Vapiano schockt Anleger mit Neustrukturierung – Aktie fällt um 15 Prozent!

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Die Restaurantkette Vapiano hat heute Maßnahmen veröffentlicht, die zur Sicherstellung der nachhaltigen Profitabilität eingeleitet werden sollen. Die Anleger reagieren schockiert und die Aktie fällt um mehr als 15%.

Das Kölner Unternehmen hat vergangenen Samstag die Maßnahmen veröffentlicht, mit denen Sie die Restaurants wieder profitabel machen wollen. Demnach sollen die Arbeitsplätze nicht gefährdet sein, der höhere Profit soll mit schlankeren Strukturen und effizienteren Arbeitsabläufen erreicht werden. Auch von einem abgespeckten Menu verspricht sich die Unternehmensleitung bessere Erfolge. Das Unternehmen will das laufende Jahr dafür nutzen, die Komplexität des Geschäftsmodell deutlich zu reduzieren.

Den Anlegern reichen die Maßnahmen bei weitem nicht aus und strafen Vapiano mit einem sinkenden Aktienkurs. Laut den vorläufigen Geschäftszahlen hat das Unternehmen im Jahr 2018 einen Umsatz von 370 Millionen Euro erzielt. Dadurch wurde das eigene Ziel nicht erreicht, das erst im vergangenen November auf 375 bis 385 Millionen Euro heruntergesetzt wurde.

Auch bei den Gewinnen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen konnte Vapiano nicht die eigenen Ziele erreichen. Der EBITDA liegt bei 29 bis 31 Millionen Euro und nicht wie geplant bei 34 bis 38 Millionen Euro. Dabei hatte das Unternehmen die eignen Ziele schon zweimal im letzten Jahr korrigiert, einmal im September und dann nochmals im November.

Die Aktie stand vor 15 Monaten noch bei 24,80 Euro und erreichte heute einen Wert von 5,24 Euro. Ein eindeutiges Signal für das Misstrauen der Anleger, die nicht glauben, dass das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren Gewinn machen wird. Zur Zeit beläuft sich das Eigenkapital auf etwa 100 Millionen Euro und es wird eine Jahresverlust von 40 Millionen Euro befürchtet. In zweieinhalb Jahren wäre das Eigenkapital folglich aufgebraucht, solange keine Kapitalerhöhung erfolgt.

Die Anleger zweifeln an einem Erfolg bei der Restrukturierung der Restaurantkette. Der Umsatz pro Kundenbesuch liegt bei Vapiano bei 11,80 Euro, weit unter den branchenüblichen Kennzahlen. Das Unternehmen müsste also auch bei dem Verbrauch pro Kunde ansetzen, um die Kette wieder profitabel zu machen.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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