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Vollständige Version anzeigen : FLV vs. Fondssparplan


Klaus-Peter Hoffmann
02.12.2004, 11:15
Hallo,

ich würde mich als blutigen Anfänger im Sparen für die Zukunft
bezeichnen und mit der endenden Steuerfreiheit für LV steht auch schon
der MLP - Berater parat, der mir und meiner Freundin eine FLV anbietet.

Wir haben uns bei so vielen Stellen informiert und hören überall etwas
anderes (abgesehen davon, dass die Produkte, die uns angeboten werden,
immer die besten sind. Wir haben Post, Sparkasse, VR, Gerling und MLP
.... hinter uns ;-)).

Ich habe schon einiges im Internet gelesen, aber nirgends etwas zu
unserer Situation finden können:
Jeder von uns möchte sich eigenständig absichern. Zusammen haben wir
einen 4-stelligen Betrag auf einem Tagesgeldkonto, nochmal soviel auf
einem Sparplan gehabt, der jetzt ausgelaufen ist. Wir sind uns nicht
sicher, wie wir damit wieter verfahren sollen. Investition in Fonds?
Ich besitze eine dynamische KLV, da sich meine Eltern damals von einem
Berater beschwatzen haben lassen. Ich möchte, dass mir das nicht
passiert und frage deswegen hier nach Rat:
Für wen lohnt sich eigentlich die Steuerfreiheit? Wenn ich in einen
Fondssparplan (so 50€+) investieren würde, müsste ich ja ca. 2,5%
Ausgabeaufschlag auf die guten ;-) Fonds zahlen. Das Depot wäre bei der
comdirect z.B. kostenlos. Der Finanzberater von MLP behauptet, dass in
einer FLV weder Depotgebühren noch ein Ausgabeaufschlag erfolgen, nur
eine Gebühr in Höhe von ca. 1,2% wird fällig. Außerdem vermutet er, dass
die erzielten Gewinne außerhalb der Spek.frist demnächst sicherlich auch
vom Staat versteuert werden. Insofern scheint mir eine FLV sinnvoll. Auf
der anderen Seite höre ich immer wieder: RLV in Kombination mit
Aktienfonds sei der bessere Deal:
(http://www.wolfgang-kynast.de/inhalt.htm) Allerdings sind die Quellen
(Focus, Finanztest usw. von 1997).

Vielen Dank für jeden Hinweis oder Rat,
ein total verwirrter
Klaus-Peter

Jaakob Kind
02.12.2004, 13:45
> Der Finanzberater von MLP behauptet, dass in
> einer FLV weder Depotgebühren noch ein Ausgabeaufschlag erfolgen, nur
> eine Gebühr in Höhe von ca. 1,2% wird fällig.

Dass weder Depotgebühren noch AA anfallen, glaube ich gern. Aber: Fällt die
Gebühr jedes Jahr an? Vermutlich ja. Dann kommst du mit Depotgebühren und AA
bei einem Fondssparplan garantiert billiger weg, selbst wenn du keinen
Rabatt auf den AA bekommst. Sind mit den 1,2 % alle Kosten abgegolten? Das
kann ich fast nicht glauben, das wäre arg untypisch für MLP.
Typische Kosten bei FLV sind:
- Vertriebskosten (z. B. Abschlussprovision für den Vertreter)
- Verwaltungskosten
- Risikokosten für den Versicherungsanteil

Hast du schon mal Modellrechnungen gesehen? Wie hoch ist die Kostenquote in
der 0-%-Kurve?

> Außerdem vermutet er, dass die erzielten Gewinne außerhalb der Spek.frist
demnächst sicherlich auch
> vom Staat versteuert werden.

Das vermutet er, weil er dir etwas verkaufen möchte. Natürlich kann das
passieren. Aber ob es passiert und wenn ja wann, kann dir heute niemand
sagen.

Welche Fonds werden eigentlich angeboten?

Viele Grüße
Jaakob

Jaakob Kind
02.12.2004, 13:45
"Emil Naepflein" <Emil.Naepflein@philosys.de> wrote in message
news:upttq0teggn6q9rro86eeqfndbgucs62lm@4ax.com...
>
> Sagen wir mal so, die FRV ist etwas weniger schlimm da man nicht auch
> noch Beiträge für eine nichtbenötigte Todesfallabsicherung zahlt.

