Vollständige Version anzeigen : Re: Abschlußkosten Lebensversicherung > 2 Jahresbeiträge?
Markus Holzapfel
23.11.2004, 19:15
Stephan Bumberger <bumberger@web.de> schrieb:
> Markus Holzapfel:
>
>> So ungewöhnlich ist das nicht. Ich meine mich zu entsinnen, daß 2-3
>> Jahresbeiträge als Abschlußprovision üblich sind. Manche Versicherer
>> mögen
>> da günstiger sein, aber die Größenordnung erscheint mir "normal".
>
> Kannst Du mir mal wenigstens einen Versicherer nennen, der mehr als max.
> 1,5 Jahresbeiträge zahlt? Ich würde dann vielleicht mit diesem
> Versicherer
> in Zukunft das ein oder andere Geschäft machen. Ich kenne jedenfalls
> keinen, der das tut und ich kenne viele Versicherer.
Du wirst es nicht glauben:
Auf den Internetseiten der Versicherer finden sich keine genauen Angaben
dazu, an wen die Gelder fließen, die dem Kunden in den ersten Jahren in
Rechnung gestellt werden. ;o)
Meine Formulierung bezüglich der Abschluß_provision_ mag wohl falsch sein.
Die Höhe der Abschluß_kosten_ wirst Du aber wohl nicht bestreiten wollen,
oder? Für den Kunden ist es letzlich egal, an wen die Gelder für den
Abschluß fließen. Die 2-3 Jahresbeiträge sind jedenfalls futsch (s.OP).
Gruß,
Markus
--
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Don Smeagle
23.11.2004, 23:15
"Markus Holzapfel" <markus-holzapfel@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:opshxij7wc24sabh@news.cis.dfn.de...
>
> Du wirst es nicht glauben:
> Auf den Internetseiten der Versicherer finden sich keine genauen Angaben
> dazu, an wen die Gelder fließen, die dem Kunden in den ersten Jahren in
> Rechnung gestellt werden. ;o)
>
> Meine Formulierung bezüglich der Abschluß_provision_ mag wohl falsch sein.
> Die Höhe der Abschluß_kosten_ wirst Du aber wohl nicht bestreiten wollen,
> oder? Für den Kunden ist es letzlich egal, an wen die Gelder für den
> Abschluß fließen. Die 2-3 Jahresbeiträge sind jedenfalls futsch (s.OP).
Genauso ein Blödsinn treibt die meisten Leute dazu, entweder zu einem
Direktversicherer zu gehen
weil man einem unabhängigen Versicherungsexperten die Provision nicht gönnt.
Oder sich mit dem erworbenen, aus meiner Sich meist gefährlichem Halbwissen,
irgendein Scheiss zu machen,
weil "man sich ja jetzt so toll auskennt"
Wenn du ein Angebot zu einer Versicherung gemacht bekommst, kannst du dir
eine Hochrechnung ertsellen lassen.
Daran siehst du wie sich der Vertrag während der Laufzeit entwickelt
Die Höhe der KOSTEN verteilt sich auf die gesamte Vertragslaufzeit.
Der "größte Brocken" ist sicherlich die Provision für den Abschluß an den
Vermittler, weil es meist zu Beginn des Vertrages gezahlt wird.
Und wenn du schon auf die Aussage des OP hinweist, lies dir die Anfrage mal
richtig durch.
Da fehlt nämlich eine wichtige Information.
Zitat ON:
"Nachdem gerade der dritte Beitrag bezahlt wurde,, habe ich den
aktuellen Stand der LV erhalten. Darin liegt der aktuelle Wert zum
31.12.2004 bei 1613"
Zitat OFF
Wann hat denn nun der Vertrag begonnen?
Wann het er denn den dritten Beitrag gezahlt?
Wollen wir mal unterstellen, dass er den Beitrag eingestellt hat, nachdem er
aus der Ohnmacht erwacht ist, kurz nachdem er die Nachricht des VU bekommen
hat.
