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Vollständige Version anzeigen : Dax-Quartal: Rekordgewinne - für wen?


Thomas Blum
02.12.2004, 16:45
http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_72359

boerse.ARD.de: "Trotz dieser Rekordgewinne werden in Deutschland
weiter massiv Stellen gestrichen - wie steht's um die Moral der
Konzerne?"

Schallenberger: "Es ist nicht unmoralisch, Gewinne zu machen. Sofern
dies bei einer guten Gewinnsituation mit Stellenstreichungen und
höherer Arbeitslosigkeit einher geht, deutet dies eher auf ein
strukturelles Problem des Arbeitsmarktes hin - mit Moral hat dies
meiner Meinung nach zunächst nichts zu tun. Aber: Die Tatsache, dass
Stellenstreichungen an der Börse meist positiv gesehen und mit
Kursgewinnen honoriert werden, stellt den Börsianern sicherlich kein
besonders gutes moralisches Zeugnis aus ."
--
"If only God would give me some clear sign!
Like making a large deposit in my name
in a Swiss bank." (Woody Allen)

Thomas Blum
02.12.2004, 17:15
Thomas Blum <Thomas_Blum@gmx.de> schrieb:

> ...

Keine Trendwende- frostiger November auf dem Arbeitsmarkt

"Keine Entspannung am deutschen Arbeitsmarkt: 4,257 Millionen Menschen
waren im November arbeitslos. Wie die Bundesagentur für Arbeit
mitteilte, stieg die Arbeitslosenquote von Oktober auf November um 0,2
Prozentpunkte auf bundesweit 10,3 Prozent."
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3846994_NAV_REF1,00.html

Weiterhin schöne Unternehmensgewinne und hohe, steigende
Aktienkusre wünscht (SCNR)

Thomas
--
"If only God would give me some clear sign!
Like making a large deposit in my name
in a Swiss bank." (Woody Allen)

Oli Kai Paulus
02.12.2004, 22:15
Thomas Blum wrote:
> meiner Meinung nach zunächst nichts zu tun. Aber: Die Tatsache, dass
> Stellenstreichungen an der Börse meist positiv gesehen und mit
> Kursgewinnen honoriert werden, stellt den Börsianern sicherlich kein
> besonders gutes moralisches Zeugnis aus ."

Was für ein Quark. Egal, ob es einem Unternehmen gut oder schlecht geht,
Stellenstreichungen sollen die Kosten reduzieren und den Ertrag
verbessern. Daß das honoriert wird, ist doch klar.

----------------------------------------------------------------------
Oli Kai Paulus Bergstraße 18 Fon +49.30.28390731
o.k.p@t-online.de D-10115 Berlin Fon +49.172.3914294

Oli Kai Paulus
02.12.2004, 22:15
Thomas Blum wrote:
> Weiterhin schöne Unternehmensgewinne und hohe, steigende
> Aktienkusre wünscht (SCNR)

Ob die Kurse steigen oder fallen ist ordentlichen Spekulanten wurst.
Trotzdem danke.

----------------------------------------------------------------------
Oli Kai Paulus Bergstraße 18 Fon +49.30.28390731
o.k.p@t-online.de D-10115 Berlin Fon +49.172.3914294

Pascal Meister
02.12.2004, 22:15
"Thomas Blum" <Thomas_Blum@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:srduq05jndec88coh854a0e72uddrpbl0u@4ax.com...

> Aber: Die Tatsache, dass
> Stellenstreichungen an der Börse meist positiv gesehen und mit
> Kursgewinnen honoriert werden, stellt den Börsianern sicherlich kein
> besonders gutes moralisches Zeugnis aus ."

Börsianer setzen ohne moralische Grenzen ihre eigene Prognose darüber an,
was andere Börsianer für eine Prognose über die Prognosen anderer haben
könnten...

Zum Glück ist die Börse absolut wertneutral wie die Finanzzahlen auch.
Solange Neueinstellungen weder erleichtert noch überhaupt wirklich zur
Kenntnis genommen werden, ist es scheinheilig, sich über Entlassungen
aufzuregen.

