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Capoon
17.12.2000, 14:46
UMTS: > DAS ÖKONOMISCHE HIMMELSFAHRTSKOMMANDO NIMMT SEINEN LAUF – ES HALTEN IHN WEDER OCHS NOCH ESEL AUF

UMTS: Kunde wird zahlen müssen, meint Siemens Chef von Pierer. Er kritisiert die Wucherpreise bei Lizenzversteigerung.

Wien (pte, 07. Dez 2000 11:33) - Die hohen Summen der UMTS-Lizenzversteigerungen seien ein großes Problem, denn letztendlich müsse der Kunde diese bezahlen. "Ich sehe in dieser Praxis eine umgekehrte Privatisierung, da der Staat von der Privatwirtschaft Gelder abschöpft", so Siemens-Chef Chef Heinrich von Pierer anlässlich eines Vortrages in der Wirtschaftskammer Österreich.

<u>TEIL: 1</u>

tele.ring-Chef: "UMTS-Auktion bringt Luxussteuer für Kunden"

Für tele.ring-Chef Hartmut Kremling sind Milliardensummen für UMTS-Lizenzen eine <u>vorweggenommene Steuer auf Telekommunikation,</u> die die Kunden zu zahlen haben.

<u>WirtschaftsBlatt:</u> Herr Kremling, ist tele.ring für die UMTS-Auktion im Herbst gerüstet?

Hartmut Kremling: Jetzt tritt das ein, was ich den Vorteil der späten Geburt nenne. Gerade weil wir als letzter gestartet sind, hatten wir Gelegenheit, das ganze Funknetzdesign schon auf UMTS auszulegen. Es ist zwar noch etwas Aufwand nötig, aber wir können schneller sein als die anderen.

<u>WB:</u> Die zu erwartenden hohen Lizenzkosten irritieren Sie nicht?

Kremling: Wir werden uns auf jeden Fall um eine Lizenz bemühen,wie auch immer sie vergeben wird. Das ist aus heutiger Sicht für alle noch ein grosser Unsicherheitsfaktor. Unsere Businesspläne können erst konkret sein, wenn man genaueres über den Ablauf der Vergabe weiss. Wir beteiligen uns jedenfalls nicht an Spekulationen über die Höhe der Lizenzgebühren, auch wenn die verschiedensten Summen kursieren.

<u>WB:</u> Sind die riesigen Summen, die in England gezahlt wurden und in Deutschland erwartet werden, gerechtfertigt?

Kremling: Je höher die Lizenzkosten, desto schwieriger wird es, ein flächendeckendes Netz zu bauen. Die Regierung sollte wissen, dass das mobile Internet auch eine enorme gesellschaftliche Bedeutung in der Versorgung der Bevölkerung mit Informationen und Online-Services hat. Wie es jetzt aussieht, werden die Lizenzgebühren dann später über eine Art Luxussteuer vom Telekom-Kunden wieder eingebracht werden. Das zeugt nicht von Augenmass der Verantwortlichen.

<u>WB:</u> Halten Sie den österreichischen Telekom-Markt im Europavergleich für schlagkräftig?

Kremling: Österreich ist als Kernland Europas ein wichtiges Bindeglied und sollte seine Position gut nützen. Auch die Regierung scheint zu erkennen, dass wir mitten im Umbruch stehen. Genauso wie Firmen gibt es aber auch manchmal Länder, die die Entwicklung verschlafen und im globalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten.

<u>WB:</u> Zum Mitbewerb: Was sagen Sie zum Gewinneinbruch beim Ex-Monopolisten Telekom Austria?

Kremling: Es gibt eine sehr harte, preisintensive Auseinandersetzung am Markt. Ich nenne das sportlichen Wettbewerb. Man muss heute schnell und engagiert arbeiten.

<u>WB:</u> Was kann tele.ring besser als die anderen?

Kremling: Wir sind nicht der vierte Mobilfunkanbieter, sondern der erste konvergente Anbieter, der alle Angebote vereint: Festnetz, Mobilnetz und Internet. Es hat auch Vorteile, wenn man später in den Markt eintritt. Und wir haben die meisten Innovationen.

<u>WB:</u> Wo sollen eigentlich Ihre Kunden herkommen? Die Neukunden-Kurve in der Mobilkommunikation beginnt sich langsam, aber sicher zu verflachen.

]b]Kremling:[/b] Heuer verflacht sie noch nicht, weshalb wir 100.000 Kunden bis Jahresende für realistisch halten. Ansonsten kommt es immer häufiger vor, dass der Anbieter gewechselt wird.

<u>WB:</u> Worauf kann man bei tele.ring gespannt sein?

Kremling: Als nächstes kommt ein Navigationssystem am Handy und die Möglichkeit zur personalisierten Datenabfrage, zum Beispiel von Stromversorgern. Damit starten wir im Herbst.

<u>WB:</u> Die tele.ring-Werbekampagne kostet heuer 300 Millionen Schilling. Werden Sie mit dieser Summe auch auskommen?

Kremling: Die Summe kann ich weder bestätigen noch dementieren. Wir beobachten den österreichischen Telekom-Markt genau. Wenn es nötig ist, reagieren wir. Die Change-Kampagne vom Markennamen 1012 auf tele.ring ist aber jetzt bald vorbei.

<u>WB:</u> Warum hatte tele.ring ein halbes Jahr keinen Vorsitzenden der Geschäftsführung? Christoph Boelling quittierte seinen Dienst bekannlich schon im Dezember 1999.

Kremling: Ich kenne den Grund nicht im Detail, aber der frühere Geschäftsführer Boelling hat wohl eine andere Herausforderung gesucht. Der tele.ring-Start in Österreich war wohl nicht immer so ganz einfach, wie es vielleicht nach aussen ausgesehen hat.

<u>WB:</u> Zu ihrem beruflichen Werdegang?

Kremling: Geboren bin ich in Thüringen, habe 20 Jahre in Dresden gelebt und war Nachrichtentechnik-Entwicklungsingenieur für digitale Sprachcodierung in der ehemaligen DDR. Nach der Wende kam ich gleich zu Mannesmann Mobilfunk. Wien gefällt mir gut, es hat so ein ähnliches kulturelles Flair wie Dresden.
Autor: Arno Maierbrugger


<u>TEIL: 2</u>

http://www.imperium.de/animationen/anims2/hello3D.gif

Ein Zitat: Die Zeit ist kein Geld. Aber den einen nimmt das Geld die Zeit und den anderen die Zeit das Geld.

Diese Tatsachen darf man meines Erachtens nicht geringschätzen, durch die UMTS-Versteigerungen haben fast sämtliche Telekomkonzerne kräftig Federn lassen müssen und darüber hinaus haben auch die Telekomausrüster darunter arg gelitten. Für diese unglaubliche Kapitalvernichtung bei den Aktionären, ein großes Dankeschön an Herrn Eichel & Co.

So langsam zweifeln auch die Telekommunikationsunternehmen, ob sich die Mega-Investitionen bei UMTS jemals auszahlen werden.

Wer den Vorsprung der Europäer bei die der Telekomtechnik gegenüber den Amis
http://themen01.exit.de/protest/member/red-shark//bonzen/arb18.jpg
so sabotiert, der hat nur...

...Bestnoten verdient!
http://intern.telekurier.at/kurier/na_pro/wrapper/jpegs.php3?filename=scanverzeichnis-trend=cartoons//Cartoon_07_00_2.jpg


http://intern.telekurier.at/kurier/na_pro/wrapper/jpegs.php3?filename=scanverzeichnis-trend=cartoons//Cartoon_09_00_2.jpg


Die Grenzen der UMTS-Technik

Der japanische Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo, der als Pionier des mobilen Zugangs zum Internet gilt, hat vor zu großen Profiterwartungen bei UMTS-Technologie gewarnt. Keichi Enoko, der das erfolgreiche Internet-Angebot von DoCoMo im so genannten "i-mode" leitet, sagte der Wirtschaftszeitung "Financial Times" (Donnerstagausgabe), die europäischen Unternehmen hätten Mühe, ihre Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Euro (1.376 Milliarden Schilling) für die Mobilfunklizenzen der dritten Generation (UMTS) zu rechtfertigen. "Ich glaube nicht, dass sich das Geschäftsmodell beim Wechsel von 2G auf 3G (von der zweiten zur dritten Generation) grundlegend ändert", sagte er.

Japan wird 2001 als erstes Land UMTS-Dienste anbieten. DoCoMo habe festgestellt, dass diese Technologie nicht zur Übertragung großer Datenmengen geeignet sei. Im Gegensatz zu den Erwartungen großer europäischer Netz-Betreiber sei es nicht sinnvoll, ganze Videoclips oder Musikstücke mit dieser Technik auf das Mobiltelefon zu übertragen. Man werde daher kleinere "Appetithappen" anbieten, die Datenübertragung der vollständigen Stücke bleibe aber günstigeren und technisch ausgereifteren Wegen überlassen.

Die Einnahmen durch das Internetangebot im "i-mode", vergleichbar dem WAP (Wireless Application Protocol) in Europa, "normalisieren sich", sagte Enoki. Mehr als 15 Millionen Kunden habe dieses seit Februar 1999 auf dem Markt befindliche Angebot in Japan, deutlich mehr als WAP-Kunden in Europa. Obwohl die Zahl der Kunden nach wie vor stark wachse, gingen die Einnahmen zurück.
Quelle: apa/dpa/mjr 23.11.2000 13 : 44 Uhr


[b]Nachfrage nach B

Headeache
18.12.2000, 11:16
Hallo Capoon,

erstmal vielen Dank für den Querschnitt UMTS der letzten Monate. Ich denke, damit ist alles gesagt.
Einzig, wir sollten nicht den Verkäufer der Lizenzen dafür verantwortlich machen, dass er Geld verdient hat. Denn so ist freie Marktwirtschaft. Ausserdem kann ich mich daran erinnern, dass sich einige Namhafte freie Unternehmen in einer fairen Auktion über Wochen gegenseitig überboten haben. Wenn diese nicht die Weitsicht aufbringen, dass sie dort einen teuren Riesenflopp einkaufen, wer soll es dann? Ich habe genug Berichte von Leuten mit gesundem Menschenverstand gelesen, die die ganze UMTS-Geschichte in einem anderen Licht beleuchtet haben.
Also nicht einprügeln auf den Lizenezgeber (obwohl sie es in anderen Dingen oft genug verdient hätten), sondern in diesem Fall sollte sich das obere Managment einiger großer Telekommunikationsfirmen selbstkritisch fragen, ob hier nicht mit allzuviel Geldgier und Arroganz statt mit Weitschicht und strategischer Planung gehandelt worden ist.

Gruß
Headeache

Moneygeil
18.12.2000, 11:35
Salve Aktienboarder,

sehr gut daß dieses Thema nochmal aufgegriffen wird, fast alle Mobilfunkbetreiber haben mir ihrem Aktienkurs zu kämpfen da die Gewinnerwartungen wie der Schnee im Mai weggeschmolzen sind. Freie Marktwirtschaft hin oder her aber dieses Geschäft war derzeitig nur für die Regierung gut. Jetzt wird wieder versucht die Last zu verteilen das beginnt schon bei den Zubringerfirmen und denjenigen die mit dem Netzaufbau beauftragt sind. Die zu hohen Kosten muß wie immer der Endverbraucher tragen, es stellt sich nur die Frage ob wirklich jeder ein UMTS-Handy braucht, ging es bis jetzt nicht auch ohne! Wer 4 Jahre noch abwarten kann wird dann in einen sehr fairen Markt einsteigen.

Alors, Euer
Moneygeil

Muggsy
18.12.2000, 15:01
Ich fragte mich vor ein paar Jahren auch, ob jeder ein Handy braucht. Jetzt hat jeder eins.....
Denkt mal darüber nach !!!



