Robo Advisor Vergleich 2019 – Antworten, Resultate und die besten Advisor im Test

1. Februar 2019
Von: Benjamin
Aktualisiert am: 5. März 2019
Robo Advisor Vergleich 2019 – Antworten, Resultate und die besten Advisor im Test
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Das ultimative Ziel eines sogenannten Robo-Advisor? Es geht um die Vereinfachung der Geldanlage für den Anleger. Bislang haben Robo-Advisor ausschließlich nur den wohlhaben Kunden zur Seite gestanden – das hat sich aber in den letzten Jahren geändert, weil diese außergewöhnliche Verwaltung des Vermögens nun auch jenen zur Verfügung steht, die keine großen Anlagesummen investieren wollen (oder können). Auch der kleine Sparer kann sich jetzt über eine Unterstützung freuen.

Robo-Advisor sollen die nächste Generation der Geldanlage sein. Das heißt, es kommt zur automatisierten Anlage des Vermögens – der Kunde darf sich dann am Ende über hohe Gewinne freuen. Einerseits deshalb, weil Robo-Advisor angeblich schlauer als klassische Bankberater sind und andererseits auf hohe Gebühren verzichtet wird. Zwei Aspekte, die mitunter dafür hauptverantwortlich sind, dass sich immer mehr Anleger für diese Variante der Geldanlage interessieren.

Aufgrund der Tatsache, dass nicht jeder Anleger sein Kapital über sogenannte ETF-Sparpläne selbst am Markt steuern möchte, weil es eben an Erfahrung mit Anleihen oder Aktien fehlt oder mitunter man auch gar nicht die notwendige Zeit hat, ist es wesentlich einfacher und auch bequemer, zu Beginn nur die Anlageziele zu definieren, die sodann vom Robo-Advisor verfolgt werden. Der Anbieter übernimmt am Ende dann, natürlich gestützt auf die Algorithmen, Rebalancing und auch Umschichtungen. Es wird also sehr wohl auch reagiert, wenn sich der Markt in die eine oder andere Richtung bewegt.

Der Anleger hat die Möglichkeit, dass er zum Start der Vermögensanlage einen höheren Betrag investiert und somit veranlagt, kann aber immer wieder weiteres Kapital zuschießen oder auch flexible Auszahlungen beantragen. Natürlich kann man auch einen Sparplan einrichten, sodass – in regelmäßigen Abständen – immer ein und derselbe Betrag vom Referenzkonto abgebucht und veranlagt wird. Selbst Kleinbeträge, die sich im Bereich der 50 Euro/Monat bewegen, können heute schon investiert werden. Je langfristiger die Anlage, umso geringer kann die monatliche Sparsumme ausfallen.

Sogenannte Robo-Advisor sind also de facto eine durchaus clevere Idee, wenn es darum geht, den Vermögensaufbau einerseits digital unterstützen zu wollen, andererseits aber auch das Ziel verfolgt werden soll, eine attraktive Performance zu erreichen. Selbst dann, wenn für das Alter vorgesorgt werden soll, sind Robo-Advisor eine durchaus interessante Möglichkeit geworden.

Vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik, heute hingegen schon ausgesprochen beliebt: Robo-Advisor sind eine durchaus interessante Option geworden und stellen für viele Anleger heute eine interessante Alternative zu klassischen Produkten dar. Denn wer auf der Suche nach sicheren Veranlagungen ist, der wird feststellen, dass die Europäische Zentralbank (kurz: EZB) das Sparbuch wie die Tages- und Festgeldkonto zerstört haben – Stichwort: Niedrigzinspolitik.

Doch auch wenn es (scheinbar) nur Vorteile gibt, so darf man nicht außer Acht lassen, dass jede Medaille eine Vorder- wie auch eine Rückseite hat. Man sollte sich also nicht nur mit den Sonnenseiten befassen, sondern sich auch mit möglichen Risiken auseinandersetzen.

Was man sich unter dem Begriff Robo-Advisor vorstellen kann

Zu Beginn geht es um typische Finanzfragen:

  • Ist der Anleger sicherheitsorientiert oder mitunter risikoaffin?
  • Wie soll die Ziel-Rendite aussehen?
  • Wie hoch darf der maximal zu verkraftbare Verlust ausfallen?
  • Wie sehen die finanzielle Verhältnisse aus?
  • Wie hoch darf die monatliche Sparrate überhaupt sein, die in weiterer Folge veranlagt werden soll?

