundesland variieren die Beitragssätze auch innerhalb einer Kasse stark (siehe Link).
Wechsel leicht gemacht
Ein Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse ist seit diesem Jahr einfach: Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate, d.h., wer im Oktober seiner alten Kasse kündigt, kann sich ab Januar 2003 bei einer anderen Krankenkasse versichern. Einzige Bedingung: Sie müssen bereits 18 Monate lang bei ihrer alten Kasse versichert sein. Damit will der Gesetzgeber ein permanentes „Springen“ zwischen den Kassen verhindern. Auch für die neue Kasse gilt darum: Sie müssen ihr mindestens 18 Monate treu bleiben. Lediglich wenn die Krankenkasse die Beiträge erhöht, entfällt die Bindung. Dann können Sie auch schon vor Ablauf der 18 Monate wechseln – entweder direkt im Anschluss an die Erhöhung oder aber auch zu einem späteren Zeitpunkt.
Die Bundesregierung will nach Informationen der "Bild"-Zeitung den Wechsel von den gesetzlichen Krankenkassen zu den privaten bereits ab kommender Woche erschweren.
Schon ab nächsten Donnerstag rechtskräftig
Die geplante Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze um 450 Euro auf 3825 Euro solle bereits mit der ersten Lesung des Gesetzes am Donnerstag kommender Woche gültig werden, berichtet die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe.
Nur eine Woche Zeit
Damit bliebe gesetzlichen Krankenversicherten, die mehr als 3375 Euro, aber weniger als 3825 Euro im Monat verdienen, nur noch eine Woche Zeit, um ihrer Krankenkasse zu kündigen und in eine private Krankenkasse zu wechseln. Damit die Privatversicherer nicht mehr im großen Umfang besser verdienende gesetzlich Versicherte abwerben können, soll die Anhebung der Pflichtgrenze im so genannten Gesundheits-"Vorschaltgesetz" rückwirkend in kraft gesetzt werden.
Zunächst nur für Berufsanfänger geplant
In den rot-grünen Koaltionsvereinbarungen war zur Versicherungspflichtgrenze noch festgehalten worden, diese nur für Berufsanfänger auf 5100 von derzeit 3375 Euro anzuheben. Erst bei einem Einkommen, dass die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, kann ein Versicherter von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Die kurzfristige Sparwirkung der Anhebung nur für Berufsanfänger war von Experten als gering eingeschätzt worden
Die Gesundheitsministerin friert Ärztebudgets ein, Clement plant drastische Kürzungen bei der Arbeitslosenhilfe und die Rentenbeiträge steigen. Die Bundesregierung versucht, die drohende Beitragsexplosion in den gesetzlichen Sozialversicherungen durch zwei Eilinitiativen abzuwehren.
Ein Vorschaltgesetz zur Gesundheitsreform, dessen Entwurf der Financial Times Deutschland vorliegt, soll die Krankenkassen 2003 um gut 3 Mrd. Euro entlasten. Der Gesetzentwurf zur Arbeitsmarktreform des Wirtschaftsministeriums sieht zudem drastische Leistungskürzungen für Arbeitslosenhilfeempfänger und Erwerbslose in der Weiterbildung vor. Insgesamt sollen durch die Arbeitsmarktreform 2003 über 6 Mrd. Euro eingespart werden.
Angesichts absehbarer Beitragssteigerungen in der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sieht sich Rot-Grün gezwungen, eilig gegenzusteuern. Beide Entwürfe sollen bereits Mitte November den Bundestag passieren.
Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement beriet am Donnerstag mit den Partei- und Fraktionsspitzen von SPD und Grünen strittige Punkte des Hartz-Gesetzentwurfs. Grünen-Parteichef Fritz Kuhn kündigte im FTD-Interview darüber hinaus weitergehende Reformen für 2004 an.
Nur eine Woche Zeit zum Kassenwechsel
Teile des Vorschaltgesetzes von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sollen rückwirkend bereits zum 7. November in Kraft treten. Krankenkassen, deren Beitragserhöhungen bis dahin nicht genehmigt sind, dürfen demnach ihre Beiträge bis zum 31. Dezember 2003 nicht mehr anheben. Im Gegenzug will Schmidt die Ausgaben für Ärzte und Krankenhäuser auf dem Stand von 2002 einfrieren. Ebenfalls ab 7. November soll die Versicherungspflichtgrenze von 3375 auf 3825 Euro Monatseinkommen steigen. Somit bliebe gesetzlich Krankenversicherten, die mehr als 3375 Euro, aber weniger als 3825 Euro pro Monat verdienen, nur noch eine Woche, um ihrer Krankenkasse zu kündigen und in eine private Versicherung zu wechseln. Die Regelung würde etwa eine Million Versicherte betreffen.
Bereits Mittwoch hatte Schmidt in der SPD-Fraktion einräumen müssen, dass die Beiträge zur Rentenversicherung 2003 auf 19,5 Prozent der Bruttomonatsgehälter steigen werden. Bislang hatte sie beteuert, die Sätze würden von derzeit 19,1 allenfalls um 0,2 Punkte auf 19,3 Prozent steigen.
Nach Plänen Clements sollen die Ausgaben des Bundes für die Arbeitslosenhilfe 2003 um 2,5 Mrd. Euro sinken. Das geht aus der Sparliste im Entwurf zum Hartz-Gesetz hervor. Sparvermögen der Leistungsbezieher und Einkommen der Ehepartner sollen deutlich stärker auf die Arbeitslosenhilfe angerechnet werden. Freigestellt werden pro Lebensjahr nur noch 260 Euro des Sparvermögens. Bislang lag diese Grenze bei 520 Euro. Vom Tisch sind dagegen pauschale Kürzungen des Arbeitslosengeldes und der Arbeitslosenhilfe für Eltern.
Als ersten Baustein der Arbeitsmarktreform stellte Clement am Donnerstag den so genannten Job-Floater der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vor. Danach können Firmen, die einen Arbeitslosen einstellen, zinsgünstige KfW-Kredite bis zu 100.000 Euro erhalten
hola,
vertreter der gesetzlichen krankenkassen treffen sich gerade um über eine sofortige beitragserhöhung zu sprechen, da schmidtchen dies verhindern will :rolleyes: :dunce:
wird lustig nächste jahr ;) krankenv. erhöht, rentenvers. erhöht, ökosteuer teil 3 folgt-erhöhung,
diese tussi ist doch die grösste lachnummer im kabinett :angry: :dunce:
Wie würdest Du der Problematik begegnen?
Koalition ringt um Kurs
Bundessozialministerin Ulla Schmidt hat einen neuen Vorschlag zur Reduzierung der Kosten im Gesundheitswesen unterbreitet. Sie will die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen durch Fusionen deutlich reduzieren und so Verwaltungsausgaben einsparen.
„Wir haben mittlerweile 370 Kassen“, sagte Schmidt am Sonntagabend in der ARD. „Die brauchen wir nicht“. Ihrer Meinung nach reichen 50 Versicherungen aus. Um Kassen-Zusammenschlüsse zu vereinfachen, würden im kommenden Jahr die gesetzlichen Vorschriften geändert werden, fügte Schmidt hinzu.
Am Abend soll Paket geschnürt werden
Die entscheidende Weichen für die Spar- und Reformpläne der Regierung wollen die Spitzen von SPD und Grünen heute Abend bei einer Koalitionsrunde in Berlin stellen.
Im Mittelpunkt stehen dabei die umstrittenen Vorschläge von Schmidt. Sie hatte vorige Woche einschneidende Sparmaßnahmen mit einem so genannten Vorschaltgesetz für das Gesundheitswesen sowie eine Erhöhung der Rentenbeiträge angekündigt. Damit hatte Schmidt auch beim grünen Koalitionspartner Widerstand hervorgerufen.
Die SPD-Spitzengremien hatten gestern Abend Schmidts umstrittenen Kurs unterstützt. So soll an der Anhebung des Rentenbeitragssatzes von 19,1 auf 19,5 Prozent zum Jahreswechsel festgehalten werden. Die Grünen verweisen hingegen auf die in der Koalitionsvereinbarung festgeschriebene Grenze von 19,3 Prozent.
Eine Verschiebung der anstehenden Rentenerhöhung will die SPD trotz der angespannten Finanzlage der Rentenkassen keinesfalls mitmachen, sagte Generalsekretär Olaf Scholz. Die Parteispitze sei entschlossen, ihre Spar- und Reformpakete gegen massiven Druck durchzusetzen, betonte Scholz. So werde man sich auch im Gesundheitswesen mit den Lobbyisten anlegen, um die von Schmidt angekündigten Reformen einzuleiten.
Schmidt erläuterte, die zum 1. Januar 2003 geplanten Gesundheits-Spargesetze seien "eine Art Erste-Hilfe-Aktion". Ziel sei es, "Luft zu haben", um nächstes Jahr ohne akuten Finanzdruck die große Gesundheitsreform für 2004 zu erarbeiten. Schmidt will die Ausgaben für Ärzte und Krankenhäuser auf dem Stand von 2002 festschreiben. Gesetzlichen Kassen soll bereits vom kommenden Donnerstag an untersagt sein, ihre Beiträge zu erhöhen. Die großen Ersatzkassen teilten am Wochenende mit, sie wollten bis dahin ihre Beitragssätze nicht wie zunächst erwogen anheben.
Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, Krista Sager, forderte zur Finanzierung der Sozialsysteme eine "breitere Basis auf der Einnahmeseite". Auch Beamte und Freiberufler sowie andere Einkünfte müssten einbezogen werden. Es sei nicht richtig, nur die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber und nur die Arbeitseinkommen zu belasten, sagte Sager in der ARD.
Scharfe CDU-Kritik
Der Sparkurs der rot-grünen Bundesregierung ist in der CDU-Führung auf massive Kritik gestoßen. Noch nie sei eine Regierung so desolat gestartet, sagte Vizechef Christian Wulff nach einer Präsidiumssitzung. Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel warf Rot-Grün vor, die Wähler für dumm verkauft zu haben. Die Zahlen seien vorher bekannt gewesen.
hola,
Wie würdest Du der Problematik begegnen?
- erstmal würde ich den ärzten kräftig auf den zahn fühlen, d.h. ab sofort erhält jeder patient nach einem arztbesuch eine "bestättigung" mit nach hause in der hervorgeht, was der arzt untersucht hat und zur rechnung stellt! 1/4 jährlich oder auch jährlich erhält der patient von der kassenärztlichen vereinigung oder krankenkasse eine gesamtaufstellung. so kann er vergleichen ob der doctor-e-in "beschissen" hat, und es können dadurch millionen eingespart werden. :rolleyes: ;)
- die kassenärtzlichen vereinigungen können auch abgeschafft werden
- es gibt zu viele bkk´s= grösserer verwaltungasapparat=höhere kosten. mehrere bkk´s können zusammengeschlossen werden.
- auf der patientenchipkarte sollten alle arztbesuche e.c.t. des patienten aufgeführt sein und somit kann einer arzthopperei vorgebeugt werden. doppelte untersuchungen, röntgen usw. könnte verhindert werden
- u.v.m. ;)
- auf der patientenchipkarte sollten alle arztbesuche e.c.t. des patienten aufgeführt sein und somit kann einer arzthopperei vorgebeugt werden. doppelte untersuchungen, röntgen usw. könnte verhindert werden
Wenn ich mich recht erinnere war dieser Punkt schon mal vor ein paar Jahren in der Diskussion und wurde mit Hinblick auf Datenschutz und dem Recht auf freie Arztwahl abgeschmettert.
- die kassenärtzlichen vereinigungen können auch abgeschafft werden
Schon wieder ein paar Arbeitslose mehr.... :eek:
- es gibt zu viele bkk´s= grösserer verwaltungasapparat=höhere kosten. mehrere bkk´s können zusammengeschlossen werden.
Fusionen waren noch nie ein Allheilmittel. All jene, die immer so schönfärberisch von Synergieeffekten sprechen sollten sich das immer vor Augen halten...
Nichtsdestotrotz sind das ein paar diskussionswürdige Vorschläge :)
Hallo zusammen,
die geplanten Fusionierungen der Krankenkassen eröffnen wieder ein anderes Problem, auf das meiner Meinung nach nicht richtig eingegangen wurde.
Fusionen werden getroffen um Kosten einzusparen.
Fusionen haben allerdings auch den Rationalisierungseffekt im Arbeitnehmerbereich.
Somit dürften Fusionen der Krankenkassen weitere Arbeitslose bedeuten.
Dies wiederum bedeutet höhere Belastungen für alle Arbeitnehmer.
Sicherlich ein Teufelskreis...
MfG
V24
Jede siebte Betriebskrankenkasse hat beantragt, noch bis Donnerstag die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung zu erhöhen.
"Zwischen 35 und 40 Kassen werden eine kurzfristige Beitragserhöhung beantragen", sagte Florian Lanz, Sprecher des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen, der Financial Times Deutschland.