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Moderator Asienforum

TestElch
18.12.2000, 23:28
Ich finde die Bieter der UMTS Lizenzen und die Aktionäre die begeistert eine Goldgrube gesehen haben brauchen sich nicht wundern- und erst recht nicht anschließend beklagen.
Keiner wurde gezwungen in die Werte einzusteigen sondern es ist immer die eigene Geldgier die den Verstand ausschaltet!
Wenn`s dann nicht klappt Geld zurück?!
Warum hat die Telekom in Schweden keine Lizens erhalten!
Doch sicher nicht wegen des Preises, sondern........?!
Na also, es kommt also auf die Einstellung der Unternehmen an. Schweden als Handy-Land wollte keinen Monopolisten, der die Entwicklung des Landes hemmt.

Was haben denn UMTS Lizenzen und BSE gemeinsam?
Man kann sie nicht zurückgeben auch wenn man dabei den Verstand verloren hat!

Ist mir gerade so eingefallen!
ElchGruß

http://www.aktienboard.com/vb/images/smilies/pint1.gif

Moneygeil
19.12.2000, 09:30
Hallo Muggsy,

das ist ganz einfach, gesprochen haben die Leute schon immer viel egal wo, egal wann. Da war es doch ganz klar daß jeder ein Handy braucht allein um jeden mitzuteilen daß er gerade ganz cool im Cafe sitzt und nicht arbeiten muß :-)

Bei den UMTS sehe ich das etwas anders, die Leute haben Ihre Handy´s und die Preise werden von Jahr zu Jahr günstiger wer wird sich am Anfang diese enormen Kosten an tun bis auf ein paar Freak´s!?

Alors,
Moneygeil

Muggsy
19.12.2000, 10:13
Sorry ich muß Contra geben ! http://www.aktienboard.com/vb/images/smilies/lol.gif

Vor kurzer Zeit fragte ich mich, ob jeder ins Internet muß ?
Jetzt ist fast jeder drin !
Ich denke die Freiheit im Freihen surfen zu können, werden viele wahrnehmen. Wir sitzen sowieso zu viel in der Bude, deshalb wäre es doch geil auf der Wiese zu sitzen und im Aktienbord zu stöbern.

Denkt mal darüber nach !

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Moderator Asienforum

Moneygeil
19.12.2000, 10:27
Nicht´s lieber als das!
Das mache ich sowieso aber mit dem Laptop weil ein Handy http://www.aktienboard.com/vb/images/smilies/smile.gif naja. Ich gebe Dir ja auch Recht aber so schnell wird dieser Boom einfach nicht einsetzen denn nicht alle neuen Technologien werdern sofort vom Volk angenommen. Eine sehr wichtige Rolle wird der Preis bleiben und wenn die norm. Handypreise wieder etwas runtergehen dann warten auch manche etwas länger bis die Wap-Seite aufgebaut ist aber schauen wir doch einfach was die Zukunft bringen wird !!! http://www.aktienboard.com/vb/images/smilies/smile.gif

Alors,
Moneygeil

TestElch
19.12.2000, 16:10
Um Aktienkurse zu bekommen und Aktien zu handeln braucht man kein UMTS Handy das geht ohne Probleme auch jetzt schon.
Die Kosten für eine Minute Wap liegen bei 40 Pf. Für den Geschäftsmann sicher kein Problem, aber fast alle halten sich fern.
Wenn UMTS kommt wirds auch nicht billiger und die versprochenen Übertragungsgeschwindigkeiten werden bei weitem nicht den max. Wert erreichen.
Also stottert man für sehr viel Geld mit schönen Bildern durchs Internet.
Bei den Zins- und Zinsessätzen für die Lizenzen und einer Realisierung in einigen Jahren sag ich nur abwarten!
Nirgendwo gibts was geschenkt. Vielleicht bezahlen wir dann zusätzlich die Entsorgung, für den dann überholten Kram.

ElchGruß!

ohayeq04
22.12.2000, 21:48
Der langen Rede kurzer Sinn:
Wenn es gelingt eine neue technik gegen UTMS zu etablieren,die billiger ist,dann gibt das für die UTMS-Käufer einen chrash , der gewaltig ist.
Also Finger weg von Telekomaktien,dioe voll ins UTMS Geschäft investiert haben....
denkt sich ohayeq04

Capoon
09.02.2001, 16:16
UMTS - DER MEGAFLOP DES JAHRHUNDERTS! - DAS MILLIARDENGRAB

http://internet.exit.mytoday.de/caponn/abumts_1.jpg
http://internet.exit.mytoday.de/caponn/abumts_2.jpg

TELEKOMMUNIKATION

Schockwellen in Europa

Die gigantischen Investionen für die neue Mobilfunktechnik UMTS drohen Telefongesellschaften und ihre Geldgeber zu überfordern

Von Gunhild Lütge Die Zeit 08.02.01

Endlich: Nachdem Europa die Computerentwicklung verschlafen und dann auch noch das Internet unterschätzt hatte, schien es wenigstens beim Mobilfunk zu klappen. Da staunten selbst die Amerikaner: Europas einst träge Telefonriesen seien aufgewacht, befand das amerikanische Wirtschaftsmagazin Business Week im vergangenen Jahr. Und: "Auch das künftige Epizentrum der Revolution liegt auf dem Alten Kontinent." Gemeint war eine neue Technik, kurz UMTS genannt. Analysten, Aktionäre und Telekom-Manager verfielen in große Euphorie. Und nun dies.
Eine Schockwelle erfasst Europa, seit sich in Frankreich für vier Lizenzen lediglich zwei Bewerber fanden. Der Grund für das Desaster: Die Kosten für die staatliche Erlaubnis, ein Stück Luft nutzen zu dürfen, sowie die gigantischen Investitionen für den Bau neuer Netze erscheinen plötzlich in einem anderen Licht.

Insgesamt werden in den nächsten zwei bis drei Jahren mindestens 150 Milliarden Euro investiert - so viel Geld ist noch nie in so kurzer Zeit in eine neue Technik geflossen. Der extrem hohe Aufwand droht selbst die großen Schlachtschiffe unter den europäischen Telefongesellschaften zu überfordern. Die Perspektive des einst so vielversprechenden Marktes verdüstert sich von Tag zu Tag.
Erste Zweifel kamen bereits nach den spektakulären Auktionen in Großbritannien und Deutschland auf. Die Finanzminister beider Länder kassierten insgesamt fast 90 Milliarden Euro für die Vergabe der Frequenzen. Die Versteigerung in Italien endete hingegen mit einem Eklat. Staatsanwälte mussten prüfen, ob bei der abrupt beendeten Aktion alles mit rechten Dingen zugegangen war. Die Auktion in Österreich dauerte nur zwei Tage - ebenfalls überschattet vom Verdacht illegaler Absprachen. Erlöst wurde nur eine halbe Milliarde Euro. Die Schweizer konnten mit 135 Millionen Euro noch weniger Geld einsammeln. Doch dann kam alles noch schlimmer.

Aktionäre begannen, die Telefongesellschaften abzustrafen - deren Kurse fielen im Sturzflug. Banken sind inzwischen gehalten, ihre Kreditengagements zu überprüfen, Marktforscher ziehen derweil die Geschäftsmodelle der Unternehmen in Zweifel. Die bange Frage: Werden die Investitionen jemals Gewinne einspielen? Ziehen die angeschlagenen europäischen Telefonriesen womöglich noch Banken oder gleich die gesamte Konjunktur mit in die Tiefe?

Die Nervosität kommt nicht von ungefähr. Denn ob sich UMTS zu einem lukrativen Zukunftsmarkt oder zu einem Milliardengrab entwickelt, kann derzeit noch niemand sagen (ZEIT Nr. 34/00). Anders als im traditionellen Mobilfunk bauen die Optimisten darauf, dass die Kunden Daten und Bilder austauschen und neue Informationsangebote nutzen, statt nur zu telefonieren. Die offene Frage: Für welchen neuen Dienst sind die Kunden tatsächlich bereit zu zahlen? "Die meisten Menschen mit viel Zeit haben meistens kein Geld und umgekehrt", sagt, ziemlich nüchtern, Kalevi Kaartinen, der beim Handy-Champion Nokia das Endgerätegeschäft managt.

Geradezu dramatisch formuliert Lars Godell. "Der UMTS-Markt wird sich in ein blutiges Schlachtfeld verwandeln", so der Analyst der US-Unternehmensberatung Forrester Research, nachdem er sich bei den Großen der Branche umgehört hat. Warum gehen sie dieses Abenteuer ein? Sie haben keine andere Wahl. Denn ihre alten Festungen fallen. Wegen der Liberalisierung in Europa brechen auf den Heimmärkten die Geschäfte mit dem Festnetz weg. Deshalb drängen alle ins Ausland - am liebsten in den Mobilfunk. Dort kämpft nun jeder gegen jeden.

Beispiel Deutschland. Angetreten ist fast alles, was in Europa Rang und Namen hat: France Télécom über die Beteiligung an MobilCom, die niederländische KPN über E-Plus, British Telecom nennt Viag Interkom sein eigen, und der britische Mobilfunker Vodafone hat sich Mannesmann (D2) einverleibt. Die spanische Telefónica und die finnische Sonera versuchen mit dem 3G-Konsortium den Neustart. Und natürlich ist D1 mit von der Partie, die Mobilfunktocher der Deutschen Telekom.

Alle müssen nicht nur die horrende Summe für die Lizenz verkraften (acht Milliarden Euro), sondern auch noch die vielen Milliarden, die der Aufbau der Netze verschlingen wird (rund fünf Milliarden Euro). Jenen Betreibern wie T-Mobil oder Vodafone, die schon heute eine breite Kundenbasis haben, wird am ehesten zugetraut, auf dem neuen Markt durchzustarten. Ganz schwer werden es hingegen Newcomer wie das 3G-Konsortium haben. Sie beginnen am Punkte null.
"Es wird eine radikale Auslese bei den Mobilfunkanbietern geben", sagt Forrester-Analyst Lars Godell. Die meisten Konzernmütter haben schon heute zu kämpfen: Beteiligungen werden abgestoßen, Immobilien versilbert. Das verschafft vorerst Luft. Trotzdem aber wachsen die Schulden. Das rief bereits die Bankenaufseher auf den Plan.

Bankenaufseher prüfen - und schweigen

Rund 150 Milliarden Euro pumpten die Geldinstitute im vergangenen Jahr in die europäischen Telefonkonzerne - fast viermal so viel wie noch ein Jahr zuvor, rechnen die Analysten von Morgan Stanley Dean Witter vor. Schon im Herbst 2000 forderte das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen die deutschen Banken zu einer Bestandsaufnahme auf. Inzwischen wurde deren Kreditvergabe auf mögliche Risiken abgeklopft. Was nun stutzig macht: Das Amt veröffentlicht das Ergebnis nicht. Offensichtlich fürchtet Amtschef Jochen Sanio, allzu düstere Aussagen könnten die Finanzmärkte in helle Aufregung versetzen. Entwarnung aber kann Sanio offenbar auch nicht geben - sonst hätte er das längst getan.

Den Chefs der großen Konzerne bleibt derweil nichts anderes übrig, als heitere Miene zum dramatischen Spiel zu machen. So hofft beispielsweise Michel Bon, Konzernlenker bei France Télécom, durch den Börsengang seiner Mobilfunktochter Orange ordentlich Kasse zu machen. Wenn das nicht reiche, so könne man sich zusätzlich noch von Immobilien trennen, sagt er. Genau das plant auch die Deutsche Telekom. Bereits im vergangenen Jahr schmolz ihr Gewinn dahin. Nur die Milliardenerlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen konnten das Zahlenwerk noch einmal aufpolieren.

