CFD Handel lernen: So geht’s

7. Februar 2019
Von: Thomas Pentzek
Diesen Beitrag bewerten

Durch die Null-Zins-Politik der Banken müssen Anleger auf andere Investmentmöglichkeiten ausweichen. Durch die hohen Gewinnmöglichkeiten sind die CFDs in der letzten Zeit in den Fokus vieler Anlegern geraten. Mit den richtigen Kenntnissen kann diese Investitionsmöglichkeit eine vielversprechende Alternative zu Aktien, Anleihen und Zertifikaten sein.

Eines müssen Sie aber immer beachten, für Einsteiger können Differenzkontrakte (CFDs) riskant sein. Neulinge sollten sich erst eingehend mit den CFDs auseinandersetzen und alle Möglichkeiten dieser Investitionsgelegenheit eingehend studieren.

Was müssen Anfänger über Differenzkontrakte wissen?

Das Wort CFD stammt aus dem Englischen und ist die Abkürzung für „Contracts for difference“. Im Deutschen spricht man bei dieser Investitionart von Differenzkontrakten.

Durch das Internet können Privatanleger heutzutage leicht Aktien und andere Finanzinstrumente handeln. Auch die Differenzkontrakte können durch Banken und Broker im Internet gehandelt werden. Da Internet heutzutage fast überall zur Verfügung steht, können Anleger die Kursentwicklungen in Echtzeit auch überall abrufen. Da CFDs nicht direkt an den Börsen gehandelt werden, können sie zu jeder Tageszeit verkauft oder gekauft werden.

Der große Vorteil von Differenzkontrakten ist der geringere Bedarf an Kapital. Bei dem Handel mit Aktien müssen Sie immer einen Anteil an dem jeweiligen Unternehmen erwerben, um in den Vorteil der Kursentwicklungen zu kommen. Das kann je nach Aktie die Möglichkeiten eines Kleinanlegers bei weitem überschreiten. Bei Differenzkontrakten spekulieren Sie aber nur auf die Kursentwicklung und brauchen dafür die Aktie nicht zu erwerben.

Diese Möglichkeit wird Hebel genannt, bei dem Sie nicht tatsächlich Besitzer eines Wertpapiers werden. Durch den Hebel können Anleger auch mit kleinem Startkapital an den Kurveränderungen verdienen. Im Vergleich zu dem investierten Kapital, ist der mögliche Gewinn sehr hoch. Der Nachteil, Sie können im Falle einer falschen Einschätzung auch überproportionale Verluste erleiden.

Ein Broker oder eine Bank verlangt für den Handel der Differenzkontrakte eine Margin. Sie soll die Einhaltung der Vereinbarungen garantieren. Anstatt also beim Broker eine Aktie zu kaufen, hinterlegen Sie nur eine Margin, dessen Höhe der Hebel bestimmt. Um auf den Wertanstieg oder den Wertverfall einer Aktie mit einem Wert von 100 Euro zu spekulieren, müssen sie bei einem Hebel von 1% nur einen Euro für einen Differenzkontrakt hinterlegen. In diesem Fall wird von einem Hebel von 100 gesprochen.

Der Broker ist nicht gezwungen eine Aktie zu kaufen, wenn er einen Differenzkontrakt abschließt. Er kann damit auch andere Aktien- oder Wertpapiergeschäfte absichern. Er bietet Ihnen die Differenzkontrakte mit einem Spread an.

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Wert des gehandelten Wertpapiers beim Kauf und beim Abschluss des Kontrakts. Erreicht das Wertpapier den Spread, bekommen Sie den vollen Kursgewinn der Aktie ausgezahlt, obwohl Sie die Aktie nie besessen haben. Falls Sie sich verkalkuliert haben und die Aktie den Spread in die andere Richtung erreicht, können Sie Ihre Margin verlieren.

Differenzkontrakte haben keine zeitliche Begrenzung. Sie können also über Monate hinweg warten, bis der Spread erreicht wird. Allerdings verlangen die Banken oder Broker eine Finanzierungserstattung für jeden Tag, den Sie einen Differenzvertrag halten. Unter Umständen und je nach Wert der Aktie können sie den Gewinn empfindlich schmälern.

