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Vollständige Version anzeigen : Re: Jetzt aber schnell noch eine LV... Aber bei MLP?


Peter Leibold
24.11.2004, 16:45
"Hinnerk Hagenah" <hg@lft.uni-erlangen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:nnekijznr3.fsf@sterope.lft.uni-erlangen.de...
> hklinzmann@gmx.net (Hendrik K) writes:
>

> Liess hier weiter, informiere Dich. Warte noch 5 Jahre bis Du
> ernsthaft anfaengst, ueber Deine Rente nachzudenken. Bis dahin weisst
> Du, wie sich Dein Job und Leben entwickeln und kannst besser planen.

Hallo Hinerk,

solche Ratschläge halte ich persönlich für falsch.

Ein einfaches Beispiel:

Aktienfondanlage TMG mit 8% eff. Zins gerechnet. Ich glaube hier wird mir
keiner widersprechen, dass dieser Fonds das leisten kann.

Er fängt jetzt an und spart 30 Jahre 50 Euro - Ergebnis: ca. 70.427 Euro
Er wartet 5 Jahre und spart dann die restlihcen 25 Jahre - Ergebnis: ca.
45.449 euro

Differenz: rund 25.000 Euro im Ablauf

Um das gleiche Ergebnis zu erzielen muss er in 5 Jahren ca. 77 Euro im Monat
investieren (ca. 50% mehr).

Beginnt er jetzt mit 50 Euro im Monat, setzt dann 4 Jahre aus (weil
Arbeitslos) und investiert dann weiterhin 50 Euro die restlichen 25 Jahre:
Ergebnis ca. 51.242 Euro. Differenz: 5.793 Euro im Ablauf.

So gesehen hat ihn deine Empfehlung mindestens 5.793 Euro gekostet, im
schlimmsten Fall 25.000 Euro (nicht böse gemeint).

Fazit. Unterschätze nie den Zinseszinseffekt.

In einem Punkt gebe ich dir aber Recht, wer sich nicht sicher ist, dass er
seine Police bezahlen kann, lässt es besser.

--
Gruss

Peter

Peter & Susanne Leibold
Versicherungsmakler GbR
http://www.leibold.biz

Sebastian Kraft
24.11.2004, 18:15
Peter Leibold wrote:

> Aktienfondanlage TMG mit 8% eff. Zins gerechnet. Ich glaube hier wird mir
> keiner widersprechen, dass dieser Fonds das leisten kann.
>
> Er fängt jetzt an und spart 30 Jahre 50 Euro - Ergebnis: ca. 70.427 Euro
> Er wartet 5 Jahre und spart dann die restlihcen 25 Jahre - Ergebnis: ca.
> 45.449 euro
>
> Differenz: rund 25.000 Euro im Ablauf
>
> Um das gleiche Ergebnis zu erzielen muss er in 5 Jahren ca. 77 Euro im Monat
> investieren (ca. 50% mehr).

[...]

> So gesehen hat ihn deine Empfehlung
[...]
> im schlimmsten Fall 25.000 Euro (nicht böse gemeint).

Das ist jetzt aber doch ein bisschen Milchmädchen.
Ich würde Deine Zahlen anders interpretieren: Um am Ende 70500 Euro zu
bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten: 30 Jahre lang monatlich 50 Euro
oder 25 Jahre lang 77 Euro. Im Fall eins zahlt man 50 Euro * 12 * 30 =
18000 Euro. Im Fall zwei: 77 Euro * 12 * 25 = 23100 Euro. Die Mehrkosten
von Variante zwei gegenüber Variante eins betragen also 5100 Euro. Das
ist nicht zu vernachlässigen, aber auch nicht so dramatisch. Schon
garnicht, wenn der OP momentan nichts verdient und in 5 Jahren u.U
deutlich mehr.
Außerdem ist er Jahre alt. Wenn er das ganze bis zum Alter von 65
durchziehen möchte, dann sind das jetzt noch 40 Jahre. Da machen die 5
Jahre warten einen geringeren Unterschied als in Deinem Beispiel.


Gruß,
Sebastian

P.S.
> Versicherungsmakler GbR
;-)
Kann es sein, dass man da auch in der Freizeit nicht 100% von los kommt?