Am Donnerstag wird Sozialministerin Ulla Schmidt das so genannte Vorschaltgesetz in den Bundestag einbringen, mit dem Beitragserhöhungen für das nächste Jahr verboten werden sollen.
Im Durchschnitt werden sich die Erhöhungen bei den Betriebskassen auf rund 0,5 Prozentpunkte belaufen. Bislang liegen die Betriebskrankenkassen mit ihrem durchschnittlichen Beitragssatz deutlich unter dem Durchschnitt aller Gesetzlichen Kassen, der derzeit bei knapp 14 Prozent liegt.
hola,
bkk durchschnittlich deutlich unter gesetzlichen kassen :rolleyes: naja meine net mehr, die hat kräftig zugelangt, glaube sind 4 erhöhungen der letzten zwei jahre auf knapp über 14. neue suchen is net, wird mich wohl keine mit kusshand nehmen wollen ;) :D
jetzgehtslos
06.11.2002, 13:53
Hi,
ob AOK, DAK, BKK oder sonstwas, alles der gleiche Humbug. Eine Krankenkasse reicht. Jeder muß reinzahlen und bekommt Grundleistungen. Alles was er drüber will, soll er mit einer privaten Zusatzversicherung abdecken. Die Verwaltungskosten können so auch minimiert werden, wenn die Wasserköpfe rollen. Nicht in jedem Kuhkaff muß ein Glastempel sein. Heutzutage kann das meiste Online oder per Telefon abgewickelt werden.
Der Staat muß endlich aufräumen! Es muß dringend wieder mehr Eigenverantwortung zu den Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken & Co. zurückgetragen werden, wobei allerdings die Mindestleistung vorgegeben wird.
Am besten wäre ein fester Betrag/Patient im Jahr. In der Schweiz gibt es so etwas ähnliches. Hier kann man dann allerdings (außer im Notfall) nur noch in eine bestimmte Einrichtung. Aber wer mehr will, soll halt zahlen. Dort bekommt man auch die Medikamente. Sehr oft Generika. Diese sind einfach billiger. Im deutschen Bürokratensumpf bräuchten diese Hunderttausende von Kontrolleuren um auch nur etwas zu erreichen. Also noch mehr ABM-Stellen.
Warum wird in Deutschland immer versucht immer alles zu regeln?
Hier wird doch massiv die Masse für blöd verkauft, und nur ins Gehirn geschissen. Volksverblödung durch den Staat nenn ich sowas!
ABM-Stellen hat wohl jeder Staat, aber es sollte doch lieber nach dem Grundsatz vorgegangen werden, wo bringt es der Bevölkerung etwas und wo nicht?
Bürokraten sind sicher notwendig, aber keine, die die Kontrolle der Kontrolleure des Kontrollierten übernehmen! *g* Vielerorts müssen Überstunden bei Polizei & Co. gemacht werden. Warum setzt man hier nicht mehr Leute ein. Anscheinend geht Faulheit und Bequemlichkeit in diesem Land vor.
Ciao
jgl
Insgesamt 39 Gesundheitsverbände haben in Berlin ihren Protest gegen den Sparkurs der Bundesregierung verstärkt. Rund 5.000 Demonstranten versammelten sich vor dem Brandenburger Tor. Die Protestierenden befürchten den Verlust ihrer Arbeitsplätze. Bereits am Montag waren rund 3.500 Zahntechniker in Berlin lautstark gegen die Sparpläne von Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) auf die Straße gegangen.
Das rot-grüne Sparpaket wird die Krankenkassen indes weit weniger entlasten als von der Regierungskoalition beabsichtigt. Unter dem Strich sei nur eine Entlastung von 900 Mio. Euro bis 1,4 Mrd. Euro realistisch, erklärte der Verband der Ersatzkassen bei einer öffentlichen Anhörung des zuständigen Bundestagsauschusses in Berlin. Die Regierung geht dagegen von 3 Mrd. Euro aus.
Die Arbeitsmarktreform und das Gesundheits-Sparpaket werden nach Ansicht des Ersatzkassen-Verbandes VdAK zu noch höheren Krankenkassenbeiträgen führen.
Keine Mehrbelastung ohne Beitragserhöhung
Der Verbandsvorsitzende Herbert Rebscher bezifferte die Mehrbelastungen in der "Berliner Zeitung" auf 1,5 Milliarden Euro. Allein die von der Regierung geplante Senkung der Krankenversicherungsbeiträge für Bezieher von Arbeitslosenhilfe koste die gesetzlichen Kassen 900 Millionen Euro. Rebscher: "Die Krankenkassen werden die zusätzlichen Belastungen nicht ohne Beitragserhöhungen schultern können."
Zum Jahreswechsel 14,4 Prozent?
Rebscher beklagte, dass schon seit Jahren finanzielle Lasten zunehmend auf die Krankenkassen abgewälzt würden. "Allein von 1995 bis 2003 führte die Verschiebung zu finanziellen Ausfällen in Höhe von 30 Milliarden Euro", sagte der Verbandschef. Ohne diese Belastungen hätten die Krankenkassen "ihre Beitragssätze in diesem Zeitraum stabil halten können". Der Durchschnittsbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen lag 1995 bei 13,5 Prozent. Heute beträgt er 14 Prozent. Für den Jahreswechsel rechnen Experten mit einem Anstieg auf bis zu 14,4 Prozent.
Gesetzliche Kassen im Nachteil
Rebscher kritisierte ferner, durch die Regierungsvorhaben würden nur gesetzlich Krankenversicherte belastet. "Es ist eine Zumutung, dass privat Krankenversicherte keinen finanziellen Beitrag zur Reform des Arbeitsmarktes leisten müssen", sagte er.
Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft ist einem millionenschweren Abrechnungsskandal um Billig-Zahnimplantate auf der Spur. Nach Erkenntnissen von Krankenkassen sollen rund 900 Zahnärzte aus ganz Deutschland ihren Patienten jahrelang Prothesen eingesetzt haben, die in China gefertigt wurden.
Den Kassen stellten sie jedoch den fünfmal höheren Preis eines deutschen Implantats in Rechnung. Der Schaden beläuft sich laut Allgemeiner Ortskrankenkasse (AOK) auf mindestens 50 Mio. Euro. Im Mittelpunkt der Betrügereien soll nach Unterlagen, die der Financial Times Deutschland vorliegen, die Mülheimer Firma Globudent/O-Dent-O-Dentalhandelsgesellschaft gestanden haben. Deren Mitarbeiter sollen die Prothesen angeboten, die Zahnärzte zum Mitmachen bewegt und einen Teil der Gewinne diskret und in bar an die Mediziner geschickt haben.
Die Ermittlungen leitet der Wuppertaler Staatsanwalt Herbert Mühlhausen, der bereits den Herzklappen- Skandal aufdeckte, bei dem Chirurgen die Kassen 1994 mit überteuerten Herzklappen um Millionenbeträge geprellt hatten. Für Mittwoch hat die Staatsanwaltschaft nach einer offenbar beabsichtigten Durchsuchung eine Pressekonferenz angesetzt.
Frisierte Rechnungen
Nach Aussage eines Zahnarztes setzte Globudent für die erste Kontaktaufnahme eine Blondine ein, die das Angebot anpries. Sie habe vorgefühlt, ob Interesse besteht. Dann habe ein Regionalleiter den Deal abgeschlossen. Den Ärzten winkte dabei zwischen einem Drittel und einem Fünftel der gefälschten Rechnungssumme als "Rückvergütung". Nach den bislang bekannt gewordenen Informationen soll das Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr frisierte Rechnungen ausgestellt haben. Danach seien Prothesen in China bestellt und an einen Kooperationspartner in Hongkong geliefert worden, der sie weiter nach Deutschland versendete. Überwiesen die Krankenkassen das Honorar, ging der Anteil für die Laborarbeiten angeblich in voller Höhe an Globudent.
Etwa 900 Euro berechnen Labore im Schnitt für einen in Deutschland gefertigten Zahnersatz. Rund 180 Euro soll das Mülheimer Unternehmen seinen chinesischen Vertragspartnern gezahlt haben. So blieben pro Gebiss rund 720 Euro Profit, an dem die Ärzte beteiligt wurden.
Umschläge ohne Absender
Aussagen von Zahnärzten zufolge packte der Globudent-Regionalleiter Axel C. das Geld in Briefumschläge, kündigte den kooperierenden Medizinern per Telefon den Geldeingang an und gab die Umschläge ohne Absender bei verschiedenen Postämtern ab. Geschätzten Kunden soll er das Geld auch schon mal persönlich ins Behandlungszimmer gebracht haben.
Globudent habe mit dieser Masche "Jahr für Jahr Millionengewinne" gemacht, sagt Peter Scherler, Leiter der AOK-Task-Force für Abrechnungsbetrug in Niedersachsen. Allein in diesem Bundesland hat die AOK in den vergangenen zwölf Monaten mehr als drei Dutzend betrügerische Zahnärzte hochgehen lassen. "Im Moment habe ich fast jeden Tag einen neuen Fall von ausländischem Zahnersatz mit frisierten deutschen Rechnungen auf dem Tisch", sagte Scherler.
Anonyme Anzeige
Den ersten Hinweis auf die unsauberen Geschäfte erhielt er vor 14 Monaten nach einer anonymen Anzeige gegen drei Zahnärzte in Bremen. Bei den Ermittlungen stieß der AOK-Experte auf das Firmengeflecht des Globudent-Geschäftsführers John M. und "irgendwann packten einige Zahnärzte aus", so Scherler.
Die Duisburger Staatsanwaltschaft ermittelt unter Aktenzeichen 142JS251/01 gegen Globudent-Regionalleiter Axel C. "Ich halte es aber für ausgeschlossen, dass ein Regionalleiter diese Geschäfte ohne das Wissen der Geschäftsführung betrieben hat", sagte Scherler. "Es geht hier nicht um ein paar Tausend Euro, sondern um Millionen."
Nach den Erkenntnissen der AOK flog C. regelmäßig zu den Geschäftspartnern nach Hongkong, um Geld zu holen - bei jedem Besuch zwischen 300.000 und 400.000 Euro in bar. Der Stapel Scheine, etwa doppelt so dick wie ein Taschenbuch, passte problemlos ins Handgepäck. Schon seit zehn Jahren, so vermuten die AOK-Experten, laufen die Geschäfte der Globudent-Zentrale in Mühlheim wie geschmiert
(fld.)
Steven Broker
20.11.2002, 20:02
Die AOK erhöht angeblich vorerst nicht, und es gibt mittlerweile keine BKK mehr, die unter 12,9 % ist!
hola,
Beamte in der gesetzlichen Krankenkasse wären teuer
Wenn alle 1,8 Millionen Beamten und Berufssoldaten Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung werden sollen, müsste der Staat dafür einen Arbeitgeberanteil in Höhe von jährlich 11,7 Milliarden Euro aufbringen.
HB/dpa BERLIN. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Parlamentarische Anfrage des CSU- Abgeordneten Hartmut Koschyk hervor. Diesen dann ab sofort in den öffentlichen Haushalten fälligen Mehrausgaben stünden später erhebliche Entlastungen bei den Pensionszahlungen gegenüber - "allerdings mit erheblichem zeitlichem Abstand", heißt es in der Antwort der Bundesregierung.
Für die 316 000 Bundesbeamten und 62 000 Eisenbahner müsste der Bund nach der Modellrechnung bei der Rente einen Arbeitgeberanteil von rund einer Milliarde Euro jährlich entrichten. Hinzu käme die Arbeitgeberumlage für die Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst in Höhe von rund 700 Millionen Euro. Bei den Ländern und Kommunen, wo der Großteil der Beamten beschäftigt ist, würden in den Haushalten für die Rente aktuell Mehrkosten in Höhe von rund 6 Milliarden Euro jährlich entstehen, plus rund 4 Milliarden für die Zusatzversorgung.
Eine Einbeziehung von Beamten, Richtern und Soldaten in die gesetzliche Krankenversicherung würde den Bund wegen des dann fälligen Arbeitgeberanteils mit rund 750 Millionen Euro jährlich belasten. Gleichzeitig könnten dann aber für die aktiven Beamten bei den Beihilfeausgaben 300 Millionen Euro jährlich eingespart werden. Zu den Kosten für die Aufnahme der Beamten bei Ländern und Kommunen in die gesetzliche Krankenkasse gibt es in der Antwort keine Angaben.
Bei den Modellrechnungen wurde den Angaben zu Folge bei der Rente ein Beitragssatz in Höhe von 19,5 Prozent und bei der Krankenkasse in Höhe von 14,3 Prozent zu Grunde gelegt.
Kassen machen 2 Mrd. Miese
Das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen wird in diesem Jahr noch größer ausfallen als bisher erwartet. Die Bundesregierung rechne mit einem Minus von zwei Milliarden Euro zum Jahresende, bestätigte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater.
Grund seien vor allem die gestiegenen Arzneimittel- und Klinikausgaben. Bisher hatte die Bundesregierung das Defizit auf etwa 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Nach Einschätzung von Vater besteht für die Krankenkassen im Herbst kommenden Jahres eine gute Chance, eine ausgeglichene Finanzsituation zu erreichen. Voraussetzung dafür sei das gute Wirken des Gesundheitssparpaketes und der Arzneimittel-Positivliste.
Schmidt gelingt keine Eindämmung
Die Regierung räumte erstmals ein, dass die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr erneut auf breiter Front steigen werden. Damit steigen die Lohnnebenkosten nach Angaben aus Regierungskreisen auf knapp 42 Prozent. Ihnen zufolge wird der Kassenbeitrag 2003 von derzeit rund 14 auf durchschnittlich 14,2 Prozent steigen. Erst für 2004 rechnet die Bundesregierung wieder mit stabilen Krankenkassen-Sätzen.
Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte einen Anstieg der Kassenbeiträge mit einem eilig verfassten Spargesetz verhindern wollen. Die Kassen hatten dieses Gesetz allerdings als nicht ausreichend und nicht schnell genug wirksam bezeichnet und schon frühzeitig einen Kassenbeitragssatz von durchschnittlich 14,4 Prozent für 2003 vorausgesagt.
Beitragsstopp wirkungslos?
Im Maßnahme-Paket zur Senkung der Gesundheitskosten wurde auch ein Beitragssatzstopp für 2003 festgeschrieben. Demnach sind Beitragssatzanhebungen nur noch unter ganz eng begrenzten Ausnahmen zugelassen: "Sie dürfen nur erfolgen, wenn andernfalls für die Kasse die Leistungsfähigkeit nicht mehr gegeben wäre oder wenn Beitragssatzerhöhungen aufgrund von Faktoren aus dem Risikostrukturausgleich unvermeidbar sind", betont das Ministerium. Doch diese Ausnahme-Voraussetzungen könnten angesichts der riesigen Finanzlöcher leicht gegeben sein.
Bislang war es Spekulation - nun scheint es konkreter zu werden: Mehrere Ersatz- und Betriebskrankenkassen planen offenbar noch in diesem Jahr erhebliche Beitragserhöhungen. Für 2003 will die Bundesregierung Beitragserhöhungen verbieten.
Hamburg - Einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks zufolge müssen die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) und die Hamburg-Münchner ihren Beitragssatz auf 15,2 Prozent erhöhen. Die Barmer Ersatzkasse (BEK) plant demnach eine Erhöhung auf 14,9 oder 15,2 Prozent. Die Verwaltungsräte von DAK und BEK würden die Maßnahmen noch Mitte Dezember beschließen, so das NDR-Radio 90,3 Aktuell.
Gleiches gelte für die Betriebskrankenkassen von Esso, Shell und Securvita, heißt es in dem Bericht weiter. Grund seien die massiven Defizite der Kassen. Die beiden größten Ersatzkassen BEK und DAK haben laut NDR derzeit ein Defizit von jeweils rund 400 Millionen Euro. Die Bundesregierung plant, Beitragserhöhungen für das kommende Jahr per Gesetz zu verbieten.
Die "Bild"-Zeitung berichtet am Montag, dass voraussichtlich rund 100 gesetzliche Krankenkassen ihre Beiträge zum 1. Januar steigern wollen. Das Bundesversicherungsamt (BVA) habe bereits 29 Eilanträge von Betriebskrankenkassen genehmigt. BVA-Mitarbeiter Rainer Pfohl sagte der Zeitung: "Wir schätzen, dass weitere 60 Anträge auf Beitragssatzerhöhung gestellt werden." Die hohen Arzneimittelausgaben sind nach Regierungsangaben einer der Gründe für die schwierige Finanzlage der Krankenkassen.
hoellenfuerst
02.12.2002, 12:29
wer die gerd show sehen will muss auch zahlen :D
Die Techniker Krankenkasse bietet ihren volljährigen Mitgliedern von 2003 an einen reduzierten Tarif mit Selbstbeteiligung an. Dies bestätigte das Unternehmen gegenüber n-tv.de. Teilnehmer bekommen zu Jahresbeginn 240 Euro ausgezahlt und verpflichten sich gleichzeitig, Rechnungen bis 300 Euro selbst zu bezahlen.
Wer im Lauf des Jahres keine medizinische Behandlung in Anspruch nimmt, kann das Geld behalten. Wer doch zum Arzt muss, legt im Höchstfall 60 Euro aus eigener Tasche drauf. Vorsorgetermine - auch beim Zahnarzt - und die Behandlung von Kindern zahlt weiter voll die Kasse. Das Bundesversicherungsamt habe dem Tarif zugestimmt, sagte eine Sprecherin der TK. Der Modell-Versuch dauert fünf Jahre und wird wissenschaftlich begleitet.
Die TK ist nach Unternehmensangaben die erste gesetzliche Krankenkasse in Deutschland, die ein derartiges Angebot macht. "Wir wollen die freiwillig Versicherten halten", so die Sprecherin des Unternehmens. Der Tarif komme für Mitglieder in Frage, die weitgehend gesund sind, eine Einkommensbeschränkung gebe es nicht. Arbeitgeber profitieren nicht von der möglichen Beitragsersparnis von 240 Euro im Jahr
Dienst nach Vorschrift
Der Streit zwischen Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) und den Kassenärzten spitzt sich zu. Ungeachtet der Warnungen Schmidts rief der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Manfred Richter-Reichhelm, die Mediziner erneut zum "Dienst nach Vorschrift" auf.
Als Folge könne es zu Wartelisten, Praxisschließungen und Einschnitten bei Arzneien kommen, sagte Richter-Reichhelm bei der KBV-Versammlung am Samstag in Berlin. Er rief die Mediziner dazu auf, ihre Leiszungen um ein Drittel zurückzufahren und Patienten mit weniger dringlichen Leiden auf das neue Jahr zu vertrösten. "Uns läuft die Galle über." Ein Drittel der Leistungen werde nicht angemessen bezahlt.
Die Ministerin drohte erneut mit aufsichtsrechtlichen Schritten und mit einer Entmachtung von KBV sowie Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Notfalls würden die Kassen mit der Aufgabe betraut, die Versorgung der Bürger sicherzustellen. Die KBV spiele mit ihrer Existenz. "Die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Körperschaft des Öffentlichen Rechts hat nicht das Recht, Protestaktionen zu organisieren", sagte Schmidt. "Ich hoffe, dass die sich besinnen auf ihre gesetzliche Aufgabe". Streik sei rechtswidrig. Schmidt bestellte Richter-Reichhelm für nächste Woche zum Rapport ein.
Patienten werden ins nächste Jahr vertröstet
Richter-Reichhelm, geht nicht davon aus, dass 20 bis 30 Prozent der Praxen bei den geplanten Protestaktionen gegen die rot-grüne Politik schließen werden. Vielmehr würden Patienten mit nicht dringlichen Leiden verstärkt ins nächste Jahr vertröstet, sagte er im InfoRadio Berlin-Brandenburg. Ähnliche Wartelisten gebe es schon lange in den Krankenhäusern. Notfälle würden aber weiter versorgt, betonte er.
Bezogen auf Berlin müsse jeder zehnte Patient bei Allgemeinärzten "auf die Warteliste", kündigte Richter-Reichhelm an. Bei Fachärzten könnten "bis zu vierzig oder fünfzig Prozent betroffen sein". Bei Arzneien würden die Ärzte nur noch "das Billigste" verordnen. Die von Schmidt vorgesehene Nullrunde für Arzthonorare sei nur der Auslöser der Proteste. Das bewährte Versorgungssystem stehe vor der Zerschlagung. Wenn die Kassen künftig "lukrative Verträge mit einzelnen Ärzten " abschließen könnten, würden die Kassenärztlichen Vereinigungen ausgehöhlt, warnte Richter-Reichhelm.
Schmidt erklärte: "Ich werde nicht dulden, das Patientinnen und Patienten zum Spielball von Funktionärsinteressen gemacht werden." Die SPD-Politikerin lässt rechtliche Schritte gegen die Kassenärztliche Bundesvereinigung prüfen. Jede Art von Ärztestreik wäre rechtswidrig, sagte Schmidt.
Schmidt will Selbstbehalt-Tarif stoppen
Unterdessen will Schmidt den von der Techniker Krankenkasse (TKK) geplanten Versicherungstarif mit Eigenbeteiligung stoppen. Sie sei der Auffassung, dass geltendes Recht ein solches Angebot nicht abdeckt, sagte die Politikerin in Berlin.
Das Bundesversicherungsamt habe die Genehmigung dafür ohne Absprache mit dem Bundesgesundheitsministerium erteilt. Schmidt kritisierte das Vorhaben als Versuch der Aushebelung des Solidarprinzip.
Die TKK will ihren Mitgliedern ab kommendem Jahr einen geringeren Beitrag anbieten, wenn sie nicht zum Arzt gehen beziehungsweise einen Teil der Arztkosten selbst übernehmen
Der Streit um die Sparmaßnahmen von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wird immer schriller. Der Präsident der Bundesärztekammer droht jetzt damit, das Gesundheitswesen lahm zu legen, falls es zu keinen "sachgerechten Lösungen" komme.
Berlin - Jörg-Dietrich Hoppe wählte eine wenig standesgemäße Drohung: "Wenn es sein muss, werden wir das Gesundheitswesen so lange lahm legen, bis wir sachgerechte Lösungen erzwungen haben", erklärte der Präsident der Bundesärztekammer in Berlin.
Die Mitteilung kam wenige Stunden, bevor sich Schmidt mit dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Manfred Richter-Reichhelm, treffen wollte. Dabei geht es um dessen Aufruf für einen "Dienst nach Vorschrift". Schmidt hatte den Kassenärzten daraufhin mit rechtlichen Schritten gedroht, falls sie die flächendeckende Versorgung der Patienten einschränken. Richter-Reichhelm bestritt vor dem Treffen im ZDF, dass die Kassenärzte mit der Protestaktion die Patientenversorgung mutwillig verschlechtern wollten.
Ärztepräsident Hoppe ist offenbar bereit, seine Interessen auch auf Kosten von Patienten auszufechten. Klinikmitarbeiter leisteten millionenfach unbezahlte Überstunden, und niedergelassene Ärzte müssten immer mehr Patienten mit immer weniger Mitteln behandeln, erklärte der Lobbyist. "Damit ist jetzt Schluss. Wir stehen nicht länger für diese Rationierung ein."
Hoppe und Richter-Reichhelm finden Unterstützung auch beim Vorsitzenden der Ärzteorganisation Hartmannbund, Hans-Jürgen Thomas. Der erklärte in Berlin immerhin, kein Notfall werde unversorgt bleiben. Doch werde es Warteschlangen vor den Arztpraxen geben. Das Ende der Fahnenstange sei erreicht.
Grund des Aufbegehrens der Ärzte ist das Sparpaket zur kurzfristigen finanziellen Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung. Schmidt will dafür eine Nullrunde bei den Ärztehonoraren und gesetzlich vorgeschriebene Arzneimittelrabatte durchsetzen. Auch soll der Wechsel in private Krankenversicherung erschwert werden.
Das Defizit der Kassen, von Ministerin Schmidt auf bis zu 2,5 Milliarden Euro zum Jahresende veranschlagt, könnte nach Darstellung der Ersatzkassenverbände durchaus noch höher liegen. Das derzeitige Defizit von 3,2 Milliarden Euro werde in diesem Jahr nicht durch zusätzliche Einnahmen aus dem Weihnachtsgeld geschmälert. Es werde "sogar mit einer Verschärfung gerechnet", erklärten der Verband der Angestellten-Krankenkassen und der Arbeiter-Ersatzkassen-Verband.
Auch der Streit um den Modellversuch der Techniker Krankenkasse für einen Tarif mit Selbstbehalt geht weiter. Eine Sprecherin Schmidts sagte, die Gesundheitsministerin halte das Modell für rechtswidrig, zumal 1999 jegliche Art von Selbstbehalt in der gesetzlichen Krankenversicherung abgeschafft worden sei. Sie kündigte an, dass Schmidt mit dem Chef des Bundesversicherungsamts, Rainer Daubenbüchel, sprechen werde und man zu einer Lösung kommen werde.
Daubenbüchel hatte zuvor bereits angekündigt, dass das Amt die Erlaubnis für den TK-Modellversuch noch einmal überprüfen werde. Hintergrund sei eine veränderte Rechtslage zum 1. Januar, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Die TK will allen Versicherten unter bestimmten Ausnahmen einen Bonus von 240 Euro jährlich anbieten, wenn diese im Gegenzug Arztkosten in Höhe von maximal 300 Euro jährlich selbst übernehmen. Schmidt hält dieses Modell für unsolidarisch, weil es Gesunde bevorzuge. Die Grünen sind hingegen dafür, den Modellversuch beginnen zu lassen und das Ergebnis abzuwarten, wie Sozialpolitikerin Birgitt Bender betonte.
