Aktienboom in Deutschland 

Aktienboom Deutschland

Dadurch, dass Reisen, Restaurantbesuche, Konzerte sowie andere Freizeitaktivitäten nur eingeschränkt möglich waren und immer noch sind, sanken die Ausgaben für Konsum stark. Die Folge sind hohe Sparraten. Viele entschlossen sich dazu, einen großen Teil ihres Einkommens zurückzulegen, andere wiederum investieren in Aktien und das voraussichtlich mit Erfolg: Dank der Lockerungen wird für 2022 ein Wertzuwachs bei Aktien und Fonds erwartet. 

Investitionen in Aktien werden immer beliebter  

Vor allem bei jungen Menschen wächst das Interesse an Wertpapieren, und zwar so stark, dass Wertpapierhandelsbanken von einem regelrechten Kundenansturm, wenn nicht sogar von dem größten Ansturm seit Langem sprechen. So wurden 2021 in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Depots bei Onlinebrokern eröffnet. Auch neue Anbieter von Aktien hatten leichtes Spiel. Sogenannte Neobroker zogen Hunderttausende Kunden an. Mit der steigenden Beliebtheit der Aktien wandelt sich auch die Wahrnehmung des Kapitalmarktes. Wurden private Anleger lange Zeit eher kritisch beäugt, ist es heute unter jungen Menschen fast schon selbstverständlich Aktien zu besitzen. Das DAI konnte 2020 in der Gruppe der 14-29-jährigen Anleger einen Zuwachs von 67 Prozent verzeichnen. Ein Grund hierfür ist der Mangel an Alternativen. Andere Investitionsformen abseits des Aktienmarktes werfen zum Teil nur wenige oder sogar gar keine Gewinne ab. 

Dazu kommen immer mehr Apps für das Smartphone, die das Investieren in Aktien einfach und bequem gestalten. Genau das bereitet manchen Experten Kopfschmerzen, denn sie befürchten, dass durch das Strömen von unerfahrenen Anlegern an die Börse die Kurse von Unternehmen in die Höhe getrieben werden. Die jungen Anleger gelten unter den alteingesessenen zum Teil als „die jungen Wilden“, die eher Trend hinterherzulaufen scheinen, als sich tatsächlich mit ernsthaften Investitionen auseinanderzusetzen. Die Zahlen geben dieser Denkart unrecht: Auch unter jungen Menschen sind Fonds gegenüber Einzelaktien wesentlich beliebter.  

Kryptowährungen auf dem Vormarsch  

Eine vielversprechende Alternative zu Aktien gibt es dennoch: Kryptowährungen. Zu den bekanntesten Währungen Bitcoin und Ethereum gesellen sich immer mehr neue virtuelle Coins, die darauf hoffen, an den Erfolg des Bitcoins anknüpfen zu können. Damit haben sie sich viel vorgenommen, denn der Wert des Bitcoins stieg von 30.000 Euro im Januar 2021 auf fast 60.000 Euro im November desselben Jahres. Hier endet die Höhenfahrt der Kryptowährung jedoch nicht. Für Anfang 2022 erwartet der Krypto-Analyst Matthew Hyland, dass der Bitcoin noch einmal ordentlich an Wert gewinnt und der Kurs auf 218.000 Euro steigt. Das entspricht einer Verfünffachung innerhalb von nur drei Monaten. Andere Analysten sind zwar vorsichtiger, prognostizieren aber dennoch ein starkes Wachstum. 

Auch für die Kryptowährung Ethereum sieht die Zukunft rosig aus. Mittelfristig könnte Ethereum laut Experten sogar den Bitcoin im Wert überholen und damit selbst zur wertvollsten Kryptowährung werden. Wirft man einen Blick auf die vielen Nachteile des Bitcoins, überrascht es nicht, dass sich so mancher Anleger nach Alternativen umschaut. Zu den Nachteilen der alteingesessenen Kryptowährung zählt zum Beispiel das immer noch ressourcenintensive Mining, die zunehmende Zentralisierung der ehemals dezentral entworfenen Währung sowie die stetig höher werdenden Transaktionskosten. 

Trotz der steigenden Kurse sehen einige Finanzexperten Kryptowährungen kritisch. Eines ihrer Argumente lautet, dass Kryptowährungen keine wirkliche Funktion als Zahlungsmittel haben. Weiter wächst die Skepsis durch die Tatsache, dass Bitcoin, Ethereum und Co. keine wertmäßige Entsprechung in der Realwirtschaft haben. Der Wert einer Aktie orientiert sich am Wert des Unternehmens, von dem die Aktie erworben wurde. Der Anleger hat mit dem Wertpapier dementsprechend ein Teil eines real existierenden Unternehmens in der Hand. Ist die wirtschaftliche Leistung des Unternehmens schwach, sinkt auch der Wert und andersherum. Bei Kryptowährungen sieht dies anders aus: Hier sind die einzigen Maßzahlen das Handelsvolumen und die Anzahl an Transaktionen. 

eSport erfreut sich großer Popularität  

Neben des Kryptobooms kamen in den letzten Jahren noch zwei weitere große “Booms” vor: Poker und eSport. Im Fall des berühmten Kartenspiels gab es ein rapide gestiegenes Interesse an diesem Sport, bei dem Weltmeisterschaften ausgetragen werden und das Internet die Ausbreitung dieser ursprünglich eher US-amerikanischen Disziplin ermöglichte. Im Fall von eSport war die Ausbreitung mindestens genauso groß und es wurde eine rasante Professionalisierung während der letzten Jahre beobachtet. Bei Turnieren von Spielen wie League of Legends oder Dota 2 geht es dabei sogar um ähnliche Beträge wie an der Börse oder bei Bitcoin. Wie bei Aktien und Bitcoin profitieren sowohl Poker als auch die verschiedenen eSport-Disziplinen von reichlich Analyse, Taktik und Erfahrung. 

Abschließend  

Wer ernsthaft überlegt, in Aktien zu investieren, sollte sich nicht von kurzfristigen Trends leiten lassen. Ein aufgeblasener Hype kann schnell zerplatzen und hohe Verluste nach sich ziehen. Mit ihren steigenden Kursen lohnt sich zudem ein Blick auf die Kryptowährungen. Hier wird sich in der Zukunft noch einiges tun. 

MSc. in Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt auf asymetrische Kryptographie und M2M-Kommunikation. Ich bin seit 2015 im Bereich Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs und Chefredakteur bei coincierge.de

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