Was ist ein CFD Hebel?

11. Februar 2019
Von: Benjamin
Was ist ein CFD Hebel?
3 (60%) 1 vote

Der CFD Hebel ist einer der wichtigsten und gleichzeitig reizvollsten Charakteristika, die den Handel mit Differenzkontrakten beeinflussen. Er stammt aus der Anforderung, eine Möglichkeit zu schaffen, mit wenig Eigenkapital am Handel teilnehmen zu können.

Anders als beim direkten Kauf des Basiswertes müssen nämlich Trader nicht die komplette Kaufsumme aufbringen, sondern nur eine Sicherheitsleistung hinterlegen. Da diese im Vergleich zum möglichen Gewinn meist deutlich niedriger ausfällt, liegen hier der Reiz und natürlich gleichzeitig ein Risiko.

Einfache Definition des CFD Hebels

Die sogenannten Differenzkontrakte, dessen englische Bezeichnung Contract for Difference lautet, werden von privaten Kunden ausschließlich mittels Hebel gehandelt. Das heißt, dass der CFD Händler eine individuelle Sicherheitsleistung in vorher bestimmter Höhe auf seinem Konto zum Handeln hinterlegen muss. Erst dann wird ihm seitens des Brokers eine zusätzliche Liquidität zur Verfügung gestellt, mit der der Kunde dann auch größere Volumina am Markt bewegt.

Diese Sicherheitsleistung wird auch als Margin bezeichnet und hängt von der Hebelhöhe ab, zu der der Kunde tradet. Entscheidet sich dieser für einen Hebel von 200:1, kann er das Zweihundertfache des eigentlichen Einsatzes handeln.

Unterschiedliche Herangehensweise von Profis und Einsteigern

Professionelle Trader wenden meist einen eher geringen Hebel an und handeln durchaus mit eigenem Kapital. Im Gegensatz dazu wählen unerfahrene Einsteiger meist einen hohen Hebel, um damit vermeintlich den größeren Gewinn möglich zu machen. Doch auch die Realität, dass viele Einsteiger mit einem erstmal kleinen Kapital zu traden beginnen, mit dem sie von vorneherein keine großen Gewinne erzielen können, verleitet sie dazu, auf hohe Hebel zu setzen.

Grundsätzlich gilt hier die Devise, je niedriger der maximale Hebel des Brokers gewählt wird, desto eher setzt er mit seinem Angebot auf erfahrene Trader. aktienboard.com

In jedem Fall sollte klar sein, dass je höher der mögliche Gewinn liegt, desto höher ist auch das Risiko des kompletten Verlustes.

Die richtige Höhe des Hebels wählen

Wie hoch der Hebel beim CFD sein sollte, muss jeder Trader also sehr persönlich und für sich entscheiden. Wer sich die Höhe seines Hebels überlegt, sollte bedenken, dass mit einem niedrigen CFD Hebel eine höhere Margin verbunden ist. Doch das kann sich lohnen, immerhin sind die Höhe des Hebels und der später mögliche Gewinn proportional miteinander verbunden.

Es empfiehlt sich jedoch, genügend Spielraum zwischen dem Kapital zum Traden und der Margin zu wählen, damit beim ersten potentiellen Verlust nicht gleich der Margin Call riskiert wird. Denn wenn das Guthaben auf dem Tradingkonto unter das Margin-Niveau fällt, wird der Trader mittels einer SMS oder eines Emails darüber informiert und weiß damit, dass die Sicherheitsleistung nun nicht mehr vorhanden ist.

Für diesen Fall bleibt ihm in der Folge nichts anderes übrig, als die Position laufen zu lassen und gleichzeitig noch mehr Geld einzuzahlen. Denn die Margin muss unbedingt gedeckt bleiben. Andernfalls kann er natürlich auch die Position schließen und sich das restliche Kapital auszahlen zu lassen. Doch das ist wenig empfehlenswert und bringt ihn potentiell um einen Gewinn.

Wie der CFD Hebel berechnet wird

Wer den CFD Hebel bzw. die Margin beim Handel mit den CFDs exakt berechnen möchte, der sollte eine Formel kennen. Sie lautet:

Hebel = 100 / Marginsatz

Beispiel: Ausgehend von einem Handel eines Differenzkontraktes einer Aktie zum Marginsatz von fünf Prozent, muss der Hebel so berechnet werden, dass 100 durch den Marginsatz von fünf geteilt wird. Das Ergebnis liegt somit bei 20, womit Trader mit einem Hebel von 20:1 handeln und demzufolge das Zwanzigfache des vorhandenen Kapitals bewegen können.