Und wollen wir mal unterstellen, das er mit "..gerade der dritte Beitrag
gezahlt wurde..." gemein hat, dass zum 01.11 oder 01.10 der dritte Beitrag
gezahlt wurde (was auch Sinn bei einer DV macht, denn ich nehme mal an, dass
er den Beitrag aus sogenannten "Sonderzahlungen" finanziert, was zu der
Jahreszeit oftmals das Weihnachtsgeld ist, um die Sozialversicherungskosten
für diesen Gehaltsteil zu sparen)
Dann kann der dritte Beitrag bei der Hochrechnung des VU mit seiner
kompletten Kapital-performance noch gar nicht voll berücksichtigt sein,
sonder halt nur mit seiner Wertentwicklung aus 2-3 Monaten
Somit reduziert sich der von ihm dargestelte Kostenanteil um einen
erheblichen Teil
Markus Holzapfel
24.11.2004, 21:45
Don Smeagle <Don_Smeagle@gmx.de> schrieb:
>
> "Markus Holzapfel" <markus-holzapfel@web.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:opshxij7wc24sabh@news.cis.dfn.de...
Hallo Don,
>> Du wirst es nicht glauben:
>> Auf den Internetseiten der Versicherer finden sich keine genauen Angaben
>> dazu, an wen die Gelder fließen, die dem Kunden in den ersten Jahren in
>> Rechnung gestellt werden. ;o)
>>
>> Meine Formulierung bezüglich der Abschluß_provision_ mag wohl falsch
>> sein.
>> Die Höhe der Abschluß_kosten_ wirst Du aber wohl nicht bestreiten
>> wollen,
>> oder? Für den Kunden ist es letzlich egal, an wen die Gelder für den
>> Abschluß fließen. Die 2-3 Jahresbeiträge sind jedenfalls futsch (s.OP).
>
> Genauso ein Blödsinn treibt die meisten Leute dazu, entweder zu einem
> Direktversicherer zu gehen
> weil man einem unabhängigen Versicherungsexperten die Provision nicht
> gönnt.
> Oder sich mit dem erworbenen, aus meiner Sich meist gefährlichem
> Halbwissen,
> irgendein Scheiss zu machen,
> weil "man sich ja jetzt so toll auskennt"
Vielen Dank für Deine überaus freundlich formulierte Kritik an meiner
Aussage.
Ich gönne jedem unabhängigen Versicherungsberater seinen Lebensunterhalt
und möchte keinesfalls, daß Laien mit gefährlichem Halbwissen Dinge auf
eigene Faust regeln. Wenn ein Laie durch die Aufklärung eines Fachmanns
einen guten Vertragsabschluß tätigt und dadurch vor einem Fehlabschluß
bewahrt wird, sollte ihm dies auch einen Teil seines Geldes Wert sein.
Ich verstehe hingegen noch nicht so ganz, was genau der "Blödsinn" ist,
den ich geschrieben haben soll, aber das wirst Du sicher gleich genauer
mitteilen:
> Wenn du ein Angebot zu einer Versicherung gemacht bekommst, kannst du dir
> eine Hochrechnung ertsellen lassen.
> Daran siehst du wie sich der Vertrag während der Laufzeit entwickelt
Ja, das kenne ich. Daher ja auch meine Vermutung mit den 2-3
Jahresbeiträgen.
> Die Höhe der KOSTEN verteilt sich auf die gesamte Vertragslaufzeit.
> Der "größte Brocken" ist sicherlich die Provision für den Abschluß an den
> Vermittler, weil es meist zu Beginn des Vertrages gezahlt wird.
Ja, und Kosten in Höhe von 2 Jahresbeiträgen sind bereits zu Beginn
möglich, oder?
> Und wenn du schon auf die Aussage des OP hinweist, lies dir die Anfrage
> mal richtig durch.
Hab ich. Vielen Dank für Deine guten Ratschläge.
> Da fehlt nämlich eine wichtige Information.
Das tut mir leid, aber mir wirst Du das wohl nicht ankreiden?!
> Zitat ON:
> "Nachdem gerade der dritte Beitrag bezahlt wurde,, habe ich den
> aktuellen Stand der LV erhalten. Darin liegt der aktuelle Wert zum
> 31.12.2004 bei 1613"
> Zitat OFF
>
> Wann hat denn nun der Vertrag begonnen?
"Vor zwei Jahren"
> Wann het er denn den dritten Beitrag gezahlt?
