Warum Amazon immer noch Wachstumspotenzial hat

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Amazon ist weltweit der größte E-Commerce Konzern der Welt. Eine Studie von Wels Fargo hat jetzt gezeigt, welches Wachstumspotential der Internet Gigant noch nutzen kann.

Die Bank Wells Fargo hat sich in einer Studie mit dem Einzelhandel und dem Versandhändler Amazon beschäftigt. Die Ergebnisse sind teilweise überraschend, besonders weil der Online-Handel als Gegner des Einzelhandels gilt und für den wirtschaftlichen Tod von vielen Geschäften verantwortlich gemacht wird. In der Realität beträgt der Anteil der Verkäufe im Internet am gesamten Einzelhandel nur 10%. Wenn der Gesamtverkauf um die Artikel bereinigt wird, die nicht oder nur selten online gekauft werden, wie zum Beispiel Kraftstoffe oder Lebensmittel, dann beträgt der Anteil 20%.

Für den Einzelhandel sind dies keine positiven Nachrichten. Den Analysten zufolge dominiert Amazon sein Marksegment mit einem Anteil von 30 – 35 Prozent. Im Gegensatz zu der Konkurrenz, erzeugt Amazon aber 50% das gesamte Wachstum im Internethandel. Jeff Bezos hat es geschafft sein Unternehmen seit 2010 jährlich um mindestens 1% wachsen zu lassen und es gibt noch genügend Potenzial um weiterhin zu wachsen.

Der Internet-Gigant mit Sitz in Seattle hat keine Probleme neue Kunden anzusprechen, obwohl er schon eine gigantische Anzahl von Stammkunden hat. In der Studie von Wells Fargo wurden 1.500 Menschen in den USA befragt, davon waren schon 93 Prozent Kunden von Amazon. Aber die Analysten fanden auch heraus, dass die Besucherfrequenz im letzten Jahr um 6 Prozent angestiegen ist. Amazon hat es geschafft, die Einkäufe pro Kunden um 5 Prozent zu steigern. Bei der Kundenzahl von Amazon ein riesiges Potential.

Interessant ist die erfolgreichste Sparte des Unternehmens. Obwohl Amazon nicht als Versandhändler für Modeartikel bekannt ist, machen der Verkauf von Kleidung und Schuhen 9,9 Prozent des Verkaufs des Unternehmens aus. Dies entspricht einem Anteil von 42,5 Prozent des gesamten Online-Verkaufs der Bekleidungsindustrie. Der amerikanische Supermarkt-Gigant Walmart ist nur mit 8,3 Prozent an dem Markt beteiligt. Es ist schon bemerkenswert, das Amazon eigentlich nicht als Versandhändler für Modeartikel bekannt ist, aber doch Marktführer in dem Segment ist.

Amazon drängt aber jetzt in eine Marktsegment ein, das noch viel mehr Potenzial hat als das eigentliche Kerngeschäft. Mit Amazon Business drängt das Unternehmen nun in den B2B Markt ein. Die Idee ist die positiven Attribute des Stammgeschäfts auf Unternehmen, Regierungsorganisationen und den Bildungssektor zu übertragen. Die Analysten der Bank of America trauen dem Unternehmen zu, den großen Bedarf der B2B Kunden mit der bekannten breiten Auswahl und der Lieferfreundlichkeit abzudecken. Der Analyst Justin Post von der Bank of America schätzt, dass dieser Markt ein Potential von über 1.400 Milliarden USD im Jahre 2021 erreichen wird. Dies entspricht dem doppelten Marktpotential wie der klassische B2C Markt.

Das glaubwürdige Ziel des Unternehmens ist es bis 2021 zehn Prozent des B2B Markts in den USA und 5 Prozent des internationalen Markts abzudecken. Dies entsprechen einem Marktwert von bis zu 245 Milliarden USD.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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