Gruss Pascal

Alfred Neumann
02.12.2004, 23:15
"Pascal Meister" <startto@writeme.com> schrieb im Newsbeitrag
news:convv2$umr$1@news.hispeed.ch...
> "Thomas Blum" <Thomas_Blum@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:srduq05jndec88coh854a0e72uddrpbl0u@4ax.com...
>
>
> Zum Glück ist die Börse absolut wertneutral wie die Finanzzahlen auch.
> Solange Neueinstellungen weder erleichtert noch überhaupt wirklich zur
> Kenntnis genommen werden, ist es scheinheilig, sich über Entlassungen
> aufzuregen.
>

Wo gibt es Neueinstellungen, die nicht zur Kenntnis genommen werden?


Yours curiously Alfred

Pascal Meister
03.12.2004, 15:15
"Alfred Neumann" <AlfredNeumann@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:319gu0F37upa4U1@individual.net...

>> Zum Glück ist die Börse absolut wertneutral wie die Finanzzahlen auch.
>> Solange Neueinstellungen weder erleichtert noch überhaupt wirklich zur
>> Kenntnis genommen werden, ist es scheinheilig, sich über Entlassungen
>> aufzuregen.
>>
> Wo gibt es Neueinstellungen, die nicht zur Kenntnis genommen werden?

Wenn ein börsenkotiertes Unternehmen in einem Geschäftsfeld abbaut und dafür
in einem ganz anderen Feld - ebenfalls in D - laufend Arbeitsplätze schafft,
dann wird letzteres kaum erwähnt.

Grund: Neueinstellungen erfolgen eher ruhig und schleichend und nicht mit
der Aussage: "Morgen stellen wir 2000 Leute ein!"

Natürlich versuchen Grossunternehmen, auch positive Nachrichten zu
übermitteln. Aber der Presse sind solche Meldungen höchstens eine
Randbemerkung wert.

Und viele KMUs schaffen Arbeitsplätze - falls sie nicht vor den gesetzlichen
Regelungen (mangelnde Flexibilität zum wieder Stellen abbauen) kapitulieren.

Gruss Pascal

PS: Schau mal eine Statistik über die Anzahl Beschäftigte in D an - hier
sind die Unschärfen von wegen "ausgesteuert" usw. ausgeblendet. Wenn man der
Presse glauben würde und den Schlagzeilen, dann müssten diese Zahlen ja
laufend massiv sinken - tun sie aber nicht.

Harald M.
05.12.2004, 09:15
Thomas Blum wrote:

> http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_72359
>
> boerse.ARD.de: "Trotz dieser Rekordgewinne werden in Deutschland
> weiter massiv Stellen gestrichen - wie steht's um die Moral der
> Konzerne?"
>
> Schallenberger: "Es ist nicht unmoralisch, Gewinne zu machen. Sofern
> dies bei einer guten Gewinnsituation mit Stellenstreichungen und
> höherer Arbeitslosigkeit einher geht, deutet dies eher auf ein
> strukturelles Problem des Arbeitsmarktes hin - mit Moral hat dies
> meiner Meinung nach zunächst nichts zu tun. Aber: Die Tatsache, dass
> Stellenstreichungen an der Börse meist positiv gesehen und mit
> Kursgewinnen honoriert werden, stellt den Börsianern sicherlich kein
> besonders gutes moralisches Zeugnis aus ."

So ist das.
Hier waere es an der Zeit einmal ueber ein Aussetzen fuer ein paar Jahre
bezueglich des staatl. Schuldendienstes nachzudenken.
Solidaritaet muss oben und unten sein- nicht nur immer einseitig!
Am Aktionaersunwesen krankt unsere Volkswirtschaft und an der Allmacht
der Banken.


--
*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O *O*O*O*O*O*O*O*O*
*O*Eine schöne Vorweihnachtszeit, Gesundheit und Zufriedenheit!*O*O
$
X
XXX
XXXXX
XXXXXXX
XXXXXXXXX
X
PhoenixNetwork Client Trust Peterchen der Plaetzchenwolf Troll und Co
ut semper pancratice valeatis!
*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O*O *O*O*O*O*O*O*O*O*O*

Pascal Meister
05.12.2004, 13:15
"Franz Glaser (KN)" <ask_the_www@meg-glaser.com> schrieb im Newsbeitrag
news:41b2f3c6$0$12054$91cee783@newsreader01.highwa y.telekom.at...

> Dein Zeigefinger ist lächerlich, mach ihn U-förmig!
>
> Was sind es denn für gierige Dummerchen, die ihr Geld als "frisches"
> an die Börse tragen und dort den Haien ins Maul schmeissen? Und
> so die Kurse und damit den Dax hochtreiben?
>
> Richtig, die Leute, die zu viel verdienen und die Fonds, die das
> Geld für die Altersvorsorge und für die anderen Versicherungen
> anlegen.
>
> Lauter Kleinleute-Geld.

Es liegt an den kleinen Leuten, über die Verwendung und Anlage ihres Geldes
mitzubestimmen. Die riesige US-Pensionskasse Calpers (u.a. Staatsangestellte
Kaliforniens) macht es vor. Dass das in Europa (noch) nicht geht, liegt
einzig an den Betroffenen - sie hätten genug Macht.

Es könnte z.B. bestimmt werden, dass ein Anteil von x in produktive
Investitionen und Anleihen geht und nicht in die Umschichtung bestehender
Aktien und Schulden.

Gruss Pascal

Link: http://www.calpers-governance.org

Joachim Hartwig
05.12.2004, 14:45
Franz Glaser (KN) schrieb:

>
>
> Der "Mittelstand" [tm] klagt elendig über die Knappheit an
> Risikogeld für das Eigenkapital. Die Leute spekulieren an
> der Börse, lassen sich von Deutsche-, Dresdner- et.al.
> Anlageexperten in Aktienspekulationen hineinberaten, weil
> das deren Geschäft ist. Presse und TV bringen auch die
> Informationen, an die sie leicht herankommen: Börse.

Du tust ja, als ob das Geld an der Börse verloren würde.
Irgendwer muß ja schließlich die Aktien verkaufen..


> Die kleinen GmbH's

man deppenapostroph

> brauchen dringend Geld. Das sind die
> Betriebe, die Arbeitsplätze erhalten und schaffen. Durch
> den Eigenkapitalmangel

Es ist erheblich vernünftiger durch verschiedene Aktien
das Risiko zu streue, als alles auf eine GmbH-Karte zuseten
bei der Ehrlichkeit heutzutage.

Joachim Hartwig
05.12.2004, 15:45
Franz Glaser (KN) schrieb:
> Joachim Hartwig wrote:
>
>>
>>Es ist erheblich vernünftiger durch verschiedene Aktien
>>das Risiko zu streue, als alles auf eine GmbH-Karte zuseten
>>bei der Ehrlichkeit heutzutage.
>
>
> Was wäre denn noch erheblich vernünftiger?
>
> Du hast irgendwie nicht mitgespielt mit meinem ceterum censeo:
> das Geld von der Aktienbörse weg auf Mittelbetriebe zu lenken.
> Was hältst du von der Idee, es da zu streuen?

Die Vorteil an der Börse ist:
Es ist sehr kostengünstig und einfachin Unternehmen
ein- und auszusteigen für den Anleger.

Dagegen für sind für Kleinunternehmen viele Kleinanleger
ein erheblicher Kostenfaktor.


Vernünftig wäre es eher viele Kleinanleger in einen Fond,
einer Genossenschaft oder einer Investmentgesellschaft zu
bündeln.

Aber bei Kleinstunternehmen werden die Kosten der
Eigenkapitalbeschaffung (außerhalb des direkten Umfeldes)
immer erheblich teurer sein prozentual gesehen
als bei anderen Unternehmen.


