DAX nimmt Aufwärtstrend wieder auf – Berichtssaison in den USA startet in dieser Woche

Die Positionen, die mit den Gewinnmitnahmen am Freitag nach den eher enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten abgebaut wurden, werden heute Morgen gleich wieder aufgebaut. Kein Investor will etwas von dem Honig verpassen, der von den USA und China am Mittwoch mit der Unterschrift unter Phase Eins des Handelsabkommens an den Börsen verteilt werden könnte.

Ob daraus dann auch der erhoffte konjunkturelle Aufschwung erwachsen wird, ist zwar weiterhin offen. Aber für den Moment treibt die Hoffnung die Kurse und es sieht vieles danach aus, als dass der Deutsche Aktienindex in den kommenden Tagen oder sogar Stunden ein neues Allzeithoch erklimmen kann. Die Trendwende aus der vergangenen Woche signalisiert zunächst eine Fortsetzung der Rally. Über 13.600 Punkten wäre dann technisch Platz bis 13.812 und darüber bis auf 14.031 Zähler.

Das Pendel bleibt weiter ausgeschlagen in Richtung Risiko. Potenzielle Aktienkäufer werden jede Chance nutzen, das Allzeithoch zu testen. Mit der Unterzeichnung des Handelsvertrages wächst auch die Hoffnung auf neue fiskalpolitische Anreize durch die chinesische Regierung. Denn diese würden erst dann sinnvoll, wenn der weitere konstruktive Verlauf der handelspolitischen Gespräche mit den Vereinigten Staaten sichergestellt ist.

Die Investoren werden auch gespannt auf die Zahlen der amerikanischen Großbanken blicken. Sie wollen in der nun anlaufenden Berichtssaison die Bestätigung dafür bekommen, dass die Gewinnrezession der Unternehmen aus dem S&P 500 Index in diesem Jahr tatsächlich enden kann. Der Dow Jones ist am Freitag das erste Mal über 29.000 Punkte gestiegen. Eine gute Berichtssaison könnte helfen, diesen Anstieg zu festigen.

Die Geldpolitik der Federal Reserve sollte dabei nicht im Wege stehen. Dort schaut man jetzt engmaschiger auf die Entwicklung der Profitabilität der Unternehmen und auf die Inflation. Die Arbeitsmarktdaten am Freitag sind schwächer ausgefallen als erwartet. Immer noch liegt die Beschäftigung in den USA unter jener vor der Finanzkrise. Erst wenn richtiger Lohndruck in den USA aufkommt, wäre mit einer Änderung der geldpolitischen Vorzeichen zu rechnen. Das ist derzeit nicht der Fall.

Der DAX kann damit weiter vom Zugpferd Wall Street profitieren und ist ein Nutznießer der tiefen Inflation, da die Europäische Zentralbank den Fuß auf dem geldpolitischen Gaspedal behält.

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Jochen Stanzl ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets in Frankfurt. Davor war er über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

 

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