Es gibt eine zweite Option, wie der CFD Hebel berechnet werden kann. Diese wird dann angewendet, wenn der Marginsatz nicht bekannt ist. Die Formel dazu lautet dann:

Hebel = Kapitaleinsatz Aktienkauf / Kapitaleinsatz CFD

Beispiel: Wer etwa 300 CFDs einer Aktie zum Preis von 50 Euro kauft, muss eine Sicherheitsleistung in Form der Margin in Höhe von 10 Prozent hinterlegen. Denn der Kapitaleinsatz beim Kauf macht 1.500 Euro notwendig. Wer hingegen diese Aktien ganz normal erwirbt, muss eigenes Kapital in Höhe von 15.000 Euro aufbringen.

Welche Formel tatsächlich zur Anwendung kommt, sollte jeder Anleger selbst entscheiden. Am besten ist es, beide einmal für sich selbst und seinen Einsatz anzuwenden und zu prüfen, welche Methode besser zusagt.

Der CFD Hebel bietet Chancen und Risiken gleichermaßen

Geht es um grundsätzliches Wissen zum CFD Hebel, dürfen dessen Chancen und Risiken natürlich nicht fehlen. Beide sind eigentlich rasch erklärt.

Denn es liegt auf der Hand, dass Trader davon profitieren, wenn mit einem höheren Volumen an der Börse gehandelt werden kann. Damit werden im Endeffekt größere Gewinne möglich. Gerade unerfahrene Trader oder Einsteiger bzw. Anleger mit einem kleinen Kapital profitieren von diesem Vorteil eines CFD Hebels enorm.
Demgegenüber steht aber das größte Risiko, das CFD Hebel bieten können. Denn werden anfangs dank der Hebelwirkung große Gewinne erzielt, muss klar sein, dass gerade sie auch Auslöser für enorme Verluste sein kann. Dessen sollten sich Anleger und Trader, die mit CFDs handeln, immer bewusst sein.

Einfaches Beispiel für den Einsatz eines Hebels

Um das bis hierher erklärte noch verständlicher zu machen, kann ein einfaches Beispiel herangezogen werden. Dabei werden der CFD Hebel und ein Direktinvestment in den Basiswert gegenüber gestellt. Der Einfachheit halber wird dabei auf Posten wie die Finanzierungskosten sowie etwaige Kommissionen und Spreads verzichtet.

Ausgehend davon, dass ein Investor mit einem Anstieg des Aktienkurses von XY rechnet, entscheidet er sich, 10.000 Euro zu investieren. Dabei überlegt er, ob er Aktien direkt kaufen oder eine Longposition in einem CFD auf die Aktie investieren sollte. Zum unmittelbaren Zeitpunkt des Einstieges liegt die Aktie bei 100 Euro.

Wenn er sich nun für ein Direktinvestment in den Basiswert entscheidet, muss er für den Kauf von 100 Aktien insgesamt einen Betrag von 10.000 Euro investieren. Wenn der Kurs in den Folgetagen um 10 Prozent steigt, macht der Investor bei einem Verkauf des Bestandes insgesamt 11.000 Euro, womit er seine Investition um 1.000 Euro bzw. 10 Prozent steigert.

Entscheidet sich der Investor hingegen für den Einstieg über CFDs, fällt der Profit höher aus. Grundsätzlich benötigt er für eine Bewegung von 10.000 Euro auf dem Markt bei einem Marginsatz von 10 Prozent nur 1.000 Euro Einsatz. Auch wenn er damit ein deutlich geringeres Investment tätigt, partizipiert er absolut betrachtet im gleichen Umfang wie beim Direktinvestment. Steigt nämlich der Kurs der Aktie von 100 auf 110 Euro, erhöht sich der Marktposition des Gesamtinvestment auf 11.000 Euro. Damit beträgt der bei einer Glattstellung der Position erreichte Gewinn ebenfalls 1.000 Euro. Im Verhältnis zum deutlich geringeren Einsatz entspricht der Gewinn allerdings der Höhe von 100 Prozent.

Damit sind die Vor- und Nachteile des CFD Hebels auch sehr anschaulich dargestellt. Denn mit lediglich 100 Euro Investition und der Nutzung eines Hebels ist der gleiche Gewinn möglich wie bei einem höheren Direktinvestment. Damit bietet der CFD Hebel den Vorteil der deutlich niedrigeren Beschaffungskosten.

Nachteilig ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass ein CFD Hebel bei einem Investment von 100 Euro und dem Ziel, daraus 1.000 Euro oder mehr zu machen, ebenso einen Verlust in Höhe von 10.000 Euro und mehr möglich machen kann.

Wer den CFD Hebel Bereich festlegt

Grundsätzlich legt den möglichen CFD Hebel-Bereich der Broker fest. Erfahrene Trader entscheiden sich für Anbieter, die einen entsprechend weit gefassten Hebelbereich anbieten. Ein Vergleich der Broker macht hier sicher und sollte vor einem Investment unbedingt erfolgen.