>
> Unglücklicherweise ist die Aktienbörse nur für Großkonzerne
> geeignet, aber die mittleren machen die Arbeitsplätze und die
> Milliardenkohle.

Es gibt an der Börse auch viele Mittelständler.

Thomas Blum
05.12.2004, 17:15
Joachim Hartwig <spam.news@tante-nolde.de> schrieb:

>Vernünftig wäre es eher viele Kleinanleger in einen Fond,

man deppenbörsendeutsch

FONDS!

cu
Thomas


--
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Like making a large deposit in my name
in a Swiss bank." (Woody Allen)

Gerd Roppelt
07.12.2004, 00:45
Franz Glaser <ask_the_www@meg-glaser.com> schrieb:

> Unglücklicherweise ist die Aktienbörse nur für Großkonzerne
> geeignet

Im CDAX gibt es Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von
100.000 oder 200.000 Euro. Sind das für Dich Großunternehmen?
Informier Dich mal, statt dumm herumzujammern.


Grüße
Gerd
--
Schon seltsam, was derzeit aus den DAU-Senken hier herüberschwappt,
kaum daß der DAX bei 4200 steht.

Gerd Roppelt
07.12.2004, 00:45
Xpost, F'Up-To poster

Thomas Blum <Thomas_Blum@gmx.de> schrieb:

> Newsgroups: de.etc.finanz.boerse,de.soc.wirtschaft

Leider habe ich erst nach dem 19. Teil dieses Diskussionsfadens
bemerkt, daß hier eine Crossposting-Orgie stattfindet.

Du möchtest Dich bitte beim nächsten Mal für eine Gruppe entscheiden
und dementsprechend ein F'Up-To setzen. Danke.

Gerd

Dominik Esser
07.12.2004, 15:45
Tach Frank,

>> man deppenapostroph
>
>Aber ja, Herr Oberlehrer! Du wirst mich alten Mann nimmer
>umerziehen können. Schlucks einfach und grins dir einen.

willst Du mir allen Ernstes erzählen, daß Du schon immer das Plural-s
mit Apostroph abgesetzt hast? Dein Leben lang? Kann ich mir kaum
vorstellen.

Gruß, Dominik

Gerard Listhoff
07.12.2004, 20:15
On Tue, 07 Dec 2004 15:17:59 +0100, Dominik Esser
<dominik.esser@web.de> wrote:

>Tach Frank,
>
>>> man deppenapostroph
>>
>>Aber ja, Herr Oberlehrer! Du wirst mich alten Mann nimmer
>>umerziehen können. Schlucks einfach und grins dir einen.
>
>willst Du mir allen Ernstes erzählen, daß Du schon immer das Plural-s
>mit Apostroph abgesetzt hast?
... was aber egal ist, weil bei GmbH das Plural-s schon falsch ist.
Genauso wie bei PKWs und LKWs. Bei CDs für Compact Discs könnte man es
auch im Deutschen noch durchgehen lassen ;-)

VG
Gerard

Thomas Blum
08.12.2004, 12:15
Gerd Roppelt schrieb:

>Leider habe ich erst nach dem 19. Teil dieses Diskussionsfadens
>bemerkt, daß hier eine Crossposting-Orgie stattfindet.

>Du möchtest Dich bitte beim nächsten Mal für eine Gruppe entscheiden
>und dementsprechend ein F'Up-To setzen. Danke.

2 Gruppen parallel bekommst Du nicht hin?
(Ist das schon eine Orgie bei Dir?).

(Na ja, das können wohl nur Frauen, vgl. Gehirnhälften).

Trotzdem sorry,

cu
Thomas
--
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Like making a large deposit in my name
in a Swiss bank." (Woody Allen)

josef.steuer@nospam.com
08.12.2004, 16:45
> Schallenberger: "Es ist nicht unmoralisch, Gewinne zu machen.
Es ist sogar der Grundgedanke des Unternehmens, Gewinne zu machen.

