Die großen Automobilhersteller diskutieren heute über die Elektromobilität

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Heute Abend treffen sich die Spitzenmanager der deutschen Automobilhersteller, um die Richtung der zukünftigen Modellpolitik festzulegen und in wieweit eine Zusammenarbeit möglich ist.

Die Liste der Teilnehmer kann nicht exklusiver ausfallen. Der Daimler Chef-Dieter Zetsche, der BMW-Chef Harald Krüger, der VW-Chef Herbert Diess und der Präsident des Autoindustrieverbands VDA, Bernhard Mattes, wollen sich heute gemeinsam an einen Tisch setzen und wichtige Themen für die Zukunft der Automobilindustrie besprechen.

Es geht darum einen offenen Streit in der Automobilbranche beizulegen, in dem es darum geht, ob es in Zukunft nur Förderungen für Elektrofahrzeuge geben soll. Volkswagen will sich komplett auf die Entwicklung und die Produktion von Elektrofahrzeugen konzentrieren, während BMW sich für eine Technologiefreiheit einsetzt.

Die Gründe von BMW sich nicht ausschließlich auf die Entwicklung der Elektromobilität zu konzentrieren, klingen logisch. In vielen Teilen der Welt entwickelt sich die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge nur langsam und deswegen wird in vielen Ländern der Antrieb auf Basis von Wasserstoff sinnvoller sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der heutigen Diskussion wird die Möglichkeit sein, bei der Entwicklung und der Produktion der neuen Generation von Fahrzeugen zusammen arbeiten zu können. Dafür ist eine klare gemeinsame Linie nötig, weil besonders Volkswagen die Förderung auf kleine Elektrofahrzeuge konzentrieren will. BMW baut aber vor allen Dingen große Autos und hat heute schon zehn Hybrid-Modelle im Programm.

Alle deutschen Automobilhersteller sind sich einig, dass die technologischen Anforderungen der nächsten Generation von Kraftfahrzeugen nur sehr schwer von einem Automobilhersteller alleine finanziert und entwickelt werden können. Alle haben es verpasst in den letzten Jahren in die neuen Technologien zu investieren, um jetzt schon kompetitive Produkte anbieten zu können.

Auf der anderen Seite besteht in Deutschland und in den meisten Ländern auf der Welt noch keine geeignete Infrastruktur für die Elektromobilität. In vielen Länder wird der Ausbau eines Netzes aufgrund der Infrastruktur und der Kosten fast unmöglich. Deswegen kann davon ausgegangen werden, dass einige Länder die Antriebe auf Wasserstoffbasis vorziehen werden.

Auch in Deutschland hat ein Strategiepapier für einen Konflikt gesorgt, dass sich aber nach der Meinung von vielen Spezialisten zu eng an dem Volkswagen-Konzern orientiert. Das Papier stellt klar, dass die bisherige Förderung des Verkaufs und der Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität nicht ausreichend ist. Auch der Handelsverband HDE beklagt sich über eine unwirksame und bürokratische Förderung von Ladesäulen durch den Bund. Nach dem Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, gibt es für die Branche im Moment noch keinen wirtschaftlichen Anreiz für den Aufbau einer Infrastruktur von Ladesäulen. Auch wenn berücksichtig wird, das im Moment noch sehr wenige Elektrofahrzeuge im Betrieb sind.

Der Einzelhandel wäre mit den 38.000 Standorten und den 1,9 Millionen Parkplätzen der ideale Partner um das Netzt effektiv auszubauen. Unterstützt wird die Förderung von kleinen Elektrofahrzeugen auch von der Verbraucherzentrale Bundesverband, die vom Bund eine Verlängerung der Förderung für kleine E-Autos verlangt, da große Elektrofahrzeuge nicht wirklich zielfördernd und zukunftsfähig sind. Der Ausbau des Netzwerks für Ladestationen wird natürlich auch von den großen Energiekonzernen bevorzugt.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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