Facebook kann Anleger mit guten Quartalszahlen überraschen

Facebook Datenlecks
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Trotz der Rückstellungen in Höhe von 5 Milliarden USD für die bevorstehenden Strafen in den Datenschutzskandalen, kann Facebook überraschend gute Quartalszahlen bekannt geben. Die Aktie steigt in dem nachbörslichen Handel.

Facebook konnte im letzten Quartal die Benutzerzahlen um acht Prozent verbessern und lag damit weit über den Erwartungen von 2,38 Milliarden. Allerdings stiegen die Unkosten auch um 80,5 Prozent auf 11,76 Milliarden USD, da das Unternehmen viel in die Verbesserung des Inhalts und die Sicherheit der Benutzer investiert hat.

Weiterhin werden in Facebook die meisten Werbeerlöse mit den Mobilgeräten erzielt, sie sind für 93 Prozent der Umsätze verantwortlich. In den letzten drei Monaten wuchs die Zahl der Benutzer der sozialen Plattform um 60 Millionen auf 2,38 Milliarden. Die tägliche Benutzerzahl wuchs auf 1,56 Milliarden. Facebook musste im letzten Quartal die Bestimmungen der DSGVO umsetzen und musste dafür die Einstimmung der Benutzer einhalten. Dies sorgte für zeitweilige Ausfälle bei den Besucherzahlen. Die Mitarbeiterzahl des Konzerns wuchs von 35.600 auf fast 37.800.

Datenskandale belasten Facebook weiterhin

Die neuesten Datenskandale belasten den Konzern weiterhin. Die US-Handelsbehörde FTC hat weitere Ermittlungen eingeleitet, die dem Konzern teuer zu stehen kommen können. Um für die Verhandlungen im Falle eines Vergleichs gerüstet zu sein, hat das Unternehmen schon Rücklagen in einer Höhe von fünf Milliarden USD gebildet.

Der Konzern besitzt Geldreserven in Höhe von 45 Milliarden USD und hat seit dem Skandal um Cambridge Analytica ständig mit weiteren Datenlecks zu kämpfen. 2018 war für Facebook das Jahr der Datenskandale. Im März 2018 gab das Unternehmen bekannt, das 87 Millionen Nutzerdaten von Cambridge Analytica ausgelesen werden konnten. Obwohl Facebook den Skandal klein halten wollte, war die Resonanz in den Medien sehr groß.

Mark Zuckerberg musste zugeben, dass der Skandal einen großen Vertrauensbruch verursacht hat. Auf den Skandal folgten immer mehr Datenpannen, der letzte in dem laufenden Monat. Bei diesen wurden von einer Drittfirma über 540 Datensätze mit Kundendaten auf öffentlichen Cloud-Servern gespeichert. In den Daten sollen auch Passwörter von mindestens 22.000 Nutzer für die Datenbank „At the Pool“ enthalten sein. Im März konnten die Angestellten durch ein Datenleck auf die Passwörter von Millionen Benutzern zugreifen und bei einem Hackerangriff im September wurden konnten die Daten von 50 Millionen Benutzern gestohlen werden.


Peter Nienaber ist freier Journalist und spezialisiert auf Finanz- und Investment-Themen.

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