> Sofern
> dies bei einer guten Gewinnsituation mit Stellenstreichungen und
> höherer Arbeitslosigkeit einher geht, deutet dies eher auf ein
> strukturelles Problem des Arbeitsmarktes hin - mit Moral hat dies
> meiner Meinung nach zunächst nichts zu tun.

Damit bin ich nicht einverstanden. Hier geht es um ein
grundsätzliches Verständnis der _sozialen_ Marktwirtschaft.
Eine der Grundlagen ist hierbei die Umverteilung eines angemessenen
Teils der Gewinne auf die Mitarbeiter und den Staat, um der
Volkswirtschaft die Chance zu geben, die produzierten
Produkte auch zu kaufen. Voraussetzung dafür ist eine gewisse
moralische Grundeinstellung der Verantwortlichen. Damit hat
das Ganze sehr viel mit Moral zu tun.

Der reine Kapitalismus, der so lange die Löhne senkt bis wieder
quasi Vollbeschäftigung herrscht, führt in die Sackgasse, da
hier gesteigerte Produktivität zu immer höherer Arbeitslosigkeit
und unangemessener Kapitalanhäufung beim Unternehmer führt.
Irgendwann sinkt wegen fehlender Finanzkraft der Konsumenten
der Umsatz des Unternehmers und damit schadet er sogar sich
selbst.
Eine gute Moral hilft also nicht nur der Volkswirtschaft sondern
auch den Unternehmen selbst.
Das Ganze funktioniert nur, wenn sich auch alle daran halten,
und nicht einzelne Unternehmen aussteigen. Aus diesem Grunde
hat man Tarifverträge und Gewerkschaften erfunden.

mfg

Josef

Wilhelm Oette
08.12.2004, 18:45
Harald M. schrieb:
> Thomas Blum wrote:
>
>> http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_72359
>>
>> boerse.ARD.de: "Trotz dieser Rekordgewinne werden in Deutschland
>> weiter massiv Stellen gestrichen - wie steht's um die Moral der
>> Konzerne?"
>> Schallenberger: "Es ist nicht unmoralisch, Gewinne zu machen. Sofern
>> dies bei einer guten Gewinnsituation mit Stellenstreichungen und
>> höherer Arbeitslosigkeit einher geht, deutet dies eher auf ein
>> strukturelles Problem des Arbeitsmarktes hin - mit Moral hat dies
>> meiner Meinung nach zunächst nichts zu tun. Aber: Die Tatsache, dass
>> Stellenstreichungen an der Börse meist positiv gesehen und mit
>> Kursgewinnen honoriert werden, stellt den Börsianern sicherlich kein
>> besonders gutes moralisches Zeugnis aus ."
>
>
> So ist das.

Aber nur, wenn man von Moral redet *ohne* zu wissen was man darunter zu
verstehen hat:

Moral
[zu lateinisch mos »Sitte, Brauch, Gewohnheit, Charakter«] die, 1) die
der gesellschaftlichen Praxis zugrunde liegenden und als verbindlich
akzeptierten ethisch-sittlichen Normen(systeme) des Handelns; 2) die
sittliche Haltung eines Einzelnen oder einer Gruppe; 3) lehrreiche
Nutzanwendung, sittlicher Gehalt (Moral einer Geschichte); 4)
Solidarität einer Gruppe, Bereitschaft, sich einzusetzen.
© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG


> Hier waere es an der Zeit einmal ueber ein Aussetzen fuer ein paar Jahre
> bezueglich des staatl. Schuldendienstes nachzudenken.

Nachdenken ist immer gut. Vor allem über die Frage, was wohl die
Gläubiger dazu sagen.

> Solidaritaet muss oben und unten sein- nicht nur immer einseitig!

Solidarität im Schulden machen berechtigt nicht zu gleicher Dummheit bei
der Verweigerung von Tilgung.

> Am Aktionaersunwesen krankt unsere Volkswirtschaft und an der Allmacht
> der Banken.

