Flugverbot der Boeing 737 Max verursacht zweite TUI Gewinnwarnung

Diesen Beitrag bewerten

200 Millionen Euro kosten den weltgrößten Touristikkonzern TUI das Flugverbot der Boeing 737 Max. Der Konzernchef Friedrich Joussen muss die zweite Gewinnwarnung in einer Woche veröffentlichen.

Diese Woche war für die TUI Anleger alles andere als erfreulich. Zweimal musste der Konzern die Gewinnaussichten korrigieren. Joussen hat vor dem Club der Wirtschaftspresse in München abermals verschlechterte Zukunftsaussichten vorgestellt. Obwohl er die Korrektur nicht als schön bezeichnet, wird es laut dem Konzernchef das Unternehmen aber nicht umhauen! TUI betreibt die größte Flotte der Boeing 737 Max in Europa und hat dadurch außerordentliche Belastungen in einer Höhe von 200 Millionen Euro aufgrund des Flugverbots.

Im Vergleich zum Vorjahr wird TUI ein 17 prozentig schlechteres Ebita erzielen. Am Jahresbeginn hat das Unternehmen noch einen zehnprozentigen Anstieg prognostiziert, die 1,2 Milliarden Euro des Vorjahrs werden aber nicht mehr erreicht werden. Laut der Geschäftsführung ist der Rückgang aber verkraftbar, weil das Unternehmen es laut Joussen geschafft hat, die Konzernbilanz zu stabilisieren. Seit seinem Antritt hat sich die Eigenkapitalquote auf 27,4 Prozent verdoppelt.

In den vergangenen Jahren hat es der Konzernchef geschafft, das Unternehmen schneller als die Kompetenz wachsen zu lassen. TUI konnte doppelt so stark wachsen, wie die allgemeine Wirtschaft. Joussen hat es vollbracht, das Unternehmen neu zu orientieren, weg von der reinen Urlaubsvermittlung mit den geringen Margen. Heute hat der Reisevermittler eigene Hotels und Kreuzfahrtschiffe und kann sich klar von den reinen Urlaubsvermittlern abgrenzen. Das rentable Hotelgeschäft und die Kreuzfahrtschiffe trugen im vergangenen Jahr 70 Prozent zu den Unternehmensergebnis bei.

Mit Investitionen in die Digitalisierung und insbesondere in die künstliche Intelligenz, will das Unternehmen den Umsatz pro Kunden noch weiter steigern. Laut dem Konzern soll die Digitalisierung ein Marktpotenzial von mehr als 100 Milliarden Euro haben. In Zukunft können auch Fremdanbieter das TUI-Programm anbieten, wodurch das Unternehmen neue Kundengruppen ansprechen will. Das dies der richtige Weg ist, beweist ein kürzlich abgeschlossener Vertrag mit dem größten chinesischen Reisevermittler Ctrip, der TUI Reisen jetzt auch in China anbieten kann.

Nach der zweiten Gewinnwarnung gab die Aktie nochmals nach. Seit Mai 2018 ist der Kurs um die Hälfte gefallen. Der Konzernchef sieht dies aber als Branchenproblem, mit dem alle Touristikunternehmen kämpfen müssen. Besonders der Brexit macht den Unternehmen Sorgen, TUI betreut 6 Millionen Kunden in Großbritannien, die durch das schwache Pfund einen negativen Einfluss auf das Unternehmen haben. Dies war der Grund für die erste Gewinnwarnung von TUI in diesem Jahr. Laut Joussen hat sich das Unternehmen aber auf den Brexit vorbereitet.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zehn + sieben =