British Telecom geht es nicht besser. Im November gab BT-Chef Sir Peter Bonfield die radikale Zerlegung seines Konzerns bekannt. Die macht den Verkauf einzelner Teile leichter. Verschuldet ist der Konzern mit rund 50 Milliarden Euro. Die Briten werden nur noch von den Deutschen und Franzosen übertroffen, die inzwischen bei rund 60 Milliarden angekommen sind. Rivale Vodafone steht - wenigstens bei der Verschuldung - noch am besten da. Dem britischen Mobilfunker kam unter anderem zugute, dass sie Mannesmann zerlegen und die Einzelteile verkaufen konnten.
Insgesamt aber entwirft Forrester-Analyst Godell ein geradezu düsteres Szenario: Aktionäre werden Regierungen verklagen, weil diese die Profitabilität des Mobilfunks zerstörten. Die Regierungen wiederum würden ihre Lektionen in Sachen Industriepolitik lernen und niemals mehr Auktionen starten. Der europäische Anleihenmarkt implodiert; die Zinsen steigen, so Godell weiter. Am Ende könnte sogar der Euro beschädigt werden und geplante EU-Reformen ins Stocken geraten.

Auch wenn es nicht ganz so schlimm kommt: Selbst Großmaul Gerhard Schmid, der unerschrockene Gründer von MobilCom, ahnt, dass es diesmal wohl schwieriger wird als noch vor zehn Jahren beim Start des Handy-Booms. Aber: "Entweder man ist dabei oder raus aus dem Spiel", sagt der Hockeyfan. Und das gilt nicht nur für ihn allein.

Mitarbeit: Marc Brost, Thomas Fischermann, Michael Kläsgen

UMTS – NUR DIE ALLER DÜMMSTEN KÄLBER WÄHLEN IHRE SCHLÄCHTER SELBER!

Mein LOGO für UMTS http://internet.exit.mytoday.de/caponn/abfisch.jpg

Capoon

[Editiert von Capoon am 09-02-2001 um 16:36]

Gordon Gecko
24.02.2001, 14:18
Wann geht das eigentlich so richtig los? Also ab wann kann man UMTS eigentlich nutzen.

Ich selbst habe ein Handy welches Wapfähig ist, aber ehrlich gesagt, das kann man den Hasen geben. Dauert sau lange, bringt wenig Info zu einem Horror-Preis.

Denke eigentlich, dass es nur was für Laptops bringt.
Und somit die Infrastruktur durchaus Geld verdienen kann, die Handy-Hersteller dadurch aber wahrscheinlich keinen besonderen Boom erwarten wird.

Hmmm spricht ja eher gegen Nokia. Naja, jetzt ist es zum verkaufen zu spät, oder?

Gruß Gecko

Capoon
24.02.2001, 18:35
http://www.lbbs.org/CrisesCurEvts/Globalism/global_masthead.gif

http://www.imperium.de/animationen/anims2/hello3D.gif

Ein Zitat: Die Zeit ist kein Geld. Aber den einen nimmt das Geld die Zeit und den anderen die Zeit das Geld.


Eichel und Co. haben die Büchse der Pandora geöffnet!

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NTT Docomo hat zum Beispiel für seine UMTS-Lizenzen gar nichts bezahlt und ist deshalb auch nicht hoch verschuldet.

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Die neue UMTS-Technik kann schon in wenigen Jahren wieder veraltert sein, jedenfalls schreitet der technische Fortschritt auf diesem Gebiet stetig voran. Ich kritisiere auch nicht die technischen Möglichkeiten von UMTS, sondern in erster Linie die Lizenzvergabe durch den Staat. Knappe 100 Milliarden DM nur für Lizenzen und noch einmal 50 Milliarden für den Ausbau und das nur für Deutschland, machen die UMTS-Geschichte zu einem wirtschaftlichem Himmelsfahrtkommando.
Übrigens: In Europa sind 217 Milliarden DM für Lizenzgebühren bezahlt

Die UMTS-Versteigerung lief ja nach dem Motto: Vogel friß oder stirb, d. h. die Telekomgesellschaften wollten unbedingt dabei sein und das hat den Preis der Lizenzen in ungeahnte Höhen getrieben. Immer fraglicher wird es, ob die hohen Investitionen für die neue UMTS-Generation jemals wieder erwirtschaftet werden können. Das ganze erweist jetzt als eine ökonomische Katastrophe, die auch noch zu einer ganz schlimmen Bankenkrise ausarten kann, denn der Schuldenberg hat sich beachtlich ausgeweitet: Vor zwei Jahren gingen 7,4 Prozent der in Europa von Bankenkonsortien ausgegebenen Kredite auf ihr Konto, inzwischen sind es schon 35 Prozent. Und schon jetzt befinden sich einige Telekomgesellschaften am Rande des Abgrunds. Entweder werden solche Firmen von den großen Big-Playern geschluckt oder sie gehen Pleite. Somit wird der Konzentrationsprozeß weiter beschleunigt und am Ende bleiben nur einige Big-Player über. Weniger Wettbewerb bedeuten aber letztlich für den Endverbraucher wieder höhere Preise. Folglich kann ich für Aktionäre und für den Konsumenten nur Nachteile entdecken!

Fakt ist, für Kleinanleger und angesehene Experten war UMTS eine magische Formel Die UMTS Einführung wird nach den jüngsten Erkenntnissen voraussichtlich 2 Jahre später erfolgen. Ob die Ausgaben für UMTS jemals wieder eingespielt werden, ist damit mehr als fraglich. Außerdem, wegen der hohen UMTS-Lizenzkosten streben einige Netzbetreiber eine Vorfinanzierung durch die Lieferanten an. Die Lieferanten möchten allerdings nicht ein zu großes Risiko eingehen. Bei Siemens gilt laut Chapara Rueda „Wir finanzieren nur in einem betriebswirtschaftlich sinnvollen Rahmen und streben nicht nach Aufträgen um jeden Preis."

Herr Kürten von Ericsson meint „Die Vorfinanzierung ist nur eine kurzfristige Überbrückung und das nur dann, wenn es ein interessantes Projekt ist“

Nur die Börsianer glauben nicht mehr daran!

Wie ich oben schon geschrieben habe, sind jetzt sind die Kassen der großen Telekom Schlachtschiffe leer und infolgedessen werden auch weniger Bestellungen getätigt. Das hat die Wirkung eines Domino-Effektes für die gesamte Telekom-Branche und diese gerät nun in einer nie dagewesene schweren Krise und verstärkt noch zusätzlich die Krise in anderen Hightechbereichen. Hoffentlich kommt es nicht zu einem finanziellen Kollaps mit Bankenkrise.

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Die zerstörten Illusionen!

Intel sieht Telekombranche vor möglichem finanziellem Schiffbruch

http://www.imperium.de/animationen/anims/aktuell.gif Cannes (Reuters) –

Der Telekommunikationsbranche steht nach Einschätzung des weltgrößten Chipherstellers Intel auf Grund der hohen Ausgaben in die neuen 3G-Mobilfunk-Technologien möglicherweise ein finanzieller Schiffbruch bevor. "Wir werden mit einer Situation konfrontiert, in der eine Industrie auf den Bankrott hinsteuert (...), bevor selbst ein einziger 3G-Anruf gemacht wurde", sagte der Vizepräsident und Generalmanager des US-Konzerns, Hans Geyer, am Freitag auf der größten jährlichen Handy-Messe, dem GSM World Congress, in Cannes.

Mein Logo zu UMTS http://internet.exit.mytoday.de/caponn/abfisch.jpg

@Gordon Gecko
Nokia hat knappe 20 Prozent in einer Woche verloren. Das ist für ein Blue-Chip verdammt eine Menge Holz. Jetzt lohnt
sich zumindest ein kurzfristiger Kauf!

FAZIT: Netzbetreiber sind kein Kauf!

Capoon, der meint, daß es an der menschlichen Natur liegt, vernünftig zu denken und unlogisch zu handeln.

[Editiert von Capoon am 24-02-2001 um 21:30]

TraderOne
24.02.2001, 19:48
hi zusammen,
jaja, so schnell kann sich das blatt wenden ....

falls umts weiterhin als desaströses thema eingeschätzt und gesehen werden sollte, darf man sehr gespannt sein wie sich die regierung in bezug auf die dtag verhalten wird.

als hauptaktionär befindet sie sich doch hier in einem immensen interessenkonflikt.

wie seht ihr die situation, kann hier nicht möglicherweise auf eine teilweise rückerstattung der überhöhten lizenskosten spekuliert werden?

bye,
traderone

Gordon Gecko
25.02.2001, 00:48
An eine Rückerstattung glaube ich kaum. In den Köpfen ist das Geld doch schon wieder ausgegeben.

Mal ehrlich, die Sache mit der Versteigerung war doch nicht in Ordnung, oder? Sicherlich ist dies eine effiziente Art und Weise im Sinne der Mikroökonomik, aber die ist doch in dem Fall garnicht gesucht, oder?
Im Endeffekt hat man doch gerade da, also im Hightech-Sektor, Geld entzogen, inden ein zukunftsorientiertes Land Geld reinpumpen sollte, oder?

Wieviele Arbeitsplätze im Kohlebergbau kann man eigentlich mit den UMTS Milliarden subventionieren?

Gruß Gecko

Muggsy
25.02.2001, 01:22
Es wird meiner Meinung nach eines großen Gewinner in Europa geben. Und das wird Ericsson sein. Ericsson sorgt für die Komponenten für das UMTS-Netz und verdient sich eine goldene Nase. Das Netz wird nämlich auf jeden Fall realisiert, ob es nun rentabel wird oder nicht. Das große Problem von Ericsson wird sein, das Geld von den Telko's zu bekommen, da Ericsson alles erstmal aus eigener Tasche bezahlt.

Dagegen wird Nokia Probleme bekommen, ihr Spielzeug loszuwerden, weil es anfangs viel zu teuer sein wird.

Siemens liegt irgendwo zwischendrin, hat aber genügend andere Standbeine.

Und die Telko's wurden aufgrund der sehr hohen Lizenzgebühren sowieso von unserer Regierung in den Ruin getrieben. Aber da oben denkt ja sowieso keiner mit.
Aber irgendwie sind sie ja selbst schuld. Es hat ja keiner von ihnen verlangt die Preise so in die Höhe zu jubeln.

Ich zumindest werde mir ein UMTS-Handy zulegen. Wahrscheinlich bekomme ich es ja sowieso von Ericsson aufgedrängt. :D

Gruß Muggsy

TraderOne
25.02.2001, 01:44
hi,
erstmal ein kompliment für dieses board. macht spass die beiträge von intelligenten zeitgenossen zu lesen!!

zu umts:
ich denke es ist eindeutig, dass die ersten versteigerungen in gb & brd ganz im zeichen des grandiosen internet-hypes standen und die immensen investitionen zwar definitiv schon an wahnsinn grenzten (das wurde von der presse ja auch so kommentiert) aber von beiden seiten sozusagen 'billigend' in kauf genommen wurden.

mittlerweile hat sich die lage (wie von capoon sehr trefflich beschrieben!) jedoch radikal geändert und die telekoms wurden mit dem utms-katapult erstmal ins schwarze loch geschleudert.

was nun?

die eichel & co gmbh wird vermutlich keine cash-rücküberweisungen tätigen aber sie könnte in form von nachträglichen, besonderen steuererleichterungen den massiven schuldendruck von den betroffenene unternehmen nehmen, denn es kann ihnen nicht daran gelegen sein die dtag in die knie zu zwingen. die aktienkultur der brd steht immerhin auf dem spiel denn hier geht es nicht mehr um dot.coms sondern ein eigentlich als solides eingestuftes unternehmen in das viele konservative kleinanleger investiert haben. ausserdem ist die brd immernoch hauptaktionär der dtag.

aber womöglich traue ich der politik schon wieder viel zu viel weitblick zu. I don't know. es ist EINE möglichkeit. aber natürlich nicht die einzige.

read u soon,
TraderOne

Gordon Gecko
26.02.2001, 23:54
Ja, der Trend ist wohl nun, dass das UMTS-Netz vorerst nicht allzu breit ausgebaut wird, man möchte durch Kooperationen erstmals ein einziges Netz aufbauen, welches man gemeinsam nutzt und später erst mehrere Netze aufbauen.