Anhand der Antworten wird recht schnell klar, welche Anlagestrategie empfohlen werden kann. Eine beliebte wie auch empfehlenswerte Option? Exchange Traded Funds – also Indexfonds (kurz: ETFs). So kann der Robo-Advisor eine extrem breite Streuung über zahlreiche Anlageregionen wie auch Anlageklassen erzielen und reduziert somit die Anlagerisiken. Am Ende darf man sich also über ein relativ sicheres Produkt freuen, das eine durchaus attraktive Rendite mit sich bringen kann.

Zu beachten ist, dass es zwei unterschiedliche Arten von Robo-Advisor gibt – so den aktiven und den passiven Robo-Advisor.

1. Bei der aktiven Variante greift der Anbieter direkt an: Das Kundenportfolio wird immer wieder umgeschichtet, man reagiert auf Marktentwicklungen und kann am Ende sogar die Marktrendite schlagen – ein derartiges Angebot findet man bei Scalable Capital, bei der Sutor Bank, Whitebox, Cashboard, LIQID, Solidvest, Truevest, Baloise, Fundamental Capital, quirion, Monviso oder auch Visual Vest.

2. Wer sich hingegen für die passive Form interessiert, der sollte sich bewusst sein, dass es nach der Depoteröffnung zu keiner Veränderung des Portfolios mehr kommen kann. Es findet somit keine aktive Bewegung mehr statt – hier wird etwa nicht auf den Markt reagiert. Die Rendite hängt also immer vom Marktwachstum ab. Passive Varianten stellen growney, vaamo, ARERO, fintego, easyfolio, LIQID und auch Ginmon zur Verfügung.

Ein guter Robo-Advisor muss immer im Sinne des Kunden agieren und am Ende eine attraktive Rendite erwirtschaften. Aus diesem Grund sollte im Zuge des Robo-Advisor-Vergleichs auch darauf geachtet werde, wie die langfristige Performance aussieht. Vor allem jene Anbieter, die schon seit geraumer Zeit am Markt zur Verfügung stehen, können hier eine gute Performance haben – so sind Renditen von mehr als 10 Prozent möglich. Doch auch der Robo-Advisor ist von der Marktentwicklung abhängig, sodass es immer um die langfristige Betrachtung geht und nicht um die letzten drei oder sechs Monate.

Anhand der Indizes „Barclays Global Aggregate“ wie „MSCI World“ kann man sich davon überzeugen, wie sich der weltweite Markt in den letzten Jahren entwickelt hat – man hat so also einen durchaus vielsagenden Überblick. Zu beachten ist an dieser Stelle, dass die beiden Indizes geografisch sehr breit gestreut sind: Im „MSCI World“-Index befinden sich mehr als 1.000 Einzelaktien aus 37 Schwellen- wie Industrieländern – im „Barclays Global Aggregate“ gibt sogar über 15.000 Unternehmens- wie Staatsanleihen aus mehr als 70 Schwellen- wie Industrieländern.

Befasst man sich mit den Performance-Entwicklungen der Robo-Advisor, so wird man relativ schnell zu dem Ergebnis kommen, dass die Ergebnisse nicht unterschiedlicher ausfallen könnten. So haben im Jahr 2016 fast alle Anbieter den Markt schlagen können – derzeit überwiegen jedoch ausgesprochen hohe Schwankungen. Die aktuell beste Performance liefert growney.

Der Favorit für das Jahr 2019: Scalable Capital

Scalable Capital, ein Fintech-Unternehmen aus München, gehört wohl zu den bekanntesten wie auch erfolgreichsten Anbietern. Aktuell werden mehr als eine Milliarde Euro von über 20.000 Kunden verwaltet – somit ist Scalable Capital auch der Marktführer innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Scalable Capital ist auch der einzige Anbieter, der den gesamten Prozess, der sich rund um das Investment dreht, in einem Whitepaper veröffentlichte. Blackrock, der wohl größte Vermögensverwalter auf der Welt, ist Mitte 2017 mit 30 Millionen Euro eingestiegen.

