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schlaubi
02.07.2001, 21:01
US-Börsenaufsicht warnt vor Analysten

02.07.2001 19:42
Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC warnt Aktionäre davor, sich blind auf Empfehlungen von Analysten zu verlassen. Laura Unger, die der SEC zurzeit vorsteht, geht davon aus, dass die meisten Investoren keinen vollständigen Überblick über die verschiedenen Rollen hätten, die Analysten spielten.

Ein Augenmerk sollte demnach nicht nur darauf gelegt werden, ob die Analyseabteilung einer Investmentbank unabhängig von den anderen Bereichen arbeiten kann. Wichtig sei es auch, inwieweit Analysten von den Firmen, die sie betreuen, kontaktiert werden. Die SEC will notfalls auch die Regeln für Analysten verschärfen.

Hintergrund für die forsche Vorgehensweise sind die Ereignisse der vergangenen ein bis zwei Jahre. Immer wieder sind Vorwürfe aufgetaucht, amerikanische Analystenhäuser hätten zu enge Verbindungen mit den Unternehmen, die sie eigentlich nach strengen Kriterien untersuchen sollten.

Die „New York Times“ berichtet nun von einem prekären Fall. Jonathan Cohen, Analyst für Internet- und Softwaretitel bei dem renommierten Investmenthaus Merrill Lynch, war in seiner Bewertung generell sehr vorsichtig. Im Februar 1999 verließ er seinen Arbeitgeber. Sein Nachfolger, Henry Blodget legte dafür um so gründlicher nach und vergab massenweise Empfehlungen in einer Zeit, als die Internet-Blase kurz vor dem Platzen war. Warum Blodget zu solch abstrusen Einschätzungen kam, ist nicht klar, doch Sachverstand dürfte nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben.

Der Unmut bei den Aktionären wächst. Vor allem bei Nasdaq-Titeln ist es manchmal offensichtlich, dass die Analysten nicht immer von ihrem Sachverstand geleitet werden. Kaufempfehlungen bei monströsen Kurs-Gewinn-Verhältnissen, die erst dann in einen Verkaufsrat umdisponiert werden, wenn der Kurs nur noch einen Bruchteil seines Wertes hat, sind keine Seltenheit.

Die amerikanische Börsenaufsicht hat ohne Zweifel den Willen, gegen solche Praktiken vorzugehen. Doch es bleiben Zweifel, ob ihre Macht dazu reicht.





Quellen: News (c) wallstreet:online AG.

Lt. Data
16.07.2001, 16:55
Schaut mal was ich heute im Manager-Magazin zum Thema Analysten gefunden habe:


Perfekte Marionetten


Mit immer neuen Kaufstudien waren sie wichtige Antreiber des Börsenhypes. Erst der Crash entzauberte die Gurus. Was ist der Rat der Aktienexperten noch wert? mm zeigt, wie Sie mit den Urteilen der Profis umgehen müssen.

Als Christopher Chandiramani im Frühjahr vergangenen Jahres die Aktie des Schweizer Luftfahrtkonzerns SAir Group bewertete, machte er nichts anderes als seinen Job.
Gewissenhaft prüfte der Analyst der Züricher Investmentbank Credit Suisse Bilanz, Strategie und Geschäftsaussichten der Airline, wog Chancen und Risiken ab und kam schließlich zu einem negativen Urteil: Das von der Fluggesellschaft angekündigte ausgeglichene Ergebnis, schrieb Chandiramani auf den Credit-Suisse-Internet-Seiten, werde die SAir Group nicht erreichen. Im Gegenteil: Allein im ersten Halbjahr 2000 drohe ein Verlust von mindestens 625 Millionen Mark.

SAir-Group-Chef Philippe Bruggisser war ganz und gar nicht begeistert. Der Konzernchef, nebenbei Verwaltungsratsmitglied der Bank, beschwerte sich.

Mit Erfolg: Die Credit Suisse befürchtete den Abgang ihres Großkunden, nahm die indirekte Verkaufsempfehlung umgehend von ihrer Webpage und feuerte Chandiramani vier Tage, nachdem der Report an die Öffentlichkeit gelangt war.