Betrüger und Besatzungsmacht
Der Allgemeine-Patienten-Verband hat deutschen Ärzten eine Mentalität des Abkassierens vorgeworfen. Verbandspräsident Christian Zimmermann sagte dem Kölner "Express", die "Drohgebärden von Ärztefunktionären" seien völlig ungerechtfertigt. Ein Großteil der ärztlichen Leistungen werde "nicht auf Grund medizinischer Notwendigkeit erbracht, sondern deshalb, weil die Ärzte viel verdienen wollen", kritisierte Zimmermann. Er reagierte damit auf den Aufruf der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), nur Dienst nach Vorschrift zu leisten.
Zimmermann fügte hinzu, in Deutschland sei die Liegezeit in den Kliniken mit rund zehn Tagen doppelt so hoch wie in Frankreich - "weil nach Tagessätzen abgerechnet wird". Vieles sei "systematischer Betrug am Patienten", der die Kassen mit Milliarden-Beträgen belaste. "Statt solche Betrügereien zu unterbinden, versuchen die Ärztefunktionäre jetzt die Patienten als Geiseln zu nehmen." Die Ärztelobby führe sich auf wie eine "Besatzungsmacht im eigenen Land".
Auch Gesundheitsministerin weiter auf Konfrontationskurs
Unversöhnlich zeigte sich auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt im ZDF-Morgenmagazin. Die Ankündigung von Ärzte-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe, mit einer Totalblockade das Gesundheitssystem lahm zu legen, als "verantwortungslos". Dieses Verhalten habe "beinahe anarchistische Züge". Der Streit um die Gesundheits-Sparpolitik sei ein "Verteilungskampf", erklärte Schmidt. Es gehe um einen Kuchen, der nicht größer werde. Dass Geld müsse viel effizienter eingesetzt werden.
Die Spitze der Kassenärzte hatte gestern auch nach dem Gespräch mit Schmidt an ihrem Aufruf zum Dienst nach Vorschrift festgehalten. KBV-Chef Manfred Richter-Reichhelm, sagte Schmidt am Montag zwar zu, dass die notwendige Versorgung der Bürger gesichert bleibe. Er schloss aber Praxisschließungen und Wartelisten für nicht dringliche Fälle nicht aus.
Schmidt hatte den KBV-Vorsitzenden zu einem aufsichtsrechtlichen Gespräch in ihr Ministerium zitiert. Die Ministerin warnte die Kassenärzte, die Gesetzeslage lasse keinen "Spielraum", die Versorgung "in irgendeiner Form einzuschränken ". Die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) seien verpflichtet, die notwendige Behandlung der Bürger zu garantieren. Bei dem Gespräch habe "manches an Missverständnissen" ausgeräumt werden können, sagte Schmidt. "Das Thema Ärztestreik ist vom Tisch", so Schmidt. Davon hatte aber auch niemand geredet.
TK will notfalls klagen
Währenddessen spitzt sich der Konflikt zwischen der Techniker Krankenkasse (TK) und der Gesundheitsministerin um das neue TK-Bonus-Tarif-Modell zu. Die Ministerin blieb trotz der Kritik auch seitens des grünen Koalitionspartners bei ihrer Ablehnung des Modells - der TKVorstand zeigte entschlossen, den Streit bis zum Bundessozialgericht durchzufechten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stellte sich hinter Schmidt und warnte davor, das Solidarprinzip in der gesetzlichen Krankenversicherung "auszuhebeln".
Das Bundesversicherungsamt prüft, ob es seine Erlaubnis für den Modellversuch zurückzieht. Das Problem sei die durch das Beitragssicherungsgesetz absehbare Veränderung der Rechtslage zum 1. Januar. Die Gesetzesänderung führe dazu, dass es weniger freiwillig Versicherte geben werde. Das aber senke den Finanzierungsüberschuss des Beitragsmodells. Das Amt hatte das Bonus-Modell im Oktober genehmigt.
"Wir haben ein genehmigtes Modellvorhaben, und wenn man diese Genehmigung entzieht, dann werden wir klagen", sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Norbert Klusen am Montag in Berlin in einem dpa-Gespräch. Er wies den Vorwurf Schmidts und anderer Kritiker als "falsch" zurück, das Projekt unterlaufe den Solidargedanken. "Wir erhalten gutzahlende Mitglieder, die sonst abwandern, der gesetzlichen Krankenversicherung. Es steht also nicht weniger Geld zur Verfügung, sondern mehr."
Schmidt soll vom TK-Modell gewusst haben
Klusen äußerte zudem in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe) sein Unverständnis über Schmidts heftige Ablehnung. Er habe das Ministerium schon vor einem Jahr über das Modelprojekt infomiert und um Stellungnahme gebeten. Bis zum vergangenen Wochenende habe es aber darauf keinerlei Reaktion gegeben.
Nachdem bereits BKK und TKK angekündigt haben, ihren Beitragssatz zu erhöhen, will die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) jetzt nachziehen.
Mit hohen Arbeitslosenzahlen begründet
Dabei greift die DAK aber am heftigsten in das Portemonnaie der Patienten. Bereits ab Januar sollen die Beiträge von 14,5 auf 15,2 Prozent steigen. Das beschloss der Verwaltungsrat in Berlin, wie ein DAK-Sprecher in Hamburg mitteilte. Begründet wurde die Beitragserhöhung mit den steigenden Ausgaben im Gesundheitsbereich bei zugleich sinkenden Einnahmen unter anderem durch die hohe Arbeitslosigkeit.
Starker finanzieller Druck
Während die Beiträge etwa für Arbeitslose gesenkt wurden, seien den Krankenkassen gleichzeitig versicherungsfremde Leistungen wie Mutterschaftsgeld aufgebürdet worden, sagte der DAK-Sprecher. Dadurch gebe es einen erheblichen finanziellen Druck. Das Defizit der DAK in diesem Jahr belaufe sich auf insgesamt rund 310 Millionen Euro.
Trotz Schmidt erhöhen die Kassen
Die DAK ist mit rund 5,6 Millionen Mitgliedern nach der Barmer die zweitgrößte gesetzliche Kasse in Deutschland. Ungeachtet des von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) verfügten Beitragsstopp wollen auch andere Ersatz- und Betriebskrankenkassen ihre Beiträge zum kommenden Jahr erhöhen.
Schmidt bezweifelt Rechtmäßigkeit
Schmidt kündigte eine Überprüfung der Erhöhung durch das Bundesversicherungsamt an. Laut Gesetz müssten die Kassen nur Beiträge erhöhen, wenn "ihre Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist". Sie fügte hinzu, die Krankenkassen dürften "nur so viel erhöhen, unter Einbeziehung des Sparpakets, wie sie wirklich brauchen, um ihre Ausgaben bezahlen zu können".
DAK-Chef klagt über Fehler der Politik
Der DAK-Verwaltungsratsvorsitzende Alfred Sontheimer bemängelte schwere Fehler und Versäumnisse in der Gesundheitspolitik. Die Gesetze zur Begrenzung der Arzneimittelausgaben hätten ihre Wirkung vollkommen verfehlt, betonte die DAK. Nachdem die Arzneimittelausgaben im Jahre 2001 um elf Prozent gewachsen seien, würden sie in diesem Jahr um sechs bis sieben Prozent wachsen. Auch in anderen Bereichen stiegen laut DAK die Kosten, bei gleichzeitiger problematischer Entwicklung der Einnahmen.
Andere Kassen erhöhen ebenfalls
Auch die Versicherten anderer gesetzlicher Krankenkassen müssen im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Der AOK-Bundesverband erwartet nach Angaben aus der vergangenen Woche Beitragserhöhungen bei knapp einem Drittel seiner Mitgliedskassen. Insgesamt rechnen Fachleute mit Beitragserhöhungen bei bis zu 90 Ersatz- und Betriebskrankenkassen, darunter auch bei der Barmer Ersatzkasse. Die Barmer will nach Angaben einer Sprecherin am Donnerstag über den künftigen Beitragssatz entscheiden. Die Union prophezeite vor einigen Tagen ein Defizit bei allen Kassen von drei Milliarden Euro zum Jahresende.
Das Bundesversicherungsamt hat die Ersatzkassen aufgefordert, den rund 50.000 Beschäftigten das Urlaubsgeld zu streichen und nur noch maximal 13 statt bisher bis zu knapp 14 Monatsgehälter zu zahlen. Der Präsident des Amtes, Rainer Daubenbüchel, sagte der "Bild am Sonntag": "Die Kassen sind nach dem Beitragssicherungsgesetz gezwungen, wirtschaftlich zu handeln und jede Sparmöglichkeit auszunutzen. Das muss auch für das Personal gelten."
Bisher erhalten die Ersatzkassen-Mitarbeiter 12 Monatsgehälter, ein Monatsgehalt als Weihnachtsgeld und ein halbes Gehalt als Urlaubsgeld. Wer schon vor dem 1. Januar 1999 bei der Ersatzkasse beschäftigt war, bekommt sogar noch bis zu 48 Prozent Zuschlag auf das Urlaubsgeld.
Versicherungsamt-Präsident Daubenbüchel sagte: "Diese Gehälter passen nicht mehr in die Landschaft. Man bekommt das Personal heute auch für 13 Monatsgehälter. Wir werden auf die Ersatzkassen einwirken, die Tarifverträge zu kündigen."
Steven Broker
15.12.2002, 11:41
Ich werd jetzt auch in eine BKK wechseln, mir reichts! :rolleyes:
2 Monate Kündigungsfrist, stimmts?
Also kann ich doch heute auf den 15.02.2003 kündigen...oder gehts nur aufs Monatsende? :confused:
Ich werd jetzt auch in eine BKK wechseln, mir reichts
ich denke du kannst hinwechseln wo du willst. Die gleichen sich über kurz oder lang alle an. :rolleyes:
Steven Broker
15.12.2002, 14:02
Ja...hoch gehen sie alle, wenn aber die BKK immer nur ein Prozent unter der DAK oder AOK oder TKK bleibt, dann ist das auch ein wenig Geld! Oder nischt?
Steven Broker
15.12.2002, 22:29
Also kann ich doch heute auf den 15.02.2003 kündigen...oder gehts nur aufs Monatsende?
Na? Kein Krankenkassenspezi hier!?!
Mit Ihren fast 14 Monatsgehältern im Jahr müssten die doch genug geld haben, um hier ständig online zu sein! :D
Mittwochs nur noch Notdienste?
Die Ärzte wollen einem Zeitungsbericht zufolge ihre Drohung wahr machen und nur noch "Dienst nach Vorschrift" leisten. An einem Wochentag, vermutlich dem Mittwoch, werde es aus Protest gegen die Sparpläne der Bundesregierung künftig nur noch Notdienste geben, sagte der Präsident des Ärzteverbandes Hartmannbund, Hans-Jürgen Thomas, der "Bild"-Zeitung. "An den übrigen Tagen werden die Patienten längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen", fügte er hinzu. "Wir haben die Schnauze voll davon, nur noch Prügelknaben der Nation zu sein."
Im Streit um die Sparpläne der Bundesregierung zur Reform des Gesundheitssystems hatten die Ärzteverbände damit gedroht, ihre Leistungen einzuschränken.
und das alles auf dem Rücken der Patienten :angry:
Die Kontroverse zwischen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und der Ärzteschaft spitzt sich weiter zu. In Mitleidenschaft geraten dabei nun nach dem Willen von Ärztefuntionären immer mehr auch die Patienten. Eine Berliner Ärzteinitiative, die nach eigenen Angaben 1.000 Mediziner in der Hauptstadt vertritt, kündigte an, kranke Kassenpatienten erwarte kommendes Jahr ein "Probesitzen in der Hölle".
Als Protest gegen Schmidts Sparpläne im Gesundheitswesen sollten von Januar an wochenlang 1.000 der 6.200 Praxen in Berlin geschlossen bleiben. Damit solle gezeigt werden, was das von der Politik angestrebte Modell für die Kranken bedeute, sagte der Chef der Ärzteinitiative, Uwe Kraffel.
Neben den absehbaren Wartezeiten drohte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Berlins und Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Manfred Richter-Reichhelm, auch damit, strikt nach der Arzneimittelverordnung immer nur das billigste Medikament zu verschreiben. "Die Menschen werden das als Mangel empfinden", prophezeite er. Die KBV hat aus Protest gegen die rot-grünen Pläne ab Januar bereits bundesweiten "Dienst nach Vorschrift" in den Praxen angekündigt.
Schmidt erbost
Gesundheitsministerin Schmidt wies die Ankündigungen in scharfer Form zurück. Der von Kraffel geprägte Ausspruch vom "Probesitzen in der Hölle" sei mit dem ärztlichen Ethos nicht zu vereinbaren. Ärzte, die derartig geschmacklose Dinge von sich gäben, sollten ihre Kassenzulassung zurückgeben.
Schmidt kündigte an, mit aller Härte gegen streikende Mediziner vorzugehen. "Ich bin gewillt, Sanktionen im gegebenen Fall durchzusetzen", sagte sie. KBV und Kassenärztliche Vereinigungen sind gesetzlich verpflichtet, die medizinische Versorgung der Bürger mit dem Notwendigen sicherzustellen.
Die Proteste der Ärzteschaft richten sich zum einen gegen das rot-grüne Sparpaket, das für die Mediziner 2003 eine Nullrunde bei den Honoraren vorsieht. Zum anderen wehren sich die Ärzte gegen die Pläne der Regierung, bei der vorgesehenen Strukturreform 2004 die Machtposition der Ärztefunktionäre zu beschneiden.
Mit Beitragsrabatten will die Barmer Ersatzkasse ihre Mitglieder motivieren, gesünder zu leben. So könnten beispielsweise Menschen mit Rabatten belohnt werden, die das Rauchen aufgäben, sich viel bewegten oder ihr Gewicht reduzierten, sagte BEK-Vorstandschef Eckart Fiedler der Nachrichtenagentur AP. Im kommenden Frühjahr wolle die Barmer das Modell vorstellen.
Voraussetzung für reduzierte Beiträge sei eine entsprechende Kontrolle durch den Hausarzt, sagte Fiedler. Dieser müsse bescheinigen, dass der Betreffende tatsächlich nicht mehr rauche oder dass er beispielsweise an Fitnesskursen teilnehme.
Damit gehe die Barmer bewusst einen anderen Weg als die Techniker Krankenkasse (TK), die mit ihren angekündigten Beitragsrabatten Mitglieder belohne, die nicht zum Arzt gingen. Das sei die passive Seite, sagte Fiedler. "Wir setzen dagegen auf die aktive Vorbeugung".
Das Vorhaben werde derzeit auf seine Machbarkeit hin überprüft, denn das geltende Recht biete im Grunde genommen noch keine Grundlage für Rabatte zur Förderung vorbeugenden Verhaltens. Bisher sei eine finanzielle Vergünstigung nur dann vorgesehen, wenn der Versicherte regelmäßig zum Hausarzt gehe.
Dabei gehe es um eine Belohnung für Patienten, die zuerst zum Hausarzt gingen und nicht sofort den entsprechenden Facharzt aufsuchten, sagte Fiedler. "Das soll helfen, Kosten einzusparen, ruft aber mit Sicherheit den Widerstand der Kassenärztlichen Vereinigung, in der sowohl Haus- als auch Fachärzte zusammengeschlossen sind, hervor." Außerdem werde dadurch die freie Arztwahl des Patienten eingeschränkt. Trotz allem sei es richtig, mit einem solchen Hausarzt-Modell einmal Erfahrungen zu sammeln.
Nach dem Vorstoß der Techniker Krankenkasse (TK) wollen auch andere gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten eigene Bonus-Tarife anbieten. Die Pläne stoßen allerdings in der Regierungskoalition auf ein geteiltes Echo. Die beiden größten Ersatzkassen, die Barmer Ersatzkasse und die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK), planen Rabatte für Gesundheitsbewusste. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) erproben in einzelnen Regionen bereits Modelle mit Beitragsnachlässen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) macht sich zudem für einen Hausarzt-Tarife stark. Versicherte, die immer zuerst zum Hausarzt gehen, sollen weniger zu Arzneien und Klinikaufenthalten zuzahlen.
TK als Vorreiter
Als Vorreiter wird zunächst die TK zum Jahreswechsel ihren neuen Billig-Tarif starten. Dabei erhalten Versicherte einen Beitragsrabatt von maximal 240 Euro im Jahr, die gar nicht oder nur selten zum Arzt gehen. Auf Drängen von Schmidt musste die TK das Angebot aber auf Mitglieder beschränken, die mehr als 3825 Euro im Monat verdienen.
Barmer und AOK ziehen mit
Die Barmer will Versicherten einen Beitragsnachlass gewähren, die nachweislich etwas für ihre Gesundheit tun. Als Beispiele nannte eine Sprecherin Versicherte, die sich bewegen, gesund ernähren oder mit dem Rauchen aufhören. Ein konkretes Modell will die Barmer aber erst im Frühjahr vorlegen. Was mit Versicherten ist, die sich schon immer gesundheitsbewusst verhalten, blieb unklar. Auch die DAK plant einen Bonus-Tarife für Gesundheitsbewusste. "Wir denken dabei an ähnliche Vorsorgebereiche wie die Barmer", sagte der Sprecher der zweitgrößten Krankenkasse, Rolf Mentzel, dem "Hamburger Abendblatt" (Samstag). "Es gibt dabei allerdings noch viele offene Fragen." Dabei gehe es auch darum, wie die Teilnehmer verlässlich kontrolliert werden könnten. "Außerdem dürfen jene nicht benachteiligt werden, die immer schon gesund gelebt haben."
Ulla Schmidt für Hausarzt-Tarif
Auch Gesundheitsministerin Schmidt will sich bei der geplanten Strukturreform für Vorsorge- und Hausarzt-Tarife einsetzen. Denkbar sei, dass Patienten, die zuerst ihren Hausarzt aufsuchen, weniger für Arzneien oder Klinikaufenthalten zuzahlen müssten. Es dürfe aber nicht zu einer "Zweiklassenmedizin" kommen, betonte Ministeriumssprecher Klaus Vater. Die gesetzlichen Kassen könnten Bonus-Modelle eigentlich schon seit längerem in Modellversuchen erproben. Bisher hatten sie aber kaum Interesse. Nach Angaben des Ministeriums testet die AOK in Niedersachsen in etwa 30 Betrieben einen Bonus-Tarif für Gesundheitsvorsorge. Die Firmen und ihre Beschäftigten bekommen einen Beitragsrabatt, wenn sie nachweisen, dass sie Gesundheitsrisiken verringern.
Geteiltes Echo
Die Bonus-Pläne stoßen auf ein geteiltes Echo. Das Modell der Barmer "gefällt mir zwar besser als das der Techniker Krankenkasse. Aber bei den Beiträgen müssen alle Versicherten gleich behandelt werden", sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gudrun Schaich-Walch der "Financial Times Deutschland" (Freitag). Das Modell dürfe nicht dazu führen, dass ehemalige Raucher weniger Beiträge zahlten als "die ewigen Nichtraucher".
Lob für das Barmer-Modell
Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Birgitt Bender, begrüßte die Pläne der Barmer. "Das ist eine gute Sache. Die Versicherten tun sich selbst etwas Gutes, und der Gemeinschaft auch." Der wichtigste Berater von Schmidt, der Kölner Gesundheitsökonom Karl Lauterbach, lobte das Barmer-Modell und forderte gesetzliche Grundlagen. Die Rabatte sollten aber nur ein Jahr gewährt werden. Danach sollten ehemalige Raucher wieder die alten Tarife.
Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, fordert höhere Steuern auf Tabak und Alkohol. Mit dem Geld könnte ein Teil der Gesundheitskosten mitfinanziert werden", sagte Hoppe der "Bild"-Zeitung. Eine derartige zweckgebundene Gesundheitssteuer sei sinnvoller als die geplanten Krankenkassen-Rabatte für Nichtraucher und Abstinenzler.
Schließlich könne man nicht kontrollieren, ob jemand heimlich rauche oder trinke, begründete der Ärztekammer-Präsident seinen Vorstoß. Hoppe sprach sich zudem entschieden dagegen aus, dass Ärzte darüber entscheiden sollten, ob ein Patient einen Kassen-Rabatt erhalte oder nicht.
Kassen planen Bonus-Modelle
Nach den drei großen Ersatzkassen plant nun auch die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) für ihre 19 Millionen Mitglieder Bonus- Tarife. Dabei sollen Versicherte finanziell begünstigt werden, die immer zuerst zum Hausarzt gehen oder sich von einem Ärztenetz versorgen lassen, mit dem die AOK Sonderverträge hat. Im Gegenzug sei ein Beitragsnachlass, ein spezieller Rabatt oder geringere Zuzahlungen im Gespräch, sagte AOK-Vorstandschef Hans Jürgen Ahrens der Zeitung "Die Welt".
Teilkasko für Kranke
In der so genannten Rürup-Kommission zur Reform der Sozialsysteme wird über eine Selbstbeteiligung von 900 Euro pro Jahr bei Krankheit nachgedacht. Außerdem brachte Kommissions-Mitglied Prof. Bernd Raffelhüschen in "Bild" längerfristig die komplette Streichung von Zahnbehandlung und Zahnersatz aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen ins Gespräch. Nur mit radikalen Maßnahmen bleibe das Gesundheitssystem bezahlbar. Der Kassenbeitrag könnte dadurch von derzeit rund 14,4 auf 12,4 Prozent gesenkt werden, meinte der Freiburger Sozialexperte.
Der Beitrag würde danach bis 2055 auf 17,4 Prozent steigen. Ohne diese Maßnahmen läge er nach den Berechnungen Raffelhüschens bei 25,7 Prozent. "Die Patienten müssen sich darauf einstellen, deutlich mehr für die Gesundheit zu bezahlen", sagte Raffelhüschen dem Blatt. "Eine nachhaltige Reform der Sozialsysteme wird zwangsläufig höhere Selbstbeteiligung und die Streichung von Leistungen wie Zahnbehandlung und Zahnersatz vorsehen müssen. "
Raffelhüschen schlug vor, zunächst die Kassenleistungen für Zahnbehandlung und Zahnersatz ab 2005 in jährlichen Schritten um zehn Prozent zu verringern und ab 2014 ganz zu streichen. Für die ambulante ärztliche Behandlung und für Medikamente solle eine Selbstbeteiligung von jährlich 900 Euro für jeden Versicherten - außern Kindern - eingeführt werden.
Ca$hmandt
02.01.2003, 08:38
Wie die Tageszeitung Die Welt in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, ist der Krankenstand im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen.
Arbeitnehmer fehlten dem Bericht zufolge im Jahr 2002 etwa vier Prozent der Sollarbeitszeit oder im Schnitt 8,8 Arbeitstage. Als Grund führen Arbeitsmarktexperten nach Angaben des Blattes die schwache Konjunktur und die Angst vor der Arbeitslosigkeit an.
jaja die haben alle schiss vor arbeitslosigkeit... :D
ich war null tage krank! und wie wars bei euch?
Rekordtief bei Krankheitstagen
Deutsche Arbeitnehmer haben es sich im letzten Jahr offenbar zweimal überlegt, ob sie mit ihrer Grippe im Bett bleiben oder nicht. Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, ist der Krankenstand in den deutschen Betrieben 2002 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen.
Im vergangenen Jahr hätten die Arbeitnehmer aus Krankheitsgründen 4,0 Prozent der Sollarbeitszeit gefehlt, zitierte das Blatt eine Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung. Dies entspreche 8,8 Arbeitstage pro Arbeitnehmer.
Arbeitsmarktexperten machen die schwache Konjunktur zusammen mit der Angst vor Arbeitslosigkeit für diese Entwicklung verantwortlich. Insgesamt seien die Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren seltener krank gewesen, als in der ersten Hälfte der neunziger Jahre, schreibt die Zeitung weiter.
Neben der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit seien vor allem Strukturveränderungen in der Beschäftigtenstruktur für die niedrigen Fehlzeiten verantwortlich. So geht der Arbeiteranteil in Industrie und Bau, der schwere körperliche Arbeit mit sich bringt, zurück, während die Beschäftigung im Dienstleistungsbereich steigt. Auch die gestiegene Beschäftigung von Frauen und Teilzeitarbeitern und eine bessere Gesundheitsprävention wirken sich günstig aus.
Überstundenzahl ebenfalls auf Rekordtief
Die anhaltende Konjunkturflaute hat auch die Zahl der geleisteten Überstunden in Deutschland auf einen neuen Tiefststand gedrückt. Insgesamt hätten die Beschäftigten 1,684 Mrd. bezahlte Überstunden gemacht, berichtet "Die Welt" unter Berufung Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg.
900 Euro Selbstbeteiligung, kein Ersatz der Kosten für Zahnbehandlung/Zahnarztbesuche.
Da stellt sich wirklich langsam die Frage, wieso der Krankenkassenbeitrag eigentlich nur bis auf 12,4% fallen sollte. Für mich hätte dann seit meinem Arbeitsbeginn vor 21 Jahren ein Krankenhausaufenthalt über der Selbstbeteiligung gelegen, die restlichen Kosten hätte ich dann ganz allein getragen.
