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Vollständige Version anzeigen : Geld sparen fürs Kind


michaela schwerdtner
27.11.2004, 15:15
Hallo,

ich bin gerade glückliche Mutter einer sehr süßen Tochter geworden *Stolz*.

Meine Eltern wollen für die Zukunft (Schule, Studium, etc.) einen
Grundbetrag einmal "irgendwo" anlegen und monatlich einen kleinen Betrag.

Frage: Was würdet ihr empfehlen? Würde man auf 10-Jahressicht eher ein
Bonus-Sparsytem aufgrund der Sicherheit wählen oder doch eher einen
Aktienfonds mit Aktienanteil von 75%?

Danke und Grüße,

Michi

Sven C. Berger
27.11.2004, 16:15
michaela schwerdtner wrote:
> ich bin gerade glückliche Mutter einer sehr süßen Tochter geworden *Stolz*.

Gratulation!

> Meine Eltern wollen für die Zukunft (Schule, Studium, etc.) einen
> Grundbetrag einmal "irgendwo" anlegen und monatlich einen kleinen Betrag.

Das ist löblich!

> Frage: Was würdet ihr empfehlen? Würde man auf 10-Jahressicht eher ein
> Bonus-Sparsytem aufgrund der Sicherheit wählen oder doch eher einen
> Aktienfonds mit Aktienanteil von 75%?

Dazu sollte man sich überlegen, wozu das Geld dienen soll und wie die
Gesamt-Finanzsituation ausschaut. Wird es sozusagen für den Führerschein
sein oder der Grundstock für den ersten Sportwagen? Desto eher kann man
auch Kursverluste in Kauf nehmen.

Grds. würde *ich* bei meinem persönlichen Risikoprofil so etwas mit
einem breitstreuenden, internationalen Investmentfonds (ggf. Abschluss
über einen Discounter) recht ruhig schlafen können. Genauso mag es aber
viele geben, die mit Recht einen Sparvertrag (bei 10 Jahren Laufzeit
derzeit gut 4% p. a.) oder einen regelmäßigen Kauf von
Bundesschatzbriefen o. ä. vorziehen.

Das Thema wurde hier aber auch des öfteren diskutiert, einfach mal
nachgurgeln.

Ciao,
Sven

Don Smeagle
27.11.2004, 16:45
"michaela schwerdtner" <michaela.schwerdtner@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:coa1a1$k6m$1@online.de...
> Hallo,
>
> ich bin gerade glückliche Mutter einer sehr süßen Tochter geworden
*Stolz*.


Congratulations, Congratulations.....lalalalalllalallalaaaaaaaa ;-)
>
> Meine Eltern wollen für die Zukunft (Schule, Studium, etc.) einen
> Grundbetrag einmal "irgendwo" anlegen und monatlich einen kleinen Betrag.

Hhhmmmmm, sehr nett von Oma und Opa
allerdings reden wir hier möglicherweise von einer Zeitdifferenz von 10
Jahren
Mittlere Reife 16
Abi 19
Studium ?????????

eigene Bude/Führerschein/Auto - ab 18 aufwärts

Da ich selber zwei Kiddies habe, hatt ich damals für deren Ausbildung in
Fonds angelegt
und 1999 als die letzte Steuerfreiheit für LV´s schon verloren gehen sollte,
noch mal eine Rentenversicherung für deren Alter.

würde bei sowas heute einen Fonds mit Beitrags- bzw. Höchstandgarantien
abschliessen
Garantien kosten zwar Geld und schmälern damit die Perfomance.
Aber neben der Geldgier denke ich da auch an das Gesicht deiner Eltern wenn
sie deiner "Ablegerin" mit vielleicht 20 etwas in die hand drücken können,
was auch was wert ist und nicht irgendein Papier was einen materialen wert
der Raufasertapete eure Wohnzimmers hat mit den Worten "wir haben da schon
mal was vorbereitet, der rest wird schon, musst nur hoffen"

