Barrick und Kinross wollen wohl am Riesenprojekt Cerro Casale festhalten

Emerging Markets
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Dioxin – 4. Juni 2010 – 16:23
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Stuttgart (www.rohstoffe-go.de) Ein neuer Bericht zeigt, dass die Goldgiganten Barrick Gold und Kinross Gold darauf wetten, dass die hohen Gold- und Kupferpreise uns noch eine Weile erhalten bleiben. Denn sonst würde sich die Entwicklung des neuen, teuren Cerro Casale-Projekts in Chile wohl nicht lohnen.

Erst diese Woche veröffentlichte Kinross (WKN A0DM94) einen technischen Bericht zu Cerro Casale, einem riesigen Gold- und Kupferprojekt, das allerdings niedrige Metallgehalte aufweist und von explodierenden Baukosten geplagt wird, die sich mittlerweile auf 4,2 Milliarden US-Dollar belaufen.

Die niedrigen Gehalte bei hohen Kosten haben dazu geführt, dass einige Analysten bezweifeln, dass die Cerro Casale-Lagerstätte, die Kinross gemeinsam mit dem weltgrößten Goldproduzenten Barrick Gold (WKN 870450) betreibt, trotz ihrer Größe jemals entwickelt werden wird. Das Vorkommen beläuft sich auf Reserven von mehr als 21 Millionen Unzen Gold und fünf Milliarden Pfund Kupfer.

Doch in dem aktuellen technischen Bericht, merkte Kinross explizit an, dass Cerro Casale eine „akzeptable“ Rendite verspreche. Viele Experten sehen das auch so – solange die Kupfer- und Goldpreise auf ihrem hohen Niveau verharren. So zeigt der Bericht beispielsweise, dass der interne Zinsfuß (IRR) bei einem Goldpreis von 800 US-Dollar pro Unze und einem Kupferpreis von 2,00 USD pro Pfund nur 5,5 Prozent beträgt. Das ist extrem niedrig. Die meisten Minenfirmen denken nicht einmal über den Bau einer Mine nach, wenn der IRR nicht mindestens zweistellig ist.

Auf der anderen Seite sieht das Projekt bei den aktuellen Metallpreisen gut aus. Setzt man Preise von 1.280 USD pro Unze Gold und 2,80 USD je Pfund Kupfer an, steigt der IRR auf robuste 15,7 Prozent. Es sind diese Zahlen, die darauf hindeuten, dass Barrick und Kinross weiterhin extrem bullish in Bezug auf den Gold- und Kupferpreis sind. Analysten sagen, dass Barrick ein so großer Konzern ist, dass er so große Projekte wie Cerro Casale braucht, um seine Produktion zu steigern. Deshalb kann Barrick wahrscheinlich mit niedrigeren IRRs leben als kleinere Minenfirmen.

Aber die Zahlen zeigen auch, wie sehr sich die Zeiten in der Minenbranche geändert haben. Vor fünf Jahren wurde ein Goldpreis von 800 US-Dollar und von 2 USD pro Pfund Kupfer als extrem hoch angesehen. Heutzutage sind sie wahrscheinlich nicht hoch genug, um die Entwicklung von Cerro Casale zu rechtfertigen.

Nach Ansicht der Experten von Sprott Asset Management hätte Placer Dome das Projekt schon vor rund einem Jahrzehnt errichten sollen. Damals waren die Rohstoffpreise deutlich niedriger als heute, aber das waren auch die Kosten. Und jetzt wäre das Projekt hochprofitabel. Sprott geht dennoch davon aus, dass Barrick und Kinross die Entwicklung schnell vorantreiben werden. Die Experten glauben, dass der Goldpreis deutlich steigen wird und auch die hohen Kupferpreise so schnell nicht verschwinden werden. Sollte die Cerro Casale-Mine also einigermaßen schnell gebaut werden, dürfte sie einen angemessenen IRR haben, so die Experten.

Barrick hatte im Februar zugestimmt, Kinross 25 Prozent an Cerro Casale für 475 Millionen US-Dollar abzukaufen. Ein Preis, der darauf hindeutet, dass Barrick beschlossen hat, das Projekt zu entwickeln. Barrick hält jetzt 75 Prozent an dem Projekt, während Kinross die restlichen 25 Prozent besitzt.