Willy Moll
24.11.2004, 21:14
"Peter Leibold" <p.leibold@freenet.de> schrieb am
Wed, 24 Nov 2004 16:36:14 +0100:

>Ein einfaches Beispiel:

Zu einfach, wie ich finde.

>Er fängt jetzt an und spart 30 Jahre 50 Euro .....
>Er wartet 5 Jahre und spart dann die restlihcen 25 Jahre .....
>Differenz: rund 25.000 Euro im Ablauf

Ohne Nacht für Nacht vom Gespenst der Altersarmut geweckt zu werden
kann er trotzdem die Entwicklung - wie mehrfach und völlig richtig
empfohlen - in aller Ruhe abwarten.
Denn wenn´s den sein muß, lässt sich die Differenz durch eine
Einmalzahlung (aus der bis dahin bei gesichertem Einkommen hoffentlich
prall gefüllten Liquiditätsreserve) bei Beginn eines Sparplans in fünf
Jahren ausgleichen. Mit nur unbedeutend größerem Aufwand.


--
MfG: Willy Moll

Willy Moll, Finanzhonorarberater, http://www.moll-fb.de

Peter Leibold
27.11.2004, 10:15
"Sebastian Kraft" <sek@nurfuerspam.de> schrieb im Newsbeitrag
news:30jt1rF31r58nU1@uni-berlin.de...

> Peter Leibold wrote:

>> So gesehen hat ihn deine Empfehlung
> [...]
>> im schlimmsten Fall 25.000 Euro (nicht böse gemeint).

> Das ist jetzt aber doch ein bisschen Milchmädchen.
> Ich würde Deine Zahlen anders interpretieren: Um am Ende 70500 Euro zu
> bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten: 30 Jahre lang monatlich 50 Euro oder
> 25 Jahre lang 77 Euro. Im Fall eins zahlt man 50 Euro * 12 * 30 = 18000
> Euro. Im Fall zwei: 77 Euro * 12 * 25 = 23100 Euro. Die Mehrkosten von
> Variante zwei gegenüber Variante eins betragen also 5100 Euro. Das ist
> nicht zu vernachlässigen, aber auch nicht so dramatisch.

Selbst wenn man deinem Beispiel folgt - muss er seine Sparleistung um mehr
als 50% anheben um das gleiche zu erreichen und zahlt dann immer noch 5.100
Euro mehr ein um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Das ist angeblich nicht
so dramatisch. Das kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. In ander
Threads hier wird um jedes % Rendite gefeilscht, nach immer anderen
Möglichkeiten gesucht Gebühren zu sparen (AA oder Provision) und jetzt
spielen 5.100 Euro (die älteren unter uns erinnern sich, das waren mal rund
10.000 DM) keine Rolle mehr

> Schon garnicht, wenn der OP momentan nichts verdient und in 5 Jahren u.U
> deutlich mehr.

Irgendeine Art Einkommen wird er ja haben. Ob er in 5 Jahren wirklich mehr
verdient steht noch aussen vor. Er muss dann definitiv mehr ausgeben. Aber
mit den dann 77 Euro ist es doch nicht getan. Er wird noch mehr ansparen
müssen - mit mehr Beitrag.

> Außerdem ist er Jahre alt. Wenn er das ganze bis zum Alter von 65
> durchziehen möchte, dann sind das jetzt noch 40 Jahre. Da machen die 5
> Jahre warten einen geringeren Unterschied als in Deinem Beispiel.

Um im Beispiel zu bleiben: Ablauf 161.054 Euro, Eingezahlt: 24.000 Euro
5 Jahre später: Ablauf 107.128 Euro,
Um in 5 Jahren das gleiche Ergebnis zu erreichen (161.054 Euro) muss er 75
Eur0 investieren: eingezahlt: 31.500 Euro. Differenz 7.500 Euro. Soviel zur
Aussage - ein geringerer Unterschied. Aber 7.500 Euro sind ja peanuts und
nicht wirklich wild ;-)


> > Versicherungsmakler GbR
> ;-)
> Kann es sein, dass man da auch in der Freizeit nicht 100% von los kommt?

