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NIDALSKO
10.10.2000, 20:35
US-Bullenparty droht nach zehn
Jahren das Aus

Dow Jones steigt seit 1990 um sagenhafte 350 Prozent -
Abnehmende Gewinndynamik bremst nun aber die Hausse

Von Holger Zschäpitz
und Matthias Iken

Frankfurt/Main - Der Bulle - das
Symbol für steigende Aktienkurse -
hat Geburtstag: Vor genau zehn
Jahren startete in den USA die
beeindruckendste Rallye seit den
zwanziger Jahren. Der Dow Jones,
der am 11. Oktober 1990 auf ein Tief
bei 2365 Punkte gerutscht war,
notiert inzwischen bei über 10 500
Punkten. Noch deutlicher ging es bei
den Technologiewerten aufwärts; der Nasdaq legte um 931
Prozent zu, die EMC-Aktie kletterte gar um 83 841 Prozent. Der
Wert aller US-Aktien explodierte von drei auf 15 Billionen Dollar,
und immer mehr Amerikaner profitieren davon. Besaßen 1990
gerade ein Drittel der US-Haushalte Aktien, fiebern mittlerweile
knapp die Hälfte bei Dow & Co. mit. Doch statt einer Party
herrscht Katzenjammer an der Wall Street - erstmals seit 1989
könnte das laufende Jahr mit einem Minus enden und die
Wohlstandsmaschine Aktienmarkt ins Stocken geraten.

"Die Bullen werden gegenwärtig hart attackiert", so Dieter
Wermuth, Stratege bei der Tokai-Bank. Gleich mehrere Faktoren
treiben das Symboltier in die Enge. Der hohe Ölpreis sowie der
leergefegte Arbeitsmarkt drohen die Inflation anzuheizen, die
Nahost-Krise verstärkt die Nervosität. Zur Hauptbelastung ist aber
die Gewinnsituation der Unternehmen geworden. Immer klarer
wird, dass sich die hohen Zuwächse bei der Ertragsentwicklung
nicht ewig fortschreiben lassen. "Die Dynamik nimmt ab", sagt
Michael Beyer-Enke, Fondsmanager der Deka.

Nun hoffen die Optimisten auf Rettung - wie bereits bei vielen
anderen Wegmarken der zehnjährigen Rallye. Denn Krisen hat es
einige gegeben: 1990 verhalf Notenbank-Chef Alan Greenspan
den Märkten trotz einer Minirezession durch Zinssenkungen zum
Umschwung. Der folgende Wirtschaftsboom legte den Grundstein
zur Hausse: Auch die Zinserhöhungen um 300 Basispunkte im
Jahre 1994 konnten die Party nicht stoppen - denn nun
unterfütterten kräftige Gewinnzuwächse den Aktienmarkt. 1997
und 1998, als die Asienkrise die Weltwirtschaft erschütterte, war
es wieder Greenspan, der über die Zinspolitik ausreichend
Liquidität in die angeschlagenen Märkte pumpte. So konnte der
Dow Jones auch in den Krisenjahren 1997 und 1998 jeweils
zweistellig zulegen. Einmal mehr klappte das Zusammenspiel der
Zins- und der Gewinnentwicklung.

Dieses Mal aber können die Bullen kaum auf eine Zinssenkung
hoffen. Denn der US-Notenbankchef verwies seit 1996 auf die
seiner Ansicht nach "irrational hohe Bewertung". Während
Unternehmenspapiere zu Beginn der Rallye nur mit dem
Elffachen des Jahresgewinns bewertet wurden, hat sich das
Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) fast verdoppelt. "Die Kurse sind
doppelt so stark wie die Gewinne gestiegen. Das kann nicht
lange gut gehen", warnt Wermuth.

Zur hohen Bewertung hat auch die Aufnahme von
Technologietiteln wie Intel und Microsoft in den Dow beigetragen.
Trotz der Kurserosion bleiben gerade diese Titel aber historisch
teuer. Zwar halbierte sich Intel gegenüber seinem Hoch, das KGV
bleibt mit 30 aber deutlich über dem langjährigen
Branchenschnitt. So wurden Halbleiteraktien noch 1996 nur mit
dem Zehnfachen der Gewinne bewertet. "Diese noch immer
bestehende Prämie könnte abgebaut werden, wenn Anleger den
Spaß an bestimmten Technologiewerten verlieren", sagt
Fondsmanager Beyer-Enke.

Doch die Bullen sterben nicht aus: Ed Yardeni, Chefstratege der
Deutschen Bank in New York, erwartet, dass der Dow im Jahre
2005 zwischen 16 000 und 20 000 Punkten, 2010 sogar zwischen
26 000 und 40 000 Punkten stehen soll. "Dazu müssen die
Unternehmensgewinne jährlich nur um zehn bis 15 Prozent
steigen."

quelle: die welt, 10.10.00

the mind
24.04.2003, 01:27
:D

Auge
24.04.2003, 17:50
Doch die Bullen sterben nicht aus: Ed Yardeni, Chefstratege der
Deutschen Bank in New York, erwartet, dass der Dow im Jahre
2005 zwischen 16 000 und 20 000 Punkten, 2010 sogar zwischen
26 000 und 40 000 Punkten stehen soll. "Dazu müssen die
Unternehmensgewinne jährlich nur um zehn bis 15 Prozent
steigen."

Noch kann er recht behalten;):D :dunce:

Gordon Shamway
24.04.2003, 17:52
klar kann er recht behalten. :rolleyes:
aber nur, wenn es eine mega-inflation gibt :lol

Auge
24.04.2003, 17:59
Die Druckmaschinen laufen doch schon längst um den Krieg zu finanzieren...