DAX im Brexit-Rausch – Warten auf den weißen Rauch

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Heute ist wieder mal so ein Tag der Tage: Finale, Showdown, Tag der Entscheidung – so einige Superlative könnten einem schon in den Sinn kommen, wenn man an das denkt, was da heute in Brüssel und London zur Disposition steht. Mit der Frage „Deal or no Deal“ steht und fällt auch die nahe wirtschaftliche Zukunft Europas und damit dürfte dann auch zunächst einmal die weitere Richtung der Börsen vorgegeben werden.

Während beide Seiten nicht müde werden zu betonen, eine Einigung stünde kurz bevor, gibt es gleichzeitig immer wieder Meldungen wie von der nordirischen DUP, sie werde einem Deal nicht zustimmen. Alles ist damit weiterhin offen und möglich. Noch überwiegt an der Börse die Hoffnung auf einen geregelten Ausstieg der Briten aus der EU, der Deutsche Aktienindex befindet sich in einem wahren Brexit-Rausch. Und trotz aller Vorschusslorbeeren dürfte „weißer Rauch“ über London und Brüssel noch einmal für einen ordentlichen Schub am deutschen Aktienmarkt sorgen. Das Kursziel eines solchen Freudensprungs läge aus technischer Sicht bei knapp über 12.800 Punkten. Nach unten würde zunächst eine Unterstützung bei 12.441 Punkten den Markt auffangen. Ob die allerdings hält, sollten die Verhandlungen zwischen London und Brüssel doch scheitern, darf bezweifelt werden.

Die Anleger, die neben dem Brexit-Drama noch andere Meldungen verfolgen, blicken in die Türkei. Die USA verhängen Sanktionen gegen die Türkei, worauf das türkische Wirtschaftsministerium ankündigt, Sanktionen gegen die USA verhängen zu wollen, wie auch immer die aussehen sollen. US-Präsident Trump ist, was seine Bereitschaft zu militärischen Abenteuern anbelangt, zurückhaltender als seine Vorgänger. Das kann auch daran liegen, dass sich die Vereinigten Staaten mittlerweile fast autark mit Öl und Gas versorgen und somit der Nahe und Mittlere Osten nicht mehr so notwendig sind wie in der Vergangenheit. Dadurch entsteht ein Machtvakuum, die Auswirkungen sehen wir gerade.

Die türkische Lira befindet sich bei 6,53 in einem Bereich zum Euro, in dem es im August einen Flash Crash gab. Fällt die Marke, könnte es zu einem erneuten dynamischen Anstieg des Währungspaars Euro zur türkischen Lira kommen – andernfalls etabliert sich genau dort ein Widerstand.

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Jochen Stanzl ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets in Frankfurt. Davor war er über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

 

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