Es wäre eigentlich ein guter Anfang, wenn die Krankenkassen sich nicht alle paar Jahre einen neuen Verwaltungspalast in die Landschaft setzen würden.
@Cashmandt,
ich war 5 Tage krank. Und wenn ich so krank bin, daß ich zu Hause bleiben muß, dann bleibe ich auch auf gelbem Schein zuhause, egal wieviel Arbeitslose es gerade gibt.
Es bringt der Firma wohl auch nichts, wenn ich noch ein paar Kollegen anstecke :D
Hopy
Bernd Raffelhüschen ist mit seinen Vorschlägen zur Selbstbeteiligung von Patienten für den Geschmack von Bert Rürup etwas zu schnell vorgeprescht. Inhaltlich will der Vorsitzende der Kommission zur Reform der Sozialsysteme die Ideen seines Gremiumskollegen aber noch nicht bewerten.
Frankfurt/Main/Berlin - Rürup mahnte Raffelhüschen zur Zurückhaltung. Raffelhüschens Vorschlag für eine Selbstbeteiligung der Patienten an den Kosten ihrer Behandlung sei nicht in der Kommission besprochen worden. "Das ist seine persönliche Ansicht." Es sei ärgerlich, wenn Kommissionsmitglieder mit inhaltlichen Vorschlägen an die Öffentlichkeit gingen. Über die Kommissionsarbeit sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Rürup weigerte sich, die Vorschläge Raffelhüschens inhaltlich zu bewerten. Die Sachdiskussion solle ausschließlich in dem Gremium stattfinden, sagte er.
Raffelhüschen hatte vorgeschlagen, für die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung eine Selbstbeteiligung von 900 Euro pro Jahr für die ambulante ärztliche Behandlung und für Medikamente einzuführen. Kinder sollten davon ausgenommen werden. Im NDR sagte Raffelhüschen, die 900 Euro sollten schrittweise bis zum Jahr 2020 oder 2030 erreicht werden. Die Kassenleistungen für Zahnbehandlungen sollten Raffelhüschen zufolge ab 2005 zunächst in jährlichen Schritten um zehn Prozent verringert und ab 2014 ganz gestrichen werden.
Rürup, der sich vor Aufnahme der Kommissionsarbeit Mitte Dezember selbst wegen öffentlicher Vorschläge zur Reform des Rentensystems Kritik aus der rot-grünen Regierungskoalition zugezogen hatte, machte deutlich, dass die Kommission auch Selbstbehalt-Systeme diskutieren wird. Es sei hilfreich, dass solche Vorschläge nun auch bei den Sozialdemokraten kein Tabu mehr seien. "Das vergrößert das Spielfeld." Das vor zwei Wochen bekannt gewordene Strategie-Papier aus dem Kanzleramt zur Reform der Sozialversicherungssysteme zeige "eine gewisse Änderung im Denken" der Sozialdemokraten.
In dem Kanzleramts-Papier werden unter anderem Bonussysteme bei den Krankenversicherungen, Beitragsrückerstattungen für kostenfreie Jahre und Wahltarife mit Eigenleistungen angeregt. Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte erhebliche Vorbehalte gegen das Papier geltend gemacht.
Selbstbehalte senken bei privaten Kassen die Verwaltungskosten. Bei den gesetzlichen Krankenkassen hingegen würden sie wenig sparen helfen.
"Selbstbehalte wirken in Kostenerstattungssystemen wie bei den privaten Krankenkassen, weil dadurch Verwaltungskosten für Bagatellfälle eingespart und unsinnige Leistungen weniger nachgefragt werden", sagte das Mitglied der Rürup-Kommission am Donnerstag der FTD.
Die gesetzlichen Kassen arbeiten derzeit aber als Sachleistungssystem: Sie ersetzen ihren Versicherten nicht die tatsächlich angefallenen Kosten, sondern bieten ihnen Sachleistungen an. "Da fällt dieser Vorteil weg", sagte Wagner. Weder die Kassen noch die Versicherten würden derzeit die tatsächlich angefallenen Kosten pro Patienten kennen. Zudem würden Selbstbehalte diejenigen benachteiligen, die krank zur Welt kommen oder durch einen Unfall dauerhaft krank werden, so Wagner.
Der Vorschlag von einem Selbstbehalt in Höhe von 900 Euro pro Jahr stammt von Bernd Raffelhüschen, ebenfalls Kommissionsmitglied und Freiburger Gesundheitsökonom. Während einige Krankenkassen, die Klinikärzte und zwei weitere Kommissionsmitglieder den Vorschlag am Donnerstag ablehnten, sind die Arbeitgeber und der Freie Verband deutscher Zahnärzte dafür. Das Gesundheitsministerium wollte den Vorschlag nicht kommentieren, sprach sich aber gegen Denkverbote aus.
Rürup bemängelt Vertrauensbruch
Kommissionspräsident Bert Rürup kritisierte die Äußerungen als "misslich und unglücklich". In der Kommission sei Vertraulichkeit vereinbart worden. "Gegenwärtig ist die Kommission das Forum, nicht die Öffentlichkeit", sagte Rürup der Deutschen Presse-Agentur. Es entstünde der Eindruck, die Kommission verfolge bestimmte Pläne. Tatsächlich aber handele es sich um die Privatmeinung von Raffelhüschen, was dieser auch noch einmal bestätigte. Inhaltlich wollte sich Rürup zu den Vorschlägen nicht äußern. Die nächste Kommissionssitzung ist am 23. Januar.
Hohe Selbstbehalte gibt es in mehreren europäischen Ländern. In der Schweiz werden zehn Prozent der Kosten eines Arztbesuchs und der Medikamente fällig, die Rechnung dafür schickt die Krankenkasse. Dänen müssen sich mit rund einem Sechstel an den Kosten beteiligen.
Kommissionsmitglied Wagner hält Selbstbehalte durchaus für sinnvoll, praktikabel seien sie aber vor allem in Kostenerstattungssystemen wie bei den Privatkassen. "Bei einem fixen Selbstbehalt gibt es allerdings die Gefahr, dass derjenige, der den Selbstbehalt ausgeschöpft hat, im Anschluss daran besonders viele Leistungen in Anspruch nimmt", warnte der Berliner Gesundheitsökonomn Wagner. Der kostensparende Effekt kehre sich dann um.
Entscheidung fürs Leben
Ganz schwierig sei auch ein System, wo die Versicherten Selbstbehalte beliebig an- und abwählen könnten: "Dann wählen alle Jungen Selbstbehalte und wenn sie älter und kränker werden, wählen sie sie wieder ab", sagte Wagner. Im Prinzip müsse diese Entscheidung einmal im Leben getroffen und dann durchgehalten werden: "Dies ist aber aus sozialen Gründen nicht möglich."
In Deutschland bietet neben den Privatkassen bislang nur die Techniker Krankenkasse ein System mit Selbstbehalten von 240 Euro im Jahr an - allerdings nicht vorrangig, um Geld zu sparen, sondern um freiwillig Versicherte vom Wechsel zu den Privatkassen abzuhalten.
ich war null tage krank! und wie wars bei euch?
Also ich war 2002 ....ähm ich glaub.....4-5 Tage krank! 2x Migräne-Anfall und einmal Margen-Darm...und hopy hat RECHT....mit gewissen Krankheiten bleib ich auch weiterhin zu Hause....erst einmal nutzt es nichts andere anzustecken oder auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall zu verursachen!
Übrigens meine Krankenkasse bleibt in Sachen Beiträge stabil!
12,5%!
Wie schaut´s bei Euch? Starke Anstiege? Wechselt Ihr?
Crackerjack
03.01.2003, 11:15
ab 1.4 bin ich privat bei der HUK.
Nix mehr BKK...
ach...die HUK??? :confused: hat die HUK auch eine "Krankenkassenabteilung" schreib mal was dazu, bitte!
Crackerjack
03.01.2003, 11:34
genau so ging es mir auch. War mir auch nicht bekannt bzw. nur für Beamte. Gerade für Selbständige sind die über einen Einsteigertarif extrem günstig. Es gibt einen umfangreichen Test von Stiftung Warentest 12.2001 genau zu diesem Thema. HUK belegt einen sehr guten Platz, was im Detail allerdings nicht viel heißen muß. Der ganze Papierkram hat bei mir insgesamt 2 Monate gedauert (Vorerkrankungen abchecken, Doktorbesuche...)
Bin halt auch nicht mehr der allerjüngste :D .
naja, aber 2 Monate für eine Aufnahme finde ich schon extrem lange oder bist Du schon 102 Jahre alt? ;) ;)
Wie hoch liegt denn der Beitrag bei der HUK?
Steven Broker
05.01.2003, 00:09
Ne Private ist meist günstiger wie ne Gesetzliche!
Vorsicht aber wenn Kinder oder NOCH arbeitstätige Ehepartner mit im Spiel sind...dann kann man es nicht pauschal sagen!
2 Monate ist bestimmt nicht der HUK ihre Schuld, sondern eher die Schuld der Ärzte, die sich für die Info mehr Zeit genommen haben, so übers Jahresende hinaus! ;)
Crackerjack
05.01.2003, 11:51
@sb
genau so wars. Da kommt ein Formular zum andern usw. Wegen den Kosten alleine würde ich nicht unbedingt wechseln. Warten wir mal die großen KK-Reformen in Germany ab, was noch großartiges von der gesetzl. Krankenkasse übrig bleibt. Leider lassen sich die Privaten jede ehemalige Krankheit bzw. Risiko mit bezahlen und da wird schon mal der Beitrag kräftig angepaßt.
Steven Broker
05.01.2003, 11:58
Ja...da werden Dinge wie Miniskus, Allergien und Astma gleich mal unbezahltbar!
Was meinst du mit Abwarten!?!
Meinste da kommt was?
Ich denke schon...so was ähnliches wie die Riesterrente werden die schon nochmal ausklügeln! :D
für welchen Privatmann lohnt sich denn ein Wechsel zur privaten KK?
Ist es nicht so, dass man momentan sparen kann, aber im Alter holt ein das Ganze wieder doppelt ein?
Crackerjack
06.01.2003, 10:41
Es lohnt sich für folgende Gruppe:
- Alleinstehender Mann
- sehr jung (unter 30 Jahre)
- Selbständig
- keine Kinder geplant (bzw. verdienen schon selbst)
- keine Ehefrau mitzuversichern (arbeitet)
- guter Verdienst
- absolut gesund
Dann zahlst man bei einem Einsteigertarif (quasi reine Risikoabsicherung) gerade mal insg. 150-200 Euro pro Monat. Ist natürlich nur bei entsprechender Selbstbeteiligung von ca. 500 Euro pro Jahr möglich.
Natürlich - wie im richtigen Leben :D - erfüllt man nicht alle Bedingungen und muß nun unter Einbeziehung des individuellen Leistungskataloges (die Privaten gehen bei der Berechnung des jeweiligen Beitrages nach Leistung und nicht nach dem Einkommen) sich viele Dinge durchrechnen.
- Höhe der Selbstbeteiligung
- Welche Risiken will ich wie hoch abgesichert haben?
- Reicht mir auch ein 2-Bett-Zimmer im KH ohne Chefarztbehandlung usw...
- Hab ich Vorerkrankungen werden diese geprüft und eventuell in einem erhöhten ambulanten oder stationären Tarif mit eingerechnet und erhöhen den Grundbeitrag
- Die Angabe von Vorerkrankungen spielt eine extrem wichtige Rolle. Sollte sich nämlich herausstellen, man hatte z.B. schon eine Meniskus-OP hinter sich gebracht und es treten Folgeerkrankungen auf, weigert sich die Private die Leistungen zu übernehmen und "kann" den Vertrag sogar kündigen. Dann sieht es natürlich ziemlich schlecht mit einer Anschlußversicherung aus, da der Weg zurück in die Gesetzliche KK ziemlich schwierig ist. Ein Umstieg in eine andere private Kasse wird man sich nur durch extrem hohen Beitragssatz erkaufen können.
Thema Alter in der PKK:
Einen wichtigen Punkt möchte ich hier nennen. Es gibt noch andere Details, der die Kosten langfristig dämpfen sollen. Der Gesetzgeber hat für Neukunden der PKK vorgeschrieben, dass ein 10%iger Beitragsanteil verzinslich angelegt werden muß. Dieser Anteil soll ab dem 65. Lebensjahr für eine Stabilisierung der Beiträge und ab dem 80. Lebensjahr wenn möglich für eine Beitragssenkung eingesetzt werden. Wenn man die private PKK wechselt, geht dieser Anteil verloren. Hier besteht eine hohe Abhängigkeit zur einmal getroffenen Entscheidung zur PKK!!
Drum prüfe wer sich ewig bindet :D .
