NIDALSKO
08.10.2000, 13:32
Süchtig: 217 SMS pro Tag
Jede Technik hat auch ihre Schattenseiten. Eine scheint zu sein, dass sie, zumindest wenn sie neu ist, nicht
nur fasziniert, sondern womöglich auch Abhängigkeiten hervorruft. "Experten" haben die Computerspiel-, die
Internet-, die Cybersex-, die Online-Börsenspiel- oder Chatsucht diagnostiziert (und auch entsprechende
Theorien und Therapien angeboten). Vom Norden Europas, der bekanntlich nicht nur dichter vernetzt ist,
sondern wo es auch mehr Mobiltelefone als bei uns gibt, könnte jetzt eine neue Suchtkrankheit auf uns zu
kommen: die SMS-Sucht.
Wie Reuters meldet, ist angeblich ein dänischer Taxifahrer in eine Klinik wegen der SMS-Sucht eingewiesen
worden, weil der 25-Jährige täglich mehr als 200 solcher Kurzbotschaften verschickt hat. Nachts habe er
gearbeitet und tagsüber die Tastatur seines Handys bearbeitet. Mit durchschnittlich 217 SMS pro Tag stieg
natürlich auch seine Telefonrechnung entsprechend auf monatlich etwa 3000 Mark an.
Jetzt wird der Taxifahrer in einer Klinik behandelt, die sich auf krankhafte Glücksspieler und Internetsüchtige
spezialisiert habe. Michael Joersel, der Leiter des Internet-Therapiezentrums, erwartet, dass die Zahl der
SMS-Chat-Süchtigen weiter steigt. Seit 1998 habe man im Internetzentrum 60 Süchtige behandelt. Da es mit
2,6 Millionen mehr als doppelt so viele Handybenutzer wie Internetbenutzer gibt, könnte hier die Nachfrage
nach Therapie schnell steigen, schließlich explodiert SMS allerorten (SMS erfreut sich schnell wachsender
Beliebtheit).
Andererseits könnten Handys auch den Drang von Jugendlichen mildern, das Rauchen zu beginnen, um als
Erwachsene aufzutreten. Zumindest ist das die Hoffnung von William McNee, Professor für Respiratory and
Environmental Medicine an der University of Edinburgh. Auf einer Konferenz in London meinte McNee,
dass zumindest bei Mädchen Handys dieselbe Funktion haben könnten wie Zigaretten: "Handys könnten im
Prozess des Erwachsenwerdens die Kluft füllen, die manchmal durch das Rauchen geschlossen wird. Wenn
man gesehen wird, dass man ein Handy besitzt, ist das ein wichtiges Zeichen für das Betreten der Welt der
Erwachsenen - und wie beim Rauchen gibt es sehr viel Druck von den Gleichaltrigen, der damit verbunden
ist." Und da man oft auch Handys einfach in den Händen hält oder mit ihnen herum spielt, sei das auch
vergleichbar mit den Ritualen des Rauchens und damit möglicherweise ein gesünderer Ersatz - falls man
nicht süchtig wird.
quelle: heise
Jede Technik hat auch ihre Schattenseiten. Eine scheint zu sein, dass sie, zumindest wenn sie neu ist, nicht
nur fasziniert, sondern womöglich auch Abhängigkeiten hervorruft. "Experten" haben die Computerspiel-, die
Internet-, die Cybersex-, die Online-Börsenspiel- oder Chatsucht diagnostiziert (und auch entsprechende
Theorien und Therapien angeboten). Vom Norden Europas, der bekanntlich nicht nur dichter vernetzt ist,
sondern wo es auch mehr Mobiltelefone als bei uns gibt, könnte jetzt eine neue Suchtkrankheit auf uns zu
kommen: die SMS-Sucht.
Wie Reuters meldet, ist angeblich ein dänischer Taxifahrer in eine Klinik wegen der SMS-Sucht eingewiesen
worden, weil der 25-Jährige täglich mehr als 200 solcher Kurzbotschaften verschickt hat. Nachts habe er
gearbeitet und tagsüber die Tastatur seines Handys bearbeitet. Mit durchschnittlich 217 SMS pro Tag stieg
natürlich auch seine Telefonrechnung entsprechend auf monatlich etwa 3000 Mark an.
Jetzt wird der Taxifahrer in einer Klinik behandelt, die sich auf krankhafte Glücksspieler und Internetsüchtige
spezialisiert habe. Michael Joersel, der Leiter des Internet-Therapiezentrums, erwartet, dass die Zahl der
SMS-Chat-Süchtigen weiter steigt. Seit 1998 habe man im Internetzentrum 60 Süchtige behandelt. Da es mit
2,6 Millionen mehr als doppelt so viele Handybenutzer wie Internetbenutzer gibt, könnte hier die Nachfrage
nach Therapie schnell steigen, schließlich explodiert SMS allerorten (SMS erfreut sich schnell wachsender
Beliebtheit).
Andererseits könnten Handys auch den Drang von Jugendlichen mildern, das Rauchen zu beginnen, um als
Erwachsene aufzutreten. Zumindest ist das die Hoffnung von William McNee, Professor für Respiratory and
Environmental Medicine an der University of Edinburgh. Auf einer Konferenz in London meinte McNee,
dass zumindest bei Mädchen Handys dieselbe Funktion haben könnten wie Zigaretten: "Handys könnten im
Prozess des Erwachsenwerdens die Kluft füllen, die manchmal durch das Rauchen geschlossen wird. Wenn
man gesehen wird, dass man ein Handy besitzt, ist das ein wichtiges Zeichen für das Betreten der Welt der
Erwachsenen - und wie beim Rauchen gibt es sehr viel Druck von den Gleichaltrigen, der damit verbunden
ist." Und da man oft auch Handys einfach in den Händen hält oder mit ihnen herum spielt, sei das auch
vergleichbar mit den Ritualen des Rauchens und damit möglicherweise ein gesünderer Ersatz - falls man
nicht süchtig wird.
quelle: heise