Die Aufspaltung von Thyssen-Krupp schreitet voran

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Die Aktie von Thyssen-Krupp ist in einem Jahr um mehr als 40% gefallen, die Anleger waren von den Leistungen des Unternehmens nicht überzeugt.

Auf der Hauptversammlung letzten Freitag verkündete der Vorstand einen Überschuss von 60 Millionen Euro, wodurch dir Aktionäre eine Dividende von 15 Cents pro Aktie erwarten können. Für ein Unternehmen, das 42,8 Milliarden Euro Umsatz macht, ist diese Gewinnaussicht für die Anleger nicht gerade attraktiv.

Der Vorstandschef Guido Kerkhoff muss das Unternehmen wieder profitabel machen. Das letzte Jahr war für das Unternehmen sehr turbulent, das Führungspersonal wurde des Öfteren gewechselt und einige Manager zogen es vor Thyssen-Krupp zu verlassen. Kerkhoff sieht die Lösung in der Teilung der einzelnen Sparten des Industriekonzerns. Diese Aufteilung wird Thyssen-Krupp ungefähr 800 Millionen Euro kosten.

Das kann das Unternehmen nur finanzieren, wenn es an der Profitabilität arbeitet. Kerkhoff plant die fünf operativen Geschäftsbereiche von Thyssen-Krupp in zwei eigenständige Gesellschaften zu splitten. Die Aufzugssparte, die Komponentenfertigung und der Anlagenbau sollen in der Thyssen-Krupp Industrials AG zusammengefasst werden. Das Stahlgeschäft, der Wälzlagerbau und der Werkstoffhandel sollen in Zukunft unter Thyssen-Krupp Materials geleitet werden.

Damit wird das traditionale Geschäft von den neuen Geschäftsbereichen getrennt. Problematisch wird für die Geschäftsführung aber die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Sparten im vergangenen Jahr. Aber genau die Sparte, die Stahlproduktion, die bald mit Tata Stell fusionieren wird, war im letzten Jahr besonders profitabel. Diese Geschäftssparte konnte einen Betriebsgewinn von 471 Millionen Euro erzielen. Die dadurch erreichte 5 Prozent Marge, ist in der Stahlindustrie absolut üblich.

Ohne Thyssen-Krupp Steel verschlechtert sich der gesamte Betriebsgewinn auf 472 Millionen Euro. Bei den Betriebsgewinnen pro Sparte zeigen sich die Probleme des Konzerns. Das Aufzugsgeschäft war mit 10 Prozent Rendite am erfolgreichsten, während der Werkstoffhandel nur 1,9 Prozent erreichte und die Komponentenfertigung nur 1,5 Prozent. Am schlechtesten schnitt der Anlagenbau ab, bei dem der Konzern 243 Millionen Euro verlor.

Der Anlagenbau litt unter dem Marinegeschäft, besonders der Bau der U-Boote für die Türkei kostete den Konzern viel Geld. Bei der Aufteilung des Konzerns werden die beiden Sparten nun getrennt und der Schiffsbau wird direkt unter der Aufsicht des Vorstands angesiedelt. Zusammen haben der Anlagenbau und der Schiffsbau im vergangenen Jahr einen Umsatzwachstum von 9,6 Prozent auf 5,5Milliarden Euro erreicht.

Schlechter abgeschnitten hat die Komponentenfertigung, die unter anderem für die Automobilindustrie zuständig ist. Sie wird in Zukunft von dem Großwälzlagerbau getrennt. Insgesamt machten die beiden Sparten im letzten Jahr einen Umsatz von 7,6 Milliarden Umsatz, dies entspricht einem Umsatzrückgang von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der Automobilspart musste das Unternehmen mit Qualitätsproblemen kämpfen und musste wegen möglich Risiken unerwartet Rückstellungen bilden.

Der 51-Jährige Kerkhoff hat sich mit der Aufteilung des Konzerns eine ehrgeizige Aufgabe gesetzt.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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