Der Fluglinie half dieser dreiste Rausschmiss wenig. Im vergangenen Jahr schrieb die SAir Group einen Verlust von 3,6 Milliarden Mark, die Aktie stürzte ab, und heute gilt der Konzern als Sanierungsfall.

Chandiramani, der inzwischen für eine Schweizer Investmentgesellschaft arbeitet, erhielt als einzigen Trost für seine treffende Analyse eine Abfindung in Höhe von 250.000 Mark. Die musste er sich allerdings mit anwaltlicher Hilfe von der Bank erstreiten.

So sieht es also aus mit der Unabhängigkeit der Analysten, jener Spezies, die für Profis und Amateure ihre Urteile über die Chancen und Risiken von Aktien abgibt.

Die Schweizer Großbank findet sich in bester Gesellschaft. Allenthalben sind die professionellen Ratgeber in Verruf geraten.

Die gigantische Vermögensvernichtung, die in den vergangenen Monaten am Neuen Markt stattfand - sie ist nicht zuletzt auch auf das Versagen dieser Aktienjuroren zurückzuführen.

Längst sind die Experten der Banken keine unauffälligen und neutralen Ratgeber mehr. Die Analysten verstehen sich vielmehr als unverzichtbaren Teil der gigantischen Gelddruckmaschine namens Börse, die den Banken seit Jahren Rekordgewinne beschert.

Nicht der Anleger ist es, der im Zentrum des Analysteninteresses steht. Es geht vor allem um die großen Kunden der Bankhäuser:


Institutionelle Investoren wie zum Beispiel die Fondsgesellschaften: Sie wickeln als Gegenleistung für die fundierten Untersuchungen ihre Wertpapiergeschäfte über die Bank des Analysten ab und bescheren dem Kreditinstitut auf diese Weise hohe Kommissionseinnahmen.

Unternehmen, die Fusionen oder Übernahmen planen: Für solche Zusammenschlüsse wollen die Banken schmeichelhafte Studien sehen, um den Deal zu begleiten und so stattliche Honorare zu kassieren.

Firmen, die einen Börsengang planen: Die Bank will den Schönheitswettbewerb um einen der provisionsträchtigen Plätze im Emissionskonsortium gewinnen; da stört ein skeptischer Analystenreport aus dem eigenen Haus natürlich.
Frage also: Kann der Anleger dem Rat der Banken überhaupt noch trauen? manager magazin hat die merkwürdigen Methoden der Geldhäuser untersucht, legt die Interessenkonflikte der Analysten offen und zeigt mögliche Lösungen für die Privat-anleger auf.

Jonas Hetzer/Dietmar Palan/Christoph Seger


Vertrauen kann man denen wirklich nicht mehr!

Lt. Data

Nobody
18.07.2001, 01:51
Hallo.

Alle Analysten in einen Sack tun und draufhauen, und man erwischt nicht mal die verkehrten.

Meine Meinung zu diesen Thema.

Analysten nein Danke.

Gruß Nobody

seeker
18.07.2001, 02:33
Hoi!

Ich halte von denen rein gar nix!!!!
Denn i.a. ist es so dass Analysten wie im Text dargestellt direkt oder indirekt immer Eigeninteressen haben.

Besonders lächerlich sind in diesem Zusammenhang die sog. Kursziele. Ich frage mich nur immer wer denn bei exakt den angegebenen Kurszielen dann noch kaufen sollte! ;)

Lieber sich sein eigenes Bild machen und nur gelegentlich auf irgendwelche Up-/Downgrades schauen nach dem Motto: "Was könnte mich erwarten?/Was wird zunächst die breite Masse machen?"

cu
seeker

golem
18.07.2001, 05:21
ein gruß
bei dem thema analysten find ick die idee mit dem sack und dem druffhauen richtig juut.dit einzige watt ick mir von denen genauer anschaue sind die negativ kommentare,da diese in meinen augen realer sind als diese eigenartigen lobeshymnen,die wer weiß wo herkommen.offensichtlich hat jede analystengruppe andere beweggründe eine aktie einzustufen,watt mir unklar is denn eigentlich müßten ja alle die selben zahlen haben.