Disney+ stellt sich der Konkurrenz von Netflix und Amazon

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Ab November stellt sich Disney+ der Konkurrenz von Netflix und Amazon. Mit den Blockbustern des kalifornischen Unternehmens entsteht ein kraftvoller Gegner für die etablierten Streamingdienste.

Disney ist mit einem Börsenwert von 238 Milliarden USD das erfolgreichste Medienunternehmen auf der Welt. Der Medienkonzern besitzt einer der größten und wertvollsten Filmbibliotheken der Welt. Kassenschlager wie die Star Wars Serie und die unzähligen Zeichentrickfilme werden den Streamingdienst für Kunden sehr interessant machen. Die Erfinder von Micky Maus werden die gesamte Filmbibliothek am 12. November als Streamingdienst weltweit anbieten.

Der Konzern stellt sich dann den Rivalen Netflix und Amazon. Der Marktführer Netflix verfügt derzeit über 149 Millionen zahlende Kunden, während es Amazon-Prime auf 100 Millionen Zuschauer bringt. Im Gegensatz zu Netflix bietet Amazon aber auch einige Mediatheken von privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern an.

Disney will den Markt aggressiv erobern. Für 6,99 USD im Monat, oder 69,90 USD im Jahr, sollen die Kunden Zugriff auf das komplette Disney Programm erhalten. Damit kostet ein Abo von Disney rund die Hälfte von einem Netflix-Abo. Das Ziel ist bis Ende 2024 bis zu 90 Millionen feste Abonnenten von dem Programm überzeugt zu haben. Hilfreich können Disneys Anteile an dem Streamingdienst Hulu sein. Dieser ist in den USA populär und besitzt rund 30 Millionen Abonnenten.

Auch an sportbegeisterte Zuschauer haben die Medienexperten in Disney gedacht. Für sie wird der amerikanische Sportsender ESPN+ live gestreamt. Die Analysten von Bloomberg Intelligenz prognostizieren dem Streamingdienst sogar noch mehr Abonnenten, sie rechnen mit bis zu 140 Millionen Kunden bis 2024. Über eines sind sich aber alle Experten einig, Disney+ wird das Wachstum von Netflix nicht deutlich bremsen. In 2024 wird der Streamingdienst über mehr als 240 Millionen Kunden verfügen.

Das Ziel von Disney+ ist der dritte Platz unter den Streaming-Anbietern

Dieses Jahr wird für Netflix sehr interessant, mit dem Debut der finanzstarken Konkurrenten Apple und Disney kann es ungemütlich werden. Die Anleger beobachten den Konzern deswegen besonders genau. Erst vor kurzem wurde die Prognose von 5 Millionen neuen Abonnenten im Monat nicht erreicht und die Aktie geriet unter Druck. Im Gegensatz dazu stieg die Aktie von Disney+ nach der Vorstellung des neuen Streamingdienstes um zwölf Prozent.

Was Netflix besonders viel Angst machen wird, die potenziellen Neuvorstellungen des Micky Maus Konzerns werden auch auf dem Streamingdienst exklusiv laufen. Kein anderer Medienkonzern hat es geschafft, so viele Altersklassen zu erreichen, wie Disney. Genauso bedrohend ist die Tatsache, dass Filme aus dem Disney Medienkonzernen, wie Marvel, Pixar oder 21st Century Fox wohl bald exklusiv auf Disney+ gestreamt werden. Schon jetzt erreicht Disney mit dem eigenen Fernsehsender mehr als drei Viertel des Konzernumsatz.

Der Kampf um den Streaming-Markt wird für Anleger besonders interessant werden. Die Abonnentenzahlen werden ein sicheres Zeichen für den Erfolg der Unternehmen sein, die Milliarden Euro in den neuen Markt investieren werden. Dieser Markt hat das Potenzial den traditionellen Filmmarkt komplett zu verändern. In Zukunft werden die Streamingdienste die Blockbuster produzieren, die normalerweise in Hollywood gedreht werden. Die schwierige Finanzierung der Blockbuster wird sich durch die Streamingdienste eindeutig verlagern.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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