Zum Einsatz von Blockchain in Banken – Anwendungsfälle und Potenziale

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Die Blockchain – kaum ein Begriff sorgt aktuell für mehr Aufsehen, Verwirrung und auch Besorgnis in den Zukunftsdiskussionen deutscher Führungskräfte. Oft in einem Atemzug mit Themen wie der Digitalisierung und dem Internet der Dinge besprochen, kann kaum jemand kann vorhersagen, wie sie unsere Zukunft wirklich beeinflussen wird. Immer mehr Branchen und Unternehmen, insbesondere der Finanzbereich, erkunden die Potenziale und Vorzüge dieser einzigartigen Technologie. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick darauf, wie die Blockchain in Banken zum Einsatz kommt und wie sie die Bankbranche verändern kann. Zudem betrachten wir, wo und wie diese heute bereits zum Einsatz kommt.

Blockchain in Banken- Effiziente, globale Zahlungsabwicklung

Warum sollte eine Bank oder Banken allerdings Blockchain und gar Kryptowährungen verwenden? Im Bankenbereich zeigt sich vor allem ein äußerst wichtiger und vielversprechender Anwendungsfall.

Dabei geht es um die sofortige, automatisierte und kostensparsame Durchführung von internationalen Bankentransaktionen. Es ist zu beachten, dass eine internationale Überweisung von Fiat-Währungen mehr 2-3 Banktage dauern kann.

Leicht verständlich wird dies von IBM Blockchain Chef Jesse Lund auf den Punkt gebracht, Indem er sagt dass es effizienter wäre, denselben Geldbetrag mit FedEx in einem Kuvert und die Welt zu schicken, als diesen über eine Banküberweisung zu übermitteln.

Bankenkonsortium R3 erkundet Blockchain in globalen Pilotprojekten

Egal, welche Anwendungsfälle und Lösungen man letztendlich implementieren wird, eines ist klar. Ihr Erfolg wird von einer einheitlichen, über praktisch alle wichtigen Banken hinweg eingesetzten Grad abhängen.

So berichtet Accenture etwa in einem aktuellen Bericht über den Einsatz der Blockchain in Banken, dass die wichtigste Maßnahme eine gemeinsame Anstrengung unter Banken zur Errichtung eines globalen Blockchain-Netzwerkes sein muss. Ja, es sei sogar eine „All-or-Nothing-Lösung“, der sich niemand entziehen könne und dürfe.

Das haben natürlich auch viele internationale Finanzinstitute erkannt und sich darum bereits 2015 im Bankenkonsortium R3 zusammengeschlossen. Im Rahmen dieses Konsortiums werden aktuell eine Vielzahl von Pilotprojekten mit der Teilnahme vieler Mitglieder erprobt und die Lernergebnisse festgehalten und geteilt.

Kryptowährungen: vom Feind zum Freund der Banken

Natürlich sind die Themen Bankwesen und Blockchain eng mit dem Thema der Kryptowährungen verwoben. Das Bitcoin-Whitepaper vom unbekannten Verfasser Satoshi Nakomoto (ein Pseudonym), welches 2008 veröffentlicht und als Ursprung der Blockchain-technologie verstanden werden kann, hat ja primär ein Ziel betont. Bitcoin solle ein System von Zentral- und Geschäftsbanken obsolet machen.

Das Währungssystem soll in Zukunft zwischen Peers – also Peer-to-Peer – ablaufen, Banken seien entbehrlich. Kein Wunder, dass Bitcoin 2008 erschien – praktisch am Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise, an der die Banken ja maßgeblich mitgewirkt hatten.

In den letzten Monaten hat sich allerdings dieses Bild immer mehr zu ändern begonnen. Just jene Institutionen, die die Blockchain ersetzen sollte, experimentieren mit dem Einsatz und der Nutzung von Kryptowährungen.

Besser gesagt: einer speziell konzipierten Kryptowährung, die erlaubt, die diskutierte internationale Zahlungsabwicklung sofort und kostengünstig durchzuführen.

Ripple, Stellar und JPCoin: Wettrennen um die „Banken Coin“

Das bekannteste Beispiel hierbei ist wohl JP Morgan, die Anfang 2019 mit der Bekanntgabe des Lancierens ihrer firmeninternen Kryptowährung, dem „JPCoin“ für großes Aufsehen gesorgt haben.

Weitere gewiefte Unternehmer und Initiativen haben das Potenzial erkannt, dass eine speziell für den Bankenbereich konstruierte und konzipierte Kryptowährung bringen kann. Aktuell kämpfen gerade Ripple (von Ripple Labs mit Sitz in San Francisco) und Stellar mit Partner IBM Blockchain World Wire um die führende Position in diesem großen Zukunftsmarkt.

Blockchain birgt das Potenzial, viele Branchen maßgeblich zu verändern

Natürlich hat die Blockchain allerdings auch das Potenzial viele andere Branchen für immer zu verändern. Hier seien etwa die Bereiche der Logistik, Supply Chain Management, Energieversorgung, Versicherungswesen bloß als einige Beispiele genannt.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass bereits 61% der großen IT-Betriebe die Blockchain nutzen oder damit in Projekten experimentieren. Darunter etwa Firmen wie Google, Facebook, Oracle und mehr.

 

Christian Brandstötter ist als studierter Betriebswirt seit 2010 als Autor zu Wirtschaftsthemen tätig.

Seitdem er Anfang 2015 das erste Mal auf Bitcoin gestoßen ist, verfolgt er das Thema Kryptowährungen aufmerksam.
Bei großem Enthusiasmus für Blockchain-Technologie versteht er Kryptowährungen bloß als einen von vielen, wenn womöglich auch den spannendsten aller Anwendungsbereiche dieser zukunftsweisenden Technologie. Dabei ist ihm stets ein kritischer, objektiver Blick auf Entwicklungen und Chancen am Kryptomarkt wichtig.

Christian Brandstötter auf LinkedIn

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