Das habe ich früher auch geglaubt. Jetzt habe ich aber schon einige
Modellrechnungen gesehen, in denen sich RV und LV nur minimal unterschieden
haben. Es gab sogar Angebote, in denen ceteris paribus die prognostizierte
Ablaufleistung der LV höher war. Wenn man die LV sicher nicht braucht und
die RV billiger ist, nimmt man natürlich die RV. Wenn man aber eine gewisse
Wahrscheinlichkeit sieht, die LV mal brauchen zu können, kann man sie ruhig
nehmen (natürlich nur mit der Minimalabsicherung, weiteren Risikoschutz
versichert man extra, da die Argumente für die Trennung von Sparen und
Versicherung ja alle richtig sind).

Viele Grüße
Jaakob

Klaus-Peter Hoffmann
02.12.2004, 14:15
Emil Naepflein schrieb:

> Unter http://www.happyfonds.de/ zahlst ihr für die meisten Fonds keinen
> AA und auch keine Depotkosten.

Danke für den Link. Klingt wirklich interessant. Da stellt sich ja schon
die Frage nach der Seriosität des Unternehmens.

>>Der Finanzberater von MLP behauptet, dass in
>>einer FLV weder Depotgebühren noch ein Ausgabeaufschlag erfolgen, nur
>>eine Gebühr in Höhe von ca. 1,2% wird fällig.
>
> Für was ist die Gebühr?

Für den kompletten Vertrag. Ich habe das so verstanden, macht mein Depot
einen Gewinn von 8% p/a, dann erhalte ich "nur" 6,8%. Für mich klingt
das jetzt nicht sooo viel.

> Dies ist auf jeden Fall sehr viel da es die mögliche Steuerersparnis
> deutlich reduziert.

Welche Prozentzahlen sind denn für eine FLV okay? Gibt es da einen
Vergleich der Versicherer?


>>Außerdem vermutet er, dass
>>die erzielten Gewinne außerhalb der Spek.frist demnächst sicherlich auch
>>vom Staat versteuert werden. Insofern scheint mir eine FLV sinnvoll.
>
> Jedes Jahr kommen die gleichen Gerüchte in den Umlauf um die Leute zum
> Abschluss eines langfristigen Vertrages mit hoher Provision zu
> überreden.

Das man an das Geld nicht rankommt, finde ich nicht so schlimm, denn ich
weiss nicht wie eisern ich wäre, läge das Geld bei Fonds, auf die ich
unmittelbar Zugriff hätte und wer weiss, wie es in fünf oder zehn Jahren
aussieht, ob die Gerüchte dann doch mal keine mehr sind. In dem Fall
läge das Geld beim Versicherer plötzlich gar nicht so schlecht.

>>Auf
>>der anderen Seite höre ich immer wieder: RLV in Kombination mit
>>Aktienfonds sei der bessere Deal:
>>(http://www.wolfgang-kynast.de/inhalt.htm) Allerdings sind die Quellen
>>(Focus, Finanztest usw. von 1997).
>
> Überlege euch mal ob ihr einen signifikanten Anteil eueres Vermögens
> über eine Zeit von 30-40 Jahren fest anlegen möchtest.

Hier liegt das Problem. Was wird für uns signifikant sein? Wir sind
beide unter 30 und beenden im nächsten Jahr unser Studium, werden also
hoffentlich ein paar ¤ übrig haben. Nur der Abschluss einer FLV lohnt
sich nur jetzt. Bei den Anbietern MLP und Gerling können wir ja auch von
der Faktorisierung in drei Jahren Gebrauch machen. Das wäre gerade für
uns schon interessant: Also jetzt 25-50¤ anlegen und nach drei Jahren
entscheiden den Betrag auf 50-250¤ zu erhöhen. Was spart denn ein
Ottonormalverbraucher im Monat insgesamt, also für kurz mittel und
langfristige Anlagen? Wieviel % gehen überhaupt in die Altersvorsorge?
Ich habe für meinen Teil da überhaupt keine Vorstellungen.

> Dass ihr schon einiges an Kapital angespart
> habt zeigt dass ihr wahrscheinlich eine ausreichende Disziplin habt um
> ohne den Zwang eines langlaufenden Vertrages die Altersvorsorge zu
> regeln.

Ist schon richtig, aber wenns hart auf hart kommt? Bin mir nicht so sicher.

> Damit könnt ihr es meiner Meinung auch wagen direkt in Fonds zu
> investieren und damit die Flexibilität der Vermögensanlage zu waren. Es
> kann ja gut sein, dass ihr in ein paar Jahren eine Familie gründen, eine
> eigene Wohnung anschaffen wollt, ... Steckt das Geld in enem solchen
> unflexiblen Vertrag dann müsst ihr mehr Kredit aufnehmen.

