Rückschlag für Ripple: japanische Bank stoppt Nutzung von Money Tap-App

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Die Kryptowährung Ripple wird als eine der vielversprechendsten Token im kommerziellen Bereich gefeiert. Nach Marktkapitalisierung die drittgrößte Kryptowährung wurde sie speziell entwickelt, um eine sofortige und kostengünstige Abwicklung von internationalen Banktransaktionen zu ermöglichen. In den letzten Wochen wurden konnte man immer mehr Banken als Kooperationspartner und Kunden gewinnen. In Japan setzt es jetzt allerdings einen Rückschlag für Ripple: die japanische Großbank Resona gab bekannt, dass man die Nutzung der über Ripple betriebenen App „Money Tap“ bald einstellen werde.

Money Tap: Projekt von Ripple und SBI für kostenlose Banktransfers

Das Projekt Money Tap wurde im Oktober 2018 von den drei japanischen Großbanken – SBI, Suruga Bank und Resona lanciert. Für Ripple war es ein großer Erfolg, war es doch die erste größere Implementierung mithilfe des Ripple xCurrent Zahlungssystems zwischen mehreren teilnehmenden Banken. Es ermöglicht Bankkunden innerhalb von wenigen Sekunden, Geldbeträge zu Kunden anderer Banken zu transferieren.

Hierzu braucht man keine TAN-Codes. Als Sicherheitsverfahren werden biometrische Daten wie der am Smartphone gescannte Fingerabdruck genutzt. Kunden müssen keine Kontonummer, sondern bloß Handynummer und QR-Code des Empfängers kennen.

Money Tap ist bisher eigentlich sehr erfolgreich unterwegs und hat als Projekt viel Unterstützung gewonnen. So sind etwa 13 weitere Banken an Board gekommen, die finanziell in einen weiteren Ausbau des Projekts investiert haben. Darum hat die Ankündigung von Resona für Überraschung gesorgt.

Keine offiziellen Gründe genannt

Leider müssen Analysten und Investoren über die Beweggründe der japanischen Bank spekulieren. In der Presseaussendung von Resona wurde zwar das Enddatum des Einsatzes mit dem 13. Mai benannt, allerdings kein offizieller Grund für die Entscheidung des Geldinstituts gegeben.

Insgesamt ist dies die erste negative Schlagzeile, die die kommerzielle Verwendung von Ripple in den letzten Wochen und Monaten verdauen musste. Seit Jahresbeginn gab es positive Schlagzeilen, in dem laufend neue Teilnehmer bzw. Partner bekanntgegeben wurden, die mit den Lösungen von Ripple arbeiten möchte.

Werden weitere Banken folgen?

Natürlich birgt diese Nachricht in einer noch in den Kinderschuhen befindlichen und ungewissen Branche wie es bei Kryptowährungen der Fall ist, gewisses Potential, mehr Unsicherheit und ähnliche Schritte weiterer Banken nach sich zu ziehen. So stellt sich auf die Frage, ob sich diese Reaktion als Signal auch auf andere Banken auswirken wird.

Nachdem allerdings unbekannt ist, ob es sich bei SBI um eine strategische Entscheidung handelt, oder etwa in der Nutzung von Ripple signifikante Probleme aufgetreten sind, ist jede ernsthafte Überlegung zu dieser Frage bedeutungslos. Es wäre reine Spekulation, den Schritt von SBI als möglichen Auslöser einer Kettenreaktion zu sehen.

Dennoch macht sie vorsichtig und zeigt, dass nicht alles eitle Wonne ist. Wie bei anderen Kryptowährungen gibt es viele Kinderkrankheiten und Herausforderungen zu überwinden, damit von Pilotprojekten in dauerhaften Betrieb und Implementierung gewechselt werden kann. Wer weiß, womöglich werden wir in den kommenden Tagen doch noch etwas zu den Hintergründen der Entscheidung erfahren.

Rückschlag für Ripple: Investition in Kryptowährung XRP beenden?

Zwar handelt es sich sicherlich nicht um gute Nachrichten für Ripple, jedoch ist dies noch kein Grund, seine Investitionen in den XRP-Token zu beenden. Scheinbar sehen dies die Anleger ebenso. Seit der Ankündigung vom Freitag waren keine signifikanten Kursrückgange bemerkbar. Ganz im Gegenteil, seit 12.4 ist der Kurs in einer stetigen Seitwärtsbewegung und pendelt zwischen 0,325 und 0,330 USD.

Es wird sich zeigen, ob es sich hierbei wirklich um einen großen Rückschlag für Ripple handelt, oder ob einfach eines von vielen Mitgliedern der Kundenbasis sich gegen den Token der in San Francisco angesiedelten Ripple Labs entschieden hat.

Christian Brandstötter ist als studierter Betriebswirt seit 2010 als Autor zu Wirtschaftsthemen tätig.

Seitdem er Anfang 2015 das erste Mal auf Bitcoin gestoßen ist, verfolgt er das Thema Kryptowährungen aufmerksam.
Bei großem Enthusiasmus für Blockchain-Technologie versteht er Kryptowährungen bloß als einen von vielen, wenn womöglich auch den spannendsten aller Anwendungsbereiche dieser zukunftsweisenden Technologie. Dabei ist ihm stets ein kritischer, objektiver Blick auf Entwicklungen und Chancen am Kryptomarkt wichtig.

Christian Brandstötter auf LinkedIn

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