Indische Regierung erwägt Verbot von Kryptowährungen

Verbot von Kryptowährungen
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In Indien, dem bevölkerungsreichsten Land der Welt, könnten bald schwere Zeiten für Krypto Fans anbrechen. Den Berichten zufolge überlegt die indische Regierung nämlich ein totales Verbot von Kryptowährungen.

Zwar ist die Lage für Kryptounternehmen bereits jetzt alles andere als rosig, nun sollen allerdings weitere Verschärfungen folgen, die sowohl Ausgabe, Verkauf und Handeln von Kryptowährungen verbieten soll.

Verbot von Kryptowährungen: Ponzi-Schema & Geldwäsche

Doch wie begründen die indischen Regierungsorganisationen das gewünschte Verbot von Kryptowährungen eigentlich? Nicht unwichtig für eine öffentliche Kampagne zu einem Verbot, das viel Widerstand und nur wenig Unterstützung bei Wirtschaft und Konsumenten erwarten lässt.

Wenig überraschend hört man hier zwei altbekannte Argumente: Investoren- bzw. Konsumentenschutz und Kampf gegen Geldwäsche.  Das Wirtschaftsministerium vertritt die Überzeugung, dass die Ausgabe von öffentlichen Kryptowährungen unter Vortäuschung überzogener Gewinnversprechen und falscher Tatsachen erfolge, die Anleger um große Geldbeträge bringen sollen.

Solchen Produkten würde es an Transparenz mangeln und keine aktuellen rechtlichen Rahmenwerke wären auf sie anwendbar. Ja, viele würden bloß als Ponzi-Schema betrieben.  Und weil sich Kryptowährungen auch zur Geldwäsche eignen würden, könnte man auch auf Basis von Regelungen zum Verbot von Geldwäsche gegen Kryptowährungen rechtlich vorgehen.

Interdisziplinärer Sonderausschuss und Diskussionen seit Anfang 2017

Dabei kommen die jetzigen Diskussionen nicht aus dem Nichts. Tatsächlich hat man in Indien bereits im April 2014 einen Sonderausschuss eingerichtet, der ein mögliches Verbot von Kryptowährungen explorieren sollte.

Ende 2017 hat man debattiert, private Kryptowährungen zu verbieten. Letztendlich hat man sich dann aber damals gegen ein Totalverbot ausgesprochen.

Es ist dieses von Mitgliedern aus Wirtschaftsministerium, Zentralrat für direkt steuern, Zentralrat für indirekte Steuern und Zölle und Investoren Schulung und Schutzverband zusammengesetzte Ausschuss, der jetzt ein Verbot von Kryptowährungen – deren Ausgabe, Verkauf und Handel – befürwortet.

Das Parlament hat nun die Aufgabe, einen Gesetzesentwurf zu formulieren, über den nach den bald anstehenden Wahlen Ende Mai abgestimmt werden soll.

Krypto-feindliches Klima in Indien nichts Neues

Schon bisher war Indien also als Krypto feindliches Pflaster bekannt. Denn während ein totales Verbot von Kryptowährungen noch nicht lange am Tisch liegt, wurden in bestimmten Bereichen bereits sehr strenge Auflagen erlassen.

Die indische Zentralbank hat bereits 2018 einen Beschluss verabschiedet, der Krypto Firmen im ganzen Land hart traf. Die Zentralbank verbot damals indischen Banken jegliche Geschäfte mit Krypto-Firmen & Exchanges.  Gerade Exchanges lassen sich so natürlich nicht betreiben.

Seither haben zwar einige betroffenen Unternehmen eine rechtliche Beschwerde gegen das Verbot eingelegt. Diese arbeitet sich durch richterliche Institutionen erst zum Höchstgericht weiter – eine Entscheidung lässt allerdings auf sich warten. Ihr Ausgang ist ungewiss.

Auswirkungen auf den Kryptomarkt?

Es stellt sich natürlich auch die Frage, wie sich ein Verbot von Kryptowährungen in Indien auf die Kurse von Kryptowährungen auswirkt. Auch wenn man zunächst bei Krypto an Länder wie China, Japan, USA oder Südkorea denkt.

Allerdings hätte ein solches Verbot von Kryptowährungen zu Folge, dass mehr als 1,1 Milliarden potenzielle Investoren keinen legalen Zugriff auf Kryptowährungen mehr hätten. Tatsächlich könnten die Auswirkungen also fatal sein – aus wenigstens zwei Gründen.

Zunächst würde es zu einem massiven Ausverkauf von gängigen Kryptowährungen kommen, weil viele indische Anleger ihre Krypto liquidieren würden. Anschließend käme wohl ein großer Kursrückgang.  Globale Anleger sähen ein negatives Signal für die Adoption von Kryptos und verkaufen in Panik.

Ein solches Szenario jedenfalls erscheint wahrscheinlich. So kam es jetzt beim Verbot von Initial Coin Offerings  in China und Japan zu ganz ähnlichen Reaktionen am Markt.

 

Christian Brandstötter ist als studierter Betriebswirt seit 2010 als Autor zu Wirtschaftsthemen tätig.

Seitdem er Anfang 2015 das erste Mal auf Bitcoin gestoßen ist, verfolgt er das Thema Kryptowährungen aufmerksam.
Bei großem Enthusiasmus für Blockchain-Technologie versteht er Kryptowährungen bloß als einen von vielen, wenn womöglich auch den spannendsten aller Anwendungsbereiche dieser zukunftsweisenden Technologie. Dabei ist ihm stets ein kritischer, objektiver Blick auf Entwicklungen und Chancen am Kryptomarkt wichtig.

Christian Brandstötter auf LinkedIn

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