ACK. Aber eine Altersvorsorge sollte ja nicht zum Hausbau dienen?

Vielen Dank für deine Anregungen.

Klaus-Peter

Klaus-Peter Hoffmann
02.12.2004, 14:45
Jaakob Kind schrieb:

> Dass weder Depotgebühren noch AA anfallen, glaube ich gern. Aber: Fällt die
> Gebühr jedes Jahr an? Vermutlich ja. Dann kommst du mit Depotgebühren und AA
> bei einem Fondssparplan garantiert billiger weg, selbst wenn du keinen
> Rabatt auf den AA bekommst.

So wie ich das verstanden habe 1,2% p/a. Aber fällt der AA nicht auch
jedesmal an, wenn ich in den Fonds investiere, also von 100€ gehen in
einem schlechten Fall nur 95€ in mein Depot. Depotgebühren sind doch
auch jährlich. Wie gesagt, habe in der Materie nur Teilwissen.


> Hast du schon mal Modellrechnungen gesehen? Wie hoch ist die Kostenquote in
> der 0-%-Kurve?

??? Ähm, mit der Bitte um Erklärung oder wo man das nachlesen kann. Link
genügt ;-)

> Welche Fonds werden eigentlich angeboten?

Ja, das war witzig. Er wusste es nicht!!! In der FLV mit 25€ Start habe
ich keinen Einfluss, mit 50€ Start kann ich mir entsprechend aussuchen
aus einer Menge, die ich demnächst von meinem Berater per Mail bekomme.
Aber wenn das "richtige Pferd" immer vor der Tür stehen würde ...

Klaus-Peter

Dieter Schulz
02.12.2004, 14:45
Hi!

"Klaus-Peter Hoffmann" <klaus-peter.hoffmann@gmx.de> wrote...
> Emil Naepflein schrieb:
>
> > Für was ist die Gebühr?
>
> Für den kompletten Vertrag. Ich habe das so verstanden, macht mein
Depot
> einen Gewinn von 8% p/a, dann erhalte ich "nur" 6,8%. Für mich klingt
> das jetzt nicht sooo viel.

Ändert aber nichts daran, dass in diesem Fall die Gebühr 15% des Gewinns
beträgt.
Klingt schon nach etwas mehr, oder?

MfG
Dieter

Jaakob Kind
02.12.2004, 17:45
"Klaus-Peter Hoffmann" <klaus-peter.hoffmann@gmx.de> wrote in message
news:con4ki$33u$00$1@news.t-online.com...
> Jaakob Kind schrieb:

> So wie ich das verstanden habe 1,2% p/a. Aber fällt der AA nicht auch
> jedesmal an, wenn ich in den Fonds investiere, also von 100€ gehen in
> einem schlechten Fall nur 95€ in mein Depot.

Ja, aber der AA fällt nur auf die Summe an, die du zukaufst, die 1,2 % auf
den Bestand.
Und natürlich kauft man Fonds beim Discounter, bei dem es 75-100 % Rabatt
auf den AA gibt.

> Depotgebühren sind doch auch jährlich.
Sicher. Aber, wenn man 0,25 % zahlt, ist das schon am oberen Ende.

> > Hast du schon mal Modellrechnungen gesehen? Wie hoch ist die Kostenquote
in
> > der 0-%-Kurve?

> ??? Ähm, mit der Bitte um Erklärung oder wo man das nachlesen kann. Link
> genügt ;-)

Typischerweise bekommt man bei FLV-Angeboten Modellrechnungen, die zeigen,
wie sich das Guthaben bei x % Wertentwicklung der Fonds entwickelt. Die
0-%-Kurve ist die Modellrechnung mit x = 0. Durch Vergleich der
Ablaufleistung mit den Einzahlungen sieht man, was während der Laufzeit
insgesamt an Kosten angefallen ist.

>
> > Welche Fonds werden eigentlich angeboten?
>
> Ja, das war witzig. Er wusste es nicht!!!

Hm, bist du sicher, dass du dort Kunde werden willst? Das sollte er
auswendig wissen oder zumindest mit einem Griff zur Hand haben. Man will
doch nicht in irgendwelche Fonds investieren, sondern in solche, denen man
Performance zutraut.

