Quartalszahlen von SAP mindern den Aktienwert

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Die Aktie des SAP Konzerns ist nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen unter 90 Euro gefallen. Investoren haben größere Gewinne durch den gesteigerten Umsatz der Cloud-Dienste erwartet.

Das 4. Quartal ist für den Softwarehersteller besonders wichtig, vor dem Jahresende werden viele Geschäfte mit Kunden abgeschlossen. Im vierten Quartal hat das Unternehmen es deswegen auch geschafft den Umsatz um neun Prozent auf 7,43 Milliarden Euro zu steigern. Diese Umsatzsteigerung ist in erster Linie den Cloud-Produkten zu verdanken. Gegenüber dem Vorjahr konnte das Betriebsergebnis um 22% auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert werden. Auch wenn sich die Steuerreform in den USA positiv auf das Ergebnis ausgewirkt hat, sank der Gewinn pro Aktie um acht Prozent auf 1,41 Euro.

Mit dem Quartalsbericht hat SAP auch ein Restrukturierungsplan bekannt gegeben, damit sich das Unternehmen effizienter auf die strategischen Wachstumsbereiche konzentrieren kann. Dieser Plan wird dem Unternehmen bis zu 950 Millionen Euro kosten. Schon im vergangenen Jahr hat sich SAP auf die Cloud-Dienste konzentriert, mit großem Erfolg. Der Umsatz in dieser Sparte wuchs im letzten Quartal um 41 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro an. Für die nächsten Monate sind schon Verträge für mehr als 736 Millionen Euro abgeschlossen.

Auch die Softwareverkäufe sind im letzten Quartal angestiegen, die Erlöse konnten um ein Prozent gesteigert werden. Mit der neuen S/4 Hana Version konnte das Unternehmen viele Kunden überzeugen, darunter auch Nestle und Verizon. Über 10.000 Kunden haben schon den Vertrag für die neue Version unterschrieben, obwohl die Software auch in der Cloud gemietet werden kann.

Die Anleger sind aber in erster Linie von der Profitabilität enttäuscht. Die währungsbereinigte operative Marge liegt mit 34,3 Prozent weit unter dem Vorjahreswert. Das Unternehmen macht dafür die Inflation in vielen latein-amerikanischen Ländern verantwortlich und den Anstieg der Geschäfte mit den Cloud-Diensten. Die letzteren tragen nicht genügend zu dem Profit bei, trotzdem ist das Management überzeugt, das sich dies schon in diesem Jahr ändert.

Trotz dem relativ guten Erfolg will das Unternehmen mit Abfindungsangeboten 4400 Beschäftige abbauen. Für Deutschland würden das 1200 Stellen ausmachen. Dadurch sollen aber Mitarbeiter mit anderen Qualifikationen wieder eingestellt werden. Das Unternehmen sucht Spezialisten in den Zukunftsmärkten, wie zum Beispiel Internet der Dinge, Big Data, künstliche Intelligenz und natürlich Cloud Computing.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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