Ich denke, das ist der richtige Weg. Sicherlich erstmal schlecht für die Komponenten-Zulieferer, aber nur so schafft man es das UMTS-Netz schnell auszurollen. Sollte es sich als ein wirklicher Erfolg erweisen, dann können sich auch die Zulieferer wieder freuen, denn dann geht's an den Ausbau.

Also,
ZIEL: so schnell wie möglich implementieren, oder?

Gruß Gecko

Capoon
02.03.2001, 22:22
UMTS – DAS MILLARDENGRAB DER TELEKOMBRANCHE

Der Schuldenberg der Telekom-Branche steigt weiter und ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Die Last der kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten, die die Telekommunikations-Gesellschaften aufgenommen haben, um ihre Dienste auszubauen, hat gigantische Ausmasse angenommen. Ob das jemals wieder eingespielt wird, ist fraglicher denn je. Die Besitzer von Aktien und Anleihen der TK-Unternehmen haben schlaflose Nächte.

Experten schätzen die Gesamtverschuldung aller TK-Serviceprovider in Europa auf aktuell etwa 300 Mrd. €. Bis April würden weitere bis zu 50 Mrd. € an langfristigem Fremdkapital gebraucht. Allein in Deutschland und Großbritannien müssen zusätzlich zu den 85 Mrd. € für die reinen UMTS-Lizenzen noch einmal ein Betrag in etwa gleicher Höhe in die Infrastruktur investiert werden.

Morgan Stanley Dean Witter (MSDW) hat ausgerechnet, dass die europäischen TK-Unternehmen im letzten Jahr rund 70 Mrd. $ an Anleihen begeben haben. 1999 waren es noch 40 Mrd. $ gewesen. Die syndizierten Bankkredite schnellten von ! 40 auf 150 Mrd. $ hoch.

Die Deutsche Telekom führte im vergangenen Jahr das Feld mit über 18 Mrd. $ bei den Anleihen an. Die niederländische KPN folgt mit 13, France Telecom hat mehr als 11 Mrd. $ aufgenommen, Vodafone 9,6, die spanische Telfonica 7,1 und die British Telecom folgt mit knapp 7 Mrd. $ Anleihevolumen. Die Bescheidenheit hier glich das englische Unternehmen mit syndizierten Krediten von fast 49 Mrd. $ mehr als aus. Der französische Konkurrent „unserer“ Telekom holte sich mehr als 27 Mrd. $ von den Banken, Vodafone kam auf knapp 20 Mrd. $, KPN auf 12,5, die Deutsche Telekom nahm 10,5 Mrd. $ auf, die Telefónica begnügte sich mit 8,5 Mrd. $.

Dir Refinanzierung wird teurer als geplant

Damit war der Kapitalhunger der Branche aber keineswegs gestillt. Aktienemissionen brachten 1999 fast 45 Mrd. $ herein; nach rund 39 Mrd.$ im Jahre 1998. Im vergangenen Jahr wurden noch einmal fast 67 Mrd. $ einkassiert. Das sollte eigentlich in diesem Jahr in gleichem Umfang weitergehen. Möglicherweise hat die Branche da aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, wie das miserable IPO von Orange zeigt Wenn es bei den Aktienemissionen jetzt eng wird, fehlen der Branche Mittel zur Tilgung ihrer Kredite und Anleihen. Deren Refinanzierung wird also teurer als geplant. Das gestiegene Risiko schlägt sich in sinkenden Kreditratings nieder, was wiederum zu steigendem Zinsniveau führt. Das Ergebnis: Die TK-Unternehmen sehen sich steigender Zinslast gegenüber.

Ob darin wiederum Potenzial für eine Bankenkrise schlummert?

So weit möchte MSDW nicht gehen. Wie stark das Engagement einzelner Banken aber ist, wird am Beispiel der Commerzbank deutlich: Sie hat per Jahresende 2000 9 Mrd.€ an TK-Unternehmen ausgeliehen. Das sind rund 5,5% des gesamten Kreditvolumens. ABN-Amro kommt auf 14 Mrd. € entsprechend 2,4% der Kreditsumme. 7 europäische Großbanken hatten Ende des vergangenen Jahres zusammen knapp 50 Mrd. € an die TK-Branche ausgeliehen.

Deutsche Telekom - Besser als andere?

Die Deutsche Telekom steht noch nicht einmal so schlecht da. Zwar wird sich ihr Zinssaldo von zuvor immer um die 3 Mrd. € durch die UMTS-Lizenzen auf rund 4 Mrd. € verschlechtern. Aber sie hat nach Infrastruktur-Investitionen von rund 40 Mrd. € in den letzten fünf Jahren auch das technisch am besten ausgestattete Festnetz in Europa. Gleiches gilt wohl auch für den Mobilfunk. Und beide sind längst nicht „am Anschlag“. Die schlummernden Reserven werden bei 25 bis 30% gesehen, die ohne nennenswerte Folgeinvestitionen aktiviert werden könnten.

Der Zinssaldo wird sich durch UMTS-Investitionen noch einmal um bis zu 1 Mrd. € verschlechtern. Der Verkauf der amerikanischen Sprint, sowie von sechs, derzeit noch nicht veräußerten regionalen Kabelgesellschaften könnte rund 4, bzw. 5 Mrd. € in die Kassen spülen. Die Korrektur der Immobilienbewertung hat wohl keine unmittelbar liquiditätswirksamen Folgen, so dass sich die langfristige Zinslast per Saldo bei rund 4,3 Mrd. € einpendelt. Dies allerdings alles noch vor dem Kauf von Voicestream der noch einmal Liquidität im oberen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich kostet.

UMTS - Träumereien am Kamin?

So weit, so schlecht. Nach dem bisherigen Flop von WAP mehren sich die Zweifel, ob die großartigen Hoffnungen in UMTS überhaupt noch real sind. Der Misserfolg der französischen Lizenzauktion zeigt einerseits die Mittelknappheit der Branche, andererseits die ! auf den Nullpunkt gesunkene Euphorie und drittens die Suche nach Alternativen.
So hat Bouygues Telecom den Rückzug aus der UMTS-Versteigerung damit begründet, sich auf die billigere GPRS-Technik fokussieren zu wollen. GPRS garantiert schnelle Übertragungsraten bei Investitionen von einem Bruchteil dessen, was UMTS erfordert. GPRS wird gegenwärtig auch in Deutschland in Betrieb genommen und könnte die Frage verschärfen, ob UMTS überhaupt gebraucht wird.

Der Bedarf für den Mobilfunk der dritten Generation!

In der vergangenen Woche wurde die Unsicherheit von zwei Seiten her erheblich verstärkt. Einerseits hatte Alcatel gemutmaßt, der UMTS-Start gelinge frühestens im Jahr 2004. Diesen Zweifeln hatte sich Qualcomm angeschlossen Und schließlich hat

Merrill Lynch Stratege Steve Milunovich frech behauptet: „Wir brauchen diese stinkenden 3G-Datenraten nicht!“. Er unterscheidet durchaus nachvollziehbar zwischen mobilen und portablen Anwendungen. Seine These: Die sogenannten Killer-Applikationen wie Internet-Zugang und Video-Übertragung seien in Wirklichkeit mit anderen Netzstrukturen besser und billiger zu erledigen. Die typisch mobilen Anwendungen kämen aber mit den heute verfügbaren Datenraten aus. Mithin gäbe es keinen Bedarf für den Mobilfunk der dritten Generation (3G)

Wenn aber die UMTS-Zukunft nicht mehr so rosig aussieht, fließen die Einnahmen erst später und dann in deutlich reduziertem Umfang zurück. Der Schuldendienst zieht sich in die Länge. Und vielleicht kommt dann noch Abschreibungsbedarf für überhöhte Lizenzzahlungen hinzu. Schließlich kostete die UMTS-Lizenz in Deutschland 16 Mrd. DM, während nur Monate später in Frankreich für dasselbe Gut für 5 Mrd. € nicht genügend Nachfrage aufkam.

Die Lage der Telekommunikationsindustrie ist also brisant. Die ihrer Zulieferer nicht minder, wie z.B. die jüngste Gewinnwarnung von Nortel zeigt Der Mobilfunkmarkt strebt zumindest in Europa der Sättigung entgegen. Da wiegt es besonders schwer, wenn UMTS nicht die erhoffte Belebung bringt.
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NTT DoCoMo: UMTS- Technologie unrentabel
Stand: Ende November 2000

NTT DoCoMo bezweifelt, dass man mit der neuen UMTS-Technologie die Umsätze erzielen kann, die sich viele europäische Telekom-Unternehmen erhoffen. Man habe die Technologie getestet und festgestellt, dass es unpraktikabel ist damit zum Beispiel Videos oder Musiktitel herunterzuladen. Obwohl die Geschwindigkeit hoch sei, wäre es für die Nutzer einfach zu teuer. Diese Services sind es aber, von denen sich die Unternehmen hohe Umsätze erwarten. Man benötigt aber sehr hohe Umsätze mit der neuen Techink, um die hohen Lizenzgebühren von mehreren Milliarden Euro wieder hereinzuholen.

NTT DoCoMo wird im nächsten Frühjahr als erstes Unternehmen Mobilfunk der drtten Generation in Japan einführen
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KOMMENTAR
In drei bis vier Jahren könnte diese Übertragungstechnik schon wieder total veraltert sein.
Weite Teile des Hightech-Sektors geraten im UMTS-Abwärtssog

Die sehr hohen Gebühren für UMTS-Lizenzversteigerungen ziehen weite Teile der Hightech-Aktien in die Tiefe. Die T-Branche steht mit dem Rücken zur Wand. Der schnelle Ausbau der Netze wird sich aufgrund der prekären finanziellen Lage der Netzbetreiber voraussichtlich verzögern. Somit werden auch Netztausrüster in den Abwärtssog dieser Branche gezogen. Schaut Euch doch nur die Kursentwicklungen sämtlicher Netzausrüster an. Z. B. das ganze Gerede über Vorfinanzierungen hat den Aktienkurs des Marktführers Ericsson schon erheblich geschadet. Die Börse nimmt „das mögliche Scheitern“ dieses UMTS-Wahnsinns vorweg. Selbst für den zügigen Ausbau der Glasfasernetze fehlt offensichtlich das Geld. Jedenfalls sind meines Erachtens die plötzlichen Gewinn- und Umsatzeinbrüche bei Glasfaserequipment-Hersteller nicht nur auf einer Verlangsamung der US-Konjunktur zurückzuführen.

NUR DIE ALLER DÜMMSTEN KÄLBER WÄHLEN IHRE SCHLÄCHTER SELBER!

Mein LOGO für UMTS http://internet.exit.mytoday.de/caponn/abfisch.jpg Capoon

schlaubi
03.03.2001, 18:42
http://www.finance-online.de/fun/archiv/2001/02/26022001.gif

miezmiez
04.03.2001, 08:36
was bei der Geschichte UMTS passiert ist!

".....in der menschlichen Natur liegt vernünftig zu denken, und irrational zu handeln"!

Ich kann es nur noch einmal erwähnen. Wer von euch ein Hypothekendarlehen bedient, der weis wie lange es dauert bis dies getilgt ist.
Bei der Telekomm müssen 20 Mrd zurückbezahlt werden. Dies ist mit dem Gewinn die die Telekomm macht auf absehbare Zeit schlechthin unmöglich.
Das Bilanzvolumen dieses Riesen wird merklich kleiner werden, da das Tafelsilber verkauft werden wird um überhaupt den normalen Geschäftsbetrieb sicherzustellen.

Die Ausgabe von Anleihen dürfte in nächster Zeit zur Geldbeschaffung ausfallen. Der Boersengang von T-Mobile dürfte auch nicht das bringen was man sich vorstellt und die Banken sind bei der Kreditvergabe auch vorsichtig geworden. Aber neuer Kredit, bedeutet neue Zinslast + Tilgung.

