Die Macht der Medien am Beispiel von Wirecard – Teil 1

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Für Anleger ist die Bewertung von Aktienwerten einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Wenn aber die Medien die Aktienwerte beeinflussen, dann ist der Anleger oft auf sein Glück angewiesen.

Für Anleger ist die Medienberichtserstattung einen Segen und ein Fluch. Die Berichte über Unternehmen bringen Bewegung in den Aktienmarkt und machen den Handel erst interessant. Sie sind ein Fluch, weil sie den Anlegern keine Möglichkeit bieten diese Kursbewegung in irgendeiner Art zu berechnen oder voraus zu sehen. Das eine Berichterstattung aber auch katastrophale Folgen haben kann und eine Diskussion über die Verantwortung der Medien losgelöst hat, zeigt der Fall Wirecard und Financial Times.

Die Medienberichte können aber auch zu kriminellen Zwecken genutzt werden. Das Short-Selling ist eine eigentlich legitime Möglichkeit auf den Börsenmärkten zu spekulieren. Anleger können damit auf fallende Kurse von Basiswerten spekulieren, wie zum Beispiel mit Differenzkontrakten. Werden aber falsche Nachrichten verbreitet, um Aktienwerte durch diese Nachrichten im Wert fallen zu lassen, ist dies eine illegale Art um Geld zu verdienen. Ob das bei Wirecard der Fall war, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ermittlungen in diese Richtungen sind oft langwierig und Ergebnisse stehen zum Teil erst nach Jahren fest. Auch wenn die Anzeichen und die Maßnahmen der BaFin in eine solche Richtung weisen.

Der Fall Wirecard war und ist immer noch einer der spektakulärsten Fälle der Medienberichtserstattung im Jahre 2019, das sogar die BaFin einschreiten musste.

Wer und was ist Wirecard?

Die Wirecard AG wurde 1999 gegründet und wird seit September 2018 im DAX gelistet. Der Stammsitz des Unternehmens befindet sich in Berlin.

Wirecard bietet Produkte und Dienstleistungen im mobilen Zahlungsbereich zu Verfügung, sowie für den eCommerce und andere Finanztechnologien. Das Unternehmen bietet die mobile Zahlungsabwicklung durch Ihre App an, übernimmt aber auch die komplette Zahlungsabwicklung für Unternehmen wie TUI oder die KLM Royal Dutch Airlines über das Internet ab. Mithilfe des Dienstes können Unternehmen eigene Debit-Karten ausgeben (Payoneer) oder aber auch den Kunden im Internet viele Zahlungsarten anbieten.

Seit 2004 konnte das Unternehmen den Umsatz von 6,83 Millionen Euro auf 1.4 Milliarden Euro in 2017 erhöhen. Durch das Tochterunternehmen Wirecard Bank AG verfügt die Gruppe auch über eine Bank mit deutscher Lizenz. Die Wirecard Solution mit Sitz in Großbritannien, bietet Kunden Prepaid-Kreditkarten-Lösungen an.

Wirecard hat sich als Anbieter von digitalen Zahlungsmöglichkeiten weltweit etabliert und war in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich, so dass die Aktienwerte 2018 in den DAX aufgenommen wurden.

Lesen Sie die zweite Folge der Artikelserie morgen früh!


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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