Ohne beide gäbe es kaum ein Unternehmen, weil nur selten einer so viel
Geld vorrätig hat, was zu seiner Gründung erforderlich ist.

Denk doch bitte mal etwas mehr nach, was du so von dir gibst.

--
Gruß Wilhelm
Was zählt, ist nicht welcher Überzeugung man ist, sondern die Tiefe
dieser Überzeugung.
[Ezra Pound (amerikanoscher Schriftsteller = Die Pisaner Gesänge)]

Wilhelm Oette
12.12.2004, 13:15
josef.steuer@nospam.com schrieb:
>>Schallenberger: "Es ist nicht unmoralisch, Gewinne zu machen.
>> Es ist sogar der Grundgedanke des Unternehmens, Gewinne zu machen.

>>Sofern
>>dies bei einer guten Gewinnsituation mit Stellenstreichungen und
>>höherer Arbeitslosigkeit einher geht, deutet dies eher auf ein
>>strukturelles Problem des Arbeitsmarktes hin - mit Moral hat dies
>>meiner Meinung nach zunächst nichts zu tun.

> Damit bin ich nicht einverstanden. Hier geht es um ein
> grundsätzliches Verständnis der _sozialen_ Marktwirtschaft.
> Eine der Grundlagen ist hierbei die Umverteilung eines angemessenen
> Teils der Gewinne auf die Mitarbeiter und den Staat, um der
> Volkswirtschaft die Chance zu geben, die produzierten
> Produkte auch zu kaufen. Voraussetzung dafür ist eine gewisse
> moralische Grundeinstellung der Verantwortlichen. Damit hat
> das Ganze sehr viel mit Moral zu tun.

Die Steuerkasse hat nicht Moralapostel zu spielen, sondern
Abgabengerechtigkeit und strukturelle Sinnhaftigkeit zu garantieren. Das
tut sie nicht, indem sie vom Lohn sich das holt, was ihr am
Unternehmensgewinn entgangen ist.

Folglich müssen die Lohnnebenkosten reduziert und das der Staatskasse
dort entgehende Geld von den Unternehmensgewinnen kassiert werden. Was
zur Folge hätte, daß die Gewinnanhäufung im Unternehmen weniger
interessant wird, als mit mehr Mitarbeitern größeren Absatz zu
realisieren - egal wo - sowie die Investitionen in Forschung und
Schulung zu erhöhen, da hieraus Gewinnminderung gegenüber der
Steuerkasse geltend gemacht werden kann.

Für die Sozialkassen hätte eine solche Steuer- und Sozialpolitik den
vorteilhaften Effekt, daß weniger alimiert werden muß und höhere
Beiträge eingehen. Was wiederum die Staatskasse von Zuschüssen an sie
entlastet.

Diese Politik fordert die FDP seit langem. Nur würde das die beiden
großen Volksparteien eines Teils ihrer Lenkungsfunktionen berauben und
darum findet diese Politik bei ihnen keine Liebhaber.

> Der reine Kapitalismus, der so lange die Löhne senkt bis wieder
> quasi Vollbeschäftigung herrscht, führt in die Sackgasse, da
> hier gesteigerte Produktivität zu immer höherer Arbeitslosigkeit
> und unangemessener Kapitalanhäufung beim Unternehmer führt.

Das ist Gewerkschafts- und Sozialistengeschwätz und fern jeder Realität.

> Eine gute Moral hilft also nicht nur der Volkswirtschaft sondern
> auch den Unternehmen selbst.

Sie hilft weder einem von dem, sondern nur den Religionsgemeinschaften.
Ansonsten ist kluges und emotionsloses Kalkül gefordert. Dafür sind
Ideologen unqualifiziert.

--
Gruß Wilhelm
Was zählt, ist nicht welcher Überzeugung man ist, sondern die Tiefe
dieser Überzeugung.
[Ezra Pound (amerikanoscher Schriftsteller = Die Pisaner Gesänge)]