Capoon
12.03.2001, 14:26
http://www.lbbs.org/CrisesCurEvts/Globalism/global_masthead.gif

http://www.imperium.de/animationen/anims2/hello3D.gif

NEUES VOM MILLIARDENGRAB DER TK-KONZERNE

CRASH wegen UMTS-WAHNSINN? - Der Megaflop des Jahrhunderts könnte sich zur einer Weltwirtschaftskrise ausweiten!!!

TEIL 1

Telekommunikation: Zum Sterben zu niedrig, zum Leben zu hoch

von Willi Weber [28.02.01, 16:23]

Viele namhafte Finanzexperten machen sich große Sorgen um die hohe Verschuldung der Telekommunikationsunternehmen. Sie befürchten Kreditausfälle in Milliardenhöhe, welche zuerst das weltweite Finanzsystem und als Folge daraus die gesamte Weltwirtschaft in eine ernste Krise stürzen könnten.

Seit 1997 haben internationale Banken Kredite in Höhe von mehr als 866 Milliarden US-Dollar an Telekom- und Medienunternehmen zugesagt. 302 Milliarden Dollar entfallen davon auf US-Banken, 318 Milliarden Dollar auf europäische Institute und 68 Milliarden Dollar auf japanische Geldhäuser. Von diesen Kreditlinien dürften etwa 30 bis 40 Prozent noch nicht in Anspruch genommen worden sein.
In Europa ist vor allem der neue Mobilfunkstandard UMTS für die Schuldenberge der großen Telcos verantwortlich. So kosteten zum Beispiel allein die sechs UMTS-Lizenzen in Deutschland rund 50 Milliarden Euro. Experten rechnen damit, dass die gleiche Summe noch einmal für den Aufbau der Netze erforderlich sein wird.

Vor allem die Deutsche Telekom, die British Telecom und die France Télécom sind hochverschuldet. So betragen beim T-Konzern die Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag 31.12.2000 mehr als 60 Milliarden Euro. Beim britischen Konkurrenten verdoppelte sich die Nettoverschuldung bis zum Ende des vergangenen Jahres auf 19,1 Milliarden britische Pfund. Während die Zins- und Tilgungslasten schon jetzt die Gewinnmargen der Konzerne kräftig nach unten drücken, sind die ersten Einnahmen aus den UMTS-Investments frühestens im Jahr 2003 zu erwarten. Bis sich sämtliche UMTS-Ausgaben amortisiert haben, dürften sogar zehn Jahre vergehen. ...eher auf den St. Nimmerleinstag

So gesehen sind die Ängste der Finanzprofis nicht von der Hand zu weisen. Die Milliardeninvestitionen in eine neue und zudem mit Unsicherheiten behaftete Technologie, die erst nach so langer Zeit rentabel zu werden verspricht, sind kaufmännisch mehr als gewagt.

Dennoch dürfte die Verschuldung der Telekommunikationskonzerne keinen Bankencrash auslösen. So lassen sich die Kreditverpflichtungen durch Gewinne aus anderen Geschäftsbereichen, etwa dem Festnetz, finanzieren. Außerdem können mögliche Erlöse aus dem Verkauf von nichtrelevanten Vermögensteilen – etwa von Beteiligungs- oder Anlagevermögen - zur Schuldentilgung verwendet werden.

Bei einer weiteren geplanten Einnahmequelle müssen die Konzerne allerdings erhebliche Abstriche in Kauf nehmen. Der Cash aus dem Börsengang der Mobilfunktöchter wird weit weniger sprudeln als ursprünglich erhofft. Das musste erst vor kurzem die France Télécom bei der Emission von Orange erfahren. Mit T-Mobil der Deutschen Telekom und Cellnet der British Telecom stehen noch zwei weitere große Emissionen von Mobilfunktöchtern ins Haus. Die beiden Konzerne stehen aber vor einem Dilemma: Einerseits brauchen sie so schnell wie möglich die frischen Börsengelder zur Schuldentilgung, andererseits würde aber der augenblicklichen Börsenflaute nur ein Teil der eingeplanten Mittel in die Kassen fließen.

Der Blick auf den Soll-Stand des Kontoauszugs dürfte bei den Großschuldenmachern deshalb ein äußerst zwiespältiges Gefühl auslösen: Zu niedrig, um zu sterben, zu hoch, um gut zu leben.
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TEIL 2

http://www.imperium.de/animationen/anims/aktuell.gif EU kritisiert teure UMTS-Auktionen

von Joachim Hoenig

Die EU-Kommission äußert in einem dem Handelsblatt vorliegenden Bericht erstmals ernsthafte Sorgen über die stark getrübte Stimmung in den europäischen Telekomunternehmen.

HB BRÜSSEL. Die Konzerne haben im zurückliegenden Jahr für zum Teil mehrstellige Milliardenbeträge Lizenzen für die neue Mobilfunkgenerationen UMTS erworben und leiden nun nicht nur unter der schlechten Stimmung an den Börsen, sondern auch unter den hohen Finanzierungskosten.

Die EU-Behörde kritisiert das Fehlen gemeinsamer Rahmenbedingungen für die Lizenzbetreiber in den einzelnen Ländern, heißt es in dem Bericht, der am Dienstag vorgelegt wird. Dies habe in der EU zu unterschiedlichen und somit fragmentierten UMTS-Märkten geführt. Laufzeiten, Markteinführungsregeln und Frequenzspektren der bislang in elf EU-Staaten vergebenen Lizenzen weichen so weit von einander ab, dass dies bei der Inbetriebnahme "unvermeidbar" zu Störungen führen wird, stellt die Kommission fest. Dies verhindere jedoch möglicherweise, dass sich die Investitionen schnell rentieren, heißt es
Zugleich stehen die Unternehmen unter einem starken Druck, die Markteinführung zügig und ungestört umzusetzen, um möglichst bald zu einem Rückfluss der eingesetzten Gelder zu kommen. In Deutschland ist der UMTS-Start für 2004 vorgesehen. "Die Sorge wächst, dass wir unser Geld später als geplant zurückbekommen", heißt es in der Branche.

Da eine Korrektur der Gegebenheiten nicht mehr möglich ist, plädiert die EU-Behörde dafür, Konsequenzen aus den nicht auf einander abgestimmten Lizenzvergabeverfahren und -bedingungen in einzelnen EU-Staaten zu ziehen. So müsse jetzt bereits jetzt über ein abgestimmtes Vorgehen bei vergleichbaren Innovationen nachgedacht werden, die in der Zukunft auf die Gemeinschaft zukommen werden.

Die mobile Nutzung des Internets werde die Regulierer vor weitere Herausforderungen stellen, sagte der für die Informationstechnologie zuständige Kommissar Erkki Liikanen, der die Mitteilung an die EU-Staaten seinen Kollegen zu Verabschiedung vorlegen will. Zudem regt Liikanen EU-weite Regeln an für den Fall, dass es bei den Einführungen in den einzelnen Ländern zu Verspätungen kommen sollte.
Die Entwicklung der UMTS-Märkte in den Ländern könne durch die abweichenden Bedingungen in den Nachbarstaaten negativ beeinflusst werden, sagte der Finne. Grenzüberschreitende Aktivitäten würden erschwert. Die EU-Staaten hatten sich 1998 entschieden, bis Ende 2001 sämtliche UMTS-Lizenzen zu verkaufen, dabei auf ein engmaschiges Regelwerk für die Einführung jedoch verzichtet. Die EU-Kommission wurde beauftragt, darauf zu achten, dass es beim Lizenzverkauf nicht zu Diskriminierungen kommt.

Besonders in Frankreich und Belgien ist die Enttäuschung über das geringe Interesse der Investoren an den UMTS-Lizenzen groß gewesen. Die Anzahl der angebotenen Lizenzen überstieg die der Nachfrager. In Deutschland, das den Reigen der Versteigerungen mit Großbritannien eröffnet hatte, zahlten die zukünftigen der leistungsstarken Mobilfunknetze dagegen knapp 100 Milliarden DM. "Der Preis war viel zu hoch", sagen heute selbst Vertreter der Unternehmen, die Lizenzen erworben haben. EU-weit wurden bislang 130 Milliarden Euro für die Lizenzen ausgegeben. Die Kommission geht davon aus, dass ein vergleichbarer Betrag für den Aufbau der Netzwerke notwendig sein wird.

Monate nachdem die Wertpapiermärkte die betroffenen Unternehmen für ihre möglicherweise zu hohen Investitionen mit kräftigen Kursabschlägen bestraft haben, wird sich Liikanen nun morgen in Straßburg bemühen, den Telekomkonzernen Mut zuzusprechen. Der Finne ist besorgt, das die europäischen Mobilfunkunternehmen durch die möglichen Verzögerungen bei der Markteinführung der neuen Produkte ihre weltweit führende Rolle in Mobilfunk-Technologie einbüßen können. Japan wird die dritte Mobilfunk-Generation im kommenden Mai einführen; in den USA laufen die Vorbereitungen für den Lizenzverkauf gerade an.

Quelle:HANDELSBLATT, Sonntag, 11. März 2001

Ein Zitat: Die Zeit ist kein Geld. Aber den einen nimmt das Geld die Zeit und den anderen die Zeit das Geld.

Eichel und Co. haben die Büchse der Pandora geöffnet!

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Capoon
15.03.2001, 16:55
NEUES VOM MILLIARDENGRAB DER TK-KONZERNE

Der Megaflop des Jahrhunderts!

Nokia-Chef Jorma Ollila
Stand: 15-03-01
http://www.spiegel.de/img/0,1020,33882,00.jpg
UMTS-Erfolg kann lange dauern

Der Chef des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia, Jorma Ollila, bezweifelt den schnellen kommerziellen Erfolg der UMTS-Handys. Er befürchtet, dass europäische Telekom-Unternehmen an den hohen Anlaufkosten scheitern.

Hamburg - Es gebe keinen "Automatismus, dass dieses Projekt funktioniert", sagte Ollila der "Zeit". Seiner Ansicht nach ist es auch keineswegs sicher, dass die hoch verschuldeten Telekom-Unternehmen Europas ihre Kosten wieder hereinwirtschaften können. Es werde "auf jeden Fall sehr lange dauern", bis sich UMTS rentiere. In diesem Zusammenhang befürchtet der Nokia-Chef eine ähnliche Entwicklung wie in den USA, wo mehrere Telekom-Unternehmen Konkurs anmelden mussten. http://www.zeit.de/bilder/2001/12/usFahneGrafik_150.gif

Ollila baut nach eigenem Bekunden auf die UMTS-Technik, die voraussichtlich im Herbst 2002 marktreif werde. Der Verkauf klassischer Handys, die man nur zum Telefonieren nutzen kann, werde nämlich künftig langsamer wachsen. "Er wird nicht mehr jährlich um 50 bis 60 Prozent zulegen wie in den vergangenen drei Jahren, sondern um 25 bis 50 Prozent", sagte Ollila.

Nokias Konkurrent Ericsson hatte im Januar wegen anhaltender Verluste angekündigt, seine Produktion von Mobiltelefonen ganz an Fremdfirmen abzugeben. Dagegen sagte Ollila: "Wir sind mit unserer eigenen Logik gut gefahren. Ich glaube nicht, dass ein erfolgreicher Player auf diesem Markt in den nächsten drei, vier Jahren etwas durch Outsourcing gewinnt." Ausdrücklich verwarf er "große Firmenkäufe" oder Fusionen. "Wir wollen hier bei Nokia aus eigener Kraft wachsen."

KOMMENTAR

Die Telekommunikationsindustrie im Abwärtsstrudel

Mit ihrem Bieterwahnsinn bei den UMTS-Versteigerungen hat sich die Telekommunikationsindustrie selber in einen regelrechten Abwärtsstrudel gebracht. Nach den dramatischen Kurseinbrüchen im vergangenen halben Jahr fehlen den Unternehmen die Kohle und obendrein ging die Kreditwürdigkeit verloren. Jetzt fehlt das Geld für die dringend benötigten Investitionen in die UMTS-Netzwerke.