"Gerade" :o)!
> Wollen wir mal unterstellen, dass er den Beitrag eingestellt hat,
> nachdem er
> aus der Ohnmacht erwacht ist, kurz nachdem er die Nachricht des VU
> bekommen
> hat.
Beitrag eingestellt? Warum sollte er etwas einstellen?
> Und wollen wir mal unterstellen, das er mit "..gerade der dritte Beitrag
> gezahlt wurde..." gemein hat, dass zum 01.11 oder 01.10 der dritte
> Beitrag
> gezahlt wurde (was auch Sinn bei einer DV macht, denn ich nehme mal an,
> dass
> er den Beitrag aus sogenannten "Sonderzahlungen" finanziert, was zu der
> Jahreszeit oftmals das Weihnachtsgeld ist, um die
> Sozialversicherungskosten
> für diesen Gehaltsteil zu sparen)
Gerne. Ich unterstelle zwar nichts, aber Deine Unterstellung kann ich
nachvollziehen.
> Dann kann der dritte Beitrag bei der Hochrechnung des VU mit seiner
> kompletten Kapital-performance noch gar nicht voll berücksichtigt sein,
> sonder halt nur mit seiner Wertentwicklung aus 2-3 Monaten
Ich verstehe Deine Aussage nicht gänzlich. Meinst Du, er hat drei
Jahresbeiträge gezahlt, der ihm mitgeteilte Stand berücksichtigte diesen
dritten Beitrag aber noch nicht?
> Somit reduziert sich der von ihm dargestelte Kostenanteil um einen
> erheblichen Teil
Ja, dann wären von zwei Jahresbeiträgen mehr als einer für Kosten
"verloren" gegangen.
Wir wissen aber beide nicht, welchen Stand er im nächsten oder im
übernächsten Jahr haben wird. Vielleicht werden dann noch zwei Jahre
folgen, in denen nur die Hälfte im "Spartopf" landet, vielleicht fallen
auch keine weiteren Kosten (mit Ausnahme derer für den Risikoanteil) an.
So, jetzt nochmal zurück zu meiner "blödsinnigen" Aussage. Ich habe mir
gerade nochmal die LV-Win Testversion von Morgen & Morgen angeschaut. Wie
gesagt, sie ist veraltet, aber der Vertragsabschluß des OPs liegt ja auch
schon ein paar Jahre zurück. Wähle ich hier eine KLV mit 1752 Euro
Jahresbeitrag und Laufzeit 27 Jahre (vgl. OP), so finde ich z.B. folgende
Versicherungsverläufe:
Versicherer A:
Jahr: Beitragssumme: Rückkaufswert:
1 1752 0
2 3504 320
3 5256 2196
....
Versicherer B:
Jahr: Beitragssumme: Rückkaufswert:
1 1752 0
2 3504 0
3 5256 1554
....
Versicherer C:
Jahr: Beitragssumme: Rückkaufswert:
1 1752 31
2 3504 78
3 5256 1644
....
Versicherer D:
Jahr: Beitragssumme: Rückkaufswert:
1 1752 35
2 3504 117
3 5256 1916
....
Versicherer E:
Jahr: Beitragssumme: Rückkaufswert:
1 1752 97
2 3504 234
3 5256 1904
....
Ich will nicht verschweigen, daß es auch eine Reihe von Versicherern gab,
die höhere Rückkaufswerte nach drei Jahren angeben. Leider waren auch
nicht von allen Versicherern Daten erhältlich. Der Rückkaufswert war aber
nur selten höher als 2500 Euro. Kosten in Höhe von 1,5 - 2 Jahresbeiträge
fallen also bei einigen Versicherern schon an.
Ganz soooo "blöd" war meine laienhafte Aussage daher wohl doch nicht, oder?
Gruß,
Markus
PS: Besonders erheiternd war die Mail von einem T*c*s-"Seniorberater und
Repräsentant", die ich heute in meinem Postfach vorfand. Er glaubte
zumindest, diesen Thread gelesen und die schreibenden Personen zuordnen zu
können. So war er voller Anteilnahme und wußte zu berichten, daß die
Kosten bei meiner(!!!) KLV nicht ungewöhnlich hoch seien. Eine FLV wollte
er mir deswegen auch gleich schmackhaft machen. *Kopfschüttel*
--
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Don Smeagle
25.11.2004, 08:15
"Markus Holzapfel" <markus-holzapfel@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:opshzjvuy824sabh@news.cis.dfn.de...