Klar ist, dass in diesem Zusammenhang auch darauf geachtet werden sollte, ob der Broker mit einer CFD-Nachschusspflicht und dem Halten offener Positionen arbeitet. Denn dann ist der Trader verpflichtet, den Einsatz um die fehlende Summe bis zur Absicherung einer Voll-Investition nachzureichen. Auch dies macht das Risiko eines CFD Hebels erneut deutlich.

Der Einsatz des CFD Hebels macht unterschiedliche Strategien möglich

Grundsätzlich gilt also, dass bereits bei niedrigen Investitionen auch hohe Gewinne erzielt werden können. Vor allem erfahrene Trader bauen hier auf ihr Wissen und überlegen sich entsprechende Strategien.

Als mögliche Option dafür bietet sich die Forex Strategie an, die lautet: Trend zur Wahl. Dabei geht es darum, ob der Trader auf die Fortsetzung eines bestehenden Trends setzt und davon ausgeht, dass eine Umkehr davon unwahrscheinlich ist. Dies gilt auch für die Annahme, dass das Investment auf Widerstand auftritt. Diese Trendstrategie ist vor allem für Einsteiger in den CFD Handel mit Hebeln geeignet.

Eine weitere Strategie bietet sich mit der Forex Strategie des Kontratrends. Dabei kann der Trader aus unterschiedlichen Kontratrend-Strategien wählen und seiner wachsenden Erfahrung entsprechend abwandeln. Alle zusammen weisen die Tatsache auf, dass hier das entscheidende Element das richtige Timing ist. Denn der Trader muss unmittelbar den richtigen Zeitpunkt erwischen, an dem sich ein bestehender Trend umkehrt. Diese Strategie ist sehr beliebt, doch wird sie in Anbetracht der erforderlichen Kenntnis des Marktes und dem Potential, den Markt richtig einzuschätzen, vor allem für erfahrene CFD Trader empfohlen.

Auch ohne Strategie zum Erfolg?

Mit dem CFD Handel und dem richtigen Einsatz der entsprechenden Hebel lassen sich große Gewinne erzielen. Dabei ist kaum ein erfolgreicher Trader zu finden, der ohne einer dem jeweiligen Markt und dem Hebel angepassten Handelsstrategie sein Investment tätigt. Neben den beiden erwähnten Trend- und Kontratrend Strategien gibt es natürlich weitere Strategien, die sich jeder aneignen kann. Doch so sehr sich dazu auch fundiertes Lernmaterial und entsprechende Expertise findet, muss jedem immer klar sein, dass diese Hebelgeschäfte einfach ein hohes Verlustrisiko beinhalten.

Welche Erfolgsaussichten mit dem CFD Handel und den richtigen Hebeln möglich sind

Klar ist, dass es keine 100%ige Erfolgsaussicht gibt. Denn dieser hängt immer von meheren Faktoren ab:

  • Die Wahl des richtigen Hebels
  • Individuelle Marktkenntnisse über Jahre hinweg
  • Instinkt und Erfahrung
  • Der Einsatz der richtigen Handelsstrategie
  • Das notwendige Quäntchen Glück

Nur dann sind Trader in der Lage, eine potentielle Gewinnchance zu erkennen und entsprechend den Hebel richtig zu setzen.

Das Augenmerk bei der richtigen Wahl des CFD Hebels liegt in jedem Fall bei der Margin. Diese unterliegt mehreren Faktoren wie der Volatilität. Damit ist klar, dass individuelle Kursschwankungen erheblichen Einfluss auf die Höhe der Margin haben. Zudem gibt es je CFD Handelsprodukt auch unterschiedliche Risikoklassen.

Im Endeffekt bedeutet das, dass es den sicheren Erfolg beim Traden mit CFD Hebeln keinesfalls geben kann. Aufgrund der als hoch einzuschätzenden Hebelwirkung schwingt immer ein nicht unerhebliches Risiko sogar bei niedrigen Margins mit.

Fazit

Zusammenfassend ist klar, dass trotz einiger Strategien und viel Erfahrung sowie einem durchdachten Risikomanagement beim Handel mit CFD Hebeln ein hohes Verlustrisiko zu jedem Zeitpunkt bestehen bleibt.

Normalerweise finden sich bei seriösen Online Brokern auch meist geringe Hebel-Bereiche. Gezielt mit einem Hebel einen Gewinn zu erzielen, kann nicht erlernt werden. Immerhin ist immer ein Restrisiko vorhanden ebenso wie individuelle Einflüsse, zum Beispiel die Volatilität oder unterschiedliche Risikoparameter, die deutlichen Einfluss auf die Entwicklung des Handelsgeschäfts nehmen können.

Eine kleine, aber umso wichtigere Absicherung können Trader, die vor einem großen Hebel nicht zurückschrecken, darin wählen, dass sie sich für einen Online Broker mit hohen Sicherheitsmaßstäben bei den Zahlungsmethoden sowie bei der Auszahlung entscheiden.

Letzte Aktualisierung: