Vollständige Version anzeigen : Re: Abschlußkosten Lebensversicherung > 2 Jahresbeiträge?
Don Smeagle
23.11.2004, 22:44
"Konrad Wilhelm" <konrad_wilhelm@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:dic6q0tp4upql65r9j1ckuht75gtnso7bs@4ax.com...
> >
> Bisschen komplizierter wäre schon gut. Meinst du mit "allgemeine
> abschlusskosten" die Kosten die anfallen um die notwenigen Daten
> einzugeben und das durch die EDV zu drehen? Wenn eine
> Versicherungsgesellschaft derart unwirtschftlich arbeitet, dass das
> bedeutsame Kosten verursacht, solle man mit ihr wohl besser keine
> Geschäftsbeziehung eingehen?
>
> Es kann natürlich auch gut möglich sein, dass ein Hinweis auf
> "allgemeine abschlusskosten" lediglich zur Verschleierung von
> gewaltigen Profiten dienen soll.
Die Kosten einer Lebensversicherung sind nach Kostenarten identisch. Man
unterscheidet
Stückkosten - pauschaler Kostenbetrag, z.B. 12 Euro pro Jahr
Risikokosten - Kosten die der Deckung des versicherten Risikos dienen (ggf.
inkl. Rückversicherungskosten) und die in jedem Beitrag anteilig enthalten
sind
Verwaltungskosten - Kosten für die laufende Verwaltung des Vertrags, die
ebenfalls in jedem Beitrag anteilig enthalten sind
Inkassokosten - Kosten des Beitragsinkassos die anteilig jedem Beitrag
belastet werden (i.d.R. sind die Inkassokosten bei monatlicher Zahlweise
höher als bei jährlicher Zahlweise)
Abschlusskosten - Kosten die im Zusammenhang mit dem Abschluss der
Lebensversicherung anfallen (z.B. Provision, Vertragsdokumentation,
Risikoprüfung, ggf. ärztliche Untersuchung) die ebenfalls jedem Beitrag
belastet werden.
Da die Abschlusskosten tatsächlich jedoch nicht über die gesamte
Versicherungsdauer anfallen, werden sie bei den meisten angebotenen Tarifen
durch die Zillmerung an den Beginn der Versicherungsdauer verlagert. Bei
Tarifen mit Sparanteil führt dies dazu, dass in den ersten Vertragsjahren
bei einer Kündigung kein Geld zur Auszahlung gelangt.
Vielleicht habe ich mich da auch etwas ungenau ausgedrückt. Natürlich ist
der Provisionsteil meist der "größte Brocken", aber halt nicht der einzige
Don Smeagle
24.11.2004, 11:45
"Konrad Wilhelm" <konrad_wilhelm@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:p0i8q0h5q7o15hq28ohr3fvvb3l6c82ck6@4ax.com...
> On Wed, 24 Nov 2004 07:28:01 +0100, Thomas Meyering
> <thomas.meyering@firemail.de> wrote:
>
> >Die Kosten bestehen im wesentlichen aus den Provisionen.
> >
> >Dazu kommt noch das Gehalt für die Innendienstmitarbeiter,
> >Miete, Telefon, Porto.
>
> Ja. Und Heizung und Bleistifte.
>
> Schön ist natürlich, dass Vorstand und Aufsichtsrat ganz auf Bezüge
> verzichten und auch die Aktionäre keine Profite der Versicherung-AG
> verlangen :-)
Und was, bitteschön, ist daran (habe die ironie schon verstanden) ;-)
aussergewöhnlich.
Fragst du denn auch bei deinem Bäcker nach wieviel cent von dem Prei den du
für
deine Brötchen jetzt gezahl hast für Betriebskosten drauf geht?
