Vollständige Version anzeigen : FDA: Schnellere Zulassung von Biotech-Produkten?
Die US-Gesundheitsbehörde FDA plant eine Überstellung der Zulassungsprozesse für Biotech-Medikamente von der Biotech Division auf die Medikamenten Abteilung, ein Schritt, der den gesamten Genehmigungsprozess für Biotech-Medikamente und -Produkte beschleunigen könnte.
Dies berichtet das Wall Street Journal in Berufung auf situationsbetraute Personen.
Diese Veränderung, die bereits heute öffentlich bekannt gemacht werden könnte, wäre ein Pluspunkt für die Biotechnologieindustrie, die in der Vergangenheit über langsame Genehmigungsprozesse und die unterschiedlichen Standards der beiden Abteilungen der FDA klagte.
Die US-Gesundheitsbehörde FDA plant eine Überstellung der Zulassungsprozesse für Biotech-Medikamente von der Biotech Division auf die Medikamenten Abteilung. Dies berichtete das Wall Street Journal mit der Annahme, dass dies das Zulassungs-Verfahren für Biotech-Medikamente beschleunigen könnte (mehr dazu hier).
Thomas Weisel ist nicht dieser Meinung. Eine Zusammenlegung dieser beiden Teilbereiche würde sich nicht auf die Biotech-Industrie auswirken, da im historischen Vergleich eher längere Zulassungsverfahren zu sehen gewesen wären. Dies würde sich für einige Biotech-Unternehmen demzufolge sogar negativ auswirken, hieß es.
25.09.2002 - 17:31 Uhr
Einige Biotechfirmen starten durch
Die Aktien einiger Biotechfirmen können heute extreme Kurssteigerungen verbuchen, nachdem Iressa, ein Krebs-Medikament des Pharmakonzerns AstraZeneca, von der FDA gut beurteilt wurde.
Zu den Firmen gehören ImClone, OSI Pharmaceuticals und Abgenix, die jeweils knapp 40 Prozent gewinnen. Grund ist, dass auch diese Firmen in der Entwicklung von Krebs-Medikamenten tätig sind und die gute Nachricht von AstraZeneca auch wieder Phantasie bei den kleineren Biotechfirmen geweckt hat.
ImClone hatte Ende letzten Jahres mit Erbitux ein heißes Eisen im Krebs-Medikamente-Feuer. Die FDA machte den Planungen allerdings einen Strich durch die Rechnung, als die Zulassung des Medikaments Ende 2001 verweigert wurde. Wann und ob es eine Zulassung für Erbitux geben wird, ist momentan allerdings unklar.
Aktuell gewinnt die Aktie 47 Prozent auf 9 Euro.
Quelle: Finanzen.net
FDA Beratergremium gibt grünes Licht für Iressa und löst Rallye aus
Ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde FDA löste gestern ein Rallye unter den Entwicklern neuartiger Krebsmedikamente aus. Nachdem sich das Gremium einstimmig dazu entschieden hatte, die Zulassung von AstraZenecas Wirkstoffkandidaten Iressa gegen Lungenkrebs zu befürworten, ging ein Aufatmen durch die Reihen der Investoren, dass sich durch ein reges Interesse an Firmen mit ähnlichen Wirkstoffkandidaten äußerte. Aus diesem Grunde waren am gestrigen Dienstag nicht nur die Aktien von AstraZeneca Plc (London:AZN.L), sondern auch die von ImClone Systems Inc. (NasdaqNM:IMCL), OSI Pharmaceuticals Inc. (NasdaqNM:OSIP), Genentech Inc. (NYSE:DNA) und Abgenix Inc. (NasdaqNM:ABGX) stark gefragt. Die genannten Unternehmen bauen nämlich wie der zweitgrößte europäische Wirkstoffhersteller AstraZeneca auf die Wirkstoffklasse der EGFR-Inhibitoren, die wie das Expertengremium nun befand ganz sicher einigen schwer kranken Menschen helfen könnten, weshalb man die Zulassung, auch wenn nicht alle Krebspatienten davon profitieren könnten, nicht verweigern sollte. Die Anleger überzeugte das FDA Gremium auf jeden Fall, die Aktien von AstraZeneca legten zwar nur etwa 4% zu, ImClone schoss hingegen 30% nach oben, OSI Pharmaceuticals kletterte um fast 28%, Genentech zog um 4% an und Abgenix legte immer noch fast 18% zu.
Bis kurz vor der Entscheidung herrschte Uneinigkeit, ob das Gremium die Zulassung befürworten würde, denn in finalen Studien mit Lungenkrebspatienten, die neben ihrer Chemotherapie noch Iressa erhalten hatten, konnte kein signifikanter Überlebensvorteil erzielt werden. Andere Studien konnten aber wiederum zeigen, dass Iressa Tumorgewebe schrumpfen lassen kann. Doch da vor allem Patienten im Endstadium der Erkrankung so gut wie keine Behandlungsalternativen haben, ist eine Befürwortung der Zulassung auf jeden Fall gerechtfertigt, den bei diesen Patienten sind solche Präparate wie Iressa die allerletzte Hoffnung gegen einen allzu frühzeitigen Tod.
Und AstraZeneca hat ja gerade für Patienten, die an einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium erkrankt sind und bereits zwei traditionelle fehlgeschlagene chemotherapeutische Behandlungen hinter sich haben, die Zulassung für sein Produkt beantragt.
Nun stehen auch die Chancen für eine baldige Zulassung entsprechender Produkte von OSI, Genentech und Abgenix wieder sehr fiel besser als noch vor einigen Tagen und Wochen. Der erste Schritt eine neue Klasse von Krebswirkstoffen auf den Markt zu bringen wurde mit Iressas Befürwortung auf jeden Fall getan. Und selbst ImClones bereits totgesagter Blockbusterkandidat Erbitux könnte vielleicht schon bald wieder für eine Zulassung in Betracht gezogen werden.
Die Entscheidung des Gremiums sich für Iressa auszusprechen hat die Glaubwürdigkeit der EGFR-Inhibitoren immens gesteigert und macht mit Sicherheit den Weg frei für weitere Produkte dieser Wirkstoffklasse, die einen Rezeptor hemmt, der nur auf Krebszellen vorkommt und ein Protein bindet, dass für das schnelle Wachstum von Tumoren verantwortlich ist. Indem sich der Hemmstoff an den genannten Rezeptor anheftet blockiert er ihn und das wachstumsfördernde Protein hat keine Chance der Tumorzelle ein Signal zu übermitteln, welches sie zum Wachstum anregt. Die Theorie ist genial aber in der Praxis leider noch nicht ganz perfekt, denn wie es aussieht, ist das Auffinden des Zieles, also der Krebszelle, im menschlichen Organismus eher zufällig bedingt, was auch erklären würde, warum das geniale Konzept nicht bei allen Patienten gleich gut funktioniert.