PC-Oldie-Udo
15.10.2000, 18:40
Hallo,
morgen wird es wohl wieder aufwärts Richtung Norden gehen,
doch "Vorsicht" es gibt noch zu viele Unsicherheitsfaktoren.
Beschrieben im nachfolgenden Artikel.
Börsianer hoffen auf Ruhe nach dem Sturm
Vorsichtiger Optimismus keimt auf - Tiefstände scheinen überwunden - Gebeutelte High-Techs scheinen wieder interessant
Endlich mal aufatmen? Foto: ddp
Von Henning Kruse
Berlin - Musikbeflissene Börsianer dürften am Wochenende vielleicht zu Beethovens sechster Symphonie "Pastorale" gegriffen haben. Ist doch der letzte Satz mit dem Titel "Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm" überschrieben. Die Gemütslage von Händlern und Investoren lässt sich nach den Turbulenzen der vergangenen Woche kaum besser beschreiben. "Das Schlimmste haben wir nun hinter uns", sind sich die meisten Experten einig. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. Dafür sei die Situation in Nahost nach wie vor zu unübersichtlich. Denn eine weitere Eskalation der Gewalt könne einige OPEC-Staaten aus Solidarität zu den Palästinensern veranlassen, den Öl-Hahn zuzudrehen. Und das hätte Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung weltweit.
Noch überwiegt für die neue Börsenwoche aber vorsichtiger Optimismus. Grund sind die Kursgewinne vom vergangenen Freitag. Im Sog der positiven US-Börsen - der Dow Jones gewann 1,6 Prozent und die US-Technologiebörse Nasdaq legte gar um 7,9 Prozent zu - machte der Dax in den letzten Handelsstunden einen deutlichen Satz nach oben und schloss schließlich um gut drei Prozent im Plus bei 6661 Punkten.
Auch am gebeutelten Neuen Markt kam es zu einer Trendwende. Der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax-All-Share stieg um 3,6 Prozent auf 4179 Punkte, womit er deutlich über der wichtigen Marke von 4000 Zählern blieb.
"Die Tiefststände scheinen wir nun gesehen zu haben", glaubt Stefan Steib, Europa-Stratege bei der WGZ-Bank. In der vergangenen Woche sei alles Negative zusammengekommen: Neue Zinsängste in den USA, Gewinnwarnungen großer US-Unternehmen, Kriegsgefahr in Nahost und damit verbunden der nach oben schnellende Ölpreis. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieses Horror-Szenario in dieser Woche wiederholt, ist gering", so Steib. Er sehe nun interessante Einstiegschancen, da viele Qualitätswerte im Dax und am Neuen Markt in den vergangenen Tagen völlig undifferenziert abgestraft worden seien. Er empfiehlt beispielsweise Siemens und Nokia: "Nokia ist auf ein neues Neun-Monats-Tief gefallen. Solche Chancen bieten sich nicht alle Tage." Am Neuen Markt sollten Anleger besonders ein Auge auf Brokat, Aixtron und Singulus werfen. Allerdings brauchten Investoren nach wie vor starke Nerven, da einige Wachstumswerte in dieser Woche kurzfristig noch weitere zehn Prozent einbüßen könnten.
"Die Panikverkäufe dürften aber ausgestanden sein", meint Stratege Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin. Er rät vor allem zu Finanztiteln und speziell zur Deutschen Bank. Nach der übertriebenen Talfahrt der vergangenen Tage erwarte er bei den Aktien der Großbank nun eine deutliche Erholung. Den Kursstürzen bei den High-Techs kann Senftleben auch Positives abgewinnen: "Die fundamental kaum noch nachvollziehbare Überbewertung vieler Technologiewerte ist nun vorbei." Für die kommende Woche erwartet Senftleben eine vor allem charttechnisch bedingte Erholung des Dax auf bis zu 6800 Punkte.
"Wenn sich die Situation im Nahen Osten entspannt, kann der Dax sogar an einem Tag um 150 Punkte nach oben klettern", meint Arndt Lichtenstein, Händler bei M.M. Warburg. Die Märkte seien aber nach wie vor extrem nervös. Lichtenstein rät verunsicherten Anlegern aber davon ab, ihr Kapital nun vor allem auf Werte der "Old-Economy" umzuverteilen. Da die Märkte extrem überverkauft seien, halte er abgestrafte Technologiewerte wie Intel, SAP oder Siemens wieder für interessant. Wegen der momentan extremen Kursschwankungen am Neuen Markt sollten Anleger hier eher auf Nummer Sicher gehen und zu einem entsprechenden Fonds greifen.
Besonders positiv bewertet der Händler die Aktien des niederländischen Konzerns Philips. "Die Quartalszahlen am Dienstag werden voraussichtlich sehr gut aussehen." Weitere Hinweise, ob die Talfahrt bei den High-Techs bald ein Ende hat, dürften diese Woche auch Geschäftszahlen von SAP, AOL Sun und SCM Microsystems liefern. Falls die Zahlen schlecht ausfallen, hat Beethoven bereits vorgesorgt. Seine 17. Klaviersonate trägt den Titel: "Der Sturm".