Von Vorteil ist vor allem der Umstand, dass es sich um ein ausgesprochen interessantes wie erfolgversprechendes Investment-Konzept handelt, wobei hier eine aktive Risikosteuerung verfolgt wird. Schon nach der Kontoeröffnung wird die passende Anlagestrategie herausgefunden, sodass in weiterer Folge im Sinne des Anlegers investiert werden kann.

Scalable Capital überzeugt aufgrund der sicheren Replikationsmethode – es geht vorweg also immer nur um physisch replizierende ETFs. Zudem überzeugt der Anbieter mit niedrigen Gebühren, einer hohen Liquidität und einem geringen Tracking-Error.

Den Erfolg der selbstgewählten Strategie kann im persönlichen Kontenbereich mittels umfangreichen Reportings verfolgt werden – dieses Feature steht auch in der App zur Verfügung. Selbst Auszahlungen können zu jeder Zeit vorgenommen werden. Die Einzahlungen erfolgen hingegen immer per Einmalzahlungen auf das Konto oder etwa über den Sparplan, der schon ab 50 Euro/Monat eröffnet werden kann. Die Mindestsumme der Einmalanlage beläuft sich auf 10.000 Euro.

Zum Angebot von Scalable Capital Ausführlicher Test von Scalable Capital

  • Robo Advisor
  • Rating
  • Eigenschaften
  • Zum Angebot
1
 
Die Beste Wahl
  • Niedrige Fondskosten (durchschnittlich 0,17%)
  • 23 Risikoklassen
  • Selbstständiges Rebalancing

Ein vielversprechender Anbieter: growney

Insgesamt werden von Seiten growneys fünf Anlagestrategien mit einer Aktienquote von maximal 100 Prozent, natürlich abhängig von der Risikoneigung des Anlegers, zur Verfügung gestellt. Dabei kann der Anleger mehrere Anlageziele selbst definieren und in die Portfolios via Lastschrift, Überweisung oder auch Sparplan investieren. Der Anbieter wählt die ETF der Portfolios aus, übernimmt in weiterer Folge die Überwachung der Qualität und das Rebalancing und liefert dem Anleger auch ein umfangreiches Reporting.

Die Kosten, die entstehen, wenn man sich für growney entscheidet, hängen prozentual vom Wert des Depots ab und werden als sogenannte Servicegebühr in Rechnung gestellt. Es gibt keine Depot-, Transaktions- und auch keine Ordergebühren – growney verzichtet auch auf Ausgabeaufschläge. Zu beachten ist, dass zu den Servicegebühren nur die klassischen ETF-Gebühren anfallen.

Der Einstieg ist ausgesprochen günstig – es gibt nämlich keinen Mindestanlagebetrag und auch keine einmalige Gebühr, die von Seiten des Anbieters in Rechnung gestellt wird.

All jene Faktoren sind mitunter dafür ausschlaggebend, dass growney im August 2018 von „Euro am Sonntag“, einer Fach-Zeitschrift, zum „Besten Robo-Advisor 2018“ gewählt wurde. Im Vordergrund standen hier die Qualität der Portfolios und die ausgesprochen niedrigen Gebühren. Zudem wurde positiv bewertet, dass von Seiten growneys auf eine Mindestsumme verzichtet wird.

Die direkte Gegenüberstellung

Scalable Capital

Einmalanlage: 10.000 Euro
Anlageuniversum:ETF
Gebühren: 0,75 Prozent Servicegebühr; ETF-Kosten liegen durchschnittlich bei 0,17 Prozent
Sparplan:Mindestsumme 50 Euro/Monate
Anzahl der zur Verfügung stehenden Risikoklassen:23
Regulierung:Finanzportfolioverwalter mit Lizenz der BaFin
Partnerbank: Baader Bank

Whitebox

Einmalanlage: 5.000 Euro
Anlageuniversum:ETF
Gebühren: 0,95 Prozent unter 30.000 Euro, 0,85 Prozent ab 30.000 Euro, 0,75 Prozent ab 50.000 Euro, 0,6 Prozent ab 100.000 Euro, 0,45 Prozent ab 250.000 Euro und 0,35 Prozent ab 500.000 Euro; ETF-Kosten liegen durchschnittlich bei 22 Prozent
Sparplan:Mindestsumme 5 Euro/Monate
Anzahl der zur Verfügung stehenden Risikoklassen:10
Regulierung:Finanzportfolioverwalter mit Lizenz der BaFin
Partnerbank: biw Bank

