Vollständige Version anzeigen : Betriebsprüfung durch LVA
Ich hatte heute eine Betriebsprüfung der LVA wegen der Abführung der Sozialabgaben für geringfügig Beschäftigte.
Nach Abschluß der Prüfung,die den Zeitraum 01.05.2001 bis einschl. 30.04.2002 umfasste traute ich meinen Ohren und Augen nicht mehr:
Nach § 8 Abs. 1 Nr.1 SGB 4 liegt seit dem 01.05.2001 der Mindestlohn für 630 DM Kräfte bei nunmehr 14,55 DM. Aus der Differenz des tatsächlich bezahlten Einkommens und den 14,55 DM muß ich nun rückwirkend Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge nachzahlen. Nach
§ 5 Abs. 1 +4 TVG (??) wird nun immer ein Mindestentgeld, das sich an den Tarifverträgen orientiert,festgelegt. :( :(
Auch bei Arbeitsverträgen wie z.B. zwischen Ehepartnern wird nun immer der Tarivertrag zu Grunde gelegt und daraus dann die Sozialabgaben berechnet. Alles was unter diesen Beträgen liegt sind nach Ausage der LVA Phantomgehälter.
Steven Broker
18.09.2002, 15:14
Wusste das Dein Steuerberater nicht? :(
nein,definitiv nein.
Jetzt habe ich mich noch mit ihm noch angelegt weil ich der Meinung bin,ich zahle ihm Geld damit er mir den Rücken freihält,und nun das. Er argumentierte auch wenn er es gewußt hätte und mir mitgeteilt hätte,hätte dies an der Sachlage nichts verändert.
Ich argumentiere, hätte ich es gewußt hätte ich mir was anders einfallen lassen. ;)
Das Angebot steht nun bei 50% der Kosten zu Lasten meines Steuerberaters.
Steven Broker
18.09.2002, 15:47
Na, das ist doch ein Wort, oder nischt??? ;)
nee,das reicht mir nicht. Ist doch nicht mein Fehler ! :(
Wenn mich alle Behörden und Ämter ausgepresst haben und ich zahlungsunfähig wäre, kommt kein Schröder der mir Asche gibt.
Mich kotzt es an :angry:
Steven Broker
18.09.2002, 16:10
Das ist ja fast schon normal! :(
Was machst du nun? Rechtsanwalt?
wir haben uns beide Bedenkzeit bis Ende Sept.(Ende 3.Q. Umsatzsteuervormeldung) eingeräumt.
Wir haben beide den gleichen Anwalt,gingen auch zusammen in die gleiche Schule und duzen uns alle (auch der Anwalt), das ist schon eine verzwickte Situation. :rolleyes:
Aber bei Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf.
Kannst du dir eigentlich vorstellen was so ein moderner Raubritter (Steuerberater) an Geld pro Quartal bekommt(incl. Lohnabrechnung) ??
Sooo viel zur Senkung der Lohnnebenkosten unserer Regierung...
...aber bald sind ja wieder Wahlen...
Können Deine Angestellten die zuviel gearbeiteten Stunden nicht abfeiern?
@ Auge:
es geht hier um Aushilfskräfte bei denen die LVA pauschal 14,55 DM als Sundenlohn festlegt. Da ich weniger zahle (nur für hinter der Theke rumstehen) muß ich aus der Differenz von dem was ich zahle zu 14,55DM Renten-und Krankenkassenbeiträge nachzahlen.
Und dies für mehrere Jahre.
Da bringt das abfeiern nichts.
Da gibts nur eine gerissenere Methode. ;)
Gib´alles beim bescheißen...
Mehr als Bewährung kriegste nie...:D
Das ist das schöne oder schlimme an Deutschland... :rolleyes: :dunce:
Das ist ja ein irres Ding. Lassen sich immer wieder was neues einfallen. :rolleyes:
Dir Odo ein Danke das du das mal hier reingestellt hast. Werde die Löhne die wir zahlen mal dahingehend überprüfen müssen.
