Hedgefonds Eliot fordert die Aufspaltung von ebay

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Der US-Hedgefonds Eliot hat in einem Brief an die Geschäftsleitung von ebay deren Aufspaltung gefordert. Anleger nahmen dieses Signal positiv auf und die Aktie stieg heute um 10,70%.

Der Investor Paul Singer forderte heute den Vorstand von ebay auf, das Unternehmen mindestens in zwei Sparten zu teilen. Singer ist der Investor hinter dem Hedgefonds Eliot, der zur Zeit 4% der Aktien des Unternehmens besitzt. Die Investoren nahmen das Zeichen positiv auf, die Aktie von ebay stieg an der Technologiebörse des Nasdaq teilweise über die 10% Marke.

Photo by Terje Sollie from Pexels

Paul Singer gilt als aggressiver Investor, der sich häufig in die Unternehmensführung der Firmen einmischt, an denen er Beteiligungen besitzt. In erster Linie auch, um den Profit zu erhöhen und die Anleger glücklich zu machen. Auch in seinem Brief an ebay weißt er darauf hin, dass die Aufspaltung den Wert des Unternehmens um bis zu 100% steigern könnte.

Spezifisch setzt sich Singer für die Trennung der Ebay Classified Group ein, die für den Kleinanzeigenmarkt zuständig ist, und dem Ticketverkauf StubHub. Mit seiner Einschätzung steht er nicht alleine da, auch der New Yorker Hedgefonds Starboard Value LP soll die Geschäftsführung von ebay schon seit einiger Zeit zu diesem Schritt zu drängen.

ebay hat daraufhin nur verkündet, dass sie den Vorschlag sorgfältig prüfen und bewerten wollen. Obwohl die Umsatzzahlen von ebay gut sind, haben die Investoren Angst, dass das Unternehmen bald den Anschluss an die Marktführer Amazon oder Walmart verliert. Die Geschäftsführung rund um den ebay Chef Devin Wenig hatte umfangreiche Veränderungen versprochen, um das Unternehmen zu modernisieren und wieder kompetitiv zu machen. Den meisten Investoren scheint das Unternehmen aber zu lange dafür zu brauchen, um die nötigen Schritte umzusetzen.

Mit verstärkter Werbung hat ebay in letzter Zeit versucht mehr neue Kunden zu gewinnen. Trotzdem hat Amazon mehr Kunden und wickelt Geschäfte viel schneller ab. Beide Unternehmen sind auf Händler angewiesen, die auf ihren Plattformen Produkte verkaufen. Im Gegensatz zu Amazon werden bei ebay aber keine eigenen Produkte angeboten. Die Händler werden von beiden Unternehmen stark umworben. Letztes Jahr verklagte ebay sogar Amazon, weil dieser Top-Verkäufer der Plattform auf illegale Weise abwerben wollte.

Ebay versucht das Kauferlebnis auf der eigenen Plattform zu verbessern und das Image zu erneuern, ob es aber gegen das Konzept von Amazon ankommen wird, ist fraglich. Die Investoren scheinen aber einer Spaltung des Unternehmens positiv entgegen zu sehen.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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