Die Krise der deutschen Automobilindustrie

Die Aktien von Daimler sind in einem Jahr um 33,1% gefallen, von Volkswagen 23,9% und von Porsche 31%. Der deutschen Automobilindustrie geht es im Moment nicht gut.

Die deutsche Automobilindustrie war jahrzehntelang der Primus des deutschen Aktienhandels. Durch den Dieselskandal ist vielen Anlegern aber erst klar geworden, dass der Industriezweig sich eigenverschuldet in Probleme gebracht hat. Dabei sind die Probleme mit den Abgasvorschriften nur die Spitze des Eisbergs. Es scheint das die Verantwortlichen vergessen haben die Zukunft der Automobilindustrie richtig zu bewerten. Andere Firmen haben es bewiesen, die Zukunft liegt einwandfrei bei den Elektrofahrzeugen und den autonomen Fahrzeugen.

Im Moment kommen die Lösungen für die Zukunft der Automobilindustrie von kleinen innovativen Firmen und nicht von bekannten deutschen Automobilherstellern. Die Fahrzeuge aus Deutschland gelten zwar noch als zuverlässig, aber schon seit einiger Zeit nicht mehr als innovativ und richtungsweisend.

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Die Erkenntnis, das wichtige Tendenzen einfach verschlafen wurden, setzt die deutschen Automobilhersteller jetzt unter Druck. Laut dem Handelsblatt haben Daimler und BMW erste Gespräche geführt, um bei elektrischen und autonomen Fahrzeugen enger zusammen zu arbeiten. Das wohl auch, weil Waymo, ein Tochterunternehmen des Softwareriesen Google, weit fortgeschritten ist bei der Entwicklung der Software von autonomen Fahrzeugen. Das von dem Unternehmen entwickelte Betriebssystem scheint sich als Standard für autonome Fahrzeuge durchzusetzen und die deutschen Hersteller von Nobelkarossen haben dem nichts entgegenzusetzen.

Auch Volkswagen versucht aufzuholen, eine sehr weitläufige Kooperation mit Ford soll jetzt neuen Aufschwung bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen helfen. Besonders wichtig für beide Unternehmen ist die Entwicklung von Batteriezellen, da beide Unternehmen von asiatischen Produkten abhängig sind. Volkswagen hat letztes Jahr schon verkündet, das 2026 der letzte Produktionsstart von Verbrennungsmotoren anlaufen wird. Keine drastische Aussage, wenn das Pariser Klimaabkommen schon 2015 beschlossen hat, die Kohlendioxid Emissionen bis 2050 so zu reduzieren, dass eine Einhaltung nur mit Fahrzeugen mit alternativen Antrieben möglich ist. Bis 2030 soll der Ausstoß von Kohlendioxiden aber schon mindestens um 35% reduziert werden.

Tesla macht es den deutschen Automobilherstellern vor, was mit innovativen und auch radikalen Lösungen zu schaffen ist. Elon Musk hat es geschafft Elektrofahrzeuge zu entwickeln, die tatsächlich von den Verbrauchern gekauft werden. Die Aktienwerte geben ihm Recht, innerhalb eines Jahres stieg die Aktie um 7.885,1%.

Wenn die deutsche Automobilindustrie nicht umgehend umdenkt, werden die Kraftahrzeuge aus Deutschland bald nicht mehr ihrem heutigen Ruf gerecht werden.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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