Jaguar und IOTA bieten Fahrern Kryptowährung für Daten

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Wie wäre es, wenn man für das Autofahren Kryptowährung verdienen könnte? Genau das kann man jetzt bald in Irland. Denn Jaguar und IOTA wollen Fahrern der britischen Nobelmarke Kryptowährung für Daten bieten. Diese sollen als Anreiz für das Sammeln von Daten mittels mit intelligenter Sensoren und Internet of Things ausgestatteter Autos verteilt werden.

Tatsächlich geht die Vision des Autokonzerns noch weiter. Jaguar und IOTA planen für eine Zukunft, in der selbstfahrende Autos mit den verdienten MIOTA-Coins für den Kauf von für das Auto erforderlichen Services eigenständig bezahlen können. Willkommen in der Zukunft!

In Irland erproben Jaguar und IOTA das Konzept

Wie in einer Presseaussendung auf dem offiziellen IOTA Blog am Montag bekanntgegeben wurde, werden Jaguar und IOTA gemeinsam das Pilotprojekt betreiben. Im irischen Ort Shannon, wo Jaguar Land Rover sein Software Engineering Zentrum hat, wird das Pilotprojekt bereits implementiert.

Und so funktioniert das Ganze: Jaguar Land Rover hat viele mit Sensoren bestückten Fahrzeuge in Produktion, welche während der Fahrt Daten zu unterschiedlichsten Aspekten sammeln. Dies betrifft etwa Zustand der Straße, Fahrbedingungen, Verkehrsdichte, Wetterbedingungen, Niederschlag, und vieles mehr.

Weil diese Daten allerdings prinzipiell nicht ohne Zustimmung der Fahrer weitergegeben werden dürfen (Stichwort: DSGVO, Privatsphäre), soll ein Anreiz für das Teilen dieser Daten geboten werden. Schließlich gibt es eine Vielzahl von Institutionen, wie lokale Behörden und Verkehrsinformationsstellen, die von diesen Daten profitieren können.

Die eingebauten Autos benötigen eine Smart Wallet, welche die übermittelten MIOTA Token speichern bzw. aufbewahren können. Von diesem Wallet aus können die MIOTA Token auch für die Bezahlung diverser Dienste genommen werden. Der Autohersteller hat bereits mehrere Modelle seiner Flotte mit den Smart Wallets ausgestattet. Darunter etwa den Jaguar F-PACE und Modelle der Range Rover Velar Serie.

Kryptowährung für Daten: Neustart eines zunächst missglückten Projekts

Dabei handelt es sich nicht um Jaguar Land Rovers ersten Versuch, seine Kunden für das Sammeln von Daten mit Kryptowährungen zu belohnen. Bereits 2017 hat man hierfür mit dem in JLRs Teileigentum befindlichen Start-up DOVU ein Pilotprojekt gestartet.

Das britische Unternehmen hatte die Vision, eine ähnliche Blockchain-Plattform zu schaffen. Die Ideen war es, Plattform-Nutzer für das Sammeln und Teilen von Mobilitätsdaten wie Wetterdaten, Niederschlagsmengen und Straßenverhältnisse zu belohnen.

Allerdings kam es bei diesem Projekt zu unerwarteten Schwierigkeiten, sodass das Projekt letztendlich eingestellt wurde. Das man nun mit der weltbekannten IOTA Foundation einen neuen Anlauf wagt, zeigt, dass man trotz der Schwierigkeiten in der Vergangenheit fest an den Use Case glaubt.

Anklang bei Kunden als Voraussetzung

Eines ist allerdings klar: die technische Realisierung ist nicht die einzige Voraussetzung für den Erfolg des Projekts. Damit der Anwendungsfall wirklich Früchte trägt und Fahrer hilfreiche Daten sammeln, müssen auch die JLR Kunden, also die FahrerInnen von der Sinnhaftigkeit der Datensammlung überzeugt sein.

Dies wird vor allem dann der Fall sein, wenn sich die verdienten MIOTA für sinnvolle Käufe nutzen lassen. In der Presseaussendung wurden hierfür Beispiele wie der Kauf von Cafés oder die Bezahlung von Autobahnmaut oder Ladevorgänge des Elektroautos besprochen.

Wofür können Kunden die MIOTA ausgeben?

Auch persönlich bin ich der Ansicht, dass die Ausgaben so direkt wie möglich mit dem Auto in Verbindung stehen sollten. Ja, in dem Sinne wird nicht der Fahrer, sondern das Auto für das Sammeln von Daten belohnt.

Damit wäre man als Fahrer eines Jaguar Land Rover mit IOTA und Blockchain optimal für die Ökonomie von morgen vorbereitet. Eine Ökonomie, in der selbstfahrende Autos mit KI Anschaffungen und Erledigungen völlig ohne Involvierung des Besitzers durchführen.

IOTA Kurse steigen um 15%

Eine solche Ankündigung trifft natürlich bei IOTA Anlegern auf großen Gefallen, zeigt sie doch schließlich das große Zukunftspotenzial von IOTA Tangle.

Darum führten die Neuigkeiten auch zu einem massiven Kursanstieg bei IOTA. Innerhalb weniger Stunden schoss der Kurs um knapp 15% in die Höhe. Seither ist der Kurs wieder úm knapp 4% gefallen, vermutlich weil sich einige Anleger zur Mitnahme ihrer Gewinne entschieden haben. Ein MIOTA notiert laut Coinmarketcap aktuell bei 0,3012 USD.

Damit werden die in 2019 noch wenig verwöhnten IOTA-Anleger einen guten Grund haben, noch mehr IOTA zu kaufen. Im Jahresvergleich hat IOTA bisher noch keine berühmte Performance abgeliefert. Im Vergleich zum Kurswert am 1.1. verbleibt aktuell ein Minus von knapp 20%.

 

Christian Brandstötter ist als studierter Betriebswirt seit 2010 als Autor zu Wirtschaftsthemen tätig.

Seitdem er Anfang 2015 das erste Mal auf Bitcoin gestoßen ist, verfolgt er das Thema Kryptowährungen aufmerksam.
Bei großem Enthusiasmus für Blockchain-Technologie versteht er Kryptowährungen bloß als einen von vielen, wenn womöglich auch den spannendsten aller Anwendungsbereiche dieser zukunftsweisenden Technologie. Dabei ist ihm stets ein kritischer, objektiver Blick auf Entwicklungen und Chancen am Kryptomarkt wichtig.

Christian Brandstötter auf LinkedIn

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