Commerzbank konnte den Jahresgewinn um das Siebenfache steigern

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Aktionäre der Commerzbank können sich nach zwei Jahren ohne Dividende wieder über eine Ausschüttung freuen. Der Jahresgewinn 2018 stieg auf 865 Millionen Euro an.

Mehr als 400.00 Neukunden konnte die Commerzbank im letzten Jahr gewinnen und damit die Bank wieder auf den richtigen Kurs bringen. Von dem Jahresgewinn profitiert der Deutsche Staat am meisten, der immer noch 15,6 Prozent der Aktien besitzt.

Durch die neuen Kunden hat die Bank es geschafft deutlich mehr Zinsen einzunehmen, als sie selbst bezahlen musste. Der Überschuss der Zinsen wuchs um 10 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro an. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Gesamtumsatz der Commerzbank aber um 2 Prozent auf 8,57 Milliarden Euro.

2017 musste die Commerzbank noch für die Restruktierungskosten aufkommen, mit der die Bank gegen die hohen Personalkosten angekämpft hat. Über 9.500 Stellen wurden gestrichen und die Angestellten mussten ausbezahlt werden. Jetzt arbeiten nur noch 49.000 Angestellte für die Bank, trotzdem sind die Verwaltungskosten von 6,9 Milliarden Euro im Vergleich mit anderen Banken noch sehr hoch. Bis 2020 will der Finanzvorstand Stephan Engels die Kosten bis auf 6,5 Milliarden Euro senken.

Die Commerzbank wurde vergangenes Jahr aus dem Leitindex DAX genommen, weil ihr Börsenwert stark gefallen war. Der Platz im Index wurde durch den Zahlungsdienstleister Wirecard übernommen, der bessere Börsenwerte vorweisen konnte.

In den letzten Wochen wurde viel über die Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank diskutiert. Beide Banken haben dieses Jahr das erste Mal wieder einen Gewinn präsentiert, was aber nicht über den jetzigen Zustand der Bankhäuser hinwegtäuschen kann. Sie sind beide hoffnungslos hinter ihren internationalen Wettberbern zurückgefallen. Die Vorwürfe der Geldwäsche, wegen denen im vergangenen November 170 Beamte der Staatsanwaltschaft und des Bundeskriminalamts die Frankfurter Konzernzentrale der Deutschen Bank durchsucht haben, zogen das Misstrauen vieler Kunden und Anleger auf sich. Beide Banken haben noch einen langen Weg vor sich, um wieder effizient zu arbeiten und das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Ob die Lösung eine Fusion ist, wird sich wahrscheinlich erst in ein paar Jahren zeigen.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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