Ford Betriebsrat kritisiert Anzeige für Stellenwerbung der Bundeswehr

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Mit einer Anzeige in einer Kölner Boulevardzeitung wollte die Bundeswehr mit dem Slogan „Job fort“ für neue Anwärter von Ford sorgen.

Als absolut unangemessen und respektlos bezeichnet der Betriebsratschef von Ford Europa, Martin Hennig, die Anzeige. Sie spielt auf die Massenentlassungen von Ford Deutschland an, da das Wort „fort“ dem Logo des Autoherstellers nachempfunden wurde. Auch der weiter Text geht nicht sensible mit den Problemen des Stellenabbaus bei dem Fahrzeughersteller um. „Mach, was wirklich zählt“, instrumentiert nach Meinung des Betriebsratschef geschmacklos die Schicksale von Menschen für Werbezwecke.

Die Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums gab auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bekannt, dass die Bundeswehr mit der Anzeige niemanden beleidigen wollte. Ganz im Gegenteil, die Bundeswehr will Menschen helfen, die vom Stellenabbau betroffen sind. Die Bundeswehr kann berufliche Perspektiven in Uniform oder im zivilen Bereich anbieten. Auch vor dem Volkswagen Werk in Wolfsburg wurde mit dem Slogan „Ein Job fürs Volk wagen“ geworben.

Ford hatte schon im Januar angekündigt, die Mitarbeiterzahl von den aktuell 17.500 Mitarbeitern zu reduzieren. Das Unternehmen hat einen operativen Verlust von 398 Millionen USD im Jahr 2018 erzielt. Das Unternehmen hat größere Veränderung angekündigt, um kurzfristig wieder in die Gewinnzone zu kommen.

Für das Werk in Köln hat das weitreichende Konsequenzen. Mit einem fokussierten Modellangebot und reduzierten Strukturkosten sollen die Probleme bekämpft werden. Bis jetzt soll der Stellenabbau noch durch Altersteilzeit, Renteneintritt und Abfindungen ohne direkte Kündigungen erreicht werden. Wieviele Stellen insgesamt abgebaut werden, steht noch nicht fest.

Obwohl Ford noch im Jahr 2017 einen Gewinn von 367 Millionen USD veröffentlichen konnte, ist das Geschäft in 2018 eingebrochen. Vor allen Dingen brach das Geschäft in der Türkei ein, wo 50 Prozent weniger Fahrzeuge als geplant verkauft wurden. Auch im Rest der europäischen Union lagen die Kennzahlen 8 Prozent unter den Erwartungen.

2018 wurden in Köln 272.000 Fahrzeuge hergestellt. Dazu gehören die SUVs KUGA und Edge, sowie das Massenmodel Fiesta.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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