Leoni enttäuscht die Anleger auch mit schlechten Quartalszahlen

Leoni enttäuscht die Anleger auch mit schlechten Quartalszahlen
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Der Nürnberger Automobilzulieferant Leoni wird keine Dividende für das Jahr 2018 zahlen und prognostiziert für 2019 noch schlechtere Aussichten. Die Aktie verlor über 32% an Wert.

Leoni ist eines der führenden Unternehmen für Kabelsysteme und Bordnetze für die Automobilindustrie. Heute wurden die Firmenergebnisse vorgestellt und die Zahlen haben die meisten Anleger verschreckt. Der Ebit brach im letzten Jahr um mehr als 35% auf 144 Millionen Euro ein. Im letzten Quartal konnte kein Gewinn mehr erzielt werden, deswegen hat die Unternehmensführung entschieden, dass dieses Jahr keine Dividende ausbezahlt wird.

Die Analysten hatten mit schlechten Zahlen von Leoni gerechnet, aber nicht mit so katastrophalen Zahlen. Das die Prognosen von dem Unternehmen selber nach unten korrigiert wurden, ist für viele Analysten ein Zeichen dafür, das das Unternehmen zu einem Sanierungsfall geworden ist. Der Ebit soll in diesem Jahr nochmals auf unter 130 Millionen sinken. Das ist nicht einmal die Hälfte, was von dem Markt erwartet wurde.

Die Unternehmensführung nennt für die schlechten Zahlen einige Gründe. Der Umzug in das neue Technologiezentrum kostet das Unternehmen zehn Millionen Euro mehr, als veranschlagt wurde. Das neue IT-System wird Leoni auch in diesem Jahr noch mehrere Millionen Euro kosten. Auch die Anlaufkosten in dem mexikanischen Werk sind höher ausgefallen, als angenommen wurde.

Leoni ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich schnell gewachsen. Die Gewinne in der Automobilindustrie wurden für die Übernahme anderer Unternehmen genutzt, so das die internen Kontroll- und Kommunikationssysteme nicht mehr mithalten konnten. Die Unternehmensführung sei sich einig, dass dieses Tiempo reduziert werden muss, um das Unternehmen nicht zu überlasten, bestätigte der Vorstandschef Aldo Kamper. Er ergänzte auch, dass die Probleme, vor denen das Unternehmen heutzutage steht, hauptsächlich hausgemacht sind. Es habe Probleme mit der Kommunikation zwischen den lokalen und den zentralen Ebenen gegeben, sowie mit der Kontrolle, was zu erheblichen Verzögerungen geführt habe.

Kamper hat dem Unternehmen eine noch striktere Kostendisziplin verordnet und arbeitet auch noch an weiteren Maßnahmen, die das Unternehmen wieder auf Kurs bringen sollen. Was die Restrukturierung des Unternehmens kosten wird und wie die Maßnahmen genau aussehen sollen, wird er auf der Bilanzpressekonferenz am 19 März bekannt geben.


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