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Vollständige Version anzeigen : Re: Vermögen im Ausland wegen gläserne Bankkonten


Markus Pfefferle
01.12.2004, 13:45
Mike Dalhaus wrote:
> Da in Deutschland immer mehr Bankkonten von Behörden wie der Polizei
> oder Finanzämter abgefragt werden können, ist es doch naheliegend, das
> Geld dort anzulegen, wo solche Abfragen nicht möglich sind - im
> Ausland.

Für naheliegender halte ich es, einfach kein Schwarzgeld sein eigen zu
nennen, und damit kann es mir ganz egal sein, ob der Staat meinen Kontostand
kennt oder nicht. Einzeltransaktionen - also woher das Geld gekommen ist und
wohin es wieder geht - kann nach dem neuen Gesetz von den Behörden übrigens
_nicht_ abgefragt werden, womit die Privatsphäre der Person in meinen Augen
noch ausreichend geschützt bleibt.

Da leider viele meiner Mitmenschen sich traurigerweise immer noch um ihre
Steuerschuld drücken (und ich rede von dreister Hinterziehung und nicht von
legalen Steuerersparnissen) und meinem Land und seiner Gesellschaft damit
extremen Schaden zufügen, begrüße ich es sogar, wenn sie mit dieser neuen
Regelung einige dieser Verbrechern das Handwerk legen den und zu deftigen
Nachzahlung verurteilen können. Mir wäre es sogar lieb, man könnte
Steuerflüchtigen wie M. Schuhmacher die deutsche Staatsbürgerschaft per
Gesetz entziehen (bleibt aber wohl ein juristischer Wunschtraum).

> Dies ist vollkommen legal und dort legt sich das Geld viel besser an
> als in Deutschland, zumal es unter Umständen dort nicht einmal eine
> Quellensteuer gibt.

Da andere Länder aber genau die gleichen Sorgen haben wie Deutschland, wird
es auf der Weltkarte bald immer weniger Flecken geben, bei denen dein Geld
noch "anonym" ist. Selbst die Schweiz hat unter dem enormen politischen
Druck der EU schon einknicken müssen.

> Doch wie bekommt man dieses Geld wieder zurück nach Deutschland?
> Man liest und sieht im Fernsehen allzu skuriler Sachen.

Garnicht. Im Altersruhestand zieht man dem Geld einfach hinterher :P

> Es scheint wirklich Leute zu geben, die fahren mal eben in die
> Schweiz, holen einen schlappen 6 stelligen Betrag von ihrem Konto
> dort ab, und fahren mit diesem Bargeld hübsch wieder nach
> Deutschland, wo sie dann auf der Autobahn vom deutschen Zoll
> aufgegriffen werden - Pech.

Freut mich jedesmal.

> Das ist ja alles ausgesprochen legal.
> Man darf soviel von seinem Vermögen mit sicher herumtragen, wie man
> will.
> In Wahrheit muss der deutsche Zoll nicht annehmen, dass einem das Geld
> nicht gehört und man muss auch niemanden Rechenschaft darüber ablegen,
> woher das Geld stammt, es ist halt eigenes Vermögen.
>
> Aber was macht der Zoll dann?
> Der Zoll scheint das zuständige Finanzamt zu verständigen. Na und?
> Das ist halt jahrelang Erspartes, was nicht in Deutschland angelegt
> war.

Richtig. Aber damit weiß dass FA eben dann doch von deinem Vermögen
bescheid. Da kannst du es dann auch gleich auf deinem "gläsernen Bankkonto"
in Deutschland lassen.

> Erträge wurden in Deutschland versteuert, das ist halt in der Summe
> drin, die man in der Einkommenssteuererklärung angegeben hat.
> Was kann da das Finanzamt überhaupt tun?

Bei auffällig hohem Vermögen, das eklatant nicht deinem versteuerten
Einkommen entspricht, kann das FA zumindestens mal weitere Nachforschungen
einleiten. Es geht hier doch garnicht um den mittelständischen Kleinanleger,
der seine Spekulationsgewinne "vergisst" zu deklarieren, sondern um die
wirklich fetten Fische, die Millionenbeträge auf ihren Konten haben, aber
noch nie im Leben einen lumpigen Cent Steuern dafür bezahlt - egal an
welchen Fiskus auch immer.

> Kennt jemand solche Fälle und weiß, wohin die geführt haben?

Steuerbetrüger fliegen gottseidank immer wieder auf (leider nicht oft genug)
und sie landen meistens auch da, wo sie auch hingehören: hinter Gittern.