Zum einen "kämpfe" ich gerne mit offenem Visier und zum anderen mache ich
meinen Job wirklich gerne. :-))

--

Gruss

Peter

Peter & Susanne Leibold
Versicherungsmakler GbR
http://www.leibold.biz

Peter Leibold
27.11.2004, 10:15
"Willy Moll" <WF.moll@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b5p9q0lb3cj28n9au94k055kjq7qrro7cq@4ax.com...
> "Peter Leibold" <p.leibold@freenet.de> schrieb am
> Wed, 24 Nov 2004 16:36:14 +0100:
>

Hallo Willy,

>>Ein einfaches Beispiel:
>
> Zu einfach, wie ich finde.

Ja daran erkennt man den Profi.

>>Er fängt jetzt an und spart 30 Jahre 50 Euro .....
>>Er wartet 5 Jahre und spart dann die restlihcen 25 Jahre .....
>>Differenz: rund 25.000 Euro im Ablauf
>
> Ohne Nacht für Nacht vom Gespenst der Altersarmut geweckt zu werden
> kann er trotzdem die Entwicklung - wie mehrfach und völlig richtig
> empfohlen - in aller Ruhe abwarten.

Das sehe ich anders - wäre aber ja auch langweilig, wenn alle die gleiche
Meinung hätten. Allerdings finde ich es bedauerlich, dass du das Thema
Altersarmut herunterspielst. Ich denke auch nicht ständig an meine
Altersversorgung (was an sich vielleicht schon ein unzutreffendes Wort ist).
Ich brauche ja nur zu arbeiten bis ich umfalle, dann benötige ich keine wie
auch immer geartete Altersversorgung. Fakt ist - nach meinem dafürhalten,
dass ich gerade als junger Mensch ein beträchtliches Vermögen benötige um im
Alter (wann auch immer das sein wird) davon leben zu können. Sicher muss man
hier die unterschiedlichen Gegebenheiten berücksichtigen (erbe z.b.).
Dennoch - jetzt wartet er erst mal 5 Jahre, dann ist er 30 welche
Entschuldigung hat er dann, dass er jetzt nicht sparen kann - Haus, Kinder,
jetzt will er erst einmal leben. Welche Entschuldigung hat er mit 40, dass
er gerade jetzt nicht sparen kann. Wieviele deiner Klientin sind schon 40
Jahre alt und haben sogut wie nichts angespart, weil Sie - angeblich - nie
die Zeit dazu hatten und müssen jetzt ein vielfaches davon aufbringen um das
gleiche zu erreichen, hätten Sie nur 20 Jahre früher angefangen. Es geht mir
nicht nur darum, dass er anfängt, es geht auch darum, dass er lernt zu
sparen, lernt auch mal zu verzichten. Gerade dann, wenn ihm wenig zur
Verfügung steht.


> Denn wenn´s den sein muß, lässt sich die Differenz durch eine
> Einmalzahlung (aus der bis dahin bei gesichertem Einkommen hoffentlich
> prall gefüllten Liquiditätsreserve) bei Beginn eines Sparplans in fünf
> Jahren ausgleichen. Mit nur unbedeutend größerem Aufwand.

Die Einmalzahlung beträgt rund 3.600 Euro - immer noch 600 Euro mehr. Seis
drum. Ich frage mich nur wo die dann herkommen soll, wenn er doch vielleicht
gar keinen Job hat - wo kommt dann die prall gefüllte Reserve her - Das
setzt doch auch voraus, dass er spart. Ich denke gerade in seiner Situation
ist es leichter auf 50 Euro im Monat zu verzichten und diesen Betrag - wenn
es ihm finanziell gut geht - zu erhöhen. Geht es ihm nicht so gut setzt er
halt aus, in diesem Fall bekommt er aber auch die Einmalzahlung nicht
zusammen.

Ich finde es nur bedauerlich, dass es immer nur heisst "Warte noch", hat
noch Zeit . Irgendwann hat er keine Zeit mehr. Und mann kann es drehen und
wenden wie man will - warten kostet ihn Geld - mal mehr und mal weniger.

Letzlich hat der OP jetzt ja genügend Argumente gehört - dafür und dagegen,
so wie es sich gehört und mag sich nun sein eigenes Urteil bilden.