Als CFD-Händler müssen Sie auch die Kosten der Banken und Broker im Auge behalten. Viele verlangen Kontoführungsgebühren und Gebühren pro Transaktion. Diese Kosten unterscheiden sich von Broker zu Broker, deswegen ist ein Vergleich der Anbieter sinnvoll.

Wissenswertes vor dem Handel mit Differenzkontrakten

Der Handel mit Differenzkontrakten ist hochspekulativ und kann sehr risikoreich sein. Allerdings bietet er auch hohe Gewinnmöglichkeiten mit relativ kleinem Kapitalbedarf. Sie sollten sich immer über die Risiken im Klaren sein und nie mit Geld spekulieren, auf das Sie nicht verzichten können.

Die beste Vorbereitung für einen erfolgreichen Handel mit CFDs ist Wissen über die Märkte und deren Verhalten. Es gibt viele Möglichkeiten die Entscheidungen im CFD-Handel auf Fakten und Wissen zu basieren und die Risiken zu minimieren. Sie werden es aber nie schaffen, das Risiko komplett zu minimieren, dessen sollten Sie sich bewusst sein.

Am einfachsten ist der Einstieg in den Handel mit Differenzkontrakten, wenn Sie sich schon in einem Wirtschaftsbereich gut auskennen. Sie können dann Ihre Expertise und Erfahrung in Gewinne umsetzten. Sie wissen, wo Sie sich die Brancheninformationen besorgen können und welche Unternehmen die Möglichkeit haben ihre Kurse zu verbessern oder auch zu verschlechtern.

Vorsicht vor Informationen aus dem Internet

Im Internet gibt es viele Spezialisten, die wertvolle Informationen anbieten, mit denen Sie beim Handel mit Wertpapieren nicht verlieren können. Leider ist es mit ihren Referenzen und den Erfolgen leider nie so bestellt, wie sie es Ihnen auf ihren Webseiten weiß machen wollen.

Wer sich einige Zeit mit dem CFD-Trading auseinandergesetzt hat, der weiß, dass es keine 100% Erfolgsgarantie gibt. Der Markt verhält sich teilweise irrational und unterliegt nur bedingt Regeln. Jeder der Ihnen das Gegenteil verspricht, hat entweder keine Ahnung, oder versucht Sie aus anderen Gründen anzulügen.

Sie sollten die Informationen aus dem Internet mit Vorsicht genießen und sich immer durch verschiedene Informationsquellen absichern. Die Informationen aus dem Internet sind für ein erfolgreiches CFD-Trading unersetzbar, weil sie schnell und teilweise auch detailliert sind. Sie bieten die Basis um Entscheidungen zu treffen, wenn sie gut recherchiert wurden.

Die Risiken des CFD-Tradings

Jeder der sich die Mühe macht den Handel mit Differenzkontrakten zu lernen und viel Mühe und Leidenschaft dabei investiert, wird früher oder später lukrative Gewinne realisieren können. Es gehört viel Arbeit dazu, sich mit allen Details bekannt zu machen und alle Möglichkeiten des Handels zu lernen und auszuwerten. Das wichtigste ist aber immer eine erfolgreiche Risikoprävention. Wenn Sie wissen, wie man sich vor Verlusten schützen kann, ist die Möglichkeit viel Geld zu verdienen, viel höher.

Nur wer sich ausgiebig informiert, kann auch langfristig mit dem CFD-Trading erfolgreich sein.Aktienboard.com

Wissen, Ausdauer und die richtige Motivation sind die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Handel. Je nach Handelsstrategie müssen sie sich jeden Tag über die Märkte informieren und immer auf dem laufenden bleiben. Dies kann unter Umständen viel Zeit in Anspruch nehmen.

Tipps für den Einstieg in das CFD-Trading

Mit einigen Tipps können Sie den Einstig in das CFD-Trading vereinfachen und die Risiken vermindern. Hier unsere Tipps und Trick für den Einstig in das CFD-Trading:

Die Sache mit dem Demokonto

Einer der wichtigsten Tipps für Neueinsteiger. Bevor Sie anfangen mit eigenem Kapital zu handeln, legen Sie sich ein Demokonto an und spielen Sie Ihre Strategien so lange durch, bis Sie sich sicher sind. Mit Demokonten können Sie alle Situationen durchspielen und wie Sie in den verschiedenen Fällen reagieren müssen.