Noch eins. Wenn einem die Kosten in der PKK über den Kopf wachsen, muß die PKK dem Versicherten die Möglichkeit einräumen in einen einfachen Standardtarif wechseln zu können. Er soll etwa das Leistungsniveau der gesetzl. Kassen entsprechen und jetzt kommt´s - und dieser Beitrag muß sich an den Höchstbeiträgen der gesetzlichen Kasse ausrichten !! In 2001 waren das ca. 450 Euro.
Danke, Crackerjack!
Super Beschreibung und Kostenvergleich!
Besser geht´s nicht und es ist ein ganz dicker Karma Wert! :)
Vielen Dank - mein Verständnis von gesetzlich zu privat hat sich deutlich verbessert!
Steven Broker
06.01.2003, 13:15
keine Ehefrau mitzuversichern (arbeitet)
Wenn die Frau dann später mal auf die Idee kommt, nicht mehr arbeiten zu gehen, dann wirds wieder teurer...auch da sollte man vorher mal drüber reden!!!
Karma for Crackerjack! ;)
Die Beiträge der gesetzlichen – aber auch der privaten – Krankenkassen wurden im letzten Jahr ständig angepasst, aufgrund des Finanzierungsdefizits der gesetzlichen Kassen standen hier erhebliche Beitragserhöhungen an. Der Gesetzgeber hatte bereits 2002 auf die stetigen Beitragserhöhungen reagiert, und die Kündigungsregeln zu Gunsten der Versicherten geändert. Demnach gilt, dass Pflichtversicherte (Personen, die weniger als 41.400 € brutto -verdienen) und freiwillig Versicherte mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen können. Allerdings ist der Versicherte nach einem Wechsel 18 Monate an seine neue Kasse gebunden. Erhöht diese jedoch den Beitragssatz, entfällt jene Frist und man hat das Recht zu kündigen.
Innerhalb von zwei Wochen ist die Kündigung von der jeweiligen Kasse zu bestätigen. Mitglied einer neuen Kasse ist man aber nur dann, wenn innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedsbescheinigung der neuen Kasse beim Arbeitgeber abgegeben wurde.
Die günstigsten Krankenkassen im Überblick (Stand: Januar 2003)
Baden-Württemberg:
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/355777
12,3 % -- BKK Gildemeister/Seidenstricker--0800/0255-255
12,4 % -- BKK Anker-Lyen-Prym--02402/142800
Bayern
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/355777
11,9 % -- BKK ESSANELLE --01801/ 255765
12,2 % -- BKK Moibil Oil -- 01805/4636112
12,3 % -- BKK Gildemeister -- 0800/0255-255
12,4 % -- BKK ANKER-LYEN-PRYN -- 02402/142800
Berlin
11,9 % -- BKK ESSANELLE -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,3 % -- BKK Gildemeister -- 0800/0255-255
12,5 % -- Neckermann BKK --01801/202122
12.5 % -- Vaillant BKK --02191/18-2838
Brandenburg
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12.5 % -- Neckermann BKK -- 01801/202122
12,5 % -- BKK FTE --01802/000598
Bremen
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,5 % -- Neckermann BKK -- 01801202122
12,5 % -- Vaillant BKK --02191/18-2838
Hamburg
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- BKK Taunus -- 001803/558844-584
12,2 % -- BKK MOBIL OIL -- 01805/4636112
Hessen
11,8 % -- BKK Enka -- 01802/000743
11,9 % -- Taunus BKK-- 01803/558844-584
11,9 % -- BKK Essanelle --01801/255765
12,3 % -- BKK Gildemeister -- 0800/0255255
12,4 % -- BKK ANKER-LYNEN-PRYM -- 02402/142800
Mecklenburg-Vorpommern
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,5 % -- Neckermann BKK -- 01801/202122
12,5 % -- Vaillant BKK -- 02191/18-2838
Niedersachsen
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK --01803/558844-584
12,2 % -- BKK MOBIL OIL -- 01805/4636112
12,3 % -- BKK Gildemeister --0800/0255-255
NRW
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,3 % -- BKK Gildemeister -- 0800/0255255
12,5 % -- Neckermann BKK --0180/202122
12,5 % -- Villant BKK -- 02191/18-2838
Rheinland-Pfalz
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,2 % -- BKK MOBIL OIL -- 01805/4636112
12,5 % -- BKK Guner + Jahr -- 01802/370399
12,5 % -- Neckermann BKK -- 01801/202122
12,5 % -- Valliant BKK -- 02191/18-2838
Saarland
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,5 % -- Neckermann BKK -- 01801/202122
12,5 % -- Vaillant BKK-- 02191/18-2838
Sachsen
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,3 % -- BKK Gildemeister -- 0800/0255-255
12,5 % -- Neckermann BKK-- 01801/202122
12,5 % -- Valliant BKK -- 02191/18-2838
Sachsen-Anhalt
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,5 % -- Neckermann BKK -- 01801/202122
12,5 % -- Valliant BKK -- 02191/18-2838
Schleswig-Holstein
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,1 % -- BKK AHLMANN -- 04331/35000
12,2 % -- MOBIL OIL -- 01805/4636112
12,5 % -- Gruner + Jahr-- 01802/370399
12,5 % -- Neckermann BKK -- 01801/202122
Thüringen
11,9 % -- BKK Essanelle -- 01801/255765
11,9 % -- Taunus BKK -- 01803/558844-584
12,3 % -- BKK Gildemeister --0800/0255-255
12,5 % -- Neckermann BKK -- 01801/202122
12,5 % -- Valliant BKK -- 02191/18-2838
hola,
...sind die % sätze inkl. pflegeversicherung oder kommt die noch drauf :confused:
Crackerjack
08.01.2003, 10:37
bin mir nicht ganz sicher - aber die müßte noch draufkommen, da sie einzeln berechnet wird.
Crack hat Recht. Die Pflege kommt da noch drauf :cool:
Spiegel 9.1.2003
GEGEN DEN TREND
Welche Krankenkassen billiger wurden
Beitragsschub für 30 Millionen Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung: Mehr als hundert Krankenkassen sind zur Jahreswende teils deutlich teurer geworden, noch mehr als bisher angenommen. Vier Kassen aber wurden billiger - und zwei beließen ihre Beiträge vorerst unter 11,9 Prozent.
Berlin - Der Kostendruck im Gesundheitswesen treibt immer mehr Versicherer in die Zweckehe. Gab es vor zehn Jahren noch über 1200 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland, waren es zuletzt weniger als 350. Vor allem die Betriebskrankenkassen (BKK) fusionieren.
Zum 1. Januar 2003 sind abermals 22 BKK durch Fusionen aufgelöst worden. Ein besonders prägnantes Beispiel: Die Volkswagen BKK ist - dem Namen nach - verschwunden und in der Deutschen BKK aufgegangen. Schon der Name suggeriert: Hier ist eine Kasse, die Großes plant. Immerhin vereint sie die BKK-Versicherten von Telekom, Postbank, Post - und neuerdings eben VW.
Vielleicht ist es unter anderem die Fusionitis, die den BKK erlaubt hat, ihr Beitragsniveau unter dem Normalsatz zu halten. Im Schnitt verlangen die BKK nämlich einen Beitragssatz von 13,6 Prozent, die anderen Kassentypen gemeinsam nehmen durchschnittlich 14,5 Prozent. Der Satz der Deutsche BKK übrigens ist mit 14,3 Prozent, verglichen mit dem kleinerer Konkurrenten, nicht allzu attraktiv.
In einigen Fällen führte eine Fusion zur Jahreswende 2002/03 zu spürbaren finanziellen Vorteilen für die Versicherten. Allerdings waren davon meist die Mitglieder kleinerer Kassen betroffen: So sanken zur Jahreswende die Beiträge der bisherigen BKK DuMont, mit 15,9 Prozent früher rekordverdächtig hoch, auf 13,8 Prozent, weil die Kasse in der günstigeren BKK Rhein-Sieg aufging. Die BKK Bodensee & Südwest, mit 14,9 Prozent ebenfalls nicht eben billig, firmiert nun unter dem Dach der BKK Zollern-Alb. Die erhöhte ihren Satz zum Jahreswechsel zwar von 13,2 auf 13,7 Prozent - aber immerhin für die früheren Bodensee-Versicherten bedeutetet das eine markante Verbesserung. Glück hatten auch die Mitglieder der BKK Busch Bestwig, die in der BKK Westfalen-Lippe aufging. Sie verlangt 13,7 Prozent.
Über 30 Millionen Betroffene
Für einen großen Teil der gesetzlich Versicherten werden die Krankenkassen-Abzüge indes abermals steigen - denn noch mehr Kassen als angenommen haben an der Beitragsschraube gedreht. Nach Zahlen des Bundesversicherungsamtes in Bonn, das die überregionalen Kassen kontrolliert, haben 108 Kassen ihre Sätze hochgeschraubt - und das, obwohl Bundessozialministerin Ulla Schmidt die Beiträge mit einem kontroversen Eilgesetz einfrieren wollte. Rein regionale Kassen, darunter sind die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK), sind in dieser Zahl noch nicht einmal eingerechnet.
Ingesamt sind nach Angaben des Branchenblattes "Dienst für Gesellschaftspolitik" rund 26 Millionen Kassenmitglieder von der Beitragsinflation betroffen. Zu den Kassen, die erhöhten, gehören die großen Ersatzkassen wie Barmer und KKH (von 14,5 auf 14,9) und die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK, von 14,5 auf 15,2). Aber auch mehrere AOK verteuerten sich. Die Ortskrankenkasse Baden-Württemberg etwa, die immerhin 4,2 Millionen Menschen versichert, steigerte ihren allgemeinen Satz um 0,7 Punkte auf 14,9 Prozent.
Die Negativ-Meister
Die "Völkerwanderung" im deutschen Kassenwesen dürfte sich damit weiter fortsetzen. Weil der Wechsel zu den Privaten erschwert wurde, dürften nun vor allem die BKK vom Wunsch nach Sparsamkeit profitieren. Die DAK, zweitgrößte Ersatzkasse Deutschlands, hat nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung infolge der Beitragserhöhung bereits 50.000 Mitglieder verloren, viele dürften zu einer Betriebskrankenkasse abgewandert sein. Allerdings: Nicht jede BKK ist billig. So verlangt die BKK Berlin einen Rekordsatz von 15,7 Prozent. Auch für die kräftigste Steigerung zur Jahreswende war eine BKK verantwortlich - die Buchdrucker BKK, die ihre Sätze um 1,5 Prozentpunkte auf 14,9 Prozent erhöhte.
Zu den vier Kassen, die billiger wurden, gehört auch die BKK Mobil Oil, mit über 700.000 Versicherten nach eigenen Angaben die zweitgrößte Betriebskrankenkasse. Lange hielt sie den Meistertitel als billigste Krankenkasse Deutschlands. Im Oktober aber wurde sie von den Aufsehern des Bonner Bundesversicherungsamtes (BVA), das auch die Liquidität der Kassen kontrolliert, zu einer drastischen Beitragserhöhung gezwungen - von 11,2 auf 12,8 Prozent.
Wie Friseure die Tankstellen-Wärter schlugen
Der Konflikt wurde von Fachleuten viel beachtet, die BKK MobilOil versuchte, ihn zum Politikum zu erklären. Sozialministerin Schmidt, suggerierten Vertreter der Kasse, habe das BVA wohl persönlich darauf hingewiesen, dass sie Beitragssätze unterhalb von zwölf Prozent für unangemessen hält. Die BKK MobilOil zog vors Gericht - und gewann. Das niedersächsische Landessozialgericht gab kurz vor Weihnachten einem Eilantrag der Kasse statt, die ihren Satz daraufhin wieder auf 12,2 Prozent senken konnte.
Ihren Ehrentitel als billigste der Billigen freilich haben die MobilOiler eingebüßt. Von den überregional aktiven Krankenkassen haben noch zwei ihren Satz unter zwölf Prozent belassen: Die junge BKK Essanelle aus Düsseldorf, Ableger der Essanelle Hair Group, und die Taunus BKK aus Hessen verlangen jeweils 11,9 Prozent - weitere Steigerungen nicht ausgeschlossen.
Matthias Streitz
Seit Mo. versuche ich vergebens die BBK Essanelle tel. zu erreichen. Immer besetzt.
Bei der BKK Taunus bin ich 1x durchgekommen. Dort kann mir aber keiner sagen was ich als freiwillig Pflichtversicherter für einen Mindestbeitrag zahlen müßte. Auf den Rückruf warte ich nun auch schon seit 3 Tagen.
Das ist fustrierend. :angry:
Urrgs, das hört sich wirklich übel an und jetzt geht es nur um eine Beitragsfrage. Im Falle einer wirklich dringenden Antwort bei einer Erkrankung, wäre ich ungern in solch einer Service-Wüste. :rolleyes:
kleiner Tipp am Rande.....wechsel niemals in die billigste KK, denn dort wird sicherlich die nächste Erhöhung kommen!