--
Gruss

Peter


Peter & Susanne Leibold
Versicherungsmakler GbR
http://www.leibold.biz


>
> --
> MfG: Willy Moll
>
> Willy Moll, Finanzhonorarberater, http://www.moll-fb.de
>

Peter Leibold
27.11.2004, 10:45
"Hinnerk Hagenah" <hg@lft.uni-erlangen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:nnzn165law.fsf@sterope.lft.uni-erlangen.de...
> "Peter Leibold" <p.leibold@freenet.de> writes:
>> "Hinnerk Hagenah" <hg@lft.uni-erlangen.de> schrieb im Newsbeitrag
>> news:nnekijznr3.fsf@sterope.lft.uni-erlangen.de...
>> > hklinzmann@gmx.net (Hendrik K) writes:
>

>> Ein einfaches Beispiel:

>> Aktienfondanlage TMG mit 8% eff. Zins gerechnet. Ich glaube hier wird mir
>> keiner widersprechen, dass dieser Fonds das leisten kann.
>
> Niemand widerspricht Dir, dass der Fonds das leisten KANN. Niemand
> wird Dir garantieren, dass er das leisten WIRD. Auch Du kannst nicht
> abstreiten, dass der Fonds auch mit 0% oder gar einem Minus
> abschliessen KOENNTE.

Bei der Laufzeit sehe ich persönlich keine Probleme bezüglich der Rendite.
Garantieren kann ihm das natürlich niemand. Aber wenn es schief geht hänge
ich zumindest mit drin :-)

> Wenn ich anfinge fuer meine Altersvorsorge zu sparen, wollte ich auf jeden
> Fall kein Risiko. Alles, was Aktien
> o.ae. beinhaltet, hat auch ein Risiko.

unwidersprochen - aber ich denke ein kalkulierbares, überschaubares. Wird
zumindest in der Gruppe hier doch des öfteren probagiert.

> Wie gross ist der Unterschied (klingt wirklich gewaltig in Deiner
> Rechnung) wenn Du mit den
> gegenwaertig von Versicherungen garantierten 2,75% rechnest?

Na ja über Versicherungen habe ich ja nicht gesprochen und die 2,75%
beziehen sich ja auf den Rechnungszins(Also abzüglich Kosten). Beim
Tagesgeld sieht es folgendermassen aus.

In der Berechnung gehe ich jetzt von 40 Jahren aus (ein Thread weiter habe
ich wegen meinen 30 Jahren einen "Dämpfer" bekommen).

Ablauf ein 2,5% (50 Euro im Monat) und 40 Jahren: 40.902 bei 35 Jahren
33.332 - Differenz: 7.570 Euro. Oder er müsste in 5 Jahre anstelle 50 Euro
61´Euro anlegen. Differenz im Gesamtaufwand 1.620 Euro. Nicht so viel,
dennoch kostet ihn das warten auch hier Geld.

> [Rechnung ueber unterschiedliche Ablaufleistungen]
> Vielleicht jucken ihn die 27 Euro mehr in 5 Jahren aber sehr viel
> weniger, als es die 50 in den naechsten paar Jahren tun werden?
> Vielleicht ist er in 5 Jahren froh, die bis dahin nicht gesparten
> 3.000 Euro anderweitig verbraucht haben zu koennen.

Vielleicht - Vielleicht ist er aber auch froh, dass er doch gespart hat.
Woher sollen wir beide das wissen.

> Positiv an Deiner Variante ist, dass sie keinen Sparzwang
> ausuebt. Von daher sehe ich eine gewisse parallele zu den
> Bundesschaetzen. Wenn 50 Euro ueber sind, kann man sie anlegen und
> sollte das auch. Wenn nicht, dann muss man nicht. Das Muessen ist der
> wesentliche Nachteil der Versicherung. Ob man jetzt flexibel in einem
> Fonds, den man hoffentlich auch bei Bedarf jederzeit und kurzfristig
> verkaufen kann, oder Tagesgeldkonto oder Bundesschaetze oder mir
> momentan nicht bewussten weiteren Varianten, die es sicher gibt (ich
> bin kein Experte) ist eine Frage der persoenlichen
> Risikobereitschaft. Einen Fonds muss man auch erst finden, bei
> Tagesgeldkonten ggf. wechseln, Bundesschaetze rentieren wirklich nicht
> beruehmt...

Na dann sind wir uns doch zumindet da einig.

