Jamaikas Börse will Handel von Bitcoin und Ethereum ermöglichen

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Jamaikas Börse ist zwar nicht die bedeutendste der Welt, aber sie wagt einen innovativen Schritt. In einer Presseaussendung gab man jetzt bekannt, dass man an der Börse schon bald mit dem Handel von Bitcoin und Ether experimentieren will. Welchen Nutzen erwartet man sich davon? Und könnten schon bald auch europäische Börsen auf diesen Zug aufspringen?

Bereits in Kürze: Live-Handel von Bitcoin und Ethereum

Wie in einer am 3.4. veröffentlichten Pressemitteilung bekanntgegeben wurde, wird die jamaikanische Börse mit Sitz in der Hauptstadt Kingston in Kürze einen Testbetrieb zum Live-Handel von Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) starten.

Das in Teilnehmerzahl begrenzte Pilotprojekt wird mit dem Jamaican Stock Exchange (JSE) und sein Netzwerk von Broker-Dealern abgewickelt werden. Konkretes Startdatum nannte man dabei allerdings keines.

Realisierung mit kanadischem Start-up Blockstation

Natürlich erhält die jamaikanische Börse dabei tatkräftige Unterstützung eines spezialisierten Blockchain-Unternehmens. Und man startet nicht unvorbereitet, denn: gemeinsam mit dem kanadischen Start-up Blockstation hat man im Jänner bereits ein erfolgreiches Pilotprojekt im Live-Trading einer Kryptowährung durchgeführt.

Damals waren auch die Mitglieder der Broker-Dealer-Vereinigung des JSE sowie die Jamaica Central Securities Depository (JCSD) beteiligt. Mit den Ergebnissen war man scheinbar so zufrieden, dass man nun knapp 2 Monate später eine Rahmenvereinbarung mit Blockstation unterzeichnet hat.

Schritt als Vorbereitung für das Trading von Digital Assets

Das Pilotprojekt ist natürlich keine alleinstehende Maßnahme, sondern dient einem bestimmten Zweck. Die jamaikanische Börse möchte sich, wie sie in der Presseaussendung klar ausführt, auf eine Zukunft vorbereiten, in der Security Tokens und Digital Assets an der Börse gehandelt werden können.

Tatsächlich führt man eine Reihe von ambitionierten Zielen an, die sicherlich nicht nur Fans, sondern auch Kritiker auf den Plan rufen wird. Eines der Ziele ist etwa KMUs einen einfachen und vereinheitlichten Prozess zur Kapitalaufbringung durch Security Token Offerings (STOs) zu schaffen.

Aktuell sind Security Tokens noch ein heiß debattiertes und mangels klarer rechtlicher Rahmenbedingungen ein sehr spekulatives, unsicheres Investment.

Handel mit Kryptowährungen auch bald an europäischen Börsen?

Bei diesem spannenden Pilotprojekt drängt sich natürlich auch eine andere Frage auf: werden vielleicht auch schon bald europäische Börsen einen ähnlichen Schritt wagen? Wird man in naher Zukunft an den großen Handelsplätzen mit Kryptowährungen handeln können? Oder gar Digital Assets?

Das bleibt natürlich abzuwarten. Aktuell überwiegt noch die Skepsis. Diese ist angesichts der hohen Volatilität bei Kryptowährungen und zahlreichen Anlegerbetrügen natürlich mehr als angebracht.

Und trotzdem sind Security Tokens und Digital Assets ein wichtiges Zukunftsthema. Als leidenschaftlicher Anleger und Investor sollte man es definitiv nicht aus den Augen verlieren. Weltweit wird fieberhaft daran gearbeitet, dass Digital Assets schon bald auch an bekannteren Handelsplätzen gelistet werden können.

Mit oder ohne Bitcoin: Jamaikanische Börse als attraktives Anlegerziel

Egal, ob einen die Ankündigung der jamaikanischen Börse begeistert oder eher verunsichert, eines ist klar. Als Anleger sollte man auf jeden Fall einen genaueren Blick auf die Börse in Kingston werfen.

Denn wie eine kurze Analyse der Kursentwicklung der letzten Jahre offenbart, ist Jamaika aktuell der attraktivste Handelsplatz der Welt. In den letzten 5 Jahren hat sich der Leitindex um erstaunliche 300% gesteigert. Wie Bloomberg berichtet, war die JSE damit die bestperformendste Börse weltweit mit einem Wachstum, das im Vergleichszeitraum 7x höher als jenes des S&P 500-Index war.

Wer weiß…vielleicht stellt sich schon bald heraus, dass es die jamaikanische Börse mit dieser Maßnahme dem wohl berühmtesten Landesexport – Usain Bolt – gleichtut: man ist seinen Mitbewerbern in der Zeit voraus.

 

 

Christian Brandstötter ist als studierter Betriebswirt seit 2010 als Autor zu Wirtschaftsthemen tätig.

Seitdem er Anfang 2015 das erste Mal auf Bitcoin gestoßen ist, verfolgt er das Thema Kryptowährungen aufmerksam.
Bei großem Enthusiasmus für Blockchain-Technologie versteht er Kryptowährungen bloß als einen von vielen, wenn womöglich auch den spannendsten aller Anwendungsbereiche dieser zukunftsweisenden Technologie. Dabei ist ihm stets ein kritischer, objektiver Blick auf Entwicklungen und Chancen am Kryptomarkt wichtig.

Christian Brandstötter auf LinkedIn

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