Robin

Einmalanlage: 5.000 Euro
Anlageuniversum:ETF
Gebühren: 0,8 Prozent bis 1,0 Prozent
Sparplan:Mindestsumme 1 Euro/Monate
Anzahl der zur Verfügung stehenden Risikoklassen:individuell
Regulierung:Finanzportfolioverwalter mit Lizenz der BaFin
Partnerbank: Deutsche Bank

Visualvest

Einmalanlage: 500 Euro
Anlageuniversum:ETF sowie Fonds
Gebühren: 0,05 Prozent/Monat sowie ETF-Kosten zwischen 0,19 Prozent und 1,85 Prozent
Sparplan:Mindestsumme 25 Euro/Monate
Anzahl der zur Verfügung stehenden Risikoklassen:7
Regulierung:Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO
Partnerbank: Union Investment Service Bank AG

growney

Einmalanlage: 0 Euro
Anlageuniversum:ETF
Gebühren: 0,99 Prozent unter 10.000 Euro, 0,69 Prozent unter 50.000 Euro, 0,39 Prozent unter ab 50.000 Euro; ETF-Kosten liegen bei maximal 0,27 Prozent
Sparplan:Mindestsumme 1 Euro/Monate
Anzahl der zur Verfügung stehenden Risikoklassen:5
Partnerbank: Sutor Bank

Welche Gebühren fallen an?

Von Vorteil ist der Umstand, dass jeder einzelne Robo-Advisor auf eine transparente Kostenstruktur setzt, die sich aus der Servicegebühr für das Management sowie aus den verwendeten ETFs, also die Portfoliokosten, zusammensetzt.

Die Robo-Advisor-Gebühren befinden sich bei niedrigeren Anlagebeträgen im Bereich der 0,83 Prozent – handelt es sich um größere Beträge, also ab 100.000 Euro, so muss der Anleger mit Gebühren von um die 0,40 Prozent rechnen. Es gibt aber auch einige Anbieter, die unter diesen Gebührengrenzen liegen. In der Regel wird dann aber, sofern die Gebühr extrem gering ist, eine Performancegebühr fällig, die sich in der Regel bei 10 Prozent des Anlageerfolgs befindet.

Aufgrund der Tatsache, dass fast alle Robo-Advisor zur Umsetzung der Anlagestrategie sogenannte Indexfonds nutzen, muss zur Betrachtung der möglichen Gesamtkosten auch berücksichtigt werden, dass für Indexfonds Kosten anfallen. Im Durchschnitt handelt es sich um Kosten von um die 0,25 Prozent/Jahr. Diese Gebühr wird dann vom Anbieter direkt aus dem Fondsvolumen entnommen, sodass es zu einer Reduzierung der ETF-Wertentwicklung kommt.

Ein weiterer Kostenfaktor, der nicht unterschätzt werden darf, fällt dann an, wenn das Portfolio umgeschichtet wird. In der Regel werden derartige Gebühren durch die Pauschalvergütung des Anbieters abgegolten. Somit fallen keinerlei Ausgabeaufschläge oder Transaktionskosten an, sofern von Seiten des Anbieters eine Umschichtung stattfindet. Jedoch geht es auch um die Häufigkeit, denn auch dann, wenn von Seiten des Anbieters auf Transaktionskosten verzichtet wird, fallen sogenannte Handelskosten an.

Eine Alternative für sicherheitsorientierte Anleger?

Wer Geld anlegt, der will natürlich, dass sich das Investment vermehrt und mit der Zeit – aus welchen Gründen auch immer – nicht weniger wird. Genau deshalb verfolgen Robo-Advisor die größtmögliche Transparenz im Bereich Sicherheit – doch wie sicher ist das Investment tatsächlich?

Zu Beginn stellt sich der Anleger wohl die Frage, wie sicher die Ersparnisse sind – am Ende geht es hier um junge Anbieter, die allesamt ein innovatives Geschäftsmodell verfolgen. Doch wer sich für ein derartiges Angebot entscheidet, der kann sich schon einmal auf den rechtlichen Rahmen verlassen, der von jedem Anbieter, der seine Dienste in Deutschland anbietet, eingehalten werden muss. Digitale Vermögensverwalter arbeiten ausschließlich mit Partnerbanken zusammen, die alle Einlagen als Sondervermögen auf den Kundennamen hinterlegen müssen – kommt es also zur Zahlungsunfähigkeit des Vermögensverwalters oder der Bank, so sind dennoch alle Einlagen, die sich auf dem Depot befinden, gesetzlich geschützt. Die Höhe der geschützten Einlage liegt bei 100.000 Euro (Einlagensicherung).

Kann der Kunde „falsch“ beraten werden?

Wird eine Komplettlösung angeboten, so beispielsweise wie von den Anbietern Scalable Capital, Whitebox oder auch vaamo, so treten diese zwar beratend auf, sind jedoch als Finanzanlagenvermittler (§ 34f der Gewerbeordnung) oder als Vermögensverwalter (§ 32 des Kreditwesengesetzes) zugelassen. Das heißt, die Anbieter werden nur als Vermittler zwischen dem Kunden und dem Depot gesehen. Somit gibt es also rein rechtlich auch keine Beratung.

Robo-Advisor befinden sich also in einer Art rechtlichen Grauzone, weil das Risikomanagement und etwaige Umschichtungen des Portfolios immer nur auf der Grundlage diverser mathematischer Modelle basieren – natürlich ist das strenggenommen eine Empfehlung und somit eine Beratung, jedoch sieht das der Gesetzgeber (noch) anders.

Natürlich sichern sich die Anbieter aber auch durch einen Haftungsausschluss ab, der sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen findet.

Der Anbieter meldet Insolvenz an – was passiert mit dem Geld des Anlegers?

Da es sich um ein Sondervermögen handelt, ist das Geld, das sich am Depot befindet, geschützt. Somit muss der Anleger also keine Angst haben, dass er das Geld nicht mehr bekommt – der Betrag wird rückerstattet. Handelt es sich nämlich um ein Sondervermögen, so muss das Geld der Kunden immer getrennt vom Vermögen des Unternehmens aufbewahrt werden. Eine Regelung, die ermöglicht, dass im Zuge eines Insolvenzverfahrens das Geld des Kunden nicht in die Insolvenzmasse miteinfließt.

Natürlich mag die Branche, auch aufgrund der Erfolge in den USA, eine rosige Zukunft vor sich haben, dennoch darf man nie sicher sein, dass jenes Unternehmen, mit dem sodann zusammengearbeitet wird, ebenfalls Erfolge verbuchen wird. Die Regelung, die auch im Gesetz zu finden ist, dass das Sondervermögen des Kunden aber getrennt vom Unternehmensvermögen aufbewahrt werden muss, ist aber eine Hilfe, damit die Anleger keine Angst vor einem Verlust – hervorgerufen durch die Insolvenzanmeldung – haben müssen.

Die Vorteile

Wer sich für eine Geldanlage entscheidet, die von einem digitalen Vermögensverwalter betraut wird, der darf sich über ein paar Vorteile freuen:

  • Die Kosten sind extrem gering.
  • Die Anlage kann bereits mit einem geringen Betrag gestartet werden.
  • Durch die Automatisierung kommt es zu einem Zeit- wie auch Aufwandersparnis.
  • Es besteht eine hohe Transparenz bei den Kosten.
  • Sehr breite Streuung auf diverse Anlageklassen.
  • Die Anlagestrategie wird transparent dargestellt.

Die Nachteile

Jede Medaille hat aber zwei Seiten, sodass man sich auch im Vorfeld mit den etwaigen Nachteilen befassen sollte, sofern man sich für einen digitalen Vermögensverwalter entscheidet:

  • Es gibt keine Beratungsleistung.
  • Geringe Individualität, da es nur standardisierte Anlagestrategien gibt.
  • In der Regel sind die Anbieter neu, sodass auf keine langjährigen Erfahrungswerte zurückgegriffen werden kann.
  • Der Anleger sollte Grundkenntnisse mitbringen und sich nicht zu 100 Prozent auf den Robo-Advisor verlassen.
  • Auch wenn die Gebühren gering sind, so sind sie doch höher als bei einer Selbstanlage.

Wer sollte sich für einen digitalen Vermögensverwalter entscheiden?

Hat der Anleger das Prinzip des digitalen Vermögensverwalters verstanden, sodass er weiß, dass am Ende der Algorithmus nur den im Vorfeld festgelegten Regeln folgt, so ist es mitunter interessant, gemeinsam mit dem Robo-Advisor zu arbeiten.