Wähle lieber eine KK aus, die sehr selten erhöht und auch noch relativ niedrig ist! ;) 12,5 - 13,0% sind dabei auch noch "günstig".
Crackerjack
09.01.2003, 15:48
@odo
ja - die Taunus BKK ist momentan mit zig tausend Anfragen beschäftigt. Das kann noch dauern. In den Banken gabs Infomails, die die Mitarbeiter über die günstigsten Kassen informiert haben und da war nunmal die Taunus BKK an erster Stelle.
Freiwillig Pflichtversichert - ganz normaler Beitragssatz 11,9 %
Bei Selbständigkeit Bemessungsgrenze und hiervon 11,9 % - vielleicht lassen Sie bei dem Krankentagegeldwegfall etwas nach oder die meisten schlagen 1 % :( nochmals drauf für KTG. Das müßten sie Dir schon sagen können.
@ Crack:
Ja,da wirst du recht haben.
Nu ist aber auch die Website von BKK-Taunus zusammengebrochen. :angry: :angry:
Ob die das merken?? :confused: ;)
Crackerjack
09.01.2003, 17:50
@odo
Die verspielte Website mit der Flashanimation ist eh ein Witz. Bis die 100.000 mal geladen wurde steht die nächste Erhöhung an ;) .
SPIEGEL ONLINE - 10. Januar 2003, 9:17
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Krankenkassen
Müntefering stänkert gegen Schröder-Papier
SPD-Fraktionschef Franz Müntefering rückt von Teilen des Strategiepapiers aus dem Kanzleramt ab. Manche Thesen zur Gesundheitspolitik widersprächen dem Solidaritätsprinzip.
Berlin - In einem Schreiben an die Abgeordneten lehne Müntefering vor allem neue Tarife in der Krankenversicherung ab, die gesunde Menschen belohnten, berichtet die "Stuttgarter Zeitung". Dies war einer der Kernvorschläge des von Schröder unterstützten Papiers. "Auszuschließen sind dagegen Regelungen, die Krankheit bestrafen und Gesundheit belohnen", zitiert die Zeitung aus Münteferings Schreiben. Dies würde dem Solidaritätsgedanken widersprechen. Das Strategiepapier, das kurz vor Weihnachten aus dem Kanzleramt an die Öffentlichkeit lanciert wurde, hatte bei Mitgliedern der SPD-Bundestagsfraktion für Unruhe gesorgt. Offenbar will Müntefering vor der heute beginnenden Fraktionsklausur in Berlin die Wogen glätten.
AOK-Kassen drohen mit Erhöhungen
Unterdessen schloß der AOK-Bundesverband für dieses Jahr eine weitere Erhöhung der Beitragssätze nicht aus. Die Kassen hätten auf Entlastung durch das Spargesetz der Bundesregierung gesetzt, sagte der AOK-Vorstandsvorsitzende Hans- Jürgen Ahrens der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der tatsächliche Spareffekt durch das Gesetzespaket betrage aber nur 700 Millionen Euro statt der von der Bundesregierung angegebenen 2,7 Milliarden Euro.
Die Regierung müsse nun so schnell wie möglich überzeugende Reformkonzepte vorlegen, um den anhaltenden Druck auf die Beitragssätze zu mindern, forderte Ahrens. Auf weitere finanzielle Belastungen der Krankenversicherungen, zum Beispiel durch die geplante Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, müsse verzichtet werden.
Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" wollen die ersten Krankenkassen ihren Mitgliedern möglichst schnell Zusatzversicherungen in Zusammenarbeit mit privaten Versicherern anbieten. "Ist es uns rechtlich erlaubt, werden wir auf jeden Fall solche Angebote machen", sagte Norbert Klusen, Chef der Techniker- Krankenkasse (TK), der Zeitung. Beispielsweise wolle die TK mit den Privatanbietern Auslandskrankenversicherungen auf den Markt bringen.
Derzeit sind den Krankenkassen solche Angebote nicht gestattet. Die Bundesregierung hat aber angekündigt, gemeinsame Angebote von gesetzlichen und privaten Versicherern zu ermöglichen. Kassen könnten dann für ihre Mitglieder Sonderkonditionen aushandeln.
Die Privatversicherungen erhoffen sich Zusatzgeschäfte und spekulieren, dass mit der Gesundheitsreform bald mehr Leistungen wie etwa Zahnersatz nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt werden. Versicherte müssten dafür dann Zusatzversicherungen abschließen.
Süddeutsche 09.01.2003
Krankenversicherung
Abkassiert und abgewandert
Mindestens 60 Krankenkassen haben zum Jahreswechsel die Beitragssätze kräftig erhöht. Die Mitglieder reagieren mit scharenweisem Austritt.
Zum Jahresbeginn haben offenbar deutlich mehr gesetzliche Krankenkassen ihre Beitragssätze angehoben als bisher bekannt. Damit hat das Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sein Hauptziel - stabile Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung – verfehlt.
Mehr als jede dritte große Kasse hat zu Jahresbeginn die Beiträge erhöht. Insgesamt hätten 60 der bundesweit agierenden Kassen an der Preisschraube gedreht, sagte ein Sprecher des Bundesversicherungsamtes (BVA) der Nachrichtenagentur AFP.
Beitragsspitze bei 15,7 Prozent
Nach einer Auflistung des Brancheninformationsbriefes Dienst für Gesellschaftspolitik auf der Basis von Daten des BVA waren von den Erhöhungen mehr als 26 Millionen Kassenmitglieder betroffen.
Den bundesweit höchsten Beitragssatz kassiert demnach die Betriebskrankenkasse (BKK) Berlin mit 15,7 Prozent. Die kräftigste Steigerung verzeichnete die Buchdrucker BKK. Sie erhöhte ihre Sätze um 1,5 Prozentpunkte von 13,4 auf 14,9 Prozent.
Mitgliederschwund als Reaktion
Wegen der Beitragserhöhungen kehren inzwischen auch viele Versicherte ihrer bisherigen Kasse den Rücken. Allein die zweitgrößte gesetzliche Krankenkasse, die DAK, habe nach ersten eigenen Schätzungen wegen ihrer Beitragserhöhung von 14,5 auf 15,2 Prozent mehr als 50.000 Mitglieder verloren, berichtete die Zeitung.
Insgesamt gibt es in Deutschland rund 150 gesetzliche Kassen, die im ganzen Land operieren und damit dem BVA unterstellt sind.
(sueddeutsche.de/AP/AFP/dpa)
Die Pflegeversicherung steht dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, zufolge vor dem Zusammenbruch. Schon im kommenden Jahr könne es zur Zahlungsunfähigkeit kommen, sagte Hundt der "Bild am Sonntag".
"Bei der gesetzlichen Pflegeversicherung droht der finanzielle Kollaps. Die Rücklagen von weniger als 2,5 Mrd. Euro der gesetzlichen Pflegeversicherung werden schon im nächsten Jahr aufgezehrt sein", erklärte der Arbeitgeberpräsident. Die Ausgaben lägen bei rund 18 Mrd. Euro jährlich. Ohne rasche Reformen seien daher auch in der Pflegeversicherung schon 2004 Beitragssteigerungen unvermeidlich.
Hundt schlug vor, die Leistungen in der untersten Pflegestufe schrittweise nach Geburtsjahrgängen auslaufen zu lassen. "Das schafft für den Einzelnen Zeit zum frühzeitigen Aufbau einer günstigen privaten Zusatzversicherung und Spielräume zur Finanzierung der Leistungen an die Schwer- und Schwerstpflegebedürftigen", erklärte er.
Unfallversicherung als Extra
Kassenpatienten müssen sich möglicherweise bald gegen Unfälle im Haushalt, beim Sport oder im Straßenverkehr extra privat versichern. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) prüft, Freizeitunfälle aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen.
Ihr Ministerium erklärte am Montag in Berlin, Experten würden seit längerem darüber debattieren. Eine Entscheidung sei aber nicht gefallen. Nach einem Bericht des "Spiegels" könnten die Maßnahmen die Krankenkassen um 10,4 Mrd. Euro entlasten. Als Folge könnten die Kassenbeiträge von heute über 14 auf unter 13 Prozent sinken.
Ein 40-Jähriger müsste laut "Spiegel" für eine solche Zusatzversicherung etwa 27,50 Euro im Monat zahlen. Dafür würde ein Arbeitnehmer, der 2.500 Euro verdient, beim Kassenbeitrag monatlich rund 17 Euro sparen. Sein Arbeitgeber würde um den gleichen Betrag entlastet.
Kritik von Schwarz und Grün
Die Grünen wie auch die Union meldeten jedoch Kritik an. Es könne nicht sein, dass "Unfälle im ganz normalen Alltagsleben" plötzlich nicht mehr versichert seien, sagte Grünen-Fraktionsvize Thea Dückert im Südwestrundfunk. "Durchaus diskussionswürdig" nannte sie aber die Idee, Unfälle bei Risikosportarten privat abzusichern. Als Beispiel nannte sie Skifahren.
Der Unions-Sozialexperte Horst Seehofer (CSU) lehnt eine pauschale Streichung von Unfällen aus dem Kassenkatalog ab. Der Vorstoß von Schmidt sei völlig "unausgegoren" und schwer umsetzbar. Ursache und Folgen von Unfällen seien oft nicht abgrenzbar von Krankheiten. Als
Beispiel nannte Seehofer einen Knochenbruch bei einem Kranken mit Osteoporose (Knochenschwund). In einem solchen Fall sei fraglich, ob es sich um einen Unfall oder eine Folge der Krankheit handelt. Damit seien Streitereien zwischen Kassen und Privatversicherern und mehr Bürokratie programmiert.
Zudem würden Versicherte, die Sport treiben und so ihre Gesundheit förderten, finanziell bestraft. Wer raucht, trinkt oder sich ungesund ernähre, bleibe dagegen ungeschoren.
Schmidt ist zur Durchsetzung der anstehenden Gesundheitsreformen auf die Unions-Mehrheit im Bundesrat angewiesen. "Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir zu gemeinsamen Reformen kommen", sagte die Ministerin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Seehofer hat sich im Grundsatz gesprächsbereit erklärt. Bedingung sei aber, dass Schmidt eine "Reform aus einem Guss" anstrebe. Bisher will die Ministerin in einer zweistufigen Reform zunächst die Strukturen und dann erst die Finanzbasis der Krankenkassen ändern.
Das habe ich vor ca. einem halben Jahr schon mal in einem Thread vorgeschlagen,aber auf mich hört ja keiner :rolleyes: ;)
Die so genannte Rürup-Kommission zur Reform der Sozialsysteme hinterfragt angeblich die beitragsfinanzierte Pflegeversicherung. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf ein Thesenpapier des von dem Wirtschaftsweisen Bert Rürup geleiteten Gremiums. Die jetzige Pflegeversicherung solle den Vorschlägen zufolge durch ein steuerfinanziertes Pflegeleistungsgesetz ersetzt werden, mit dem vorrangig Einkommen und Vermögen herangezogen würden.
Über das Papier werde derzeit in der Kommission debattiert, schreibt die SZ. Durch die Umstellung könnten die Lohnnebenkosten um 1,7 Prozentpunkte sinken. Ein solches Gesetz würde eine bedarfsgerechte, ganzheitliche Pflege ermöglichen, schreibt das Blatt weiter. Eine Finanzierung über das Steueraufkommen verbreitere die Bemessungsgrundlage und mache von Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt unabhängig.
Die Ausführung solle durch die Sozialhilfeträger in Zusammenarbeit mit den Kommunen erfolgen, berichtet die Zeitung. Die Leistungen würden dann wieder aus einer Hand vergeben, die kommunale Infrastruktur würde gestärkt. Die Pflegekassen könnten aufgelöst werden, der Verwaltungsaufwand werde abgebaut.
Die gesetzliche Pflegeversicherung war 2002 tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Das Defizit beträgt nach Angaben des Bundessozialministeriums wahrscheinlich 400 bis 500 Mio. Euro. Dies ist das höchste Minus seit Gründung der Versicherung im Jahr 1995.
Durch verliehene Krankenkassen-Chipkarten entsteht dem Gesundheitswesen bundesweit jährlich ein Schaden von schätzungsweise fast einer Milliarde Euro. Dies berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns.
Dabei wenden die Betrüger laut dem Bericht verschiedene Techniken an. Entweder nutzten mehrere Personen ohne gesetzliche Krankenversicherung gemeinsam eine Chipkarte, die so genannte wandernde Chipkarte. Oder Gesundheitstouristen aus dem Ausland würden sich mit einer Karte von Verwandten oder Bekannten in Deutschland behandeln lassen. Außerdem gebe es Fälle, in denen Personen, nicht gesetzlich Versicherte mitversorgten.
"Wenn mit einer Karte im Quartal 20 Verschreibungen und zehn verschiedene Indikationsgebiete wie Diabetes, Leber und so weiter registriert wurden, dann ist das nicht nachvollzi