Sebastian Gansemer
27.11.2004, 17:15
michaela schwerdtner schrieb:
> Hallo,
>
> ich bin gerade glückliche Mutter einer sehr süßen Tochter geworden *Stolz*.
>

Glückwunsch

> Meine Eltern wollen für die Zukunft (Schule, Studium, etc.) einen
> Grundbetrag einmal "irgendwo" anlegen und monatlich einen kleinen Betrag.
>
> Frage: Was würdet ihr empfehlen? Würde man auf 10-Jahressicht eher ein
> Bonus-Sparsytem aufgrund der Sicherheit wählen oder doch eher einen
> Aktienfonds mit Aktienanteil von 75%?
>

Das hängt natürlich von deinem/eurem persönlichen Risikoprofil ab.
Ich würde einen breit streuenden int. Aktien oder Dachfonds nehmen, und
diesem mit einem Sparplan besparen.

Wofür soll das Geld denn später mal verwendet werden (du sprichst von 10
Jahren)?

Rolf Semmler
27.11.2004, 17:15
Liebe Michi,

Du wirst in 10 Jahren stolze Mutter einer "reichen" Tochter sein, wenn Du in einen Aktienfonds mit Aktienanteil von 99% ansparst.


Gruss Rolpe
"reicher" Vater



"michaela schwerdtner" <michaela.schwerdtner@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag news:coa1a1$k6m$1@online.de...
> Hallo,
>
> ich bin gerade glückliche Mutter einer sehr süßen Tochter geworden *Stolz*.
>
> Meine Eltern wollen für die Zukunft (Schule, Studium, etc.) einen
> Grundbetrag einmal "irgendwo" anlegen und monatlich einen kleinen Betrag.
>
> Frage: Was würdet ihr empfehlen? Würde man auf 10-Jahressicht eher ein
> Bonus-Sparsytem aufgrund der Sicherheit wählen oder doch eher einen
> Aktienfonds mit Aktienanteil von 75%?
>
> Danke und Grüße,
>
> Michi
>
>

Franz Urban
27.11.2004, 18:45
Am 27.11.2004 17:04:33 schrieb Rolf Semmler:

> Du wirst in 10 Jahren stolze Mutter einer "reichen" Tochter sein,
> wenn Du in einen Aktienfonds mit Aktienanteil von 99% ansparst.

Gewagte Aussage. Es kann auch sein, das sie nach 10 Jahren froh sein
kann, wenn dieser Aktienfonds nicht weniger Wert ist, als sie
eingezahlt hat.


lG FranzU
--
*~~ Liebe kann man lernen. Und niemand lernt besser als Kinder. ~~*
*~~ Wenn Kinder ohne Liebe aufwachsen, ~~*
*~~ darf man sich nicht wundern, wenn sie selber lieblos werden. ~~*
(Astrid Lindgren)

michaela schwerdtner
27.11.2004, 20:15
Danke für die Glückwünsche und die Antworten!

Nun, es soll vielleicht für den Führerschein und eventuell fürs Studium
dienen, also dann doch eher auf 15-20 Jahre.
Vielleicht möchte ich aber auch meine Tochter auf eine private Schule
schicken, wenn Sie aufs Gymnasium gehen möchte (will. darf, muss).

Also, dann doch einen Investmentfonds mit mindestens 50% Aktienanteil, oder?
Sowohl meine Eltern als auch ich möchte darin einzahlen. Kann ich überhaupt
eine Fonds auf den Namen meiner Tochter anlegen?

Schönen Gruss,

Michi

Sebastian Gansemer
27.11.2004, 21:15
michaela schwerdtner schrieb:

> Also, dann doch einen Investmentfonds mit mindestens 50% Aktienanteil, oder?
> Sowohl meine Eltern als auch ich möchte darin einzahlen. Kann ich überhaupt
> eine Fonds auf den Namen meiner Tochter anlegen?