>> Fazit. Unterschätze nie den Zinseszinseffekt.
> ABER: Ueberhoehe nicht den Zinseszinseffekt mit gegenwaertig nirgends
> garantierten Zinssaetzen. Bei 2,75% faellt das viel kleiner aus. Der
> 'garantierte Verlust' von 5.000 Euro (auf 40 Jahre, das sind 125 Euro
> im Jahr oder 10,42 im Monat - nicht wirklich viel, oder?) faellt dann
> schon viel kleiner aus.

Natürlich fällt der Zinseszinseffekt kleiner aus, wenn die Zinsen geringer
sind. Allerdings käme ich persönlich nie auf die Idee ein Bundesschätzchen
zu kaufen mit einer Rendite knapp über der Inflation. Hier sind die
Geschmäcker natürlich verschieden.

--
Gruss

Peter

Peter & Susanne Leibold
Versicherungsmakler GbR
http://www.leibold.biz

Kai Poehlmann
27.11.2004, 14:45
Moin!

Peter Leibold schrieb:

> Irgendeine Art Einkommen wird er ja haben. Ob er in 5 Jahren wirklich mehr
> verdient steht noch aussen vor. Er muss dann definitiv mehr ausgeben. Aber
> mit den dann 77 Euro ist es doch nicht getan. Er wird noch mehr ansparen
> müssen - mit mehr Beitrag.

Wenn man sehr früh anfängt, festgelegt fürs Alter zu sparen,
hat man doch recht schnell folgende Probleme:

Wenn man baut, muss man sich auch das Geld teuer leihen, das man
schon angespart hat.

Wenn man Sozialfall wird, muss man es erst verbrauchen. Gut, da gibt
es wohl Ausnahmen.

Also müsste irgendwie "anders"/flexibel gespart werden und nicht
gerade in einer KLV, die ja auch massive Kosten verursacht.

Kai

Willy Moll
28.11.2004, 17:45
"Peter Leibold" <p.leibold@freenet.de> schrieb am
Sat, 27 Nov 2004 10:04:33 +0100:


Hallo Peter,

>> Ohne Nacht für Nacht vom Gespenst der Altersarmut geweckt zu werden
>> kann er trotzdem die Entwicklung - wie mehrfach und völlig richtig
>> empfohlen - in aller Ruhe abwarten.
>
>Das sehe ich anders - wäre aber ja auch langweilig, wenn alle die gleiche
>Meinung hätten.

natürlich. Aber gewisse Tatsachen - wie in diesem Falle Ergebnisse der
Zinseszinsrechnung - lassen sich durch eine Meinung halt nicht außer
Kraft setzen.

>Allerdings finde ich es bedauerlich, dass du das Thema
>Altersarmut herunterspielst.

Ich plädiere für einen vernünftigen Umgang mit dem Thema. Für mich ist
und bleibt unvernünftig, wenn der eherne Grundsatz der Vorsorge "spare
in der Zeit, dann hast du in der Not" so ausgelegt wird, daß man nicht
die nächstliegende Not, sondern die in ferner Zukunft liegende im Auge
hat (man sollte heutzutage "Not" mit "wenn du´s brauchst" ersetzen).

--
MfG: Willy Moll

Willy Moll, Finanzhonorarberater, http://www.moll-fb.de

Peter Leibold
29.11.2004, 09:15
"Kai Poehlmann" <kpo.usenet@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:co9nsm$79p$1@saluton.org...


> Wenn man sehr früh anfängt, festgelegt fürs Alter zu sparen,
> hat man doch recht schnell folgende Probleme:

Wo habe ich den geschrieben, dass er eine KLV machen soll bzw. festgelegt
sparen soll.

> Wenn man baut, muss man sich auch das Geld teuer leihen, das man
> schon angespart hat.

wieso - mw. hat er auf einen Fonds - und das war das Beispiel - immer
Zugriff.

> Wenn man Sozialfall wird, muss man es erst verbrauchen. Gut, da gibt
> es wohl Ausnahmen.

Alternativ also gar nichts machen ?

> Also müsste irgendwie "anders"/flexibel gespart werden und nicht
> gerade in einer KLV, die ja auch massive Kosten verursacht.

Wo bitte schön findest du in meinem Thread die Empfehlung KLV/RV?