Und verlangst du dann auch den hochgerechneten Anteil für die Heizungskosten
zurück,
weil er im Sommer ja sichertlich keine heizung anhat, und du im Winter,
immer dick angezogen bei ihm reinkommst
und die Vorteile seiner Heizung gar nicht in Anspruch nehmen wolltest ;-)
Don Smeagle
25.11.2004, 08:45
"Konrad Wilhelm" <konrad_wilhelm@web.de> schrieb im Newsbeitrag >
> Ich fand es außergewöhnlich, dass diese Punkte in der vorherigen
> Aufstellung, was doch alles zu bezahlen sein, nicht mit erwähnt waren.
Sind sie.
wenigstens der Vorstand und der Aufsichtsrat fallen unter die Posten
"Verwaltung" und teilweise auch "Abschluß"
>
> Ich bin glücklicherweise noch nie in der Situation gewesen, zwei Jahre
> lang für Brötchen zu bezahlen und dann festzustellen dass ich noch gar
> keins bekommen habe.
Hat der OP ja auch nicht. Er hat ja etwas bekommen
In seinem Fall waren das sofort Steuer und Sozialversicherungsvorteile.
Denn er hat ja in Wirklichkeit gar nicht die 1752,--¤ voll bezahlt.
Sicherlich keine Dienstleistung des Versicherers sondern des Staates,
aber nur mit Hilfe des Versicherers möglich (im Falle des OP)
Da ich den Steuersatz des OP nicht kenne, kann ich nicht sagen, wieviel er
tatsächlich netto gezahlt hat
aber ca. 350,--¤ hat er auf jeden Fall schon mal aus den Sozikosten
finanziert.
Und vom Versicherer hat er die Dienstleistung des Versicherungsschutzes
bekommen.
Mag sein das er im Schadenfall davon nichts hat. Aber sie ist zur Verfügung
gestellt.(Hier wäre auch noch die Frage zu stellen ob es sich um einen
"reinen" Lebensversicherungsvertrag handelt, odre auch noch andere
Risikoarten mit eingeschlossen wurden.
> >
> Also mein Bäcker macht sich gar nicht die Mühe aufzuzählen was er an
> Stückkosten, Inkassokosten, Verwaltungskosten und und und und alles
> hat. Und wenn ich ihm 2 ¤ bezahle bekomme ich glücklicherweise dafür
> 10 Brötchen und nicht die Mitteilung, dass diese 2 ¤ leider für dies
> und jenes gegegangen seien.
Macht ein Versicherer ja auch nicht
er schickt die Wertübersicht des Vertrages
Die Darstellung der Kosten wurde ja nur im Laufe der Diskussion hier erfragt
> wieder 2 ¤ bezahlen, und ab 2006 könnte ich dann vielleicht schon mal
> mit ganz kleinen Brötchen rechnen.
> Von daher gesehen drängt sich der Vergleich zu Lebensversicherung
> nicht so unmittelbar auf.
Dienstleistung ist Diensleistung
Der Versicherer versichert
der Bäcker backt Brötchen
Jeder hat Kosten und muss sie in seiner Kalkulation berücksichtigen.
Der Bäcker hat den Vorteil (in manchen fällen sicherlich auch Nachteil
;-) ), dass man seine Ware anfassen und schmecken kann, und wenn einem der
Preis für das Brötchen nicht zu hoch ist fragt niemand nach den Kosten und
den Gewinnspanne des Bäckers.
Der Versicherer stellt Versicherungsschutz zur Verfügung. Denn kann man
leider nicht anfassen, aber er ist da.
Im Falle des OP hätte das Unternehmen im Schadenfall, einen Tag nach
Versicherungsbeginn sofort an dessen Erben die Versicherungssumme gezahlt.
(Renditemässig gesehen, wäree die Art der Geldanlage ein absolutes "Brett"
verglichen mit vielen Aktien am Markt in den letzetn Jahren)
Ob das für jemanden wichtig ist, muss jeder genauso für sich selbst
entscheiden wie den Mehrpreis für Sesam oder Mohn auf dem Brötchen.
Von daher gesehen mag sich der Vergleich vielleicht nicht aufdrängen, ist
aber aus der Kosten-Nutzen Rechnung sicherlich in Ordnung.
