DAX: Kursziel 11.880 Punkte

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Nach einer ersten Schockreaktion haben die Börsen bislang überraschend gelassen auf die Zoll-Drohungen von Donald Trump reagiert. Als ich am Sonntagabend die Nachricht über Trumps-Twitter-Meldung gelesen hatte, rechnete ich bereits mit stärkeren Kursrückgängen an den Aktienmärkten. Zum Glück hatte ich zuvor Gewinnmitnahmen getätigt (und dazu auch hier in der Börse-Intern geraten) und zudem kleinere (!) Short-Trades platziert (auch im Target-Trend-CFD).

Aktienmärkte zeigten sich vorgestern relativ stark

Doch nach den Kursverlusten zur Handelseröffnung war der Spuk schon vorbei. Denn bis zur offiziellen Eröffnung des Handels an den US-Börsen pendelten die Indizes tendenziell nur noch seitwärts. Und mit dem Handelsstart in den USA legten die Notierungen sogar eine starke Kurserholung hin, mit der nahezu die gesamten Verluste der Nacht aufgeholt wurden.

Diese Kursentwicklung ließ viele Anleger relativ ratlos zurück. War es nicht die Aussicht auf eine baldige Einigung im Handelsstreit, die die Aktienindizes haben so hoch steigen lassen? Dann müsste die aktuelle Eskalation doch zu deutlich stärker fallenden Kursen führen. Aber auch wenn DAX & Co. gestern wieder etwas nachgaben, die vorgestrigen Tiefs wurden entweder noch nicht (Dow Jones, S&P 500) oder nur moderat unterschritten (DAX, Nasdaq 100).

Ende der Aufwärtstrends zeichnet sich langsam ab

Diese Stärke der Aktienmärkte war sicherlich beeindruckend. Doch mit den gestrigen erneuten Rücksetzern zeichnet sich langsam ein zumindest vorläufiges Ende der bisherigen Aufwärtstrends ab. Der Nasdaq 100 kann schon seit dem 25. April kein neues Trendhoch mehr markieren. Der S&P 500 produziert seit dem 1. Mai sogar bereits tiefere Hochs. Und das gilt auch für den Dow Jones. Der DAX konnte am Freitag zwar noch ein neues Trendhoch markieren, aber vorgestern markierte er ein tieferes Hoch und gestern ein tieferes Tief.

Im sehr kurzfristigen Bereich stehen die Zeichen also bereits auf Korrektur. Freilich bedarf es hier noch einer Bestätigung, um von einer länger anhaltenden Konsolidierung ausgehen zu können, aber ich bin recht zuversichtlich, dass es nun erst einmal eine Weile zu einer Marktbereinigung kommen wird.

Saisonalität spricht für eine moderate Korrektur

Die möglichen Szenarien für den DAX hat Torsten Ewert gestern bereits beschrieben. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Kursverluste vorerst noch recht moderat ausfallen werden. Dafür spricht das vorgestrige Kursverhalten, das eine noch deutlich vorhandene Stärke der Bullen zeigte. Und auch die Saisonalität deutet eher auf eine Konsolidierung auf hohem Niveau hin. Dazu verweise ich noch einmal auf den durchschnittlichen Kursverlauf des Dow Jones, den ich hier schon wiederholt präsentiert hatte – zuletzt in der Börse-Intern vom 24. April und zuvor am 15. Februar.

Dow Jones - saisonaler Kursverlauf in US-Vorwahljahren

Und demnach wird es ab der zweiten April-Hälfte bis Ende Mai meist etwas ruhiger, bevor es im Juni und Juli noch einmal aufwärts geht.

DAX: Kursziel 11.880 Punkte

Deckungsgleich zur gestrigen Analyse von Torsten Ewert hatte ich daher schon in der Analyse vom 24. April geschrieben, dass der DAX „mit der Saisonalität noch einmal auf die Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten zurücksetzen und den dortigen Unterstützungsbereich (rotes Rechteck) von oben testen würde. Zumal die 12.000er Marke die Kurse dann noch einmal angezogen hätte, was derartige psychologisch wichtige Kurse häufig tun.

DAX - Target-Trend-Analyse

Nachdem der DAX nun aufgrund der Meldung vom Sonntag am Hoch vom September 2018 bei 12.458,3 Punkten abgeprallt ist (siehe roter Pfeil im Chart), befindet er sich schon auf halbem Weg zu diesem Kursziel. Und mit dem Unterschreiten der Mittellinie bei 12.235 Punkten ist es aktuell wahrscheinlicher, dass der DAX die Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten erreicht, als ein Erreichen der Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten.

Symmetrischer Kursverlauf im DAX?

Zumal die aktuelle Aufwärtsbewegung im DAX sehr ähnlich aussieht wie die vorangegangene Abwärtsbewegung. Im Rahmen dieser Abwärtsbewegung stiegen die Kurse zwischenzeitlich von der Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten bis zum Hoch vom September 2018 an. Setzt sich die Symmetrie der beiden Kursverläufe fort, müsste der DAX also auch aus dieser Perspektive nun bis zur 11.880er Rechteckgrenze zurückfallen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage

Ihr
Sven Weisenhaus

(Quelle: www.stockstreet.de)

Sven Weisenhaus ist Chefredakteur des renommierten Börsen-Newsletters Börse-Intern, der vom bekannten Börsen-Portal Stockstreet.de herausgegeben wird. Er schreibt dort auch die Analysen des „Target-Trend-Spezial“ - einem börsentäglichen Dienst, der den DAX und andere Indices nach der berühmten Target-Trend-Methode analysiert.

www.stockstreet.de

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