--
Gruss

Peter

Peter & Susanne Leibold
Versicherungsmakler GbR
http://www.leibold.biz

Peter Leibold
29.11.2004, 09:15
"Martin Gerdes" <martin.gerdes@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:qosgq0p878chcj8a5b41pj5jj06bm3g67r@4ax.com...
> "Peter Leibold" <p.leibold@freenet.de> schrieb:
>
> [Zitat ergänzt]
>>>>> Lies hier weiter, informiere Dich. Warte noch 5 Jahre bis Du
>>>>> ernsthaft anfaengst, ueber Deine Rente nachzudenken. Bis dahin weisst
>>>>> Du, wie sich Dein Job und Leben entwickeln und kannst besser planen.
>
>>>> solche Ratschläge halte ich persönlich für falsch.
>
> Man kann das nachvollziehen.

Man könnte hinter diesem Satz auch mehr vermuten. Aber im Grunde meines
Herzens bin ich ja ein netter ;-)

>>>> Aktienfondanlage TMG mit 8% eff. Zins gerechnet. Ich glaube hier wird
>>>> mir
>>>> keiner widersprechen, dass dieser Fonds das leisten kann.
>
> Das ist richtig. Allerdings widerspreche ich der suggerierten
> Behauptung, daß der Fonds das notwendigerweise leisten wird.

Das liegt im Auge des Betrachters. Ich denke da anders drüber. Aber du musst
ja nicht notwendigerweise mein Riskoprofil teilen. Es steht dir ja frei mit
anderen Werten zu rechnen.

>>>> Er fängt jetzt an und spart 30 Jahre 50 Euro - Ergebnis: ca. 70.427
>>>> Euro
>>>> Er wartet 5 Jahre und spart dann die restlichen 25 Jahre - Ergebnis:
>>>> ca.
>>>> 45.449 euro
>
>>>> Differenz: rund 25.000 Euro im Ablauf
>
>>>> Um das gleiche Ergebnis zu erzielen muss er in 5 Jahren ca. 77 Euro
>>>> im Monat investieren (ca. 50% mehr).
>
>>>> Beginnt er jetzt mit 50 Euro im Monat, setzt dann 4 Jahre aus (weil
>>>> Arbeitslos) und investiert dann weiterhin 50 Euro die restlichen 25
>>>> Jahre:
>>>> Ergebnis ca. 51.242 Euro. Differenz: 5.793 Euro im Ablauf.
>
>>>> So gesehen hat ihn deine Empfehlung mindestens 5.793 Euro gekostet, im
>>>> schlimmsten Fall 25.000 Euro (nicht böse gemeint).
>
>>>> Fazit. Unterschätze nie den Zinseszinseffekt.
>
> In der Tat. Man sollte allerdings auch die Inflation nicht
> unterschätzen.

Stimmt. Das heisst dann er muss im laufe seines Lebens noch mehr
investieren.

> Über so lange Zeiträume ist eine Berechnung auf Nominalwertbasis
> unseriös. Man müßt mit Barwerten rechnen.

Müsste man wohl - dennoch es ist und bleibt nur ein Beispiel. Ferner setzt
eine Barwertberechnung einen Zins voraus. Welchen ich auch nehme, auch der
wird dann wieder Grundlage eines neuen Threads. Die Äusserung das ich
deswegen unseriös sein soll - nun denn - Ich glaube, dass habe ich nun
wirlich nicht verdient.

>>>> In einem Punkt gebe ich dir aber Recht, wer sich nicht sicher ist,
>>>> dass er eine Police bezahlen kann, lässt es besser.
>
> Ist der OP sich denn sicher?

Anscheindend nicht - deswegen war mein Beispiel ja auch ein Fonds. Btw. Die
Variante in dem er nur ein Jahr spart und dann wieder aussetzt wurde nicht
aufgegriffen. Was ganz klar zeigt, dass er sich über die KLV keine Gedanken
machen braucht.


> "Prognosen sind immer schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft
> betreffen." (nach Niels Bohr)
>
> Wenn man Finanzmenschen glauben mag, so ist Lebens- und Vermögensplanung
> nichts als ein Rechenblatt. Das reicht aber schlichtweg nicht.

