Die Gefahr vor Schutzzöllen drückt die Aktienwerte der Automobilhersteller

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Die Gefahr, dass die USA Schutzzölle auf Automobilimporte erhebt, wird immer bedrohlicher. Die deutschen Autohersteller rechnen mit erheblichen Verkaufseinbußen.

Nachdem die Frist von der US-Regierung am Montagmorgen abgelaufen ist und die europäischen Fahrzeuge als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA erklärt werden können, zeichnen sich jetzt auch die Folgen bei den Börsenwerten ab. Am Xetra-Schluss fielen die Automobilwerte um 0,7 bis zu 1,4 Prozent.

Die Anleger sind über die Einschätzung der US-Regierung verunsichert und die Möglichkeit, dass Donald Trump dann Schutzzölle auf europäische Fahrzeuge verhängen könnte. Tatsächlich rechnet die Bundesregierung damit, dass das Handelsministerium die ausländische Automobilindustrie als Gefahr einschätzen wird. Das Handelsblatt berichtete sogar, das der Bericht dem Weißen Haus schon vorliegt. Da am Montag offizieller Feiertag in den USA ist, wird mit einer Erklärung erst am Dienstag gerechnet.

Die Bundesministerin hat sich schon auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu der Gefahr der Einschätzung geäußert. Sie kann nicht verstehen, wie die US-Regierung deutsche Autos als Gefahr für die nationale Sicherheit erklären könne. Die Fahrzeuge werden in den Vereinigten Staaten gebaut, das größte Werk von BMW steht in South Carolina und nicht in Bayern. Selbst der Verband der Automobilbranche äußerte sich besorgt über die Möglichkeit von Schutzzöllen.

Im Moment betragen die Automobilexporte in die USA mehr als 50 Milliarden Euro im Jahr. Die EU hat schon angekündigt, dass Schutzzölle mit Vergeltungszöllen im Wert von 20 Milliarden Euro beantwortet werden.

Sollten tatsächlich 25% Schutzzölle erhoben werden, würde dies eine große Gefahr für die deutschen Automobilhersteller bedeuten. Die deutschen Autoimporte könnten sich dauerhaft um 25% reduzieren, würden aber auch in den USA einige Arbeitsplätze in Gefahr bringen. Selbst die amerikanische Autoteileindustrie und der US-Kongress warnen vor den Folgen vor den Schutzzöllen, sie könnten amerikanische Firmen und auch die Verbraucher zusätzlich belasten.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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