Das mit dem Mindestlohn wußte ich auch nicht, bzw. habe noch nie was davon gehört.
Ist totale Abzocke. Die wissen gar nicht mehr wo die das Geld herbekommen sollen. :angry:
Drücke die Daumen das du dich mit deinem Steuerberater einigen kannst. Er hätte es in jedem Fall wissen müssen. Dafür sind die da und werden wirklich gut bezahlt.
Gruß
HSnoopy
@Snoopy:
Dies soll auch die Arbeitsverträge zwischen z.B: Ehepartnern betreffen,d.h. sogenannte Phantomverträge wenn beispielsweise
der Mann Inhaber ist und seine Frau als Vollzeitkraft z.B.
500 Euro im Monat bezahlt.
Die LVA legt aber bei der Ermittlung der Renten-u. Krankenkassenbeiträge seit 2 Jahren immer den Tariflohn zu Grunde,das wäre bei einem Verkäufer ca. 1700 Euro im Monat,Differenz zu 500= 1200,dh. aus 1200 Euro pro Monat müssen noch die Beiträge abgeführt werden. Bei 2 Jahren können das dann locker 6.000 Euro Nachzahlung sein.
@ Odo,
Danke.
genauso ist es bei uns. Ich bekomme von meinem Mann nicht ganz den Tariflohn. Es macht nicht viel aus aber jede Nachzahlung tut weh.
Aber es gibt ja kleine Schleichwege über die Stunden das wieder zu korrigieren. ;) - da ich die Lohnbuchhaltung bei uns selbst mache sind künftige kleine Änderungen kein Problem.
Grüsse
HSnoopy
@snoopy:
Ab Jan. 2003 mache ich nicht nur kleine Änderungen,das werden große :D ;)
Am besten Konkurs anmelden und bei Schröder die Hand auf halten.
Das muß aber noch diese Woche passieren...;):D
@Auge
Konkurs und Hand aufhalten das dürfen nur "Große" :angry: Die Kleinen werden zusätzlich in den Hintern getreten (die Kreditlinien gekürzt/gesperrt damit es dann wirklich den Bach runter geht.)
Wir mußten voriges Jahr einen Kredit für unseren Betrieb zur Überbrückung eines Engpasses aufnehmen. Kam mir fast wie ein Verbrecher vor. Die haben hier 5 x wegen der Bilanz angerufen, weil die nicht Termingerecht vorlag. Schwiegermutter mußte auf Wohnrecht im Haus verzichten weil wir unsere Hypothek auf das Haus erweitern mußten, obwohl der Kredit nach 6 Monaten wieder zurückbezahlt wurde. Habe mich fürchterlich aufgeregt darüber aber was bringt das. Jetzt die Grundbucheintragung wieder streichen - kostet doch wieder Geld. In dem Moment waren wir den Banken ausgeliefert, denn die hatten Geld und brauchten es.
Bei den Großen Firmen wird nicht so viel TamTam gemacht. Brauchen nur zu sagen dann sind 3000 Arbeitsplätze in Gefahr - dann denkt die Regierung an Wählerstimmen. Also fließen die Kröten. Ich hoffe - nach der Wahl hat auch dieses Verfahren ein Ende. Es ist einfach nicht gerecht. :(
@ Odo,
Große Änderungen hört sich gut an. Habe Jahrelang in der Gastronomie für einen Betrieb die Lohnbuchhaltung gemacht. Ob ich alle Winkelzüge kenne weiß ich nicht. Bin aber (fast) immer gut durchgekommen. :D
snoopy:
ich glaube ich weiß was du meinst ;)
heute kam schon der Bescheid der Betriebsprüfung durch die LVA. Wenn die Geld irgenwo Geld wittern,sind sie extrem schnell und flexibel. :( :(