IWF prognostiziert geringen Wirtschaftswachstum

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Über 3000 Politiker und Vertreter aus der Wirtschaft treffen sich in dieser Woche in Davos. Zum Auftakt veröffentlicht der IWF seine Weltwirtschaftsprognose für die folgenden Jahre und erteilt den Teilnehmern damit eine große Aufgabe.

Nicht nur außerhalb der Konferenzgebäude in Davos weht im Moment ein eisiger Wind, den Teilnehmer wird es drinnen auch nicht besser ergehen. Der Handelskrieg zwischen der USA und China, der Shutdown der amerikanischen Regierung und der Ausstieg Großbritanniens aus der EU, wird der Weltwirtschaft in den nächsten Jahren schwer zu schaffen machen.

Die Chefin des Internationalen Währungsfond, Christine Lagarde, warnt in diesem Jahr vor einem abschwächenden globalen Wachstum, der sich wahrscheinlich erst bis 2020 wieder leicht stabilisieren wird. Es besteht aber die Gefahr, dass sich die Konjunktur weltweit noch weiter abschwächt, wenn die Handelskonflikte nicht schnell gelöst werden und die Notenbanken ihre restriktive Geldpolitik nicht aufgeben.

 

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Am meisten hat China unter dem Handelskrieg mit den USA gelitten. Die Volksrepublik hat die geringste Wirtschaftswachstumsrate seit den 90er Jahren vorzuweisen. Letztes Jahr wuchs die chinesische Wirtschaft nur 6,6 %, in den letzten drei Monaten sogar nur 6,4%. China steht vor der Aufgabe einen Strukturwandel durchzusetzen, von einem investitionsgetriebenen in einen innovationsgetriebenen Wachstum mit einem höheren Konsum, erklärt der Ifo-Chef Clemens Fuest.

Weltweit prognostiziert der IWF in dem World Economic Outlook (WEO) ein globales Wachstum für das Jahr 2019. Deutschland trifft es aber noch viel härter, hierzulande soll das Wirtschaftswachstum nur 1,3% betragen, das ist der schlechteste Wert für alle entwickelten Volkswirtschaften. Erst nächstes Jahr soll sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland wieder erholen und sich bei 1,6% einpegeln. Grund dafür sind die Probleme der Autohersteller, die sich durch die Manipulationen bei den Dieselmotoren selber schwere Imageschäden zugefügt haben. Dadurch hat die Nachfrage im Inland und aus dem Ausland stark abgenommen.

Generell leidet die Weltwirtschaft aber auch an der Nervosität auf den Finanzmärkten. Keiner kann die Folgen des Handelskrieges zwischen den USA und China abschätzen und wie sich der Regierungsstillstand auf die amerikanische Wirtschaft auswirkt. Auch der Brexit verunsichert viele Investoren und Unternehmen und bremst das Wachstum weltweit.

Die Aufgabe an die politischen und wirtschaftlichen Führer wird von der IWF klar formuliert. Gemeinsam und schnell müssen die internationalen Handelsbarrieren beseitigt werden, damit sich die Weltwirtschaft nicht weiterhin destabilisiert. Jede weitere Destabilisierung kann den wirtschaftlichen Nationalismus weiter stärken und einer gemeinsamen Lösung der Probleme im Wege stehen. Zu der Bewältigung der aktuellen Probleme durch die immensen Schuldenberge und die hohen Zinsen sollten die finanziellen Reserven auf jede Fälle erhöht werden.

Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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