Anleger, die sich für Robo-Advisor interessieren, müssen sich selbst informieren, weil es keine Beratungsleistungen gibt – man braucht somit nicht nur eine gewisse Grundkenntnis, sondern sollte auch wissen, welche Faktoren den Markt beeinflussen.

Am Ende ist ein Robo-Advisor eine Unterstützung, ersetzt aber nicht den Anleger, der im Vorfeld den Rahmen für diverse Handlungen setzen muss. Wer also nur wenig Zeit hat, der kann im Vorfeld  für Rahmenbedingungen sorgen und somit Hand in Hand mit dem digitalen Vermögensverwalter zusammenarbeiten.

Jeder, der sich für dieses Angebot entscheidet, sollte wissen, dass es natürlich ein nicht zu unterschätzendes Risiko gibt. Die höhere Rendite mag zwar verlockend wirken, jedoch darf man nicht glauben, dass es keine Gefahren gibt – denn auch wenn die Diversifikation durchaus als gut bewertet werden kann, ist das Risiko kaum niedriger als bei einem Investment in Anleihen oder Einzelaktien.

Wer sollte sich besser gegen die digitalen Vermögensverwalter entscheiden?

Wer sich ausgesprochen gut in der Finanzbranche auskennt, bestimmte Anlagestrategien verfolgen möchte und zudem auch die Zeit für eine persönliche Verwaltung hat, der sollte sich gegen das Angebot des digitalen Vermögensverwalters entscheiden. Wer nämlich selbst genügend Zeit hat und zudem noch über das notwendige Wissen verfügt, der sollte selbständig agieren.

 

Auf der Suche nach dem richtigen Anbieter

In erster Linie geht es um die Frage, welches Angebot zur Verfügung gestellt wird und ob dieses mit den persönlichen Lebensumständen des Anlegers kombiniert werden kann. In weiterer Folge sollte im Zuge des Vergleichs aber auch darauf geachtet werden, wie es um die Servicetiefe, den Innovationsgrad und um die Kostenstruktur bestellt ist.

Die Servicetiefe

Welche Datenbanken werden den Anlegern zur Verfügung gestellt? In der Regel gibt es diverse Reportingtools und auch -grafiken, die den Anlegern einen Überblick verschaffen sollen.

Den Kunden wird, weil es sich um sogenannte Anlagevermittler nach § 34f der Gewerbeordnung handelt, in weiterer Folge ein standardisiertes Portfolio empfohlen, das Geld des Kunden wird dann an einen Drittfonds weitergegeben. Aufgrund der Tatsache, dass Portfolioanpassungen immer nur vorgeschlagen werden, muss der Kunde selbst reagieren – diese Aufgabe wird nicht vom digitalen Vermögensverwalter übernommen.

Handelt es sich um einen Finanzportfolioverwalter nach § 32 des Kreditwesengesetzes, so wird eine Risikotragfähigkeits- wie Risikotoleranzprüfung des Anlegers vorgenommen – die Kundenportfolios werden von den digitalen Vermögensverwaltern „bearbeitet“. Es geht hier um das Einhalten wie Befolgen der geschaffenen Rahmenbedingungen. Der Anleger gibt also zu Beginn den Weg vor, den der digitale Vermögensverwalter dann zu gehen hat. Somit ist der Kunde eigentlich am Ende selbst für den Erfolg oder Misserfolg verantwortlich.

Der Innovationsgrad

Viele Anlagevermittler wie auch Finanzportfolioverwalter empfehlen in der Regel Portfolios mit statischen Gewichtungen der Anlageklassen – so etwa zu 60 Prozent Aktien und zu 40 Prozent Anleihen. Sie berufen sich hier auf die von Harry Markwitz in den 1950er Jahren geschaffene „Moderne Portfoliotheorie“. Heute gilt diese Theorie jedoch, auch aufgrund des technologischen Fortschritts, als überholt.

Werden somit technologiegetriebene Anlagemodelle verfolgt, so geht es um keine statische Gewichtung, sondern darum, dass eine hohe Rendite erzielt wird – natürlich unter Berücksichtigung der Risikotoleranz des Anlegers. Es werden hier in erster Linie moderne finanzökonometrische Verfahren mit den heute zur Verfügung stehenden Rechenkapazitäten kombiniert, sodass es zu einer dynamischen Gewichtung von Anlageklassen kommt.