Ja

Jaakob Kind
28.11.2004, 16:15
Martin Gerdes schrieb:
>
> Das Schulgeld für eine private Schule darfst Du nicht vom Vermögen
> Deines Kindes nehmen, auch z.B. die Klavierstunde nicht davon bezahlen
> (mal davon abgesehen, daß Schulgelder einige Hundert Euro im Monat
> betragen, davon wäre ein durchschnittliches Kinderkonto schnell leer).
> Das zählt nämlich zum Unterhalt,

Ist Schulgeld wirklich Unterhalt? Privatschule ist doch "Luxus", die
öffentliche Schule gibt es schließlich kostenlos. Und die Klavierstunde
schuldet man auch nicht unbedingt. Oder gehört die ab einem bestimmten
Elterneinkommen einfach dazu?

> und den sind Eltern ihren Kindern
> sowieso schuldig.

Diese Aussage habe ich auch schon gelesen und mich immer gefragt, wie
sie zu § 1649 BGB passt. Aber dort geht es - wie ich gerade
nachgeschlagen habe - nur um die Vermögenserträge. Das heißt dann also:
die Zinsen darf man für den Unterhalt verwenden, die Substanz nicht?

Ich hätte gedacht, dass man "Luxusausgaben" (und dazu zähle ich
Privatschulen und Klavierstunden - damit will ich nicht bestreiten, dass
zumindest Klavierstunden einen wichtigen Beitrag zur Bildung leisten
können) auch von der Vermögenssubstanz bezahlen darf.
Oder muss man das Geld entweder bis zur Volljährigkeit sammeln oder dem
minderjährigen Kind zur eigenen Verfügung überlassen? Wenn es dann davon
Klavierstunden bezahlt, wäre es doch wohl ok?

Viele Grüße
Jaakob

Jaakob Kind
28.11.2004, 22:15
Martin Gerdes schrieb:
>
> Jaakob Kind <jaakob.kind@gmx.de> schrieb:
>
> >> Das Schulgeld für eine private Schule darfst Du nicht vom Vermögen
> >> Deines Kindes nehmen, auch z.B. die Klavierstunde nicht davon bezahlen
> >> (mal davon abgesehen, daß Schulgelder einige Hundert Euro im Monat
> >> betragen, davon wäre ein durchschnittliches Kinderkonto schnell leer).
> >> Das zählt nämlich zum Unterhalt,
>
> >Ist Schulgeld wirklich Unterhalt?
>
> Ich bin kein Finanzbeamter.
>
> >> und den sind Eltern ihren Kindern sowieso schuldig.
>
> >Diese Aussage habe ich auch schon gelesen und mich immer gefragt, wie
> >sie zu § 1649 BGB passt. Aber dort geht es - wie ich gerade
> >nachgeschlagen habe - nur um die Vermögenserträge. Das heißt dann also:
> >die Zinsen darf man für den Unterhalt verwenden, die Substanz nicht?
>
> Ich weiß das nicht genau.

Deine Aussagen weiter oben wirkten recht sicher. Ich hätte gehofft, dass
hinter dieser Sicherheit das nötige Wissen steht.

> Für mich wäre das Geld meines Kindes tabu,
> dann wäre ich auch bezüglich der Steuer auf der sicheren Seite.

Dass man dann auf der sicheren Seite ist, ist klar. Interessant wäre
aber schon, die genaue Rechtslage zu erkunden.
Es ist klar, dass man die Vermögen sauber trennen muss. Es darf also
keinesfalls Geld aus dem Kindesvermögen zu den Eltern zurückfließen.
Wobei ich Rückflüsse nicht nur steuerrechtlich bedenklich fände,
schließlich wäre eine "Rückschenkung" ja ein unzulässiges (oder genauer:
schwebend unwirksames) Insichgeschäft.