Folge: Auch die Ausrüster sind von dieser ganzen Misere der TK-Konzerne direkt betroffen, weil nun der zügige UMTS-Ausbau mangels Kapitalknappheit nur noch verzögert umgesetzt werden kann.

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-=N[E]O=-
15.03.2001, 17:33
Deine Schreibe gefällt mir,

vor allem schmückst Du deine Postings immer so schön aus :D

Ja, UTMS lässt lange auf sich warten, vielleicht gibt das auch so ein Sorgenkind wie die DVD. Die lässt ja immer noch auf sich warten, bzw. ein Musikstandard auf DVD gibt es immer noch nicht.

Mal sehen was die Zukunft bringt....

Badinvestor
20.03.2001, 13:21
GPRS ist schon da, UMTS soll im Jahr 2003 kommen. In Japan beherrscht der I-Mode-Standard die mobile Kommunikation. Doch dies bedeutet nicht, wie vielfach angenommen, den Tod des Wireless Application Protocol, kurz WAP. Ganz im Gegenteil: Alles wird schneller werden. Trotzdem hat sich diese Erkenntnis bei vielen Börsianern noch nicht durchgesetzt. Noch immer geistern Gerüchte durch die Börsen-Landschaft, GPRS, UMTS oder I-Mode machen das möglich, was WAP nicht kann. Doch diese Technologien sind so wenig vergleichbar wie Äpfel und Birnen. Wap macht als Protokoll die Kommunikation zwischen Basisstation und mobilem Endgerät möglich. Im Mobilfunk nimmt es die Rolle ein, die das „http“ im Internet spielt. GPRS oder UMTS stellen hingegen das Transportmedium dar, auf dem Daten mehr oder weniger schnell übertragen werden können. Im Internet sieht das vergleichbar so aus, als ob man über einen „normalen“ analogen Anschluss mit bis zu 56,6 Kbit pro Sekunde surft oder die schnelle DSL-Technik nutzt. Egal welche Übertragungsgeschwindigkeit genutzt wird: Das Protokoll, über das die Daten übertragen werden, heißt meistens „http“. So wird es sich auch bei Einführung der neuen Mobilfunk-Generationen verhalten. WAP wird mit Einführung von GPRS nicht überflüssig, sondern schneller. Die Deutsche Telekom will ihr GPRS-Netz auf bis zu 115 Kbit/Sekunde aufrüsten, was annähernd die maximale ISDN-Geschwindigkeit darstellt. Das Netz von BT-Tochter Viag Interkom läuft derzeit mit etwa 40 Kbit/Sekunde. Damit brechen auch für WAP-Nutzer bessere Zeiten an. Bisher quälen sich die Daten durch das Netz. Der alte GSM-Standard hat sich als völlig unzureichend für Wap-Angebote erwiesen. Voraussetzung für eine bessere Nutzung dieser Angebote, wie sie z.B. Wapme und viele Internetdienste anbieten, sind GPRS-fähige Endgeräte. Motorola hat hier das erste Gerät auf dem Markt gebracht. Andere Anbieter wie Nokia und Alcatel wollen folgen. Eile scheint die gesamte Telekom-Branche dabei nicht zu haben:Die Unternehmen laufen Gefahr, dass sich GPRS als Massen-Artikel durchsetzt und somit die Milliarden schweren Investitionen in die UMTS-Zukunft gefährden könnte. Dabei fällt ein Test des Motorola-Geräts durch „tecchannel.de“ „enttäuschend aus“. Das Handy beherrsche eine maximale Übertragungsrate von 26,8 Kbit/Sekunde. Für den Download einer 1 Megabyte großen Datei benötige das Gerät 8 Minuten. Noch seien die Kosten hoch, berichten die Tester. Mindestens 20DM hätte der mobile Surfer für den Download bei T-D1 bezahlen müssen. Die mobile Zukunft hat noch nicht ganz begonnen.
Quelle: wallstreetonline

TraderOne
25.03.2001, 17:19
jungs, es kommt alles noch viel schlimmer ... :scool:


UMTS Millardenpoker 2.Teil
supervisor / 16.10.2000

Nicht zu fassen: Kaum wurde das offizielle Ende der Versteigerung der UMTS Lizenzen bei einem Gesamterlös von 99,3 Mrd DM bekanntgegeben, verabredeten die 6 erfolgreichen Bieter das nächste Kräftemessen. Nachdem die Bieter ihre Gebote zuletzt nur noch um 2% erhöhen durften, wurde die Versteigerung von allen Beteiligten als langweilig und unpopulär eingestuft und deswegen ein schnelles Ende anvisiert.

In einer geheimen Runde ging es dann aber munter weiter. Wie die Presse erfuhr, schob ein arabischer Unterhändler den Bietern um die UMTS Lizenzen schon während der offiziellen Versteigerung seine Visitenkarte und eine weitere Auktionsliste zu:

So soll nachträglich versteigert worden sein:
-ein Patent für einen satellitengesteuerten Rasenmäher mit UMTS-Zertifikat (Bildtelefonie mit über 23 Mbs + Rasenmäher Konferenzschaltung) zum Höchstgebot von 17 Mrd DM ging an Mannesmann Mobilfunk).
-ein Patent für eine Armbanduhr in Kombination mit einer Klopapierrolle mit UMTS-Zertifikat. Mit dieser Uhr soll es gelingen, empfangene Text- wie Bilddateien direkt auf das nächstliegende Stück Papier zu printen (Höchstgebot: 2,7 Mrd DM an T-Mobil)
-Luftinformationswegerechte über Saudi Arabien zu einem Höchstgebot von 27 Mrd DM (Group 3G)
-Ein Sack heiße Luft an E-Plus Hutchison zu 13,6 Mrd DM.

TOne

Capoon
25.03.2001, 19:52
UMTS - DER MEGAFLOP DES JAHRHUNDERTS!

Quelle: http://www.spiegel.de/img/0,1020,78647,00.gif

Horrorszenario für Deutschland

Die UMTS-Technik sollte das goldene Zeitalter des Mobilfunks einläuten - stattdessen prophezeit eine McKinsey-Studie den Telefonkonzernen Verluste in Milliardenhöhe.

Ron Sommer gab sich erstaunlich gelassen. Stolze 16 Milliarden Mark hatte der Telekom-Chef gerade für eine Eintrittskarte in das mobile Zukunftsgeschäft UMTS bezahlt - dennoch fühlte er sich am Ende der fast dreiwöchigen Superauktion im vergangenen August "ganz eindeutig als Sieger". Das Ergebnis liege "genau in dem Rahmen, den wir uns gesteckt haben", versicherte er.

An Sommers Optimismus hat sich bis heute - offiziell - nichts geändert. Zwar sei nach den "hohen Lizenzsummen keine schnelle Mark zu verdienen", räumte der T-Chef vergangene Woche ein. Doch starte der Ex-Monopolist "so gut vorbereitet wie kaum ein anderer Anbieter unserer Branche in das UMTS-Zeitalter".

Das mag sein. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Telekom mit der neuen Technik jemals Geld verdienen wird. Die Zweifel, dass die UMTS-Ära zu einem goldenen Zeitalter für die Mobilfunkbranche wird, wachsen ständig. Auf jeden Fall werden noch etliche Jahre vergehen, ehe sich die gigantischen Investitionen der Netzbetreiber in die neue Mobilfunktechnik amortisiert haben - wenn überhaupt.

Im schlimmsten Fall könnte der Einstieg in die mobile Multimedia-Welt zu einer immensen Kapitalvernichtung führen. Das belegen interne Papiere der Unternehmensberatung McKinsey, die für mehrere europäische Mobilfunkkonzerne eine sehr detaillierte Risikoeinschätzung der kommenden Jahre berechnet hat.

"Unter realistischen Annahmen", heißt es dort, würden durch die UMTS-Einführung "europaweit rund 270 Milliarden Euro an Wert vernichtet". Vor allem für Telefonfirmen, die ihr Netz völlig neu aufbauen müssen und erst mit dem UMTS-Start auf Kundenfang gehen, werde sich das Investment "nur unter sehr optimistischen Annahmen" lohnen, "wobei der erwartete Pay Back nicht vor 2017 liegt".
Obwohl die Telekom über eigene Mobilfunknetze verfügt, könnte das UMTS-Geschäft auch für sie mit einem Fiasko enden: Ihrer Tochter T-Mobil drohen nach den Berechnungen von McKinsey Verluste von rund 22 Milliarden Euro - wenn es ihr nicht gelinge, so die Berater, ihre operative Marge drastisch zu erhöhen. Damit sich das UMTS-Abenteuer rechnet, müsse T-Mobil den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von jetzt 16 auf über 40 Prozent steigern.

Selbst unter dieser Voraussetzung könne die Mobilfunkfirma mit den Tochtergesellschaften in England, Österreich und den Niederlanden aber erst vom Jahr 2015 an einen Rückfluss der Investitionen erwarten. T-Mobil-Chef Kai-Uwe Ricke hält die Berechnungen der McKinsey-Männer für deutlich überzogen: "Die betreiben das Geschäft mit der Angst." Die internen Zahlen des Telekom-Ablegers, betont Ricke, sähen "deutlich freundlicher" aus, und da die Telekom in keinem Land mit UMTS bei null anfange, sei "das Risiko absolut beherrschbar". Ricke: "T-Mobil ist und bleibt profitabel."

Das Horrorszenario der McKinsey-Berater markiert deutlich den drastischen Stimmungsumschwung in der Branche. Noch vor einem Jahr herrschte dort nahezu grenzenloser Optimismus. Damals boomten die Börsen - und Telekommunikationswerte zählten zu den Favoriten der Anleger. Die aberwitzigen Lizenzkosten für UMTS waren noch unbekannt, und die Techniker versprachen die schöne bunte Handy-Zukunft mit schier unglaublichen Übertragungsraten, die das Telefon je nach Bedarf zum Walkman- und Gameboy-Ersatz, zum Fernseher, zur Urlaubskamera, zum Terminkalender, zum Adressbuch, zur Internet-Surfstation oder zum Terminal für Aktien-Transaktionen machen würde.

Schon Ende 2001, versicherten damals die technikverliebten Manager bei Nokia und Siemens, werde die neue Handy-Generation verfügbar sein. Millionen von Kunden, so der feste Glaube bei den Netzbetreibern, würden dann schleunigst ihr nur zum Telefonieren geeignetes Handy beiseite legen und auf UMTS umsteigen.

An die Stelle kühner Zukunftsentwürfe sind inzwischen realistischere Einschätzungen getreten - und die sehen ziemlich düster aus. Die Lizenzgebühren trieben die Kosten für die notwendigen Kredite bei den zunehmend skeptischer werdenden Banken in die Höhe und ließen so die zu erwartenden Gewinne noch weiter schrumpfen. Als in der Folge die Aktien aller Netzbetreiber abstürzten, brach Krisenstimmung aus.
Denn viele Versprechungen erwiesen sich inzwischen als voreilig. Vor Anfang 2003 wird keine Firma die neue Technik in großem Stil anbieten können. Auch die vollmundig versprochenen Übertragungsraten von bis zu zwei Megabit pro Sekunde gelten nur noch als theoretischer Wert - für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Nutzer allein vor einer Basisstation steht.

Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber allmählich an ihre Wachstumsgrenzen stoßen. Nachdem im "Ausnahmejahr 2000", so T-Mobil-Chef Ricke, der Markt noch um beeindruckende 104 Prozent wuchs, könnte die Steigerungsrate in diesem Jahr auf immer noch stolze 37 Prozent fallen und 2003, wenn UMTS auf den Markt kommt, auf 10 Prozent abrutschen. Auf 100 Einwohner, so haben Marktforscher errechnet, würden dann 102 Mobiltelefone kommen. Ob die Handy-Nutzer dann begeistert auf UMTS umschwenken, ist völlig ungewiss.