Die Kostenstruktur

Fast jeder Anbieter erhebt eine jährliche Pauschalgebühr, die sich immer auf die Anlagesumme bezieht und in der Regel monatlich abgerechnet wird. Diese Gebühr liegt durchschnittlich bei unter 1,0 Prozent/Jahr.

Zu beachten ist, dass natürlich auch Kosten für die Wertpapiere anfallen, die sich im Portfolio befinden. Hier betragen die Kosten bei den ETF-Portfolios durchschnittlich 0,1 Prozent bis 0,3 Prozent/Jahr. Höhere Gebühren sind dann möglich, wenn der Anleger in alternative Finanzinstrumente oder auch in aktiv verwaltete Fonds investiert.

Des Weiteren können auch Performance-Gebühren anfallen – diese besondere Erfolgsprovision macht immer einen wesentlichen Teil der gesamtanfallenden Kosten aus. Liegt die Jahresrendite etwa bei 6 Prozent und die Performance-Gebühr beträgt 10 Prozent, so entstehen zusätzliche Kosten von 0,6 Prozent/Jahr.

Es gibt auch immer wieder eine von den Anbietern vorgeschriebene Mindestgebühr – so etwa, wenn von Seiten des Anlegers nur ein geringer Betrag investiert wird. In solchen Fällen kann die prozentuale Gebühr, gemessen an der Anlagesumme, oft recht hoch ausfallen, sodass mitunter kein Gewinn verbucht wird, weil die Kosten für eine negative Rendite sorgen.

Wie „menschlich“ ist der Robo-Advisor?

Wer sich für den Robo-Advisor entscheidet, der entscheidet sich aber nicht gegen die Unterstützung des menschlichen Beraters, sofern man tatsächlich einmal Hilfe benötigt. Entscheidet man sich für den Anbieter Scalable Capital, so werden beispielsweise alle Portfolioumschichtungen vom Investment-Team ausgeführt und in weiterer Folge auch kontrolliert. Das Team steht hier etwa auch jederzeit per E-Mail, Online-Chat oder auch per Telefon zur Verfügung.

Wie reagieren die deutschen Anleger?

Noch befinden sich die digitalen Vermögensverwalter am Anfang ihrer Karriere – in Deutschland gibt es noch ein geringes Angebot. Folgt man etwa der Seite Statista, so werden global um die 225 Milliarden US Dollar von den Robo-Advisorn verwaltet – mehr als 180 Milliarden US Dollar liegen in den USA. In Deutschland werden um die 500 Millionen US Dollar verwaltet – das sind gerade einmal 0,2 Prozent der weltweiten Gesamtsumme.

Blickt man auf die führenden US Robo-Advisor, so verwalten diese oftmals ein Vermögen im zweistelligen Milliardenbereich: Vanguard Personal Advisor verwaltet mehr als 32 Milliarden US Dollar, Schwab Intelligente um die 10 Milliarden US Dollar, Betterment rund 6 Milliarden US Dollar und Wealthfront verwaltet um die 5 Milliarden US Dollar.

15 Prozent, so das Umfrageergebnis von YouGov, kennen zumindest den Begriff „Robo-Advisor“. 1,1 Prozent – befragt wurden 2.000 Deutsche – gaben zudem an, dass sie schon einmal einen derartigen Service genutzt haben. Jedoch gaben auch 60 Prozent an, zum aktuellen Zeitpunkt nicht bereit zu sein, das Geld einem digitalen Vermögensverwalter überlassen zu wollen.

In naher Zukunft werden die smarten Algorithmen jedoch immer wichtiger werden, denn auch die deutschen Banken haben das Potential der digitalen Vermögensverwalter für das Geschäft mit den Privatkunden erkannt. Bis zum Jahr 2021 werden wohl mehr als 1.063 Milliarden US Dollar von den Robo-Advisorn verwaltet werden – vor allem auch deshalb, weil immer mehr Anleger nach einer Alternative Ausschau halten, da klassische Produkte, so etwa das Sparbuch oder Tagesgeld, nicht mehr die gewünschten Gewinne bringen.

Vor allem werden es junge Menschen sein, die sich immer häufiger für Robo-Advisor entscheiden werden.

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