Demokonten haben aber noch einen anderen Vorteil. Sie können sich mit der Benutzerfläche des Brokers oder der Bank vertraut machen. Das hilft Ihnen alle angebotenen Möglichkeiten zu nutzen, um das Risiko eines Verlusts zu vermeiden. Die meisten Broker bieten Stopp-loss Funktionen an, mit denen Sie Ihren Verlust limitieren können. Andere angebotenen Stopp-Funktionen können Ihnen helfen den Gewinn zu optimieren.

Fazit: Sie können also davon profitieren, wenn Sie sich vor dem eigentlichen Trading durch ein Demokonto eingehend mit den Funktionen beschäftigen und sie beherrschen.

Die Sache mit den Strategien

Jeder Spezialist oder selbsternannte Spezialist im Internet spricht von der erfolgreichen Strategie. Die erfolgreiche Strategie, die für jeden Trader erfolgreich arbeitet und ihn reich macht, gibt es nicht. Ansonsten wäre er ja auch ganz schön dumm sie zu veröffentlichen. Eine Strategie ist vielmehr die Nutzung vieler Werkzeuge, um einen Trend möglichst genau identifizieren zu können. Die Werkzeuge können sich je nach Branche, Finanzwert oder Markt unterscheiden.

Werkzeuge gibt es viele, Sie müssen lernen Diagramme zu interpretieren, Statistiken auszuwerten und statistische Berechnungen durchführen zu können. Dies hört sich viel schlimmer an, als es wirklich ist. Es gibt viele Anleitungen dafür und Software, die Ihnen die Analyse vereinfacht. Prinzipiell ist jedes Werkzeug sinnvoll, das Informationen über das Verhalten eines Kurses geben kann. Denken Sie aber immer daran, es gibt keine unfehlbare Strategie oder den absolut sicheren Tipp.

Fazit: Erfolgreich können Sie nur sein, wenn Sie die Werkzeuge finden, die Ihnen helfen Ihre Kaufentscheidungen zu fundieren und dementsprechend zu vereinfachen.

Die Auswahl der Bank oder des Brokers

Die Auswahl des richtigen Anbieters kann von vielen Faktoren abhängen. Viele davon sind auch von den persönlichen Anforderungen oder Neigungen abhängig. Zum Beispiel, ob Sie gut mit der Bedieneroberfläche zurechtkommen, oder ob Sie eine App für ein mobiles Gerät für den Handel von Differenzkontrakten nutzen wollen.

Wichtiger sind aber die finanziellen Faktoren. Je nach der Art wie Sie handeln möchten, können die Kosten pro Transaktion oder die Fixkosten ein wichtiger Faktor für den Gewinn beim CFD-Trading sein. Je besser Sie Ihre Unkosten einschränken können, desto höhere Gewinne können Sie realisieren. Obwohl sich die Kosten der einzelnen Banken oder Broker vielleicht nicht viel unterscheiden, können sie auf Dauer teuer werden. Nehmen Sie sich Zeit mit der Auswahl des Brokers oder der Bank, Sie werden später davon profitieren.

Als Tipp können wir Ihnen mitgeben, dass die reinen Internet-Broker meistens viel günstiger arbeiten können, da Sie keine Filialen unterhalten müssen.

Fazit: Wenn Sie auf einen lokalen Kundenservice verzichten können, einen 24 stündigen Telefonservice vorziehen, dann können Internet-Broker eine günstige und spezialisierte Alternative sein.

Die Sache mit dem Fokus

Viel Spezialisten raten Anfängern sich erst auf Indizes oder Basiswerte zu spezialisieren. Prinzipiell ist gegen diesen Tipp nichts einzuwenden, außer dass die Indizes schlecht auszuwerten sind. Es haben einfach zu viele Faktoren einen Einfluss auf den Kursverlauf des Dax. Damit sind unserer Meinung nach Anfänger einfach überfordert.