Das Szenario einer schnellen Marktsättigung und eines ausbleibenden UMTS-Hypes schlägt sich auch in der als "vertraulich" gekennzeichneten McKinsey-Studie nieder. So gehen die Berater davon aus, dass T-Mobil im kommenden Jahr mit 25 Millionen Kunden die Spitze in den herkömmlichen GSM-Netzen erreicht. Bis zum Jahr 2009, wenn die D1-Lizenz ausläuft, werde die Zahl kontinuierlich zurückgehen, ehe 2010 dann die alten Netze abgeschaltet werden könnten.

Parallel dazu soll die Zahl der UMTS-Nutzer von einer Million im Jahr 2003 auf 22 Millionen im Jahr 2010 ansteigen. Doch um dieses Ziel zu erreichen, sind gewaltige finanzielle Kraftakte notwendig.
Zunächst einmal muss die Infrastruktur aufgebaut werden. Dafür sind nach den im Februar erarbeiteten McKinsey-Plänen bei der Telekom bis 2010 knapp zehn Milliarden Euro notwendig, von denen mehr als die Hälfte in der Zeit zwischen 2002 und 2004 anfällt. Dabei gehen die Berater davon aus, dass sich der UMTS-Netzaufbau bis 2007 auf städtische Gebiete beschränkt.

Für die Telefonkonzerne stellt die Aufgabe, parallel zwei Netze zu betreiben und die Kunden zu halten, eine gewaltige Herausforderung dar. Denn der Doppelbetrieb ist teuer, und viele Kunden, so die Sorge, könnten die Umstellung "auch zum Wechsel des Netzbetreibers nutzen".

Denn nur die Lizenzen von D1 und D2 Vodafone laufen schon 2009 aus, während die Lizenzen von E-Plus noch bis Ende 2012 und von Viag Interkom sogar bis Ende 2016 gültig sind. Bei diesen Anbietern könnten sich vor allem jene Kunden sammeln, die den Umstieg auf die Multimedia-Technik scheuen.
Auf jeden Fall steigen durch den Doppelbetrieb die Kosten für den Unterhalt der Netze und die Marketingausgaben drastisch an - bei T-Mobil zum Beispiel, so die Rechnung der Berater, von knapp fünf Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf gut elf Milliarden Euro im Jahr 2007.
Mit diesem Kraftakt soll sich dann der Umsatz im gleichen Zeitraum auf fast 14 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Bis 2010 könnte der Umsatz weiter auf 15,7 Milliarden Euro klettern.

Ein solch gewaltiges Umsatzwachstum in einem dann gesättigten Markt ist allerdings nur möglich, wenn die Einnahmen deutlich steigen. Zurzeit liegt der Durchschnittsumsatz pro Kunde bei 35 Euro im Monat. Kunden, die 2003 auf die neue UMTS-Technik umsteigen, müssten nach den Berechnungen von McKinsey aber schon 68 Euro pro Monat einbringen. Selbst wenn danach der Massenmarkt mit einem Preiskampf beginnt, dürfe die durchschnittliche Telefonrechnung der UMTS-Nutzer nicht unter 60 Euro fallen.

Das ist ein äußerst ehrgeiziges Ziel. Bislang nämlich kannte die in der Branche mit dem Kürzel Arpu ("average revenue per user") belegte Kennzahl nur eine Richtung: steil nach unten.
Vor allem Kunden ohne feste Vertragsbindung (Prepaid), die im vergangenen Jahr den Löwenanteil des Zuwachses ausmachten, bringen kaum etwas ein. Ihr Durchschnittsumsatz macht in der Regel gerade mal gut ein Drittel der Einnahmen bei vertraglich gebundenen Kunden aus.

Zwar haben alle Netzbetreiber vergangene Woche verkündet, die Attraktivität der Prepaid-Angebote drastisch zu verringern. Für deutliche Umsatzsprünge dürfte der Sinneswandel aber kaum sorgen. "Die Fische, die wir jetzt noch angeln", räumt E-Plus-Chef Uwe Bergheim ein, "werden mit Sicherheit nicht mehr die ganz großen Fische sein."

Einen Trost immerhin hält das McKinsey-Papier für die Telekom bereit. Nach D2 Vodafone steht der Ex-Monopolist unter den sechs UMTS-Lizenznehmern in Deutschland noch am besten dar. Für diese beiden Firmen sieht McKinsey den "Business Case" nur als "risikobelastet".

Bei E-Plus, Viag Interkom und Mobilcom lautet die Bewertung schon "kritisch" und "hoch kritisch". Und bei der Allianz aus der finnischen Sonera und der spanischen Telefónica zeigt der Daumen klar nach unten: "Business Case hoffnungslos", lautet das vernichtende Urteil.

KLAUS-PETER KERBUSK

TraderOne
25.03.2001, 20:06
also das umts mit sicherheit nicht der prophezeite erfolg werden wird, den sich alle erhofft haben, steht ja nun mehr oder minder fest. aber deswegen nun gleich so zu tun, als ob die welt untergeht (spiegel-häme), das halte ich doch für ziemlich überzogen.

ich würde sagen 'immer schön die augen offen halten', da kann sich noch einiges bewegen ...

schöne grüsse,
TraderOne

TraderOne
25.03.2001, 20:24
... und schon geht's weiter:


Aus für verbilligte Handys
Hannover (dpa) - Schlechte Nachricht für Handynutzer: Verluste in Milliardenhöhe durch die Einführung des UMTS-Standards will die Telekommunikationsbranche offenbar teilweise durch das Aus für verbilligte Mobiltelefone ausgleichen.

Die vier Telefonnetzbetreiber D1, D2, E-Plus und Viag Interkom sowie Dienstleister wie zum Beispiel MobilCom oder Hutchinson wollen laut «Bild am Sonntag» künftig Herstellerpreise verlangen. Das Verschenken der Geräte habe die Telefonfirmen allein 2000 mehr als fünf Milliarden DM gekostet.

Nach einem Bericht des «Spiegel» hat die Unternehmensberatung McKinsey in einer von mehreren europäischen Telekom-Anbietern in Auftrag gegebenen Risikoabschätzung berechnet, dass durch die UMTS- Einführung «europaweit rund 270 Milliarden Euro (528 Mrd. DM) an Wert vernichtet» werden. Ursache seien hohe Investitionen für UMTS- Lizenzen und -Infrastruktur, die sich nicht vor 2017 amortisieren ließen. Ein Sprecher von T-Mobil wies die Berechnungen auf der Computermesse CeBIT als willkürlich zurück. Stephan Althoff von T- Mobil sagte der dpa: «Da wird das Spiel mit der Angst betrieben.»

Laut «Spiegel» gibt McKinsey T-Mobil und D2 Vodafone noch die besten Chancen, die UMTS-Einführung ohne Verluste zu überstehen. Bei E-Plus, Viag-Interkom und Mobilcom laute die Bewertung «kritisch» bis «sehr kritisch». Die finnisch/spanische Allianz von Sonera und Telefonica sei sogar völlig chancenlos. Die sechs Unternehmen oder Allianzen hatten im vergangenen August jeweils zwei UMTS-Lizenzen für insgesamt knapp 100 Milliarden DM ersteigert. Die Branche sucht deshalb nach Einsparungsmöglichkeiten. Zum einen soll die UMTS- Infrastruktur gemeinsam aufgebaut und genutzt werden.

Außerdem gerieten jetzt die Handys ins Visier: «Wir müssen dringend runter von den Handy-Subventionen. Es wird Zeit, dass die Nutzer höhere Gerätepreise akzeptieren», sagte Kai-Uwe Ricke, Vorstandsvorsitzender der Telekom-Tochter T-Mobile International der «Bild am Sonntag». Besonders betroffen sind so genannte Prepaid- Angebote (Handy mit Guthabenkarte). «Standardgeräte, die es bisher für 99 DM gab, werden künftig 300 bis 400 DM kosten», sagte Viag Interkom-Sprecher Michael Rebstock der Zeitung. «Die Preiserhöhung kommt schon kurz nach Ostern», wissen Branchenkenner wie Daniel Wild vom Münchner Handy-Händler Get Mobile.

«Wir werden Angebote für Wenigtelefonierer so ausgestalten, dass sie sich für uns besser rechnen», sagte Ricke. Offenbar betrifft das nicht nur die Gerätepreise, sondern auch die Gesprächsgebühren. «Wir haben nichts zu verschenken. Wer nur selten telefoniert, wird in Zukunft mehr bezahlen. Stammkunden mit hohem Umsatz wollen wir aber entgegenkommen», sagte MobilCom-Sprecher Matthias Quaritsch. Da es Handy-Schnäppchen nur noch wenige Tage geben wird, rät Karin Thomas- Martin, Telekom-Expertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (Stuttgart): «Wer sowieso einen Handy-Kauf beabsichtigt, sollte schnell zuschlagen!»

Unterdessen hat die Regulierungsbehörde für Telekommunikation Spekulationen über eine Gebührensenkung beim Festnetzwechsel als verfrüht zurückgewiesen. «Die Sache ist noch völlig in der Schwebe», sagte Behördensprecher Rudolf Boll auf der CeBIT. «Eine Entscheidung wird erst Ende dieser Woche fallen.» Boll reagierte auf einen Bericht der Zeitung «Welt am Sonntag». Diese berichtet unter Berufung auf den Verband der privaten Telefonanbieter (VATM), dass die Aufsichtsbehörde die Preise für einen Wechsel zu einem anderen Festnetzanbieter senken will. Zurzeit verlangt die Deutsche Telekom eine einmalige Wechselgebühr von 337 DM (172 Euro) sowie monatliche Gebühren in Höhe von 25,40 DM.

TOne

Capoon
26.03.2001, 11:04
NEUES VOM MILLIARDENGRAB DER TK-KONZERNE
Der Megaflop des Jahrhunderts!

Banken: Floppt UMTS, drohen Milliarden-Risiken

Eine neue Studie der Unternehmensberatung Mummert + Partner geht davon aus, dass die Finanz-Dienstleister die Gewinner des M-Commerce sein werden. Floppt UMTS, werden aber vor allem die Banken auf faulen Milliarden-Krediten sitzen.
Trotz der Risiken machen sich die Finanz-Dienstleister auf ins mobile Internet. Rund die Hälfte der Versicherer plant noch für das laufende Jahr M-Commerce Angebote. Im Trend sind dabei nach einer Studie von Mummert + Partner personalisierte Dienstleistungen. Individuell auf den Kunden zugeschnittene Services seien vonnöten, um den Kunden an den Anbieter zu binden, so das Ergebnis der Studie.
Auch die Banken profitieren. Insbesondere das Bezahlen per Handy könnte eine Killer-Applikation werden, welche die Banken vor allem im immer noch defizitären Zahlungsverkehr entlasten würde. Durch die ausschließlich elektronische Abwicklung der Zahlungen dürften immense Personalkosten abgebaut werden. Noch immer wird ein Löwenanteil des Zahlungsverkehrs per Beleg abgewickelt. Trotz Einsatz von Belegscanner müssen immer noch viele Belege manuell verarbeitet werden.
Auch Dienstleistungen wie das mobile Brokerage werden weiter boomen: Consors, Bipop (Entrium), Direkt Anlage Bank und Comdirect dürften vom Aktienhandel per Handy profitieren. Zusätzliche Dienstleistungen, wie z.B. die Abfrage von detailliert abgebildeten Charts per Handy sollten das Geschäft weiter ankurbeln und damit auch die Provisions-Einnahmen weiter erhöhen können.
Eine schöne Welt für die Finanz-Dienstleister? Ja, wären da nicht die Milliarden-Kredite, welche die Banken zum Aufbau des UMTS-Netzes gewährt haben. Auch wenn sich in der Regel mehrere Banken zu Konsortien zusammenschließen, bleiben die Risiken. Eine Studie geht davon aus, dass nur wenige der UMTS-Anbieter die Kosten der Netze tragen können.
Geht einer der Anbieter in Konkurs und kann nicht unter das Dach eines anderen schlüpfen, drohen den Banken Abschreibungen in Milliardenhöhe auf die UMTS-Forderungen. Welche Dimensionen das haben kann, verdeutlicht folgender Vergleich: Die Kosten für den Aufbau eines UMTS-Netzes werden auf rund 25 Mrd.€ geschätzt. Das ist weit mehr als der Gewinn der Deutschen Bank im letzten Jahr.