>
> Vielen Dank für Deine überaus freundlich formulierte Kritik an meiner
> Aussage.
also wenn ich scheiss bau steh ich auch dazu.
sorry, ich habe da deutlich unnötig überreagiert
ich habe da einen kleinen aber feinen Satz in deinem Beitrag nicht richtig
registriert
Zitat ON "Meine Formulierung bezüglich der Abschluß_provision_ mag wohl
falsch sein" Zitat OFF
>
> Beitrag eingestellt? Warum sollte er etwas einstellen?
Sehr verwirrend von mir ausgedrückt, im nachinnein kann ich das verstehen
Mit "Beitrag einstellen" meinte ich den Beitrag in die Newsgoup hier
>
> Ich verstehe Deine Aussage nicht gänzlich. Meinst Du, er hat drei
> Jahresbeiträge gezahlt, der ihm mitgeteilte Stand berücksichtigte diesen
> dritten Beitrag aber noch nicht?
Den gezahlten Beitrag schon aber nicht seine Entwicklung aus der vollen
Beitragsperiode
> ...
>
> Ich will nicht verschweigen, daß es auch eine Reihe von Versicherern gab,
> die höhere Rückkaufswerte nach drei Jahren angeben. Leider waren auch
> nicht von allen Versicherern Daten erhältlich. Der Rückkaufswert war aber
> nur selten höher als 2500 Euro. Kosten in Höhe von 1,5 - 2 Jahresbeiträge
> fallen also bei einigen Versicherern schon an.
Kosten ja, aber nicht reine Abschlußkosten
> Ganz soooo "blöd" war meine laienhafte Aussage daher wohl doch nicht,
oder?
jajajaja, is ja gut ;-)
s.o.
Don Smeagle
25.11.2004, 14:45
"Konrad Wilhelm" <konrad_wilhelm@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:mj4bq0drvb5pncdtchqg4phkj5ql1clho7@4ax.com...
> On Thu, 25 Nov 2004 07:43:35 +0100, "Don Smeagle" <Don_Smeagle@gmx.de>
> wrote:
>
> >> Kosten in Höhe von 1,5 - 2 Jahresbeiträge
> >> fallen also bei einigen Versicherern schon an.
> >
> >Kosten ja, aber nicht reine Abschlußkosten
> >
> Direkt dazu schreibt heute die Frankfurter Rundschau unter "Beratung
> ist oft mangelhaft"
> ===============================
> [...] Der Verbraucherschutz-Verband fordert deshalb eine Neuregelung
> und Offenlegung der Provisionen. Der Kunde müsse anhand von
> "Netto-Tarifen" klar erkennen können, was ein Vertreter am Abschluss
> verdient. Zugleich müssten die Vertreter, von denen jeder zweite
> nebenberuflich arbeitet, besser ausgebildet werden. "Heute wird den
> Leuten in Trainingslagern nur beigebracht, wie sie besonders
> erfolgreich ihre Produkte verkaufen können", warf Müller der Branche
> vor.
> =======================================
Finde ich gut, wobei die Aussage sehr pauschal geschrieben ist.
Es ist doch auch zu unterscheiden ob es ein neben- oder hauptberuflicher
Vertreter, ein Berater oder ein Makler ist.
Allerdings tönt der Verbraucherschutz hier in ein Horn, das schon lange in
Diskussion ist,
und auch in 2005/2006 in "Sack und Tüten" ist.
Das hat einfach was mit der EU-Richtlinie zu tun, und nichts mit der
Vehemenz der Verbraucherschützer, die ja so selbstlos
dem Bürger zur Seite stehen ;-)
OFFTOPIC:
Stell mir das auch spannend vor, wenn der Mandant des Maklers eine
Aufstellung der Arbeit und Kosten die für Ihn geleistet wurde
und zukünftig auch getätigt wird.
Das könnte in manche Fällen und je nach Vertragsart dem einen oder anderen
Kunden die Mitleidstränen in die Augen treibt