Ich habe gerade noch § 1602 BGB gefunden. Absatz 2 ist eigentlich
ziemlich klar: die Eltern schulden Unterhalt, soweit die Erträge des
Vermögens oder eigener Arbeit nicht reichen. Daraus folgt natürlich
schon mal, dass man die Substanz des Vermögens nicht für den Unterhalt
verwenden darf.

Aber es bleiben noch Fragen:
- Ist die Verwendung der Erträge für den Unterhalt auch steuerlich ok?
(ich fände es sinnvoll, wenn BGB und Steuerrecht hier zusammenpassen
würden, aber man weiß ja nie, wie der Gesetzgeber das sieht).
- Was darf man mit der Substanz des Kindesvermögens machen (a) laut BGB,
b) ohne zu gefährden, dass die Erträge des Vermögens steuerrechtlich dem
Kind zugerechnet werden)? Dass man die Substanz erhalten und mehren
darf, ist klar; aber darf man das Geld auch ausgeben? Und wenn ja,
wofür? Nur für Anschaffungen (die ja zunächst das Vermögen nicht
mindern, da die angeschafften Gegenstände Eigentum des Kindes werden),
oder auch für Ausgaben, die das Vermögen mindern (also z. B.
Klavierstunden oder Reisen)?

Weiß jemand etwas hierzu? Für die BGB-Fragen ist dies womöglich die
falsche Gruppe, deshalb Umzug nach de.soc.recht.familie+erben.

Viele Grüße
Jaakob

Jaakob Kind
29.11.2004, 22:15
Martin Gerdes schrieb:
>
> >Deine Aussagen weiter oben wirkten recht sicher. Ich hätte gehofft, dass
> >hinter dieser Sicherheit das nötige Wissen steht.
>
> Selbst dann könnte man nicht langfristig darauf bauen, weil sich solche
> Bestimmungen über eine Zeit von 20 Jahren allemal ändern können.

Klar. In 20 Jahren sind die meisten Kinder, die jetzt Kind sind,
volljährig. Von daher würde mir die aktuelle Rechtslage vorerst reichen.

>
> >> Für mich wäre das Geld meines Kindes tabu,
> >> dann wäre ich auch bezüglich der Steuer auf der sicheren Seite.
>
> >Dass man dann auf der sicheren Seite ist, ist klar. Interessant wäre
> >aber schon, die genaue Rechtslage zu erkunden.
>
> Man macht das gemeinhin dann, wenns für einen selbst akut wird, und dann
> glaubt man nicht einfach irgendeinem Usenetposting, auch von sonst
> vertrauenswürdigen Postern nicht, sondern recherchiert selber.

Auch klar. Interessanterweise findet man nicht viel zu dieser Frage. Ins
BGB schaue ich ja selbst (als interessierter Laie). Ich kenne ein
BFH-Urteil, das aber nur Eltern verknackt hat, die die Vermögen vermengt
hatten. Und du hast ja sehen können, dass ich deiner obigen Aussage
nicht blind vertraut habe, sondern nachgefragt habe und dann merken
konnte, dass sie nicht die gewohnte Qualität hatte.

Viele Grüße
Jaakob

Jens Mander
08.12.2004, 14:15
"michaela schwerdtner" <michaela.schwerdtner@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:coa1a1$k6m$1@online.de...
> Hallo,

> Meine Eltern wollen für die Zukunft (Schule, Studium, etc.) einen
> Grundbetrag einmal "irgendwo" anlegen und monatlich einen kleinen Betrag.

Ich würde ein Bonussystem nehmen. Schau Dir mal die Sparpläne der VW-Bank
an. Finde die für soetwas sehr passend.

Aktienfonds sind halt nicht so toll, da man das Risiko eingeht, mit nichts
dastehen zu müssen. Dann scheitert es doch am Geld.

Bei Verträgen auf Ratenruhe oder Kündigungsmöglichkeiten achten, falls das
Geld mal ausgeht und man nicht weiter für das Kind anlegen kann!
(Arbeitslosigkeit, BU, Tot, etc.)