Eine erfolgreiche Börsenwoche
wünscht Udo
morgen wird es wohl wieder aufwärts Richtung Norden gehen,
doch "Vorsicht" es gibt noch zu viele Unsicherheitsfaktoren.
Beschrieben im nachfolgenden Artikel.
Börsianer hoffen auf Ruhe nach dem Sturm
Vorsichtiger Optimismus keimt auf - Tiefstände scheinen überwunden - Gebeutelte High-Techs scheinen wieder interessant
Endlich mal aufatmen? Foto: ddp
Von Henning Kruse
Berlin - Musikbeflissene Börsianer dürften am Wochenende vielleicht zu Beethovens sechster Symphonie "Pastorale" gegriffen haben. Ist doch der letzte Satz mit dem Titel "Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm" überschrieben. Die Gemütslage von Händlern und Investoren lässt sich nach den Turbulenzen der vergangenen Woche kaum besser beschreiben. "Das Schlimmste haben wir nun hinter uns", sind sich die meisten Experten einig. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. Dafür sei die Situation in Nahost nach wie vor zu unübersichtlich. Denn eine weitere Eskalation der Gewalt könne einige OPEC-Staaten aus Solidarität zu den Palästinensern veranlassen, den Öl-Hahn zuzudrehen. Und das hätte Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung weltweit.
Noch überwiegt für die neue Börsenwoche aber vorsichtiger Optimismus. Grund sind die Kursgewinne vom vergangenen Freitag. Im Sog der positiven US-Börsen - der Dow Jones gewann 1,6 Prozent und die US-Technologiebörse Nasdaq legte gar um 7,9 Prozent zu - machte der Dax in den letzten Handelsstunden einen deutlichen Satz nach oben und schloss schließlich um gut drei Prozent im Plus bei 6661 Punkten.
Auch am gebeutelten Neuen Markt kam es zu einer Trendwende. Der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax-All-Share stieg um 3,6 Prozent auf 4179 Punkte, womit er deutlich über der wichtigen Marke von 4000 Zählern blieb.
"Die Tiefststände scheinen wir nun gesehen zu haben", glaubt Stefan Steib, Europa-Stratege bei der WGZ-Bank. In der vergangenen Woche sei alles Negative zusammengekommen: Neue Zinsängste in den USA, Gewinnwarnungen großer US-Unternehmen, Kriegsgefahr in Nahost und damit verbunden der nach oben schnellende Ölpreis. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieses Horror-Szenario in dieser Woche wiederholt, ist gering", so Steib. Er sehe nun interessante Einstiegschancen, da viele Qualitätswerte im Dax und am Neuen Markt in den vergangenen Tagen völlig undifferenziert abgestraft worden seien. Er empfiehlt beispielsweise Siemens und Nokia: "Nokia ist auf ein neues Neun-Monats-Tief gefallen. Solche Chancen bieten sich nicht alle Tage." Am Neuen Markt sollten Anleger besonders ein Auge auf Brokat, Aixtron und Singulus werfen. Allerdings brauchten Investoren nach wie vor starke Nerven, da einige Wachstumswerte in dieser Woche kurzfristig noch weitere zehn Prozent einbüßen könnten.
"Die Panikverkäufe dürften aber ausgestanden sein", meint Stratege Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin. Er rät vor allem zu Finanztiteln und speziell zur Deutschen Bank. Nach der übertriebenen Talfahrt der vergangenen Tage erwarte er bei den Aktien der Großbank nun eine deutliche Erholung. Den Kursstürzen bei den High-Techs kann Senftleben auch Positives abgewinnen: "Die fundamental kaum noch nachvollziehbare Überbewertung vieler Technologiewerte ist nun vorbei." Für die kommende Woche erwartet Senftleben eine vor allem charttechnisch bedingte Erholung des Dax auf bis zu 6800 Punkte.
"Wenn sich die Situation im Nahen Osten entspannt, kann der Dax sogar an einem Tag um 150 Punkte nach oben klettern", meint Arndt Lichtenstein, Händler bei M.M. Warburg. Die Märkte seien aber nach wie vor extrem nervös. Lichtenstein rät verunsicherten Anlegern aber davon ab, ihr Kapital nun vor allem auf Werte der "Old-Economy" umzuverteilen. Da die Märkte extrem überverkauft seien, halte er abgestrafte Technologiewerte wie Intel, SAP oder Siemens wieder für interessant. Wegen der momentan extremen Kursschwankungen am Neuen Markt sollten Anleger hier eher auf Nummer Sicher gehen und zu einem entsprechenden Fonds greifen.
Besonders positiv bewertet der Händler die Aktien des niederländischen Konzerns Philips. "Die Quartalszahlen am Dienstag werden voraussichtlich sehr gut aussehen." Weitere Hinweise, ob die Talfahrt bei den High-Techs bald ein Ende hat, dürften diese Woche auch Geschäftszahlen von SAP, AOL Sun und SCM Microsystems liefern. Falls die Zahlen schlecht ausfallen, hat Beethoven bereits vorgesorgt. Seine 17. Klaviersonate trägt den Titel: "Der Sturm".
Eine erfolgreiche Börsenwoche
wünscht Udo