NUR DIE ALLER DÜMMSTEN KÄLBER WÄHLEN IHRE SCHLÄCHTER SELBER!

Die Abkürzung für UMTS = Ultra Mega TK-Konzern-Strafe

Mein Logo für UMTS http://internet.exit.mytoday.de/caponn/abfisch.jpg Capoon

TraderOne
02.04.2001, 10:48
hi,
meiner meinung nach hat es bereits begonnen. der einfluss auf die regTP durch den bund findet bereits statt und wird bei weiter fallenden margen noch zunehmen.

ausserdem: waren die klar absehbaren gefahren (hier: umts) in der vergangenheit diejenigen, die langfristig zu wirtschaftlichen katatrophen geführt haben? waren es nicht vielmehr die nicht absehbaren? die keiner richtig wahrgenommen hat?


Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat entschieden. Der Gewinner ist in erster Linie die Deutsche Telekom - und damit auch ihre Aktionäre. Der Preis, den Konkurrenten für die Leitung zum Endkunden zahlen müssen, wird nur geringfügig um eine Mark (0,51 Euro) gesenkt. Ab dem 1. April beträgt er 12,45 Euro im Monat. Das Kündigungsentgelt, wenn ein Festnetzkunde von der Telekom zu einem anderen Anbieter wechselt, sinkt von 54,95 Euro auf 38 Euro. Die RegTP hat außerdem den Preis der Telekom für den schnellen Internetanschluss T-DSL bestätigt. Wettbewerber hatten ihn wegen Dumpings kritisiert.
Die Telekom hatte noch Mitte dieser Woche mit einem Brief an den Hauptanteilseigner Bundesregierung versucht, Einfluss auf die eigentlich unabhängige RegTP zu nehmen offenbar mit Erfolg. Natürlich nicht ohne Hintergrund, denn größter T-Aktionär ist nach wie vor der Bund. Und der will eines Tages weitere T-Aktien platzieren. Die Gewinne aus dem Quasi-Monopolbereich Festnetz dürfen dafür nicht wegbrechen.

TOne

Capoon
04.04.2001, 19:42
Hallo zusammen!

NEUES VOM MILLIARDENGRAB DER TK-KONZERNE

Der Megaflop des Jahrhunderts!


Quelle: Aus der FTD vom 04.04.2001
UMTS-Kredite belasten Netzausrüster

Von Martin Virtel und Guido Warlimont, Hamburg

Ein Großauftrag der Mobilfunkgruppe Orange hat am Dienstag die Aktienkurse der führenden europäischen Telekommunikationausrüster unter Druck gebracht.

Orange vergab den Auftrag für den Bau seiner UMTS-Mobilfunknetze in Deutschland, Frankreich und Großbritannien an Nokia, Ericsson und Alcatel, ließ sich allerdings im Gegenzug umfangreiche Lieferantenkredite zusagen. Das Auftragsvolumen betrage insgesamt 2,3 Mrd. Euro über drei Jahre, wobei die Zulieferer Finanzierungszusagen über 150 Prozent des Auftragswertes gemacht hätten, erklärten Orange-Manager.

Die Netzbetreiber drängen ihre Zulieferer zu Finanzierungshilfen, um die Milliardeninvestitionen für den Aufbau der Mobilfunknetze der nächsten Generation auf mehrere Schultern zu verteilen. Die um Aufträge kämpfenden Ausrüster lassen sich auf solche Forderungen häufig ein. Die Finanzmärkte sehen die Lieferantenkredite indes mit großer Skepsis, weil die Zweifel gewachsen sind, ob sich mit UMTS-Mobilfunk die Investitionen im angemessener Zeit wieder einspielen lassen.

Nokia hat sich mit rund 1,5 Mrd. Euro den größten Teil des Auftrags der France-Telecom-Tochter Orange gesichert. Allerdings gab der finnische Konzern überraschend freimütig zu, dass er den Auftrag mit einer Kreditzusage in Höhe von zwei Mrd. Euro erkauft hat. Während Nokia für das britische Orange-Netz der Hauptlieferant ist, teilt es sich mit Ericsson den Auftrag für die deutsche Orange-Beteiligung Mobilcom und mit Alcatel für die französische Orange-Sparte Intineris. Alcatel gab den Auftragswert für sich mit 315 Mio. Euro an.

Der Kurs der Nokia-Aktie fiel am Dienstag bis kurz vor Handelsschluss in Europa um über fünf Prozent. Alcatel-Papiere gaben um fast zehn Prozent und Ericsson um sieben Prozent nach. Die Nachricht verstärkte an den Börsen die kräftigen Kursverluste der gesamten Branche.

Mobilcom schwenkt um

Mobilcom-Chef Gerhard Schmid sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Auftragsanteil seines Unternehmens habe ein Volumen von 1,4 Mrd Euro. France Telecom hält über Orange 28,5 Prozent an Mobilcom. Im vergangenen Herbst war die Mobilcom-Order zunächst an Ericsson gegangen. Schmid sagte, auf Nokia entfalle nun zwischen 50 und 60 Prozent des Auftragsvolumens. Die Lieferanten finanzierten mit ihren Krediten die Infrastruktur und trügen anteilig die Anlaufkosten für das Netz. Erst am Montag hatte Nokia einen größeren Lieferantenkredit bekannt gegeben: Das UMTS-Netz des britischen Mobilfunkkonzerns Hutchison UK wird Nokia mit Technik im Wert von 300 Mio. Euro beliefern, der zeitgleich gewährte Kredit ist mit zirka 737 Mio. Euro mehr als doppelt so groß.

In der Vergangenheit habe Nokia sich in puncto Lieferantenkredite sehr konservativ gezeigt, sagte ein Branchenanalyst der FTD. Die Ankündigungen der beiden letzten Tage hätten die Märkte überrascht, der nachgebende Kurs von Nokia sei aber eine Überreaktion. Ende 2000 hatte das finnische Unternehmen nach eigenen Angaben ausstehende Lieferantenkredite über 1,2 Mrd. Euro gehabt, die Verträge mit Hutchison und Orange machen zusammen mehr als dreimal so viel aus.

Auch Nokia-Konkurrenten wie Ericsson, Nortel, Alcatel und Lucent helfen ihrem eigenen Umsatz mit Lieferantenkrediten nach, die Details werden im Regelfall jedoch erst dann bekannt, wenn ein beliefertes Unternehmen den Kredit nicht zurückzahlt. Durch die beiden mit Krediten verknüpften Verträge steht Nokia nun zumindest gleichauf mit dem schwedischen Rivalen Ericsson, bislang unangefochtener Marktführer unter den Techniklieferanten für Mobilfunknetze in Europa.

Die Sorgen, dass Nokia seine eigene Kreditwürdigkeit durch zu großzügige Kreditvergabe verschlechtere, sei jedoch unbegründet, sagte der Analyst. Dies gelte auch für Kredite an Unternehmen wie Hutchison UK und Mobilcom, die ihr Netzwerk von Grund auf neu aufbauen und im Vergleich zu den notwendigen Investitionen derzeit nur über verschwindend geringe Umsätze verfügen. Im Falle von Mobilcom stünde der Eigentümer France Telecom für die Kredite gerade, bei Hutchison UK werde das Risiko durch den Hongkonger Konzern Hutchison mitgetragen: "Die Hilfe an Hutchison könnte sich für Nokia als ein Türöffner für Aufträge im chinesischen Mobilfunkmarkt erweisen."

© 2001 Financial Times Deutschland

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Für den Ausbau von UMTS zahlt Nokia fette 2 Mrd. Euro Überbrückungskredite. Ob UMTS jemals rentabel sein wird, ist mehr als fraglich. Um so unverständlicher ist es, daß Nokia sich auf diesen Deal einläßt. Fazit: Die ganze UMTS-Geschichte wird letztlich auf Kosten der Aktionäre ausgetragen. Die Strauchdiebe um Herrn Eichel haben den gesamten TK-Sektor unglaublich geschadet. Die Krise im Hightech-Bereich ist durch UMTS erheblich verstärkt worden.

NUR DIE ALLER DÜMMSTEN KÄLBER WÄHLEN IHRE SCHLÄCHTER SELBER!

Die Abkürzung für UMTS = Ultra Mega-TK-Konzern Strafe

Capoon

Muggsy
05.04.2001, 18:07
Kurze Zwischenfrage an Cappon:

Was passiert eigentlich, wenn UMTS ein großer Erfolg wird ?

Badinvestor
05.04.2001, 18:10
Oh gott bewahre uns vor dem scenario , da haben wir solch verhältnise wie in Japan.

Zur info: "Japan ist UMTS jetzt schon ein erfolg"


War jetzt nich böse gemeint.:rolleyes: :rolleyes: ;)

Auge
06.03.2003, 13:07
Es soll keiner behaupten, es hätte nicht rechtzeitig bei AB.com gestanden. :)

Jeder hat´s gewußt, wenige wollten es wahr haben.

Auge
12.03.2003, 15:04
Mittwoch, 12. März 2003
Warten auf UMTS
Zu wenig Netze und Nutzer

Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone hat seinen UMTS-Vermarktungsstart in Deutschland erneut verschoben. Der kommerzielle Start des Mobilfunkstandards für internetfähige Handys solle erst in der zweiten Jahreshälfte erfolgen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Vodafone D2, Jürgen von Kuczkowski am Dienstag vor der Eröffnung der Computer- und Technologiemesse Cebit in Hannover. Bedingung sei, dass es genügend Endgeräte in ausreichend guter Qualität gebe. Noch Ende Januar hatte von Kuczkowski den auf das Frühjahr 2003 verschobenen UMTS-Start in Deutschland bestätigt.

Am Wochenende hatte Vodafone-Chef Chris Gent anhaltende Probleme mit der Übertragungstechnik für den Mobilfunk der dritten Generation eingeräumt. Gent hatte den UMTS-Start in acht europäischen Ländern für den Herbst des laufenden Jahres angekündigt.

Der US-Handyhersteller Motorola hat sich ebenfalls sehr verhalten hinsichtlich der Absatzprognose für UMTS-Handys gezeigt. In diesem Jahr werde die Nachfrage noch sehr gering ausfallen, erklärte der für das Europageschäft UMTS-Produkte zuständige Manager Bob Schukai. „Wir werden dieses Jahr keine halbe Million UMTS-Handys verkaufen, wahrscheinlich noch nicht einmal eine viertel Million Geräte.“ Es gebe weder genügend Mobilfunknetzbetreiber noch UMTS-Nutzer.

Motorola ist weltweit der zweitgrößte Handy-Hersteller hinter Nokia, der zuletzt mehr als doppelt so viele Mobiltelefone als Motorola abgesetzt hatte. Motorola-Manager Schukai kündigte für das vierte Quartal ein neues UMTS-Gerät an, dass kleiner und leichter als das gegenwärtige Modell sein soll.

Auch der Halbleiter-Hersteller und Handy-Zulieferer Infineon erwartet nach Worten von Vorstandschef Ulrich Schumacher in diesem Jahr noch keine großen Verkäufe von UMTS-Handys. „Bei dem Anteil von UMTS-Handys am gesamten Markt bin ich eher pessimistisch. Ich erwarte in diesem Jahr noch keine signifikanten Stückzahlen“, so Schumacher am Rande der Cebit.