Den Fokus auf ein Gebiet oder eine bestimmte Sparte zu legen, ist immer ratsam. Es gibt keine Profis, die sich mit der ganzen Breite des Handels auskennen.

Für den Anfang können wir Ihnen den Rat geben, sich auf bekannte und eingesessene Werte zu konzentrieren, deren Kurse nicht so drastisch fallen oder steigen. Durch die Hebelwirkung der Differenzkontrakte können Sie auch von kleinen Kursveränderungen profitieren und müssen Ihr Kapital nicht mit volatilen Werten in Gefahr bringen.

Fazit: Wir raten immer dazu Ihre bisherige Berufserfahrung zu nutzen und sich auf ein kleines Gebiet zu spezialisieren. Bauen Sie sich eine Bandbreite auf, die Sie kontrollieren können und die Sie genau analysieren können. Fangen Sie mit wenigen Positionen an und weiten Sie sie aus, wenn Sie die einzelnen Kursveränderungen auswerten können.

Die Sache mit den Emotionen

In den Filmen aus Hollywood können Sie die wildesten Feiern anschauen, die Broker nach einem erfolgreichen Geschäft veranstalten. Leider sind diese, wie so vieles aus der Filmeschmiede in Hollywood, nicht so realitätsnah.

Professionelle Broker legen Ihre Emotionen am Anfang des Tages ab, weil Sie bei dem Handeln mit Wertpapieren äußerst hinderlich sein können. Die Freude nach Gewinnen kann Menschen übermütig machen, genauso wie Verluste Menschen unter Erfolgsdruck setzen können.

Es empfiehlt sich nach guten Gewinnen oder großen Verlusten erst einmal eine Pause zu machen und die Situation genau zu analysieren. Erst das gibt ihnen die Möglichkeit die Gewinne zu wiederholen und die Verluste zu vermeiden.

Fazit: Je besser Sie die Emotionen beim CFD-Handel kontrollieren können, desto besser können Sie die Risiken bewerten und den Gewinn optimieren. Unachtsamkeit oder Erfolgsdruck ist der Feind von fundierten Entscheidungen.

Die Sache mit der Fortbildung

Es gibt viele Sachen, die der Mensch nur einmal zu lernen braucht. Dazu gehören Schwimmen oder Radfahren. Für den CFD-Handel trifft das nur bedingt zu. Sicher, wenn Sie einmal die Grundkenntnisse beherrschen, werden Sie sie wahrscheinlich das ganze Leben nicht mehr vergessen. Der aktive Handel mit Werten setzt aber noch einiges mehr voraus.

Sie müssen sich jeden Tag mit dem Markt und den Kursbewegungen befassen. Jede einzelne Kurzbewegung analysieren und Ihre Erfahrungen erweitern. Auch das genaue Studium von Analysen und Werkzeugen dafür ist sehr ratsam. Dafür können Sie Online-Kurse, Webinare, Anleitungen und Berichte nutzen.

Fazit: Je mehr Sie lernen, desto bessere Entscheidungen können Sie treffen und desto bessere Gewinne können Sie erzielen.

Die Sache mit der Analyse

Viele Webseiten und Spezialisten werden Ihnen dazu raten, Ihre Fehlinvestitionen genau zu analysieren. Das ist nur zur Hälfte die Wahrheit. Sie müssen nicht nur die Fehler analysieren, sondern auch Ihre Erfolge. Das Ziel ist ja die Gewinne zu optimieren und die Entscheidungen, die zu den Gewinnen geführt haben, möglichst zu wiederholen.

Das CFD-Trading ist aufgrund der Hebelwirkung ein hochspekulatives Geschäft und erfolgreiche Händler müssen es schaffen die kleinsten Kursveränderungen zu nutzen. Es ist die Königsdisziplin im Trading und erwartet auch dementsprechende minuziöse Analysen um den Erfolg zu garantieren.

Fazit: Erst wenn Sie genau wissen, warum Ihre Entscheidungen zum Erfolg führten, können Sie auch langfristig Gewinne erzielen.

Letzte Aktualisierung: