Jetzt wird es im Glyphosat-Streit eng für den Chemiekonzern Bayer

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Ein amerikanisches Gericht hat in San Francisco einen Gerichtsfall gegen den Monsanto Konzern entschieden, was für den Bayer Konzern schwerwiegende Folgen haben kann.

Der Amerikaner Edwin Hardeman hat den Konzern in San Francisco angeklagt. Der Mann hatte das Unkrautvernichtungsmittel Roundup über 26 Jahre lang mehr als 300 Mal benutzt und war an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Das das Gericht sich für den Kläger entschieden hat, ist für die US-Tochter Monsanto ein herber Rückschlag. Das Gericht entschied, das es einen Zusammenhang zwischen dem Mittel und der Krebserkrankung von Hardeman gibt.

Den Gerichtsfall hat der Richter Vince Chhabria in zwei Phasen geteilt. In der ersten wurde von den sechs Geschworen ein Zusammenhang zwischen dem Mittel und der Erkrankung festgestellt und im zweiten Teil soll die Höhe des Schadenersatzes geklärt werden. Im vergangenen Jahr wurde der Leverkusener Konzern schon zu einer Strafe von 79 Millionen USD-Dollar für Gesundheitsschäden des gleichen Mittels verurteilt.

Das Gerichtsverfahren gilt als so genannter Bellwether-Fall, die als Test für weiter Anklagen gegen den Konzern gelten. Im zweiten Teil des Gerichtsverfahrens geht es jetzt darum, ob das Verhalten von Monsanto für die Schäden verantwortlich war und in welcher Höhe die Entschädigung ausfällt. Hätten die Geschworenen den Konzern im ersten Teil für Unschuldig erklärt, wäre das Gerichtsverfahren damit beendet. Der Anwalt von Monsanto argumentierte vor Gericht, das die Ursache des Lymphdrüsenkrebs Non-Hodgkin Lymphom noch unbekannt wäre und niemand klar die Ursache identifizieren kann. Bei Hardemann gab es außerdem weitere Risikofaktoren, wie sein hohes Alter und eine Hepatitis Erkrankung.

Die Geschworen entschieden, dass es einen Zusammenhang gibt und bereiten damit eine Grundlage für die weiteren 11.200 Klagen, die auf Bayer wegen des Unkrautvernichters Roundup warten. Bayer hat den amerikanischen Konzern im vergangenen Jahr für 63 Milliarden USD übernommen. Schon nach dem ersten verlorenen Gerichtsfall verlor die Bayer Aktie stark an Wert.

Bis jetzt zeigt sich Bayer noch zuversichtlich, dass in der zweiten Phase des Gerichtsfalls die Unschuld von Monsanto bewiesen werden kann. Das Verhalten des Konzerns soll angemessen gewesen sein und das Unternehmen nicht an der Krebskrankheit des Angeklagten schuld sein.

Laut dem Unternehmen wird Roundup schon seit vier Jahrzehnten in den USA von Landwirten eingesetzt und gilt als wichtiges Mittel um die Versorgung mit Agrarprodukten sicher zu stellen. Wissenschaftliche Studien sollen bewiesen haben, dass das Mittel keinen Krebs verursacht.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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