Und was ich verwunderlich finde ist immer, dass auf den Kosten der VU
"rumgehackt" wird (in den meisten Fällen auch absout berechtigt),
wenn es aber um die "kleinen Dinge des Lebens" geht, wird nicht hinterfragt.
Streiche das Beispiel "Bäcker" und ersetze durch "Modebranche". Obwohl hier
bekanntermassen irre Spannen zwischen Produktion und Verkauf liegen,
verhandeln die wenigsten Kunden um den Preis.
Kommt aber der "Mann von der Versicherung" ist man nicht so zögerlich um
auch einmal danach zu fragen, was man denn von der Abschlußprovision haben
könne.
Generell wäre vielleicht zu empfehlen:
Vor dem Abschluß kann ich mich anhand einer Hochrechnung informieren, wie
mein Vertrag verlaufen könnte. (und zwar Jahr für Jahr)
Und dann überlegen, bei welchem Versicherer und welche Art des Vertrages ich
wähle
Thomas Festring
25.11.2004, 22:15
Don Smeagle schrieb am Donnerstag, 25. November 2004 08:32:
>
> Hat der OP ja auch nicht. Er hat ja etwas bekommen
> In seinem Fall waren das sofort Steuer und Sozialversicherungsvorteile.
> Denn er hat ja in Wirklichkeit gar nicht die 1752,--¤ voll bezahlt.
> Sicherlich keine Dienstleistung des Versicherers sondern des Staates,
> aber nur mit Hilfe des Versicherers möglich (im Falle des OP)
> Da ich den Steuersatz des OP nicht kenne, kann ich nicht sagen, wieviel er
> tatsächlich netto gezahlt hat
> aber ca. 350,--¤ hat er auf jeden Fall schon mal aus den Sozikosten
> finanziert.
Nur als kleine Ergänzung:
Das stimmt nur dann, wenn der Betrag nicht ohnehin schon über den
Beitragsbemessungsgrenzen der diversen Sozialversicherungen liegt.
Gruß,
Thomas
Don Smeagle
26.11.2004, 09:15
"Konrad Wilhelm" <konrad_wilhelm@web.de> schrieb im Newsbeitrag
>
> Soviel ich weiß, soll er ja sogar noch 1500 ¤ für die
> Lebensversicherung von seine Oma geschenkt bekommen haben, letztlich
> hat er ja noch dran bar verdient, dass er die paar Pfennige Provision
> abgedrückt hat!
>
> War da nicht sogar noch dieses unversteuerte Geld von dem Nebenjob mit
> drin? Er kann ja gradezu noch dankbar sein, dass überhaupt jemand sein
> Geld angenommen hat!
wenn du keine Ahnung von dem Konstrukt einer Direktversicherung hast
helfen auch deine süffisanten Bemerkungen dem OP nicht weiter
sondern tragen eher zu Belustigung bei
Don Smeagle
26.11.2004, 09:15
"Thomas Festring" <thomas.festring@epost.de> schrieb im Newsbeitrag
news:h9uh72xv87.ln2@linux.familie-festring.de...
> Don Smeagle schrieb am Donnerstag, 25. November 2004 08:32:
>
> >
> > Hat der OP ja auch nicht. Er hat ja etwas bekommen
> > In seinem Fall waren das sofort Steuer und Sozialversicherungsvorteile.
> > Denn er hat ja in Wirklichkeit gar nicht die 1752,--¤ voll bezahlt.
> > Sicherlich keine Dienstleistung des Versicherers sondern des Staates,
> > aber nur mit Hilfe des Versicherers möglich (im Falle des OP)
> > Da ich den Steuersatz des OP nicht kenne, kann ich nicht sagen, wieviel
er
> > tatsächlich netto gezahlt hat
> > aber ca. 350,--¤ hat er auf jeden Fall schon mal aus den Sozikosten
> > finanziert.
>
> Nur als kleine Ergänzung:
> Das stimmt nur dann, wenn der Betrag nicht ohnehin schon über den
> Beitragsbemessungsgrenzen der diversen Sozialversicherungen liegt.
sorry du hast natürlich recht.
danke für die vervollständigung