Viele Grüße
Jaakob

Stefan Garmeister
02.12.2004, 19:15
Am Thu, 2 Dec 2004 17:18:17 +0100 hat Jaakob Kind <jaakob.kind@gmx.de>
geschrieben:

> Typischerweise bekommt man bei FLV-Angeboten Modellrechnungen, die
> zeigen,
> wie sich das Guthaben bei x % Wertentwicklung der Fonds entwickelt. Die
> 0-%-Kurve ist die Modellrechnung mit x = 0. Durch Vergleich der
> Ablaufleistung mit den Einzahlungen sieht man, was während der Laufzeit
> insgesamt an Kosten angefallen ist.

Allerdings steigen die Kosten nicht bei allen FLV linear an, so dass nicht
unbedingt von den Kosten bei 0% auf die Kosten bei 9% geschlossen werden
kann. Beispiele vermag ich momentan nicht zu bringen (nur Gerling, da sind
sie linear), aber man vergleiche mal die Rendite bei den unterschiedlichen
Wertentwicklungen bei den FLV.

Gruß,
Stefan


--
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http://www.opera.com/m2/

Jaakob Kind
02.12.2004, 22:45
Stefan Garmeister schrieb:
>
> Am Thu, 2 Dec 2004 17:18:17 +0100 hat Jaakob Kind <jaakob.kind@gmx.de>
> geschrieben:
>
> > Typischerweise bekommt man bei FLV-Angeboten Modellrechnungen, die
> > zeigen,
> > wie sich das Guthaben bei x % Wertentwicklung der Fonds entwickelt. Die
> > 0-%-Kurve ist die Modellrechnung mit x = 0. Durch Vergleich der
> > Ablaufleistung mit den Einzahlungen sieht man, was während der Laufzeit
> > insgesamt an Kosten angefallen ist.
>
> Allerdings steigen die Kosten nicht bei allen FLV linear an, so dass nicht
> unbedingt von den Kosten bei 0% auf die Kosten bei 9% geschlossen werden
> kann.

Man hofft ja eigentlich, dass die Kosten gar nicht von der
Wertentwicklung abhängen. Dort, wo ein Prozentsatz des Vermögens
entnommen wird, tun sie es natürlich.
Gibt es eigentlich FLV mit performanceabhängiger Vergütung? Wäre
eigentlich unlogisch, zumindest dann, wenn der Kunde die Fonds
ausgesucht hat.

> Beispiele vermag ich momentan nicht zu bringen (nur Gerling, da sind
> sie linear), aber man vergleiche mal die Rendite bei den unterschiedlichen
> Wertentwicklungen bei den FLV.

Klar, ich rechne mir beim Vergleich die Effektivrenditen aus. Ich wollte
den OP aber nicht gleich überfordern. Bei Wertentwicklung <> 0 hat es ja
auch einen Einfluss, wann die Kosten anfallen. Je später, desto besser
ist es für den Kunden. Das ist natürlich wieder ein Argument für den
Sparplan, bei dem man die Vertriebskosten laufend zahlt gegenüber der
oft gezillmerten FLV.

Viele Grüße
Jaakob

Klaus-Peter Hoffmann
03.12.2004, 21:14
Martin Gerdes schrieb:

> Der Deutsche spart aber nicht für die Zukunft, sondern zur
> Alterssicherung. Man sieht, daß Du noch nicht genug Firmenprospekte
> gelesen hast.

Alterssicherung klingt irgendwie angestaubt, man sieht ich bin noch jung
;-).


> Die Lebensversicherung ist eine Versicherung, die zahlt, wenn ich tot
> bin.

Da aber die RV fast das gleiche Kapital auswirft und zusätzlich den
zugegebenermaßen für mich als Egoist nicht wichtigen "Lebensschutz"
bietet ...


> Das bedeutet: Ein Geldvermögen zwischen 2000 und 20.000 für zwei Nasen.

c'est ca. :-)


>>Wir sind uns nicht sicher, wie wir damit weiter verfahren sollen.
>
>
> Erstmal abwarten, und wenn ein Dreibuchstaber in der Tür steht, die
> Schreibhand zur Faust ballen und erst wieder loslassen, wenn der
> Dreibuchstaber gegangen ist.

lol.


>>Außerdem vermutet er, dass die erzielten Gewinne außerhalb der
>>Spek.frist demnächst sicherlich auch vom Staat versteuert werden.
>
>
> Und?

Was ja keinen unwesentlichen Betrag ausmachen könnte, wo hier immer um
Prozente gefeilscht wird ;-)

Danke übrigens an alle hier im Forum für die Antworten und die Zeit. Das
ist wie mit einem Puzzle. So langsam rücken die Teilchen zusammen.

Klaus-Peter