Schlechter Absatz in China setzt deutsche Autohersteller unter Druck

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Der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Autos ist weiterhin China, der jetzt mit Absatzproblemen die deutsche Automobilindustrie stark unter Druck setzt.

Im Februar fielen die Exporte der deutschen Automobilhersteller nach China um 20,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt wurden in China 18,5 Prozent weniger Autos verkauft, obwohl die chinesische Regierung weitere Impulse gesetzt hat, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Die gewünschten 6 Prozent Wachstum konnten aber trotz großer Anstrengungen nicht erreicht werden. Die Chinesische Regierung will jetzt die Unternehmen massiv entlasten, um das Wachstum wieder anzukurbeln.

Für die deutschen Autohersteller Daimler, BMW und VW bricht einer der wichtigsten Märkte langsam weg. Über 20 Prozent der weltweit verkauften Fahrzeuge werden in China verkauft. Schlimmer aber ist noch der verpasste Anschluss an die neuen Technologien, wie Elektro- und Wasserstoffantriebe. Mit einem riesigen Aufwand und riesigen Investitionen versuchen sie jetzt in diesen Technologien aufzuschließen. Einige Milliarden Euro werden dafür benötigt.

Automobilexperten gehen davon aus, dass die traditionell ausgerichteten Automobilunternehmen in Zukunft keine Chance mehr haben werden. Um mit den technologischen Fortschritten mitzuhalten, werden Kooperationen benötigt. Bestes Beispiel dafür sind Ford und Volkswagen, die jetzt Roboterautos zusammen entwickeln. Auch Daimler und BMW kooperieren im Bereich des Car-Sharing-Service. Für die technische Entwicklung neuer Generationen von Fahrzeugen werden aber weiterreichende Kooperationen benötigt.

Die Zeiten, in denen die deutschen Automobilkonzerne Gewinne in Milliardenhöhe erzielen konnten, werden wahrscheinlich für die nahe Zukunft vorbei sein. Einige kleine Hersteller sind schon jetzt technisch viel besser auf die Zukunft vorbereitet und werden den eingesessenen deutschen Herstellern das Leben schwer machen.

Die Aktienwerte der großen Drei sind schon jetzt angeschlagen und befinden sich auf dem Weg nach unten. Der Dieselskandal und dessen Folgen macht allen Prestigeherstellern zu schaffen und der technische Rückstand kann bei den Anlegern auch kein Vertrauen schaffen, auch wenn alle Unternehmen große Investitionen in die Zukunftstechnologien angekündigt haben. Es scheint, dass einige Unternehmen ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben und zu viel Zeit in die Entwicklung der Otto- und Dieselmotoren investiert haben.

Für die Aktienanleger sind die Werte von VW, Daimler und BMW eher mit Vorsicht zu genießen. Alle haben Sie dieses Jahr an Wert verloren und es lässt sich keine positive Entwicklung feststellen.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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