Sicher nicht - eine Vermögensplanung muss immer wieder überpüft und
angepasst werden. Das setzt aber voraus, dass man zumindest anfängt und sich
der Zahlen bewusst ist.

>>> Schon garnicht, wenn der OP momentan nichts verdient und in 5 Jahren u.U
>>> deutlich mehr.
>
>>Irgendeine Art Einkommen wird er ja haben.
>
> Als "Studierender" kurz vor Ende seines Studiums lebt er in der Regel
> von der Hand in den Mund. Diese Bevölkerungsgruppe ist für
> Dreibuchstaber nicht wegen ihres Einkommens interessant, sondern der
> Kombination aus hoher Einkommenserwartung und finanzieller Unbelecktheit
> wegen.

Ich bin keine 3 Buchstaben Firma und für mich ist er auch nicht interessant.

>>Ob er in 5 Jahren wirklich mehr verdient steht noch außen vor.
>
> Sicher ist es nicht, aber man sollte es annehmen.

Hier wurde auch schon angedeutet, dass er erst einmal Arbeitslos sein
könnte. Wir beiden gehen von bestimmten Szenarien aus die eintreffen können,
aber nicht müssen.

>>Er muss dann definitiv mehr ausgeben. Aber mit den dann 77 Euro ist es
>>doch nicht getan. Er wird noch mehr ansparen müssen - mit mehr Beitrag.
>
> Sollte er dann beruflich zumindest Tritt gefaßt haben, dürfte er das
> auch können.

Sofern nichts anderes dazukommt. Haus, Kinder - wie hast du selbst
gesagt."Prognosen sind immer schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft
> betreffen. (nach Niels Bohr)"

>>> Außerdem ist er Jahre alt. Wenn er das ganze bis zum Alter von 65
>>> durchziehen möchte, dann sind das jetzt noch 40 Jahre. Da machen die 5
>>> Jahre warten einen geringeren Unterschied als in Deinem Beispiel.
>
>>Um im Beispiel zu bleiben: Ablauf 161.054 Euro, Eingezahlt: 24.000 Euro
>>5 Jahre später: Ablauf 107.128 Euro,
>>Um in 5 Jahren das gleiche Ergebnis zu erreichen (161.054 Euro) muss er 75
>>Euro investieren: eingezahlt: 31.500 Euro. Differenz 7.500 Euro. Soviel
>>zur
>>Aussage - ein geringerer Unterschied. Aber 7.500 Euro sind ja peanuts und
>>nicht wirklich wild ;-)
>
> Und man kann ja auch problemlos über 40 Jahre Nominalbeträge addieren.
> Rechnerisch ist das bekanntlich keinerlei Problem.

Ich habe hier nur die Rechenweise eines anderen Mitschreibenden übernommen,
der behauptete, dass ein längerer Zeitraum die Differenz veringert.

--
Gruss

Peter

Peter & Susanne Leibold
Versicherungsmakler GbR
http://www.leibold.biz

Kai Poehlmann
29.11.2004, 16:15
Moin!

Peter Leibold schrieb:

>> Wenn man sehr früh anfängt, festgelegt fürs Alter zu sparen,
>> hat man doch recht schnell folgende Probleme:
> Wo habe ich den geschrieben, dass er eine KLV machen soll bzw. festgelegt
> sparen soll.

Du nicht unbedingt, aber genügend Leute "in der freien Wildbahn".

>> Wenn man baut, muss man sich auch das Geld teuer leihen, das man
>> schon angespart hat.
> wieso - mw. hat er auf einen Fonds - und das war das Beispiel - immer
> Zugriff.

Ja, aber auch da nur bei den offenen.

>> Wenn man Sozialfall wird, muss man es erst verbrauchen. Gut, da gibt
>> es wohl Ausnahmen.
> Alternativ also gar nichts machen ?

Es kann bei den jetzigen niedrigen Zinsen für jemanden, der erwartet,
Sozialfall zu werden, in der Tat verführerisch sein, das Geld bar
zu lagern.

>> Also müsste irgendwie "anders"/flexibel gespart werden und nicht
>> gerade in einer KLV, die ja auch massive Kosten verursacht.
> Wo bitte schön findest du in meinem Thread die Empfehlung KLV/RV?

Dem OP wurde - wimre - eine solche vorgeschlagen.

Kai